Mainbernheim

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Mainbernheim
Mainbernheim
Deutschlandkarte, Position der Stadt Mainbernheim hervorgehoben
Koordinaten: 49° 43′ N, 10° 13′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Unterfranken
Landkreis: Kitzingen
Höhe: 226 m ü. NHN
Fläche: 12 km²
Einwohner: 2202 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 184 Einwohner je km²
Postleitzahl: 97350
Vorwahl: 09323
Kfz-Kennzeichen: KT
Gemeindeschlüssel: 09 6 75 144
Stadtgliederung: 1 Ortsteil
Adresse der
Stadtverwaltung:
Rathausplatz 1
97350 Mainbernheim
Webpräsenz: www.mainbernheim.de
Bürgermeister: Peter Kraus (FWG)
Lage der Stadt Mainbernheim im Landkreis Kitzingen
Landkreis Bamberg Landkreis Schweinfurt Landkreis Würzburg Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim Wiesenbronn Segnitz Rüdenhausen Rödelsee Obernbreit Martinsheim Marktsteft Markt Einersheim Marktbreit Mainstockheim Mainbernheim Kleinlangheim Kitzingen Geiselwind Castell (Unterfranken) Buchbrunn Albertshofen Abtswind Willanzheim Wiesentheid Volkach Sulzfeld am Main Sommerach Seinsheim Schwarzach am Main Prichsenstadt Nordheim am Main Iphofen Großlangheim Dettelbach Biebelried Landkreis HaßbergeKarte
Über dieses Bild
Mainbernheim mit evangelischer Kirche

Mainbernheim ist mit rund 2200 Einwohnern eine Landstadt an der B 8 im unterfränkischen Landkreis Kitzingen.

Erstmals urkundlich erwähnt wurde die Stadt im 9. Jahrhundert. Durch die Stadt führte eine wichtige Ost-West-Verbindung, die „Alte Reichsstraße“. Diese war eine Fortsetzung der „Goldenen Straße“ und prägte die Entwicklung des Ortes. Bis 1803 blieb Mainbernheim eine Reichsstadt und ist mit ihrem historischen Stadtkern und dem denkmalgeschützten Arkadenfriedhof eine wenig bekannte Touristenattraktion. Bei der Gebietsreform in Bayern erhielt Mainbernheim nach kurzer Zugehörigkeit zu Iphofen wieder seine Selbstständigkeit.

Die Stadt ist eine Auspendler-Gemeinde, vor allem in die Kreisstadt Kitzingen und die Zentren Würzburg und Nürnberg. Das produzierende Gewerbe und einige Handwerksbetriebe spielen nur eine sehr untergeordnete Rolle.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt liegt zwischen Kitzingen und Iphofen an den westlichen Ausläufern des Steigerwalds. Südlich des Zentrums verläuft der Sickersbach, dem südwestlich des Stadtgebiets der Buschgraben zufließt, westlich entspringt der Franzosengraben, der in Sickershausen ebenso dem Sickersbach zufließt und dort in den Main fließt.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachbargemeinden sind (von Norden beginnend im Uhrzeigersinn): Rödelsee, Iphofen, Willanzheim, Marktsteft mit OT Michelfeld und Kitzingen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsname[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

889 erscheint in einer Urkunde des König Arnulf von Kärnten der Ort bernheim. Spätere Namensformen waren:

  • 1000 Bernheim
  • 1230 Bernheim
  • 1303/1304 Bernhei(m) prope Kitzingen
  • 1312 Menbernheim
  • 1320 Bernheim prope Mogum
  • 1321 Meunberghei(m)
  • 1322/23 Bernheim prope Ipfhouen
  • 1340 Moinbernheim
  • 1399 Meinbernheim
  • 1404 Meyn–Berenheim
  • 1508 Mainbernheim

Das Grundwort heim bedeutet Wohnung, Behausung, Heimstatt oder Aufenthaltsort. das Bestimmungswort Bero weist auf den Personennamen. Die eindeutige Lokalisierung erfolgte durch den Zusatz Main bzw. Iphofen.[2]

Ortsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im typisch fränkischen Ortskern von Mainbernheim: der Vierröhrenbrunnen

Aus dem Namen lässt sich die Entstehung der Siedlung als „Heim des Bero“ in die Zeit der fränkischen Landnahme datieren. Bero hatte hier wohl die Aufgabe, einen wichtigen Stützpunkt an der Heerstraße und späteren Reichsstraße als Königszinser zu sichern. Bei der Aufzählung von Gütern, welche den Zehnten der Ernten abliefern mussten, wurde der Ort erstmals im Jahre 889 als „bernheim“ in einer Urkunde des Königs Arnulf von Kärnten erwähnt. Letzterer bestätigt die Schenkung seiner Vorgänger Karlmann, Pippin und Ludwig des Frommen dem Bischof von Würzburg.

1172 erhielt der Ort von Barbarossa das Privileg des Freien Reichsdorfs, nachdem sich die Mainbernheimer einstimmig der unmittelbaren kaiserlichen Gewalt unterstellt hatten. Für die jährliche Abgabe von 25 Malter Weizen waren „die, so im Orte kauften und verkauften, von … Zoll und Umgeld befreit … .“ 1367 bestätigte Karl IV. den Reichsschutz und erlaubte zur Sicherung eine Befestigung mit Pfahlhecke und Wassergraben. Anschließend ging es in den Besitz seines Sohnes König Wenzel von Böhmen über und erhielt von ihm 1382 das Stadtrecht. Verbunden damit war ein Marktrecht. Nur durch das Marktrecht kamen Einnahmen in die Stadt, denn es war mit einem Zollrecht gekoppelt. Dieses bildete die Voraussetzung für das Erstellen der Befestigungsanlagen. Anfangs gab es nur wenige Markttage im Jahr, im Frühjahr und Herbst und an kirchlichen Festtagen. Später wurde der wöchentliche Markt üblich. Die Bauern der Umgebung brachten ihre Erzeugnisse zum Verkauf. Dafür erstanden sie von Kaufleuten oder Handwerkern, was sie selbst nicht herstellen konnten. Einen Wochenmarkt und drei Jahrmärkte erlaubte Kaiser Sigismund 1414 in Mainbernheim sowie die Aufnahme von Juden. 1442 verlieh Kaiser Friedrich III. der Stadt den Blutbann, d. h. die Stadtväter hatten das Recht, Todesurteile zu fällen und in der Gemarkung „Gericht“ zu vollstrecken. Von Graf Wilhelm II. von Castell erhielten Mainbernheims Bürger 1457 das Privileg Pfarrer und Schullehrer selbst auszuwählen. 1494 brandschatzten und plünderten die Ritter Anton von Bibra und Neithart von Thüngen zum Sodenberg die Stadt in Fehde mit Christoph v. Guttenstein. 1525 kam die Stadt unter die Herrschaft der Markgrafen von Ansbach. Mit Ansbach fiel Mainbernheim 1792 an Preußen. Nach den Wirren der Napoleonischen Kriege und der kurzen Zugehörigkeit zum Großherzogtum Würzburg kam der Ort 1814 endgültig zum Königreich Bayern.

Mindestens seit dem 15. Jahrhundert waren jüdische Familien im Ort ansässig, die sich später in der Unteren Brunnengasse 4 eine Synagoge errichteten. Beim Novemberpogrom 1938 wurde das Gotteshaus verwüstet; seitdem wird es als Mehrfamilienhaus genutzt. Eine Gedenktafel aus dem Inneren des Rathauses wurde am Ort der ehemaligen Synagoge angebracht zur Erinnerung an dieses Geschehen und an die Verfolgung und Ermordung der jüdischen Einwohner in der Shoah.[3]

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts zerstörten mehrere Großbrände Teile der Innenstadt. Nach dem Zweiten Weltkrieg kam es zu reger Bautätigkeit.

Als die Gemeindegebietsreform im Freistaat Bayern die Gemeinden neu gliederte, gehörte Mainbernheim drei Jahre lang zur Verwaltungsgemeinschaft Iphofen. Gegen diesen Versuch des Gemeindezusammenschlusses wehrten sich die Einwohner erfolgreich. Sie wurden am 1. Januar 1981 wieder ausgegliedert und erhielten ihre Unabhängigkeit zurück.[4]:623

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1732[5] 1840 1866[6] 1868[7] 1871 1900 1925 1939 1950 1961 1970 1987 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011
Einwohner 1267 1592 1389 1389 1381 1330 1346 1394 2055 1775 1780 2190 2314 2304 2304 2311 2318 2297 2330 2343 2292 2255

Quelle der Zahlen ohne Einzelnachweis: Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung[8]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kommunalwahl 2014[9]
Wahlbeteiligung: 70,8 %
 %
40
30
20
10
0
39,1 %
38,5 %
22,3 %
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Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach drei Wahlperioden, in denen Karl Wolf von den Freien Wählern als Bürgermeister die Geschicke der Stadt gelenkt hat, wurde Peter Kraus (FW) bei der Kommunalwahl 2014 zum neuen 1. Bürgermeister der Stadt Mainbernheim gewählt.

Stadtrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Stadtrat hat derzeit (ohne Bürgermeister) 14 Mitglieder (Stand der Kommunalwahl am 16. März 2014). Davon sind 3 von der CSU, 6 von der SPD und 5 von der FWG.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Mainbernheimer Stadtwappen zeigt vor goldfarbenem Hintergrund einen aufgerichteten, rot bewehrten schwarzen Bären von seiner linken Seite.

Wappengeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mainbernheim erhielt die Stadtrechte durch König Wenzel (1378–1419). Das älteste Siegel stammt wahrscheinlich aus der Zeit der Stadterhebung: Belegt ist ein Abdruck aus dem Jahr 1470. Das Siegel dürfte wohl mit der Bestätigung der Privilegien Mainbernheims als Reichsdorf durch König Friedrich III. im Jahre 1443 entstanden sein. Die Stadt wurde mehrfach verpfändet und kam 1525 an die Markgrafen von Ansbach, die ihre Herrschaft bis 1792 ausübten. Die Siegel zeigen stets den für den Ortsnamen redenden Bären (Bär = bern). Er ist in Siegeln aus dem 16. Jahrhundert schreitend dargestellt. In späterer Zeit steht er aufrecht, danach jedoch wieder schreitend mit einem Halsband und Kette. Diese Darstellung steht wahrscheinlich für die Unterwerfung der Stadt durch die Markgrafen von Ansbach. Die Farben Silber und Gold sind die Farben des Reichs und seit 1818 belegt. Sie sind ein geschichtlicher Hinweis auf die früheren Beziehungen der Stadt zum Reich. Im 19. Jahrhundert wird der Bär auch mit brauner Tingierung und in Siegeln auch nach links schreitend dargestellt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtbefestigung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Teile der Stadtmauer

Befestigte Städte entstanden im Mittelalter vor allem an Plätzen, die für den Austausch von Waren besonders günstig lagen. Sie gingen zum Teil allmählich aus Märkten hervor, auf denen die Kaufleute ihren Handel abwickelten. Seit dem 12. Jahrhundert gründeten Könige und hohe Adlige auch ganz gezielt neue Märkte.

Eine wichtige Ost-West-Verbindung, die „Alte Reichsstraße“, führte durch Mainbernheim. Sie war eine Fernhandels- und Heerstraße von Nürnberg nach Frankfurt und die Fortsetzung der „Goldenen Straße“ von Prag nach Nürnberg. Zwei große Tortürme schützten die Eingänge. Bei Sonnenaufgang öffneten die Stadtknechte die Stadttore. Sie wachten den ganzen Tag an den Toren und auf den Wehrtürmen. Das Untere Tor oder das Obere Tor musste jeder Wagen, jeder Fußgänger, jeder Reiter passieren. Der fremde Handelsmann, der mit seinen Waren in die Stadt wollte, wurde hier angehalten und nach Waffen durchsucht. Diese mussten abgegeben werden. In der Stadt herrschte Frieden und Streitigkeiten wurden durch ein Gericht geklärt. Nachdem der Händler Zoll für seine Waren bezahlt hatte, durfte er sich in der Stadt aufhalten. Dicke, hohe Mauern boten den Bewohnern sowie den Reisenden Schutz und Sicherheit für ihre Waren und den Handel. Nachtwächter gingen mit Laternen durch die Gassen, um Diebe abzuschrecken. Die Vorrichtung für die Fallbrücke am Oberen Tor sowie die Halterungen der schweren Holztore, die am Abend geschlossen wurden, sind noch gut zu erkennen. Wer zu spät kam, musste in einer Herberge vor dem Tor übernachten. Auch unterwegs erhielten die Reisenden Schutz, z. B. übernahmen Mainbernheimer im Auftrag des Königs am höchsten Punkt der heutigen B 8 den Geleitschutz der Händler von den Kitzinger Bürgern. Für das sichere Geleit wurden die Begleiter bezahlt.

Erhalten ist das mittelalterliche Stadtbild mit der weitgehend intakten Stadtmauer, heute erkennbaren 18 Türmen und zwei Toren. Das in Richtung Kitzingen zeigende Untere Tor mit einer spitzbogigen Durchfahrt wurde um 1400 errichtet. Anfang 1600 erhielt es ein weiteres Stockwerk in Fachwerkbauweise. Beim erneuten Umbau ersetzten die Mainbernheimer die ehemalige Fallbrücke durch eine feste Brücke und ergänzten 1787 den zweigeschossigen Fachwerkbau mit Walmdach zum Torhaus. Hier wohnte der königliche Torwächter. In Richtung Nürnberg zeigt das Obere Tor. Es entstand zur gleichen Zeit auch mit spitzbogiger Durchfahrt. Die Rollschlitze für die Zugbrücke, die Halterungen der schweren Tore und der Balken zum Verschließen sowie eine Pechnase sind hier noch deutlich zu sehen. Der Umbau mit einem achtseitigen Aufsatz und Mansarddach durch Johann David Steingruber fand sein Ende 1765. Hier kann der Besucher von der Türmerwohnung aus den Blick auf Stadt und Umland genießen.

Die gesamte Ummauerung ruht auf Steinbögen. Auf diese Weise konnte Material gespart werden. Es gibt nur einige Fußgängerdurchbrüche und eine nachträgliche größere Öffnung der Ummauerung hinter der evangelischen Kirche. Bei der Neugestaltung des Kirchenvorplatzes im Jahr 2011 wurden der Mauerverlauf und Turmstandort im Boden festgehalten.

Brunnen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Mainbernheim erinnern zahlreiche Brunnen an die für die mittelalterliche Stadt wichtige Versorgung mit Wasser zum Leben, zum Arbeiten und für den Feuerschutz. Wegen der Bauweise bestand ständige Brandgefahr. Der Türmer musste, wenn irgendwo in der Stadt ein Feuer ausbrach, das Feuerhorn blasen oder die Feuerglocke läuten. Von der Wohnung im Oberen Tor kann der Besucher den wichtigen Ausblick auf die Stadt und das Umland nachvollziehen. Jedes Anwesen war verpflichtet, einen Wasservorrat zum Löschen bereitzuhalten. Verstöße wurden empfindlich bestraft.

Brunnen sind an den freien Plätzen, den ehemaligen Marktplätzen, zu finden oder wurden aus verkehrstechnischen Gründen ganz in der Nähe neu errichtet. Alte Aufnahmen[10] zeigen ehemalige Standorte, wo heute noch Brunnennachfolger gepflegt werden.

Pump- und Schöpfbrunnen erhielten ihr Wasser durch Quellen, die Röhrenbrunnen durch eine Wasserleitung aus hölzernen Röhren. Für die sichere Versorgung mit dem wertvollen Nass durch Reinigung und Reparatur war ein eigener Brunnenmeister angestellt mit einem jährlichen Lohn von 70 Gulden.[11]

  • Originalbrunnen:
    Kommt der Besucher durch das Untere Tor in die Altstadt, so findet er entlang der Herrnstraße, nach wenigen Metern auf der linken Seite, den Brunnen, der noch im Originalzustand erhalten ist.
  • Kirchplatzbrunnen:
    Auf dem Rathausvorplatz gibt es keinen Brunnen mehr. Bei der Neugestaltung des Rathaus- und Kirchplatzes sollte die Entwicklung der Stadt, die sich nach außen öffnet, durch den neuen Standort des modernen Brunnens auch räumlich und künstlerisch in der Skulptur „Entwicklung“, sichtbar werden. Sie wurde von dem Künstler Kurt Grimm aus Kleinrinderfeld geschaffen.
  • Vierröhrenbrunnen:
    Den anziehenden Mittelpunkt der Stadt bildet der Vierröhrenbrunnen. Dieser wurde 1683 erbaut und trägt das Wappentier der Stadt, den Bären. Wie die alte Aufnahme zeigt, existierte daneben ein weiterer Schöpfbrunnen, welcher wohl der ursprüngliche war.
  • Spielende Bären:
    Der Brunnen auf dem Scheuerleinsplatz wurde von der Firma Gebrüder Schmidt anlässlich ihres 125-jährigen Bestehens neu geschaffen, jedoch an den Rand verlegt. Der Künstler Theo Steinbrenner erinnert mit „Spielende Bären“ an das Wappentier und an eine Sage zur Namensgebung der Stadt.
  • Heimat:
    Verlässt der Besucher durch das Obere Tor den Altstadtbereich, so versteckt sich links ein neuer Brunnen. Er erinnert an den alten Brunnen, welcher gegenüber dem Gasthaus zum Goldenen Löwen stand und trägt die kaum lesbare Aufschrift: TREU DER HEIMAT GESTIFTET IRMA ZEHNER 1996. Im Stein ist festgehalten, was dieser Mainbernheimerin wichtig war. Sie stiftete ihn zu ihrem 80. Geburtstag.

Obwohl Mainbernheim über Brunnen und sogar über Wasserleitungen verfügte, war die Bedrohung durch Krankheiten sehr hoch, denn die Stadt hatte keine Kanalisation. Die Hausabfälle wurden einfach auf die Straße geworfen und alle Abwässer suchten sich den Weg bergab. In der Ummauerung gab es eigene Durchlässe dafür.

Evangelische Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick auf den neugestalteten Mainbernheimer Kirchplatz

Der Name St. Johannis erinnert an bedeutende Zeugen von Jesu Leben und Wirken. Den Grund für den Neubau nennen die Verantwortlichen in der Urkunde der Grundsteinlegung: „… Eine mit Finsternis vorher erfüllte Kirche stehet nun in vollen Licht. Vor ungefehr Zwey Hundert Jahren wurde dieselbe von der Finsternus des Pabstuhms befreyet und mit dem Licht der Himmlischen Wahrheit bestrahlet …“[5] Dies ist der Hinweis auf den protestantischen Glauben, welcher auch in der Architektur dieser Markgrafenkirche[12] hier bis heute seinen Ausdruck findet.

Kirchhof[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vor der Reformation sah man im Mittelalter in der unmittelbaren Nähe zum Allerheiligsten mit den Reliquien eine Anwartschaft auf die Erlösung der Verstorbenen bei der Auferstehung. Diese Wirkung galt auch für den geweihten Bezirk um die Kirche herum. Außerhalb der Mauern des Kirchhofs und der Stadt fanden Ausgestoßene ihren Platz in ungeweihter Erde.

Auch in Mainbernheim lag der Friedhof vor seiner Verlegung 1546 ursprünglich in unmittelbarer Nähe des Kirchengebäudes. Bei der Rettungsgrabung[13] 2010 wurden 111 Skelette gefunden. Sie lagen in mehreren Lagen übereinander. Durch die Bestattungen im beengten Platz um das Kirchengebäude blieben nur Fragmente der Nachwelt erhalten.

In der Regel wurde im Mittelalter eingewickelt in ein Leichentuch und nicht in einem Sarg bestattet. So lief die Verwesung schneller ab und es gab wieder Raum für neue Bestattungen. Außerdem konnte sich die arme Bevölkerung eine Sargbestattung auch nicht leisten. Nur wenige der ausgegrabenen Skelette in Mainbernheim waren in Särgen bestattet worden. Einzelne Nägel und braune Verfärbungen des Bodens durch das vermoderte Holz berichteten davon.[13]

Funde[13] wie Haken und Ösen aus Bronze sind Bekleidungsreste der Toten. Auch zwei Totenkronen konnten entdeckt werden. Lediglich die gefundenen Keramikdeckel ohne zugehöriges Gefäß aus der Zeit um die Wende vom 15. zum 16. Jahrhundert bei sechs Bestattungen geben noch Rätsel auf.

Katholische Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sie wurde 1932 am Steinberg gebaut und ist ebenso Johannes dem Täufer geweiht. Im Zuge der Erweiterung 1982/83 ergänzte die Kirchengemeinde ein Pfarrzentrum. Bei der notwendigen Renovierung des Gotteshauses im Jahre 2004 wurde die moderne künstlerische Innenausgestaltung positiv hervorgehoben.

Synagoge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Mainbernheim[14] bestand eine jüdische Gemeinde bereits im späten Mittelalter. Ihre Entstehung geht in die Zeit des 15. Jahrhunderts zurück. 1409 und 1414 sind mehrere jüdische Einwohner aus Mainbernheim erstmals nachweisbar. Über das Bestehen einer Synagoge in dieser Zeit ist nichts bekannt. Die Jahreszahl 1748, welche über dem Eingang stand, gab vermutlich das Erbauungsjahr an. Außerdem existierten eine Religionsschule und eine Mikwe. Auch ein Toramantel von 1720/21 wurde hier aufbewahrt. Die Toten fanden im Jüdischen Friedhof von Rödelsee ihre letzte Ruhe. Ihre Blütezeit hatte die Gemeinde in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts mit 125 jüdischen Einwohnern im Jahr 1814 beziehungsweise der Höchstzahl von 140 im Jahr 1837. 1933 wohnten nur noch 25 Juden in der Stadt. Beim Novemberpogrom 1938 wurde wegen der Brandgefahr in der engen Stadt die Synagoge mechanisch zerstört und die Einrichtung an einem sicheren Ort verbrannt. Die meisten jüdischen Einwohner hatten 1940 Mainbernheim verlassen. Im März 1942 wurden die wenigen Verbliebenen ins Ghetto Izbica und im September 1942 in das Ghetto Theresienstadt deportiert.

Gegen das Vergessen brachte die Stadt Mainbernheim am Standort der Synagoge in der Unteren Brunnengasse 4 eine Erinnerungstafel an.

Häuser[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einige bemerkenswerte alte Bürgerhäuser entlang der Herrnstraße vom Unteren Tor zum Oberen Tor verdienen die Aufmerksamkeit des Betrachters:

Rathaus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Herrnstraße hin beeindruckt der dreigeschossige Renaissancebau mit Treppengiebeln. Im Gesims eines Vorhangbogenfensters findet sich die Jahreszahl der Fertigstellung. Außerdem wird dem Passanten in Spruchweisheiten vor Augen gehalten, was die „Oberen“ ihm Wichtiges mitteilen wollten: „Wer Gotes wort erkent, hie in dieser welt, dem wirts nit versiegen, weder hie noch dort“ und „willst du nit wissen, wer du bist, so sag auch einem andern nit, wer er ist. 1548“[15].

Tritt der Besucher durch das Rundbogenportal ins Innere, so steht er in der ehemaligen Markthalle, deren ursprüngliche Bohlendecke erst bei der Renovierung 1998 zum Vorschein kam. Über die später eingebaute (Ein Balken musste dazu halbiert werden!) alte Treppe gelangt man in den Sitzungssaal, dessen Vorhangbogenfester mit Bleiverglasung den Blick auf die Straße und den Gasthof zur Goldenen Krone freigeben. Hier kann auch eine Rarität, die ehemalige Schatzkiste mit einem komplizierten, noch funktionierenden Schließsystem, bestaunt werden.

Goldene Krone[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das im 16. Jahrhundert erbaute Anwesen, das sog. Paulshaus, nach einem späteren Besitzer und Weinhändler benannt, liegt dem Rathaus gegenüber. Der ursprüngliche Name beinhaltet den Hinweis auf die Herberge für gekrönte Häupter des Mittelalters. Auf ihrer Reise entlang der „Goldenen Straße“ von Prag nach Nürnberg und weiter auf der „Alten Reichsstraße“ bis Frankfurt, welche durch Mainbernheim führte, machten hochrangige Persönlichkeiten hier Station. Es ist überliefert, dass in diesem Gasthaus 1742 die Kaiserkrone und Reichsinsignien auf dem Weg zur Kaiserkrönung in Frankfurt übernachteten. Dies wiederholte sich 1790 zur Krönung Leopolds II. Auch der preußische König Friedrich Wilhelm II. fand 1799 mit seiner Gemahlin hier Unterkunft.

Stammhaus der Lebkuchenfabrik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eines der ältesten Häuser der Altstadt neben dem Vierröhrenbrunnen stammt aus dem Jahre 1480. Hier war auch eine Zollstation untergebracht, wo noch die ersten Autos für die Benutzung der Straße ihren Obolus errichten mussten. In diesem Anwesen gründete 1863 Johann Friedrich Schmidt aus Nürnberg die erste Lebküchnerei in Unterfranken. Bis 1902 wurden die Lebkuchen der Familie Gebrüder Schmidt hier hergestellt. Als der Platz nicht mehr reichte, entstand die neue Fabrik neben dem Bahnhof, die heute Haribo-Produkte produziert.

Kaufmannshaus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dieses Bauwerk findet sich unweit des Vierröhrenbrunnens in der Berggasse. Das Haus des heute landwirtschaftlich genutzten Anwesens hat im Obergeschoss eindrucksvolles Fachwerk aus dem Jahre 1483. Während der untere Bereich dem Verkauf und Handel diente, war der erste Stock dem Wohnen vorbehalten. Darüber kann der Betrachter zwei weitere Ebenen mit Türen erkennen, über welche die Waren von außen in die Speicher gebracht werden konnten. Im Hof findet sich ein zweigeschossiger Anbau von 1591 mit einer Holzaltane, einem Obergeschoss aus Fachwerk und ansbachischem Wappen sowie der Datierung 1593.

Klosterhof[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Klostergasse fällt ein imposanter Eingang mit Wappen ins Auge. Er führt in den Klosterhof. Hier wohnte der Beauftragte, der Abt, des Zisterzienserklosters Ebrach. Dieses konnte Lehensgüter im Ort beanspruchen.

Einen besonders schön verzierten Hofeingang besitzt das Anwesen in der Herrnstraße Nummer 41, die heutige Turmschänke. Tritt der Besucher ein, so fallen ihm am Zugang zum Haus die Steinkonsolen des Eingangs auf. Des Weiteren entdeckt er im Innenhof den Treppenturm. Der Inhaber besitzt alte Aufnahmen, auf denen ein imposanter, überdachter Laubengang zu sehen ist, welcher nach einem Brand von 1917 nicht mehr hergestellt wurde. Vielleicht gehörte dieses Anwesen zum Kloster und war eine ehemalige Brauerei oder eher eine große Weinkellerei. Diese Vermutung stützt sich auf den großen, gleichmäßig temperierten kühlen Keller, in dem Eichenbalken zum Auflegen großer Fässer und eine Steinkelter zu bestaunen sind.

Scheuerleinsplatz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit fränkischem Spitzgiebel und Fachwerk über dem Erdgeschoss blickt ein zweigeschossiges Haus auf den Platz. Es trägt die Jahreszahl 1696 und ist das Geburtshaus des Schriftstellers Johann Georg Scheuerlin, der am 25. Februar 1802 hier das Licht der Welt erblickte.

Gleich daneben dominiert an diesem Platz ein zweigeschossiger Walmdachbau mit Putzgliederung, das Kastenamt, aus dem 15. Jahrhundert. Hier residierte der ansbachische Kastner, ein Beamter der Markgrafen von Ansbach, welcher die Interessen und Einkünfte seiner Herren in der Stadt überwachte und verwaltete.

Feuerwehrhaus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Altes Feuerwehrhaus

Außerhalb der Stadtmauer ziert das alte Feuerwehrhaus von 1721 mit seinem Fachwerk den großen Parkplatz am Schützenhaus, an der Straße nach Rödelsee. Heute dient es der Freiwilligen Feuerwehr Mainbernheims als Vereinsheim.

Weitere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Friedhof[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Renaissanceportal (1618) zum Mainbernheimer Friedhof

Eine Besonderheit, die Mainbernheim mit Prichsenstadt, Repperndorf, Marktsteft, Wiesenbronn und Abtswind gemeinsam hat, ist der Alte Friedhof, ein Arkadenfriedhof mit einer freistehenden Friedhofskanzel. Der Friedhof liegt außerhalb des Mauerrings der Stadt.

Wie in den umliegenden Gemeinden wurden auch in Mainbernheim die Menschen zunächst um die Kirche herum beigesetzt. Die Verlegung vor die Stadtbefestigung fand 1546 statt. Diese Zahl, wie auch eine bereits 1618 nötige Erweiterung, erfährt der Besucher auf zwei Tafeln im Renaissanceportal des Haupteingangs.

Der Geist der Reformation fand in der Verlegung seinen baulichen Ausdruck. Die Gläubigen verließen sich nun auf das rettende Leiden und Sterben Christi für jeden Einzelnen.

Gedenkstätten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gegen das Vergessen, Herrnstraße, Ecke Klostergasse
Stolpersteine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Erinnerung an die jüdischen Mitbürger wurden in der Unteren Brunnengasse, in der Herrnstraße, in der Schützenstraße und in der Klostergasse Stolpersteine verlegt.

Denkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges schuf im Jahr 1927 Richard Rother das Kriegerdenkmal. Es wurde von seinem dominierenden Standort auf dem Rathausvorplatz hinter die Stadtkirche versetzt.

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Liste der Baudenkmäler in Mainbernheim

Musik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Mainbernheim gibt es den Männergesangverein 1871, einen Posaunenchor und einen Kirchenchor.

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Schützenhaus an der Schießstätte befindet sich eine der größten historischen Schützenscheiben-Sammlungen[16] Deutschlands. Durch das Festhalten von zeitgeschichtlichen Ereignissen auf den über 180 Scheiben entstand ein bemerkenswertes Geschichts-Bilderbuch. Diese Tradition wird fortgesetzt, denn der Schoßmeister stiftet jedes Jahr für den traditionellen Schützenmittwoch eine Scheibe. Wer neuer Schützenkönig wird, darf diese Scheibe das Jahr über behalten. Dann geht sie in die Schützenscheibensammlung über. Die Anfänge des heutigen Vereins dürften so alt sein wie die Stadterhebung. Letztere brachte eine Art Wehrpflicht mit sich. Die Bürgerwehr hatte die Aufgabe die Stadt zu schützen. Als der Verteidigungsauftrag wegfiel, entwickelte sich wohl der Schützenverein. In seinem Besitz befindet sich eine Scheibenschützenordnung aus dem Jahre 1731, welche die vorausgehende ablöste. Von 1783 stammt die alte Fahne wie auch die älteste Schützenscheibe.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Höhepunkt des Jahres für alle Mainbernheimer ist der traditionelle Schützenmittwoch, der auf den letzten Sonntag im August, den Kirchweihsonntag, folgt.
  • Bei der Weinpräsentation vor dem historischen Rathaus wird im Juni der „Bernemer“, ein Silvaner-Wein, präsentiert. Er ist das Ergebnis der Vorjahresernte aus dem städtischen Weinberg, dem einzigen heutigen Weinberg Mainbernheims.
  • Ebenso finden im Juni in der Klostergasse 2 die Hofkonzerte bei Familie Göttemann statt.
  • Alle zwei Jahre bildet das Stadtfest „Echt Berna“ einen Anziehungspunkt für zahlreiche Besucher.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beim TSV Mainbernheim wird unter anderem Sport in den Disziplinen Handball, Fußball, Gymnastik und Tennis getrieben. Errichtet sind mitunter ein Fußballplatz mit Sportgaststätte, eine Tennishalle sowie eine Mehrzweckhalle.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaftstrends[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Mainbernheimer ernährten sich vom Weinanbau und Feldbau. Es gab einige Handwerker und Handelsunternehmen. Die früher zahlreichen kleinen Weinlagen Mainbernheims verschwanden ganz Anfang des 20. Jahrhunderts durch die Reblaus–Plage. Erst im April 2004 pflanzte die Stadt Mainbernheim wieder Silvaner–Reben. Diese jüngste Weinproduktion in Franken wird unter der Bezeichnung Bernemer abgefüllt. Der Weinberg gehört zur Lage Dornberg rechts der B 8 auf der Anhöhe zwischen Mainbernheim und Kitzingen. Er ist mit nur 0,43 Hektar Fläche sehr klein.

Die Anzahl der landwirtschaftlichen Haupt- und Nebenerwerbsbetrieben nahm stark ab. Gab es 1999 noch 18 Betriebe, die Land bewirtschafteten, so waren es 2010 nur noch 14 Höfe mit landwirtschaftlich genutzter Fläche.[8] Im Jahre 2013 wirtschaften nur noch 7 Betriebe im bäuerlichen Haupterwerb. Viel Grundbesitz von verrenteten Bauern wurde auch an Landwirte der Nachbarorte verpachtet. Ab 2013 ist der Ort bis auf 5 Bauern und einige Gewerbetreibende eine reine Wohngemeinde. Die Zahl der Beschäftigten am Wohnort stieg von 815 im Jahre 2008 auf 920 im Jahre 2011. Es verdoppelte sich nahezu die Pendlerrate in den genannten Jahren von 340 auf 604.[8] Der Großteil der Berufstätigen arbeitet am Ort, in Iphofen oder Kitzingen. Einige Pendler fahren auch bis in die Ballungszentren Nürnberg, Würzburg und Schweinfurt.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Größter und bekanntester Arbeitgeber Mainbernheims war die 1863 gegründete Firma Bären-Schmidt. Sie erlangte große Bekanntheit unter anderem für ihre Lebkuchenherzen. Von 1971 bis 2009 gehörte die Firma zu Haribo und seit Januar 2010 zur Lambertz-Gruppe.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch das Stadtgebiet, jedoch als Umgehungsstraße an der Altstadt vorbei, führt die Bundesstraße 8. Über die Anschlussstelle Marktbreit bzw. Kitzingen-Biebelried hat Mainbernheim eine gute Anbindung zu den Autobahnen A 3 und A 7.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Volksschule Mainbernheim-Rödelsee werden die Grund- und Hauptschüler bis zur 6. Klasse unterrichtet. Mit dem Ende des Schuljahres 2005/2006 wurde die Teilhauptschule auf Grund des Beschlusses des Bayerischen Landtages aufgelöst. Die Schülerzahlen für die Bildung von fünften und sechsten Klassen reichen nicht aus. So werden diese Klassen nun in der Mittelschule Iphofen unterrichtet.

Stadtwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mainbernheim ist eine der kleinsten Städte, die seit 1908 ein eigenes Elektrizitätswerk besitzen. Träger der kommunalen Energieversorgung ist die Elektrizitätswerke Mainbernheim GmbH. Der in Mainbernheim erzeugte Strom aus Solar und Blockheizkraftwerk deckt rund 50 % des Eigenbedarfs der Stadt und wird direkt ins Netz eingespeist.[17]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Prof. Dr. Johann Ludwig Uhl (* 10. Juli 1714; † 10. November 1790 in Frankfurt a.d. Oder), Jurist. Werdegang: Vater Pfarrer, Studium Philosophie, Rechtswissenschaft Univ. Jena, Halle, Mitarbeiter Heinneccius’, Hofmeister, 1743 Rechtslehrer Gymnasium Hamm, 1744 Doz. Univ. Frankfurt an der Oder, Hochschularchivar, Promotion Univ. Königsberg (in Abwesenheit), 1751 Hofrat Ansbach, 1752–1790 Prof. Univ. Frankfurt an der Oder. Veröffentlichungen: Akademisches Handbuch zum Gebrauch der Rechtsbeflissenen, 1778, Sylloge nova epistolarum varii argumenti (5 Bände), 1760–1769
  • Johann Georg Stintzing (1740–1832), Weinhändler in Hamburg
  • Georg Scheurlin (1802–1872), Dichter und Schriftsteller
  • Johann Christoph Frank (* 1851 in Mainbernheim; † 1927), Gutsinspektor in Südtirol, Professor für Landwirtschaft, Goldener Verdienstorden mit Krone durch Kaiser Franz Josef
  • Johann Dürr (1880–1952), Politiker, badischer Landtagsabgeordneter
  • Rudi Neuwirth (* 1959), Comedykünstler und Jazzmusiker
  • Prof. Dr. Ing. Karl Röder (* 1881 in Mainbernheim; † 1965), bedeutender Konstrukteur des Dampfturbinenbaus, Professor in Hannover, Ehrenbürger der Stadt Mainbernheim, Grabstätte im historischen Friedhof von Mainbernheim

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Wolf–Armin Frhr. v. Reitzenstein: LEXIKON FRÄNKISCHER ORTSNAMEN. C.H.Beck oHG, München 2009, ISBN 978-3-406-59131-0, S. 137.
  3. N.N.: Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Band 1, Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 1995, ISBN 3-89331-208-0, S. 162
  4. Günter Garenfeld: Stadt Mainbernheim. In: Landrat und Kreistag des Landkreises Kitzingen (Hrsg.): Landkreis Kitzingen. Benedict Press, Münsterschwarzach 1984.
  5. a b Urkunde der Grundsteinlegung der Johanneskirche in Mainbernheim im Archiv des Pfarramts Mainbernheim
  6. Eugen Hartmann: Statistik des Königreiches Bayern. Hrsg.: Eugen Hartman. Selbstverl., München 1866, S. 105 (online [abgerufen am 8. Oktober 2013] Signatur: Bavar. 1198 o).
  7. Joseph Heyberger, Arthur von Ramberg, Michael Friedrich Heil (Hrsg.): Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern. Cotta, München 1868, S. 1176 (online [abgerufen am 8. Oktober 2013] Signatur: Bavar. 4343-5,1).
  8. a b c Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Statistik kommunal 2012. Eine Auswahl wichtiger statistischer Daten für die Stadt Mainbernheim. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung, München 2012 (statistik.bayern.de [PDF; abgerufen am 25. September 2013]).
  9. Bayerisches Landesamt für Statistik
  10. Kurt Kraus, Sammlung alter Aufnahmen, Mainbernheim, 2012
  11. Fritz Mägerlein, Kreisheimatpfleger a. D., Archiv 863/3 vom 18. April 1810, Mainbernheim
  12. RPZ Heilsbronn,Kirchen – Ausdrucksformen des Glaubens, Hefte zur regionalen Kirchengeschichte IV, Erkundung einer Markgrafenkirche, 1996
  13. a b c Büro für Ausgrabungen & Dokumentationen Heyse: Pressemitteilung zur Ausgrabung Mainbernheim–Kirchplatzsanierung. Hrsg.: Evangelisches Pfarramt Mainbernheim. 2010.
  14. Mainbernheim (Kreis Kitzingen)Jüdische Geschichte. Alemannia Judaica, 15. November 2010, abgerufen am 3. September 2012.
  15. Inschriften an den Rathausfenstern zur Herrnstraße
  16. Königlich privilegierte Schützengesellschaft Mainbernheim: Scheibensammlung. Druckerei Hügelschäffer, Mainbernheim.
  17. E-Werk Mainbernheim (abgerufen am 24. Juni 2015)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Landrat & Kreistag des Lkr. Kitzingen (Hrsg.): Jahrbuch des Landkreises Kitzingen – Im Bannkreis des Schwanbergs. Jahr 1980, 1981, 1982. Vier-Türme-Verlag, Münsterschwarzach 1980, 1981, 1982.
  • Robert Neußner: Bilder aus der Geschichte Mainbernheims. Stadt Mainbernheim (Hrsg.), Mainbernheim 1982.
  • František Spurný (Hrsg.): Mal bayerisch – mal böhmisch, Geschichten, die Brücken bauen. 1. Auflage. Förderkreis Deutsch-Tschechischer Schulen zwischen Nürnberg und Prag e. V., FöDTSCH, Altenstadt/WN – Pilsen 2007, ISBN 978-80-903560-3-0, S. 239.
  • Günter Garenfeld: Die Stadt Mainbernheim. In: Kunst- und Kulturführer durch den Landkreis Kitzingen. 1986, 2.erweiterte Auflage 1993 S. 103–106.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Mainbernheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Mainbernheim – Quellen und Volltexte