Mainhausen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Mainhausen
Mainhausen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Mainhausen hervorgehoben

Koordinaten: 50° 1′ N, 8° 59′ O

Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Darmstadt
Landkreis: Offenbach
Höhe: 112 m ü. NHN
Fläche: 17,92 km2
Einwohner: 9364 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 523 Einwohner je km2
Postleitzahl: 63533
Vorwahl: 06182
Kfz-Kennzeichen: OF
Gemeindeschlüssel: 06 4 38 007
Gemeindegliederung: 2 Stadtteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Rheinstraße 3
63533 Mainhausen
Website: www.mainhausen.de
Bürgermeisterin: Ruth Disser (SPD)
Lage der Gemeinde Mainhausen im Landkreis Offenbach
Neu-IsenburgDreieichLangen (Hessen)EgelsbachRödermarkDietzenbachHeusenstammMühlheim am MainRodgauObertshausenHainburgSeligenstadtMainhausenDarmstadtLandkreis Darmstadt-DieburgLandkreis Darmstadt-DieburgBayernMain-Kinzig-KreisOffenbach am MainKreis Groß-GerauFrankfurt am MainKarte
Über dieses Bild

Mainhausen ist mit rund 9000 Einwohnern die kleinste Gemeinde im Landkreis Offenbach in Hessen.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mainhausen ist eine von 13 Städten und Gemeinden im Landkreis Offenbach und liegt im südlichsten Teil Hessens direkt an der Grenze zum Freistaat Bayern. Die Gemeinde liegt am östlichen Rand des Rhein-Main-Gebiets direkt am Main und südöstlich der Metropole Frankfurt am Main.

Ausdehnung des Stadtgebiets[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet erstreckt sich über 17,92 km².

Nachbargemeinden und -kreise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mainhausen grenzt im Westen und Norden an die Stadt Seligenstadt, im Osten an die Gemeinden Karlstein, Kleinostheim und Stockstadt am Main (alle drei Landkreis Aschaffenburg) sowie im Süden an die Stadt Babenhausen (Landkreis Darmstadt-Dieburg).

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mainhausen besteht aus den Ortschaften und Gemarkungen Mainflingen im Nordosten und Zellhausen im Südwesten.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Geschichte der einzelnen Ortsteile ist in den jeweiligen Ortsteil-Artikeln dargestellt.

Im Mittelalter bestand in der Nähe von Mainflingen der Ort Hausen (Husen), der um 1357 als reichsritterschaftliches Lehen von Hanau erwähnt wird. Das Häuser Schloss ist ein alter Turmhügel aus dem 10. oder 11. Jahrhundert mit unbekannten Erbauer.

Die Gemeinde Mainhausen entstand im Zuge der Gebietsreform in Hessen per Gesetz am 1. Januar 1977 durch den Zusammenschluss der bis dahin selbständigen Gemeinden und heutigen Ortsteile Mainflingen und Zellhausen.[2] Ortsbezirke wurden in der Gemeinde Mainhausen nicht gebildet. Der Gemeindename ist ein Kofferwort aus den Namen der beiden früheren Gemeinden.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 6. März 2016 hatte folgendes Ergebnis,[3] in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:[4][5]

Sitzverteilung in der Gemeindevertretung 2016
    
Insgesamt 27 Sitze
Parteien und Wählergemeinschaften %
2016
Sitze
2016
%
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
%
2001
Sitze
2001
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 53,8 15 57,6 16 45,4 14 40,8 13
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 22,2 6 26,8 7 37,5 12 56,0 17
UWG Unabhängige Wählergemeinschaft Mainhausen 16,5 4 11,1 3 5,7 2
FDP Freie Demokratische Partei 7,5 2 4,4 1 11,4 3 3,1 1
Gesamt 100,0 27 100,0 27 100,0 31 100,0 31
Wahlbeteiligung in % 54,6 49,9 47,5 58,2
Rathaus in Mainflingen

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der letzten Bürgermeisterwahl 2009 setzte sich Ruth Disser (SPD) mit 66,9 % aller Stimmen durch. Die Wahlbeteiligung lag bei 77,89 %. Im September 2015 wurde Frau Disser für eine weitere Amtsperiode wiedergewählt.[6]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mainhausen pflegt Partnerschaften mit der Gemeinde Pöls in Österreich und mit der Gemeinde Schwerstedt (bei Straußfurt) im Landkreis Sömmerda in Thüringen.

Wappen und Flagge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Banner Mainhausen.svg

Wappen

DEU Mainhausen COA.svg

Blasonierung: „In geviertem Schild rechts oben in Rot in silbernes, steigendes Pferd, links oben ein rotes (Mainzer) Rad auf Silber, rechts unten ein Sendemast mit drei roten, in konzentrischen Kreisen angeordneten Sendewellen auf Silber, links unten ein silberner Tannenzapfen auf Rot.“[7]

Das Wappen wurde der Gemeinde Mainhausen am 1. März 1982 durch den Hessischen Minister des Inneren genehmigt. Entworfen wurde es durch Mainflinger Designer und Grafiker Norbert Roth, ausgestaltet wurde es durch den Bad Nauheimer Heraldiker Heinz Ritt.

Das Pferd symbolisiert den Ortsteil Mainflingen, dessen Einwohner Maoflinger Schimmel genannt werden. Der Tannenzapfen stammt aus den Wappen des Ortsteil Zellhausen dessen Einwohner in früheren Jahrhunderten als Schoofplicker (Zapfenbrecher) arbeiteten. Das Mainzer Rad zeigt die Mainzer Geschichte beider Ortsteile, während der Sendemast die Zukunft bzw. Gegenwart der Gemeinde durch die Sendeanlagen in Mainflingen symbolisiert.

Flagge

Die Flagge wurde der Stadt am 28. Dezember 1982 durch den Hessischen Innenminister genehmigt und wird wie folgt beschrieben:

„Auf rot/weißer Flaggenbahn in der oberen Hälfte aufgelegt das Gemeindewappen.“[8]

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Große Sendeanlagen für Lang- und Mittelwelle, siehe Sendeanlagen in Mainflingen.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch den Ort verläuft die Landstraße 3065, die nördlich zur Landstraße 2310 führt. Die L 2310 geht östlich des Ortes am Autobahnanschluss 48 der Bundesautobahn 45 (Anschlussstelle Mainhausen) in die Bundesstraße 469 über. Im Südosten des Gemeindegebietes befindet sich das Seligenstädter Dreieck, an dem die Bundesautobahn 45 an die Bundesautobahn 3 anschließt.

Mit Mainhausen-Zellhausen besteht in Mainhausen (Ortsteil Zellhausen) ein Haltepunkt an der Odenwaldbahn. Er wird von der Linie RB 64/RE 64 des Rhein-Main-Verkehrsverbundes bedient. Der Haltepunkt wurde zum 1. Oktober 1908 als Zellhausen in Betrieb genommen[9], 1931 das Personal abgezogen und durch eine Bahnagentur ersetzt.[10]

Naturschutz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

NSG Bongsche Kiesgrube und Mainufer bei Mainflingen

Das Naturschutzgebiet Bong’sche Kiesgrube und Mainufer bei Mainflingen (NSG-Kennung 1438001) liegt südlich von Mainflingen in einem Dreieck zwischen dem Ortsteil Mainflingen im Norden, der Bundesautobahn 45 im Osten und der Landesstraße 2310 im Süden. Es umfasst ein rund 94,52 Hektar großes Seengebiet, das sich im Stadtgebiet von Mainhausen befindet.[11]

Um 1920 begann der Abbau von Ton auf dem Gelände des heutigen Naturschutzgebiets, etwa 1933 waren die Vorkommen erschöpft. Anfang der 1960er-Jahre begann der Kiesabbau im Gebiet der heutigen Wasserfläche. 1976 wurde der Betrieb des Bong’schen Mahlwerks eingestellt; der Betrieb der Sandwaschanlage im Naturschutzgebiet und der Tonabbau in der Bong’schen Lehmgrube gingen bis in die 1990er-Jahre weiter.

Schutzzweck ist, die ehemalige Kiesgrube und die angrenzenden Uferbereiche des Mains als überregional bedeutsames Rast-, Überwinterungs- und Brutareal für zahlreiche wassergebundene und bedrohte Vogelarten, aber auch als Lebensraum gefährdeter Amphibien und Insekten und einer naturnahen Auenvegetation zu sichern und zu erhalten.

NSG Ehemalige Tongrube von Mainhausen

Das Naturschutzgebiet Ehemalige Tongrube von Mainhausen (NSG-Kennung 1438034) liegt südlich von Mainflingen in einem Dreieck zwischen dem Ortsteil Mainflingen im Norden, der A 45 im Osten und der L 2310 im Süden. Es umfasst ein rund 15,59 Hektar Seengebiet, welches sich im Stadtgebiet von Mainhausen befindet.[12]

Schutzzweck ist, die ehemalige Kiesgrube und die angrenzenden Uferbereiche des Mains als überregional bedeutsames Rast-, Überwinterungs- und Brutareal für zahlreiche wassergebundene und bedrohte Vogelarten, aber auch als Lebensraum gefährdeter Amphibien und Insekten und einer naturnahen Auenvegetation zu sichern und zu erhalten. Wesentlicher Grund für die Einstufung als Naturschutzgebiet war die Ansiedlung des Schwarzhalstauchers im Jahr 1999. Seitdem hat die Art hier ihr bedeutendstes und in manchen Jahren einziges Brutvorkommen in Hessen.[13]

NSG Speckgraben bei Mainflingen

Das Naturschutzgebiet Speckgraben bei Mainflingen (NSG-Kennung 1438031) liegt südlich von Mainflingen in einem Dreieck zwischen dem Ortsteil Mainflingen im Norden, der Bundesstraße 469 und der Landesstraße 2310 im Süden. Es umfasst 31,72 Hektar Wald- und Seenfläche im Stadtgebiet von Mainhausen.[14][15][16]

Zweck der Unterschutzstellung ist es, Feuchtgebiete und Bruchwald-Gesellschaften in einer alten Mainschlinge zu erhalten und ihre natürliche Anbindung an den Main zu sichern. Insbesondere gilt es, seltene und in ihrem Bestand gefährdete Großseggenriede und einen großen zusammenhängenden Torfmoos-Birken-Erlen-Bruchwald mit ihrer Tierwelt und zahlreichen gefährdeten Arten zu erhalten.[17]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Käthe Paulus (1868–1935), erste deutsche Berufsluftschifferin, Luftakrobatin und Erfinderin des faltbaren Fallschirms

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Mainhausen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hessisches Statistisches Landesamt: Bevölkerungsstand am 31.12.2019 (Landkreise und kreisfreie Städte sowie Gemeinden, Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011)  (Hilfe dazu).
  2. Gesetz zur Neugliederung des Landkreises Offenbach (GVBl. II 330-33) vom 26. Juni 1974. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1974 Nr. 22, S. 316–318, § 5 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 1,5 MB]).
  3. Ergebnis der Gemeindewahl am 6. März 2016. Hessisches Statistisches Landesamt, abgerufen im April 2016.
  4. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnis der Gemeindewahl am 27. März 2011
  5. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnis der Gemeindewahl am 26. März 2006
  6. http://www.statistik-hessen.de/themenauswahl/wahlen/daten/direktwahlen/mainhausen/index.html
  7. Genehmigung eines Wappens der Gemeinde Mainhausen, Landkreis Offenbach vom 1. März 1982. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1982 Nr. 11, S. 545, Punkt 302 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 6,1 MB]).
  8. Genehmigung einer Flagge der Gemeinde Mainhausen, Landkreis Offenbach vom 28. Dezember 1982. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1983 Nr. 3, S. 198, Punkt 100 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 13,2 MB]).
  9. Eisenbahndirektion Mainz (Hg.): Amtsblatt der Königlich Preußischen und Großherzoglich Hessischen Eisenbahndirektion in Mainz vom 19. September 1908, Nr. 56. Bekanntmachung Nr. 747, S. 625.
  10. Deutsche Reichsbahn-Gesellschaft (Hg.): Amtsblatt der Reichsbahndirektion Mainz vom 28. November 1931, Nr. 54. Bekanntmachung Nr. 758, S. 347.
  11. Naturschutzgebiete. (Nicht mehr online verfügbar.) In: kreis-offenbach.de. Archiviert vom Original am 20. September 2018; abgerufen am 20. September 2018.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.kreis-offenbach.de
  12. Naturschutzgebiete. In: kreis-offenbach.de. Abgerufen am 20. September 2018.
  13. Ehemalige Tongrube von Mainhausen. (Nicht mehr online verfügbar.) In: kreis-offenbach.de. Archiviert vom Original am 18. Juli 2016; abgerufen am 18. Juli 2016.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.kreis-offenbach.de
  14. Naturschutzgebiete. In: kreis-offenbach.de. Abgerufen am 20. September 2018.
  15. Vgl. Gemeinde- und Flurgrenzen im BürgerGIS des Kreises Offenbach
  16. Hessische Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz e. V., Arbeitskreis Offenbach: Speckgraben bei Mainflingen. (PDF) (Nicht mehr online verfügbar.) Archiviert vom Original am 20. Juli 2016; abgerufen am 17. Juli 2016.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.hgon-offenbach.de
  17. Speckgraben bei Mainflingen. (Nicht mehr online verfügbar.) In: kreis-offenbach.de. Archiviert vom Original am 18. Juli 2016; abgerufen am 18. Juli 2016.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.kreis-offenbach.de