Mainz-Hechtsheim

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Wappen von Hechtsheim
Wappen von Mainz
Hechtsheim
Ortsbezirk von Mainz
Lage von Hechtsheim in Mainz
Koordinaten 49° 57′ 37″ N, 8° 16′ 49″ OKoordinaten: 49° 57′ 37″ N, 8° 16′ 49″ O.
Höhe 148 m ü. NN
Fläche 14,043 km²
Einwohner 15.296 (31. Dez. 2016)
Bevölkerungsdichte 1089 Einwohner/km²
Ausländeranteil 13,1 % (31. Dez. 2016)
Eingemeindung 7. Jun. 1969
Postleitzahl 55129
Vorwahl 06131
Adresse der
Verwaltung
Morschstraße 1
55129 Mainz
Website www.mainz.de
Politik
Ortsvorsteher Franz Jung (CDU)
Sitzverteilung (Ortsbeirat)
2
3
1
1
5
1


GRÜNE SPD ÖDP FW CDU FDP
2 3 1 1 5 1
Verkehrsanbindung
Straßenbahn MVG-Linien 50, 52, 53
Bus MVG-Linien 9, 64, 65, 67, 76, 90

MVG/ORN-Gemeinschaftslinie 66
ORN-Linie 660

Hechtsheim, im lokalen Dialekt Hexem, ist ein Ortsbezirk der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt Mainz.

Er ist mit 1384 Hektar der flächenmäßig größte Ortsbezirk der Stadt. Bis in die 1950er- und 1960er-Jahre erstreckte sich die Hechtsheimer Gemarkung sogar mit 1510 Hektar bis an den Landwehrweg in Mainz-Oberstadt; auf diesen Flächen entstand z. B. die Berliner Siedlung und die benachbarten bebauten Flächen. Die nunmehr im Süden der Oberstadt gelegene Nordstraße war ursprünglich die nördlichste bewohnte Straße von Hechtsheim.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mainz-Hechtsheim ist einer der südlichen Stadtteile von Mainz und befindet sich in einer von Süden nach Norden abfallenden Talsenke (zwischen 175 m ü. NN und 130 m ü. NN), der höchste Punkt ist die Laubenheimer Höhe mit 196 m ü. NN. Die kath. Pfarrkirche St. Pankratius befindet sich auf einer Höhe von 168 m ü. NN, die Ortsverwaltung auf 148 m ü. NN. Mitten durch Hechtsheim, jedoch zwischen Militärstraße und Autobahntunnel voll kanalisiert, fließt der Schinnergraben, ab Gemarkungsgrenze Bretzenheim als Wildgraben. [1]

Nachbarstadtteile und -gemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Folgende Gemeinden bzw. Mainzer Stadtteile grenzen im Uhrzeigersinn an Hechtsheim:

im Norden Mainz-Oberstadt, im Nordosten Mainz-Weisenau, im Osten Mainz-Laubenheim, im Südosten Bodenheim, im Süden Mainz-Ebersheim, im Südwesten Klein-Winternheim, im Westen Mainz-Marienborn und im Nordwesten Mainz-Bretzenheim.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 17. Mai 808 wurde Hehhidesheim erstmals schriftlich durch das Kloster Fulda erwähnt. Es dürfte wie andere „-heim“-Orte in Rheinhessen aber schon früher entstanden sein.

In den folgenden Jahrhunderten ändert sich der Name mehrmals, über Hehedesheim (1100), Hechesheim (1261), Hexheim (1262), Hechdensheim (1274), Hechisheim (1280), Heckesheim (1303), Hegsheim (1485) und im Jahre 1650 schließlich wird Hechtsheim daraus. In der Mainzer Mundart lautet der Name bis heute Hexem.

Bis zur fränkischen Epoche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem 4. Jahrtausend v. Chr. künden zahlreiche Siedlungsspuren in der Hechtsheimer Gemarkung davon, dass die fruchtbaren Böden und reichlichen Wasservorräte hier schon immer Menschen zur Niederlassung angeregt haben. In römischer Zeit entstanden mehrere villae rusticae, das sind verstreut liegende Einzelhöfe, deren Aufgabe es war, für das Legionslager und die Provinzhauptstadt Mogontiacum Nahrungsmittel zu produzieren. Dort wirtschafteten Romanen und romanisierte Kelten.[2] Im Laufe des 5. Jahrhunderts dünnte die ländliche Besiedlung langsam aus, weil Germanen immer wieder die römischen Grenzbefestigungen überwanden und die Stadt Moguntiacum und weite Teile des Grenzlandes zerstörten. Die letzten Jahre der römischen Herrschaft am Rhein endeten um die Mitte des 5. Jahrhunderts, als die Macht der römischen Zentralregierung am Rhein endgültig dahingeschwunden war. Die Menschen flohen aus ihren ungeschützten Höfen, die villae rusticae wurden verlassen.

Am Ende des 5. Jahrhunderts waren die ländlichen Gebiete zwar nicht völlig verlassen, aber die während der Römerzeit blühenden Landschaften hatten doch großen Schaden genommen. Die einheimische gallorömische Bevölkerung fristete im Vergleich zu früheren Zeiten ein eher kümmerliches Dasein. Aber schon in den Jahren um 500 n. Chr. wurde das Hechtsheimer Gebiet durch die Franken neu besiedelt.

Beginn der mittelalterlichen Besiedlung in Hechtsheim[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Brunnen (1994) von Erwin Mosen. Standort: Auf dem Hewwel (Frankenhöhe)

In der Hechtsheimer Gemarkung gibt es Spuren von drei fränkischen Gräberfeldern: Auf der Hechtsheimer Höhe, seitdem genannt Frankenhöhe, konnten zwischen 1980 und 1983 etwa 300 Gräber aus der Zeit um 500 bis in die 2. Hälfte des 7. Jahrhunderts n.Chr. von der Mainzer Landesarchäologie unter Leitung von Dr. Gerd Rupprecht ausgegraben werden.

Die älteste urkundliche Erwähnung Hechtsheims steht in einer Schenkungsurkunde an das Kloster Fulda vom 17. Mai 808. Von Dulcinesheim, einem später teilweise in Hechtsheim aufgegangen Dorf, hat sich eine noch etwas ältere aus dem Jahre 782 in einer Schenkung an das Kloster Lorsch erhalten.[3] Eine Brunnenskulptur von Erwin Mosen auf dem „Hewwel“ (siehe Abbildung) erinnert daran, dass hier auch zahlreiche Waffen, Pfeilspitzen und zerbrochene Keramikgefäße aus fränkischer Zeit gefunden wurden. Von einem zweiten Gräberfeld an der Ecke Heuer-/ Ringstraße kamen vor etwa 100 Jahren einige Funde zutage. Ein drittes ist im Bereich der St. Pankratiuskirche zu vermuten. Auf diesen Friedhöfen bestatteten die Bewohner der jeweils in unmittelbarer Nähe liegenden Hofstellen ihre Toten. Von einer 4. Hofstelle im heutigen Gemarkungsbereich hat sich nur der Name Dulcinesheim erhalten; sie hat im Süden Hechtsheims gelegen. Im Laufe des Mittelalters entwickelte sich unterhalb der St. Pankratiuskirche aus den beiden sich an dem Wasserlauf des Schinnergrabens gegenüberliegenden Hofstellen ein Dorf, zu dem die Bewohner der beiden anderen Hofstellen, derjenigen unterhalb der Frankenhöhe und derjenigen mit Namen Dulcinesheim, umsiedelten.

Spätes Mittelalter und Neuzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Laufe des Mittelalters entwickelte sich Hechtsheim zu einem Dorf mit einer der größten Gemarkungen in Rheinhessen und wurde mit einer Wall- und Grabenbefestigung umwehrt. Schon seit der Römerzeit wird in Rheinhessen Wein angebaut; eine Urkunde vom 8. April 1190 nennt einen Weinmarkt in Hechtsheim. Hechtsheim gehörte zum Besitz des Erzbistums Mainz, das es als Lehen vergab; über verschiedene Zwischenstationen geriet es durch Erbfolge 1420 an die Grafen von Ysenburg. Diese führten in Hechtsheim die Reformation ein. Bei der Rückkehr unter die Herrschaft des Erzbistums 1659 wurde die Gemeinde wieder katholisch. Nach dem von Napoleon veranlassten Gesetz der Religionsfreiheit von 1802 gab es allmählich wieder evangelische Hechtsheimer; im Jahre 1909 wurde eine evangelische Kirchengemeinde gegründet.

Nach der Napoleonzeit kam Hechtsheim als Teil der neu entstehenden Provinz Rheinhessen zum Großherzogtum Hessen-Darmstadt. Im Jahre 1969 wurde es in die Stadt Mainz eingemeindet.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahre 1810 gab es in Hechtsheim 180 Häuser mit 980 Einwohnern. Seitdem wuchs das Bauerndorf ständig und nahm vor allem an dem Aufschwung seit den 1950er Jahren teil, wie die lebhafte Entwicklung seines Gewerbegebietes, heute des größten in Mainz, unter Beweis stellt.

Zeitleiste[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1190 tauschte der Mainzer Erzbischof Konrad I. den Weinmarkt[4] in seinem Dorf Hechtsheim neben anderen Einkünften an das St. Stephansstift zu Mainz, und erhielt dafür das Dorf Hohdorf in Thüringen[5]
  • 1215 gehörte das Vogteirecht den Rittern von Bolanden sowie ein Teil von Weisenau als Lehen.
  • 1253 erfolgte dann die Teilung des Besitzes in die Linie derer von Bolanden zu Falkenstein und derer zu Hohenfels, wobei der Hohenfelser Anteil an Weisenau an die Stadt verkauft wurde.
  • 1313 waren die Dörfer Hechtsheim, Weisenau und Vilzbach als Lehen im Besitz der Falkenstein-Münzenbergischen Linie derer von Bolanden.
  • 1418 mit Werner von Falkenstein, Erzbischof von Trier, erlosch die Linie im Mannesstamm, fielen die Besitzungen im Erbgang an von Eppstein und Graf von Solms.
  • 1420 waren Hechtsheim und Weisenau gemeinschaftlicher Besitz der Grafen von Sayn und der Fürsten von Isenburg-Büdingen.
  • 1486 kam der Saynische Anteil durch Kauf ebenfalls an Isenburg.
  • 1559 war Graf Reinhard von Isenburg im alleinigen Besitz von Hechtsheim. In der Folge verpfändeten die von Isenburg die Orte Hechtsheim und Weisenau an die Grafen von Schönburg.
  • 1662 wurde Graf Johann Karl von Schönburg durch ein kaiserliches Dekret in den Besitz des ganzen Dorfes Hechtsheim und des Isenburgischen Anteils von Weisenau gesetzt.
  • 27. Januar 1658 kaufte der Mainzer Domdekan Johann von Heppenheim genannt vom Saal Hechtsheim und Weisenau von Graf Emanuel Maximilian Wilhelm von Isenburg.
  • 20. September 1658 kaufte der Kurfürst von Mainz Johann Philipp von Schönborn Hechtsheim. So war endlich das Erzstift Mainz im Besitz von Hechtsheim bis zum Ende des Kurstaates Ende des 18. Jahrhunderts.
  • 1792/1793 wurde Hechtsheim bei der Belagerung von Mainz, mit in den Belagerungsring einbezogen. Kaiserliche und Reichstruppen befanden sich in Hechtsheim.
  • 1794/95 belagerte die französische Revolutionsarmee bei Hechtsheim die Stadt Mainz (Mainzer Linien).
  • 1797/98 wurde das linke Rheinufer und somit auch Hechtsheim durch den Frieden von Campo-Formio und die Folgen daraus der französischen Republik zugesprochen. Es entstand das neue Département Donnersberg (Département du Mont-Tonnerre). Hechtsheim gehörte nun bis 1814 zu Frankreich.
  • Nach dem Abzug der Franzosen 1814 wurde die gesamte rheinhessische Provinz dem Großherzogtum Hessen zugeteilt. Das Großherzogtum wurde mit der Absetzung des amtierenden Großherzogs Ernst Ludwig am 9. November 1918 durch den Darmstädter Arbeiter- und Soldatenrat der republikanische Volksstaat Hessen. Hechtsheim gehörte bis Kriegsende 1945 zum Volksstaat Hessen.
  • 1929 scheiterte die Eingemeindung nach Mainz am Ergebnis der Volksabstimmung (593 dafür, 1169 dagegen) und auch am Votum des Gemeinderates (8 gegen 9). Im Anschluss kam es zu Reaktionen der Stadt, z. B. wurden von städtischen Betrieben keine Hechtsheimer mehr eingestellt, die Wasserversorgung aus Mainz geriet ins Stocken. 1930 befürwortete dann eine Mehrheit der Hechtsheimer die Eingemeindung, die aber bis 1969 nicht stattfand.[6]
  • Nach dem Zweiten Weltkrieg und der erneuten Neuordnung der Region gelangte Hechtsheim als Gemeinde im Landkreis Mainz zu Rheinland-Pfalz.
  • Am 7. Juni 1969[7] wurde Hechtsheim unter dem Namen Mainz-Hechtsheim per Gesetz in die Stadt Mainz eingemeindet.

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Katholische Pfarrkirche St. Pankratius

Die katholische Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die katholische Pfarrgemeinde St. Pankratius in Mainz-Hechtsheim gehört zum Bistum Mainz, Dekanat Mainz-Stadt. Sie wurde vermutlich im Frühmittelalter gegründet. Die Pfarrkirche St. Pankratius (barocker Teil von 1752, östlicher Anbau im Stile der Neugotik von 1901) liegt oberhalb des Hechtsheimer Ortskerns, direkt neben dem Pfarrhaus (Bergstraße 22) und dem katholischen Jugendheim. 1984 erfolgte eine gründliche Außenrenovierung sowie 1998–1999 eine Innenrenovierung einschließlich einer Rekonstruktion/Restaurierung der Siemannorgel von 1928 und des Orgelprospekts des Mainzer Orgelbauers Josef Anton Onimus von 1766.[8]

Der Kirche angeschlossen ist ein städtischer Friedhof, der vom Wirtschaftsbetrieb der Stadt Mainz unterhalten wird.

1978 wurde ein katholisches Gemeindehaus (Gemeindezentrum) im damaligen Neubaugebiet (Georg-Büchner-Straße) errichtet.

Die evangelische Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die anfangs kleine evangelische Gemeinde hatte eine Kapelle in der Schulstraße, der heutigen Peter-Weyer-Straße. Im Jahr 1967 wurde der Grundstein zum neuen Gemeindezentrum gelegt, zu dem auch ein Kindergarten gehört.

Mazedonisch-orthodoxe Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der jüdische Friedhof[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 10. Juli 1882 genehmigte das großherzogliche Kreisamt, einen Friedhof für die jüdische Gemeinde von Hechtsheim anzulegen. Eine jüdische Gemeinde mit eigener Synagoge gab es bereits seit 1842. Der Friedhof hat eine Fläche von 738 m² und ist in der Heuerstraße angelegt worden. Die letzte Beerdigung fand 1938 statt.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Landesbehörden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2008 ist das Landesamt für Geologie und Bergbau in Mainz-Hechtsheim die Ausführungsbehörde für das Bergrecht im Land Rheinland-Pfalz.

Ortsbeirat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsbeiratswahl 2014
Wahlbeteiligung: 52,1 %
 %
40
30
20
10
0
37,5 %
27,8 %
13,5 %
7,6 %
5,4 %
4,7 %
2,2 %
1,2 %
n. k.
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
-3,9 %p
+3,9 %p
+0,9 %p
-3,2 %p
+5,4 %p
-3,0 %p
+2,2 %p
+1,2 %p
-3,5 %p

Ortsvorsteher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsverwaltung in Alt-Hechtsheim
  • Franz Jung (CDU)

Ehemalige Bürgermeister und Ortsvorsteher/in[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister Braunwarth 1831–1862
Bürgermeister Klein 1862–1884
Bürgermeister Bauer 1884–1890
Bürgermeister Kerz 1890–1904
Bürgermeister Schmitt 1904–1913
Bürgermeister Keim 1913–1925
Bürgermeister Peter Weyer 1925–1933
Bürgermeister Willy Hitter (SPD) 1945–1946
Bürgermeister Heinrich Dreibus (CDU) 1946–1969
Ortsvorsteher Willi Knödler (SPD) 1969–1974
Ortsvorsteher Georg Schrank (CDU) 1974–1978
Ortsvorsteher Franz Johann Veith (CDU) 1978–1989
Ortsvorsteher Hans Stenner (CDU) 1989–2004
Ortsvorsteherin Ursula Groden-Kranich (CDU) 2004–2014
Ortsvorsteher Franz Jung (CDU) seit 2014

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hechtsheimer Wappen

Wappen heute[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen von Hechtsheim hat einen blauen Hintergrund, zeigt drei Hechte in Sternform und das Mainzer Rad, das oben auf einer Schwanzflosse ruht. Ein Hecht erscheint schon auf dem ältesten bekannten Siegel 1597. Im 17. Jahrhundert erscheinen die drei Fische in einer Sternform. Die Räder von Mainz erscheinen im frühen 19. Jahrhundert, zuerst auf den lokalen Siegeln.

Wappen 1956[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im späten 19. Jahrhundert wurde drei Hechte als Buchstabe H dargestellt. 1956 wurde das Wappen immer noch in den Farben von Mainz in der H-Form präsentiert. Im frühen 21. Jahrhundert wurde die Sternform wiederhergestellt.

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgerdenkmal (1982) von Erwin Mosen

Im alten Ortskern befindet sich das alte Rathaus mit dem wohl zweitältesten Hechtwappen über der Tür. Auch das 2,60 m hohe Bürgerdenkmal von Erwin Mosen (siehe Abbildung) vor der Freiwilligen Feuerwehr Mainz-Hechtsheim erinnert an den Weinanbau in Hechtsheim und, in der Bekrönung, an die drei Hechte und das Mainzer Rad im Wappen.

Oberhalb des Ortskerns befindet sich die Bergkirche St. Pankratius, die im Jahr 2008 250 jähriges Weihejubiläum feierte. Vor wenigen Jahren wurde die Kirche von innen komplett saniert. Neben der Kirche befinden sich das alte Schwesternhaus und die alte Volksschule.


Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Weinprobiertage im Frühjahr
  • Brunnenfest
  • Feuerwehrfest
  • Reitturnier
  • Weinfest im Kirchenstück (1. Juliwochenende)
  • Kirchweihfest und Kerb (1. Wochenende im September)
  • Winzertage (2. Wochenende im September)
  • Mainzer Oktoberfest (auf dem Mainzer Messegelände in Hechtsheim)
  • Weihnachtsmarkt
  • Hewwelfest
  • Ökumenisches Sommerfest


Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weinbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe: Weinbau in Mainz

Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geschichte der Hechtsheimer Straßenbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Linie 50 in Hechtsheim
  • Als Vorläufer der Verkehrsanbindung an Mainz wurde im Jahr 1881 eine Postagentur eingerichtet. Zum regelmäßigen Verkehr wurden „Pferdeomnibusse“ eingesetzt, die täglich je zweimal verkehrten. Mit der Einführung der Straßenbahn (Pferdebahn) wurde 1883 die Verkehrsverbindung nach Mainz verbessert. 1891 schuf man eine Dampfbahnlinie der Süddeutschen Eisenbahn-Gesellschaft von der Innenstadt, beginnend am Fischtor, Große Bleiche, Binger Straße über Zahlbach und Bretzenheim nach Hechtsheim (7,5 km), die jedoch wegen der weiten Streckenführung und den relativ hohen Fahrtkosten wenig attraktiv war; 1919 übernahm die Stadt Mainz die Dampfbahn, 1922 wurde mit dem Neubau der Strecke zum Schillerplatz begonnen, lediglich der alte Streckenabschnitt bis zum Jägerhaus blieb erhalten. Im Juni 1923 wurde die neue elektrische Straßenbahn (Linie 5) eingeweiht. Die im Jahre 1929 begonnenen Eingemeindungs-Verhandlungen sahen auch die Hechtsheimer Forderung vor, kürzere Taktzeiten bei der Straßenbahn einzuführen, einen Warteraum an der Endhaltestelle zu errichten und die Tarife zu senken.[10]
  • Seit Ende 2016 wird Hechtsheim von drei der vier Mainzer Straßenbahnlinien bedient: Straßenbahnlinie 50 (Hechtsheim/Bürgerhaus – Finthen/Römerquelle), Straßenbahnlinie 52 (Hechtsheim/Am Schinnergraben – Bretzenheim/Bahnstraße) und Straßenbahnlinie 53 (Hechtsheim/Bürgerhaus – Lerchenberg/Hindemithstraße).

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter Hechtsheims[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten, mit Hechtsheim verbunden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Schriftenreihe des Vereins Hechtsheimer Ortsgeschichte (früher Arbeitskreis Hechtsheimer Ortsgeschichte)
    • Jakob Schneider: Der Ortskern von Hechtsheim im Jahre 1709. Arbeitskreis Hechtsheimer Ortsgeschichte, [Mainz] 1987 (=Hechtsheimer Ortsgeschichte, Heft 1)
    • Helmut Keller unter Mitarbeit von Martin Albrecht und Jakob Schneider: Schulen in Hechtsheim. Schulgebäude – Lehrer – Schularten. Arbeitskreis Hechtsheimer Ortsgeschichte, [Mainz] 1988 (=Hechtsheimer Ortsgeschichte, Heft 2)
    • Karl-Viktor Decker: Hechtsheim in vor- und frühgeschichtlicher Zeit. Verein Hechtsheimer Ortsgeschichte, [Mainz] 1990 (=Hechtsheimer Ortsgeschichte, Heft 3)
    • Anton Maria Keim: Von Süssel Hechtsheim bis David Kapp. Die Hechtsheimer Juden. Verein Hechtsheimer Ortsgeschichte, Mainz 1994 (=Hechtsheimer Ortsgeschichte, Heft 4)
    • Redaktioneller Arbeitskreis um S. Hübschmann: Hechtsheim während der Weimarer Republik. Die Zeit von 1918 bis 1933. Verein Hechtsheimer Ortsgeschichte, Mainz 1995 (=Hechtsheimer Ortsgeschichte, Heft 5)
    • Redaktioneller Arbeitskreis um Helmut Mathy und Alois Gerlich: Hechtsheim vom Mittelalter bis zum Ende der napoleonischen Zeit. Verein Hechtsheimer Ortsgeschichte, Mainz-Hechtsheim 1996 (=Hechtsheimer Ortsgeschichte, Heft 6)
    • Redaktioneller Arbeitskreis um Helmut Keller: Hechtsheim in der Wilhelminischen Zeit. 1871 bis 1918. Verein Hechtsheimer Ortsgeschichte, [Mainz-Hechtsheim] 1999 (=Hechtsheimer Ortsgeschichte, Heft 7)
    • Friedrich Schütz: Hechtsheim im 19. Jahrhundert und Dieter Degreif [u. a.]: Als das linke Rheinufer hessisch wurde. Die Entstehung der Provinz Rheinhessen und Jakob Schneider: Die erste Wasserleitung in Hechtsheim. Verein Hechtsheimer Ortsgeschichte, Mainz-Hechtsheim 2000 (=Hechtsheimer Ortsgeschichte, Heft 8)
    • Willi Leonhard Veith, Rudolf Kurz, Klaus-Peter Decker: Hechtsheimer Kirchengeschichte und Hechtsheim unter der Ortsherrschaft der Grafen zu Ysenburg 1420–1706. Verein Hechtsheimer Ortsgeschichte, Mainz-Hechtsheim 2002 (=Hechtsheimer Ortsgeschichte, Heft 9)
    • Redaktioneller Arbeitskreis um Karl Prieß: Hechtsheim zur Zeit des Nationalsozialismus „Drittes Reich“ von 1933–1945. Verein Hechtsheimer Ortsgeschichte, [Mainz-Hechtsheim] 2003 (=Hechtsheimer Ortsgeschichte, Heft 10)
    • Gudula Zeller: Das fränkische Gräberfeld auf der Hechtsheimer Frankenhöhe und Ludwig Falck: Das Stift St. Maria im Feld bei Hechtsheim (Heilig Kreuz). Verein Hechtsheimer Ortsgeschichte, [Mainz] 2005 (=Hechtsheimer Ortsgeschichte, Heft 11)
    • Elmar Heinz: Doppelrad und Doppeladler, die Festung Mainz. DWJ Verlags-GmbH, Blaufelden 2004, ISBN 3-936632-43-X
    • Claus Wolff: Die Mainzer Stadtteile. Emons Verlag, Köln 2004, ISBN 3-89705-361-6

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Mainz-Hechtsheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Topografische Karte
  2. K.V.Decker, Hechtsheim in vor- und frühgeschichtlicher Zeit. Hechtsheimer Ortsgeschichte, Heft III (1990)
  3. Alfried Wieczorek, Zur Topographie der Gemarkung Hechtsheim im Frühmittelalter. Mainzer Zeitschr. 73-74, 1978–1979, 301-309; Gudula Zeller, Das fränkische Gräberfeld auf der Hechtsheimer Frankenhöhe. Hechtsheimer Ortsgeschichte, Heft XI (2005) 3-32.
  4. Forum vini, quod habemus in villa nostra Hechedesheim in Diploma Conradi apud Georg Christian Joannis:„Volumen II rerum Moguntiacarum“ (Frankfurt a/M. bei J. M. v. Sande, 1722)
  5. Johann Peter Schunk: Beiträge zur Mainzer Geschichte, Band II Mainz 1789, S. 387
  6. http://www.hgg-gonsenheim.de/index.php?id=7557 Regionet zu Eingemeindungen
  7. Amtliches Gemeindeverzeichnis 2006, Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz, Seite 186 (PDF; 2,6 MB)
  8. Webseite des Bistums Mainz
  9. IBM Deutschland GmbH. Niederlassung Mainz. (Memento vom 21. Februar 2015 im Internet Archive) Landeshauptstadt Mainz www.mainz.de
  10. Informationen zur Geschichte der Straßenbahn sind dem Heft 5 der „Hechtsheimer Ortsgeschichte – Hechtsheim während der Weimarer Republik“, erschienen in der Schriftenreihe des Vereins Hechtsheimer Ortsgeschichte e. V. 1995 entnommen
  11. HP der beiden Weltmeistern Bild mit beiden Weltmeistern