Mainz-Lerchenberg

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Wappen von Lerchenberg
Wappen von Mainz
Lerchenberg
Ortsbezirk von Mainz
Lage von Lerchenberg in Mainz
Koordinaten 49° 57′ 30″ N, 8° 11′ 35″ OKoordinaten: 49° 57′ 30″ N, 8° 11′ 35″ O.
Höhe 228 m ü. NN
Fläche 2,411 km²
Einwohner 6270 (31. Mrz. 2015)
Bevölkerungsdichte 2601 Einwohner/km²
Ausländeranteil 15,0 % (31. Dez. 2012)
Eingemeindung 16. Apr. 1964
Postleitzahl 55127
Vorwahl 06131
Adresse der
Verwaltung
Hebbelstraße 2
55127 Mainz
Website www.mainz.de
Politik
Ortsvorsteher Sissi Westrich (SPD)
Sitzverteilung (Ortsbeirat)
1
1
6
4
1


CDU SPD Grüne ÖDP FDP
4 6 1 1 1
Verkehrsanbindung
Bus MVG Mainz Linie 54, 70, 71, 90, MVG Mainz + ORN Gemeinschaftslinie 68, 75, ORN Linie 650
Ortsbeiratswahl 2014
Wahlbeteiligung: 50,4 %
 %
50
40
30
20
10
0
42,8 %
32,8 %
10,7 %
8,3 %
5,5 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
 12
 10
   8
   6
   4
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   0
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Mainz-Lerchenberg ist ein 1964 neu entstandener Ortsbezirk der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt Mainz. Er ging aus der so genannten „Jubiläumssiedlung“ hervor, die zur Mainzer Zweitausendjahrfeier im Jahr 1962 gegründet worden war. Dadurch wurde das seit Kriegsende drückende Wohnraumproblem von Mainz gerade für junge Familien deutlich gemildert. Weit über die Stadtgrenzen von Mainz hinaus ist Mainz-Lerchenberg durch das Sendezentrum des Zweiten Deutschen Fernsehens bekannt.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lerchenberg liegt auf einer Anhöhe oberhalb der „Draiser Senke“ etwa sechs Kilometer südwestlich des Zentrums von Mainz. Zu Rheinhessen hin wird der Stadtteil vom Ober-Olmer Wald begrenzt. Ansonsten ist er von Feldern und Wiesen umgeben.

Nachbarstadtteile und -gemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Folgende Gemeinden bzw. Mainzer Stadtteile grenzen im Uhrzeigersinn an Lerchenberg:

im Norden Mainz-Drais und Mainz-Bretzenheim, im Osten Mainz-Marienborn und im Süden und Westen Ober-Olm.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 25. Mai 1961 beschloss der Mainzer Stadtrat, anlässlich der Zweitausendjahrfeier der Stadt Mainz eine „Jubiläumssiedlung“ zu gründen. Nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs bestand in Mainz nach wie vor Wohnungsknappheit, die durch diesen neuen Stadtteil mit gelindert werden sollte. Im Jubiläumsjahr 1962 schenkte das Land Rheinland-Pfalz unter Ministerpräsident Peter Altmeier der Stadt Mainz mit 62 Hektar Land einen Teil des dazu erforderlichen Geländes, den die Stadt Mainz auf 154 Hektar erweitern konnte.

Am 16. April 1964 beschloss der Stadtrat, die Jubiläumssiedlung, die nach einem Ideenwettbewerb unter der Mainzer Bevölkerung zuvor auf den Namen „Mainz-Lerchenberg“ getauft worden war, offiziell einzugemeinden. Durch die relativ hohen Erschließungskosten von rund 25 Mio. D-Mark verzögerten sich die Arbeiten am neuen Mainzer Stadtteil. Für die Wärmelieferung zur Versorgung von Gebäuden mit Heizung und Warmwasser wurde Fernwärme obligatorisch vorgesehen. Im September 1967 bezogen die ersten Bewohner ihre Eigenheime, zwei Jahre später bewohnten bereits 2900 Menschen den Lerchenberg. Städtebaulich wurden Bungalows im Norden, dem Malerviertel, Reihenhäuser im Süden, dem Schriftsteller- und Musikerviertel, sowie Hochhäuser im Zentrum vorgesehen. Knapp 20 Jahre später lag die Einwohnerzahl bei etwas über 6000 Personen.

Nachdem im ZDF-Staatsvertrag Mainz als Standort des Senders festgelegt worden war, suchte die Stadtverwaltung zusammen mit dem ZDF nach einem geeigneten Grundstück. Am 25. Juni 1964 kaufte das ZDF von der Stadt ein Areal in unmittelbarer Nähe des neuen Stadtteils Lerchenberg. 1966 begannen dort die ersten Bauarbeiten für das zukünftige Sendezentrum. Zuerst wurden Gebäude für den Kraftfahrzeug- und Ü-Wagenbetrieb errichtet (1. Bauabschnitt). 1971 erfolgte die Grundsteinlegung für das weithin sichtbare Redaktions- und Verwaltungsgebäude, das 1974 eingeweiht wurde (2. Bauabschnitt). Im September 1977 begannen die Erdarbeiten für den dritten Bauabschnitt des eigentlichen Sendebetriebsgebäudes, einem von der Planungsgruppe Stieldorf entworfenen Rundbau (mit einem Durchmesser von 166 Metern), der 1984 bezogen wurde. Inzwischen komplettieren weitere Gebäude das ZDF-Sendezentrum auf dem Mainzer Lerchenberg.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen

Das Wappen von Mainz-Lerchenberg wurde auf der Grundlage eines von der CDU-Ortsbeiratsfraktion 1978 für die Lerchenberger Bevölkerung ausgeschriebenen Wettbewerbs eingeführt. Es ist viergeteilt. In der heraldisch rechten oberen Ecke befindet sich ein silbernes Rad auf rotem Grund (Anlehnung an das Mainzer Stadtwappen), links oben und rechts unten jeweils ein skizzierter schwarzer Vogel (Lerche) im Flug von vorne auf silbernem Grund, sowie links unten das erste ZDF-Senderlogo (eine römische Zwei mit zwei stilisierten Augen) in Silber auf blauem Grund. Letzteres soll die außerordentliche Verbundenheit des Stadtteils zum ZDF symbolisieren.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der „Ortsmitte“ von Lerchenberg

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Es gibt ein Einkaufszentrum und ein Bürgerhaus aus der Gründungszeit des Stadtteils, die mittlerweile Verschleißerscheinungen zeigen.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Straßenbahn-Neubaustrecke vom Hauptbahnhof mit Endpunkt Lerchenberg Bürgerhaus befindet sich im Bau. Diese so genannte „Mainzelbahn“ könnte um 2016 eröffnet werden.[1]

Medien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Lerchenberg wird auch „Medienberg“ genannt, da sich hier nicht nur das ZDF-Sendezentrum befindet, sondern auch 3sat und die Deutschlandzentrale von ARTE hier ihren Sitz haben. Die ZDF Werbefernsehen GmbH sowie die ZDF Enterprises GmbH haben ebenfalls ihren Sitz auf dem Lerchenberg. Von September 1991 bis zum Umzug nach Berlin und München im Sommer 2001 lag hier auch das Sendezentrum von Sat.1. Ebenfalls hat die Verlagsgruppe Rhein Main dort ihren Hauptsitz. Weiter sind der Ü-Wagen-Dienstleister TV-Skyline sowie das Media Service Center mit diversen Produktionsfirmen auf dem Lerchenberg angesiedelt.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sport auf dem Lerchenberg ist beim SC Lerchenberg e. V. in zwölf Sparten beheimatet.[2] Mit seinen acht Tennisplätzen bietet er Tennisbegeisterten optimale Trainingsbedingungen. Außerdem steht eine große Zehn-Feld-Outdoor-Trampolinanlage auf dem Gelände des SC Lerchenberg.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Claus Wolff: Die Mainzer Stadtteile. Emons Verlag, Köln 2004, ISBN 3-89705-361-6.
  • Friedrich Schütz: 30 Jahre Mainz-Lerchenberg. Zur Geschichte einer Jubiläumssiedlung. Der Verleger Verlagsgesellschaft, Mainz 2000, ISBN 3-88193-019-1.
  • Chronik Mainz-Lerchenberg. Schildert den Entstehungsprozess und die Entwicklung des Stadtteils anhand von Presseberichten, Ortsbeiratssitzungen und vielen anderen Quellen; vom Antrag zur Errichtung einer Jubiläumssiedlung anlässlich der Zweitausendjahrfeier der Stadt Mainz bis zum Jahr 2005.[3]
    • Band 1. 1961–1976: Entstehungsprozess und Entwicklung des Stadtteils bis zur Eröffnung des Bürgerhauses.
    • Band 2. 1976–1986
    • Band 3. 1987–1996
    • Band 4. 1997–2005

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Mainz-Lerchenberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Michael Erfurth: Behörde erteilt Baurecht für Mainzelbahn in Mainz - Bau der Strecke soll 2014 starten. auf: allgemeine-zeitung.de 4. September 2013.
  2. sc-lerchenberg.de
  3. Die Bände 2 bis 4 sind in der Ortsverwaltung Mainz-Lerchenberg erhältlich