Maishofen

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Maishofen
Wappen Österreichkarte
Wappen von Maishofen
Maishofen (Österreich)
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Salzburg
Politischer Bezirk: Zell am See
Kfz-Kennzeichen: ZE
Fläche: 29,54 km²
Koordinaten: 47° 21′ N, 12° 48′ OKoordinaten: 47° 21′ 0″ N, 12° 48′ 0″ O
Höhe: 768 m ü. A.
Einwohner: 3.639 (1. Jän. 2022)
Bevölkerungsdichte: 123 Einw. pro km²
Postleitzahl: 5751
Vorwahl: 06542
Gemeindekennziffer: 5 06 11
Adresse der
Gemeinde­verwaltung:
Anton-Faistauer-Platz 7
5751 Maishofen
Website: www.maishofen.at
Politik
Bürgermeister: Franz Eder (ÖVP)
Gemeinderat: (Wahljahr: 2019)
(21 Mitglieder)
11
10
11 10 
Insgesamt 21 Sitze
Lage von Maishofen im Bezirk Zell am See
Bramberg am WildkogelBruck an der GroßglocknerstraßeDienten am HochkönigFusch an der GroßglocknerstraßeHollersbach im PinzgauKaprunKrimmlLendLeogangLoferMaishofenMaria Alm am Steinernen MeerMittersillNeukirchen am GroßvenedigerNiedernsillPiesendorfRaurisSaalbach-HinterglemmSaalfelden am Steinernen MeerSankt Martin bei LoferStuhlfeldenTaxenbachUnkenUttendorfViehhofenWald im PinzgauWeißbach bei LoferZell am SeeSalzburg (Bundesland)Lage der Gemeinde Maishofen im Bezirk Zell am See (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
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Maishofen
Maishofen
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Maishofen ist eine Gemeinde mit 3639 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2022) im Salzburger Land im Bezirk Zell am See in Österreich.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt im Pinzgau im Salzburger Land zwischen Zell am See, Saalfelden und Viehhofen am Beginn des Glemmertales Richtung Saalbach-Hinterglemm. Der Ort selbst liegt in der Nähe des Zeller Sees inmitten der Pinzgauer Grasberge.

Die Gemeinde hat eine Fläche von dreißig Quadratkilometer. Davon sind 49 Prozent bewaldet, 35 Prozent werden landwirtschaftlich genutzt und sieben Prozent sind Almen.[1]

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende drei Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2022[2]):

  • Atzing (573)
  • Maishofen (1924)
  • Mitterhofen (1123)

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Atzing, Maishofen und Mitterhofen.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Saalfelden am Steinernen Meer
Viehhofen Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt
Zell am See

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frühgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf eine Besiedlung in der Bronzezeit weist ein im Lahntal-Kirchhamer-Moor gefundener Knüppeldamm hin. Rodungen und gezielte Landnahmen fanden vom 6. bis zum 8. nach-christlichen Jahrhundert durch die Bajuwaren statt. Deshalb gehörte der gesamte Pinzgau zum Hoheitsgebiet des späteren Herzogs von Bayern. Der Ort Maisnhauen (Maishofen) wird erstmals 1338 urkundlich erwähnt. Der Name leitet sich Rodung (Schlag, gerodete Waldfläche, Moas) ab. Die ursprünglich große Au wurde zwischen 1550 und 1560 an mehrere Besitzer aufgeteilt. Am Anfang des 19. Jahrhunderts wurden alle bischöflichen Besitzungen säkularisiert. Bayern versteigerte diese an den Meistbietenden.[3]

Schloss Saalhof[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Schloss Saalhof stammt vermutlich aus dem 13. Jahrhundert, wo 1296 ein „Konrad der Teufel“ Besitzer des Gutes zu Saal genannt wird. Für das Lehen der Salzburger Erzbischöfe wird 1433 Oswald Eisenstang als Besitzer urkundlich erwähnt. Durch Heirat gelangte der Besitz 1461 an Heinrich Hackl zu Saal. Die Gläubiger eines hochverschuldeten Nachfolgers verkaufen das Gut 1584 an die Familie Aman von Judendorf. Diese bauen das Anwesen 1606 zu seinem heutigen Aussehen aus, einem drei- bis viergeschossigem quadratischen Gebäude mit aufgesetzten Ecktürmchen. Nach wechselnden Besitzern gelangt der Ansitz 1874 an die Familie Schattbacher, deren Nachkommen das Gut heute noch gehört. Es ist immer noch das Zentrum eines landwirtschaftlichen Betriebes, der auch Apartments vermietet.[4]

Schloss Kammer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der ehemalige Bauernhof wird erstmals 1466 erwähnt, als er dem Polykarp Hunt auf Dorfheim bei Saalfelden gehörte. 1582 kaufte ihn Freiherr Dietrich von Kuen-Belasy der Familie Kammer ab, löste das Lehen ab und besaß das Gut als freies Eigen. Er baute den Ansitz und die Kapelle, die 1617 geweiht wurde. Nach einem Brand 1711 blieb das Gebäude lange Zeit eine Ruine, die Kapelle wurde 1713 wieder errichtet. Im Jahr 1722 kauften die Bischöfe von Chiemsee die Herrschaft und ließen das Schloss auf der Basis des erhaltenen gotischen Erdgeschosses wieder aufbauen. Nach der Säkularisierung des Bistums erwarb 1812 der frühere Pächter Josef Neumayer das Gut. Der Besitz, der 1994 restauriert wurde, ist noch heute im Besitz dieser Familie und wird als Landgasthof und Schlosshotel betrieben.[5]

Schloss Prielau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erstmals urkundlich erwähnt wird das Schloss, als 1425 sein Besitzer Christan Glaser zu Prielau genannt wird. Die Pinzgauer Familie des Polykarp Hunt war 1466 Eigentümer, später ging das Anwesen an die Familie von Rettenwörth. Diese ließ den Ansitz zwischen 1560 und 1565 zum heutigen Aussehen ausbauen. 1590 kam das Gut an die Familie von Belasy und blieb in deren Besitz, bis es 1722 gemeinsam mit Schloss Kammer von Franz Anton Adolf von Wagenberg, dem Bischof von Chiemsee, gekauft wurde. Nach der Säkularisierung des Bistums wurde es wiederum gemeinsam mit Schloss Kammer von Franz Neumayer erworben. Seine Nachkommen verkauften das Schloss 1932 an Gertrude von Hofmannsthal, die Witwe des Schriftstellers Hugo von Hofmannsthal. Die Gestapo beschlagnahmte 1940 das Gebäude. 1947 wurde es der emigrierten Familie zurückgegeben, die es jedoch nicht mehr bewohnte. Im Jahr 1987 kaufte die Familie Porsche das Schloss, restaurierte es und betreibt es seitdem als Hotel.[6]

Neuzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1838: Bau des ersten Schulhaus in Maishofen. Es stand auf dem Platz, wo jetzt die Raiffeisenkasse steht.[7]

1873: Bau der Eisenbahnlinie von Salzburg nach Innsbruck durch das Gemeindegebiet.

1894: Maishofen wird zur Pfarre erhoben.

1902: Eröffnung des Elektrizitätswerks in Kammer.

1908: Neubau der Volksschule.

1925: Einführung der täglichen Postzustellung.

1925: Auflassung der Bahnstation.

1958: Bau des neuen Gemeindamtes.

1970: Das Torfmoos in Lahntal-Kirchham wird zum Landschaftsschutzgebiet erklärt.

1997: Neubau des Kindergartens.[8]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schloss Saalhof
Schloss Prielau

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Maishofen

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Vor allem während der Sommermonate bietet die Kulturinitiative Culturkreis Maishofen[9] verschiedenste Veranstaltungen (v. a. Konzerte, Ausstellungen, Theateraufführungen) an. Auch wird häufig eine besonders für Familien geeignete Kleintierschau abgehalten.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaftssektoren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von den 66 landwirtschaftlichen Betrieben des Jahres 2010 wurden 31 im Haupt-, 29 im Nebenerwerb und sechs von juristischen Personen geführt. Im Produktionssektor arbeiteten 765 Erwerbstätige im Bereich Herstellung von Waren und 114 in der Bauwirtschaft. Die wichtigsten Arbeitgeber des Dienstleistungssektors waren die Bereiche Handel (545), freiberufliche Dienstleistungen (362), soziale und öffentliche Dienste (209) und Beherbergung und Gastronomie (107 Mitarbeiter).[10][11][12]

Wirtschaftssektor Anzahl Betriebe Erwerbstätige
2011 2001 2011 2001
Land- und Forstwirtschaft 1) 66 71 69 82
Produktion 35 34 879 753
Dienstleistung 230 130 1382 816

1) Betriebe mit Fläche in den Jahren 2010 und 1999

Arbeitsmarkt, Pendeln[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2011 lebten 1622 Erwerbstätige in Maishofen. Davon arbeiteten 579 in der Gemeinde, beinahe zwei Drittel pendelten aus. Von den umliegenden Gemeinden kamen 1751 Menschen zur Arbeit nach Maishofen.[13]

Fremdenverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Maishofen ist ein Wintersportort. Es ist ein Ausgangspunkt für die Schigebiete in Saalbach-Hinterglemm, Zell am See und Kaprun. In Maishofen beginnen Langlauf-Loipen (klassisch und Skating), die bis nach Saalfelden / Leogang / Maria Alm gespurt sind. Außerdem gibt es einen Kinderlift bei Schloss Kammer.

Die Anzahl der Übernachtungen stieg von 184.000 im Jahr 2010 auf 246.000 im Jahr 2019.[14]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Eisenbahn: Durch das Gemeindegebiet verläuft die Westbahn. Der nächste Bahnhof Zell am See liegt fünf Kilometer entfernt.[15]
  • Straße: Die wichtigste Straßenverbindung ist die Pinzgauer Straße B311.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindeamt Maishofen

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeindevertretung hat seit 2019 insgesamt 21 Mitglieder.

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1964–1968 Albin Neumayr (ÖVP)[16]
  • 1969–1983 Johann Brunner (ÖVP)[17]
  • 1983–1990 Hans Rieder (ÖVP)[18]
  • 1990–2004 Alois Neumayer (ÖVP)[19]
  • seit 2004 Franz Eder (ÖVP)

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen der Gemeinde bedeutet: „In grünem Schild die Frontansicht eines zweigeschossigen silbernen Schlosses mit zwei runden Ecktürmen, alle Gebäudeteile mit goldenen Spitzdächern, darunter rechtshin ein goldener Pflug ohne Räder, mit goldener Pflugschar und Sechmesser.“ Das Schloss stellt die vier Schlösser in Maishofen dar: Schloss Prielau, Stiegerschlössel, Schloss Saalhof und Schloss Kammer.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrenbürger der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2011: Alois Neumayer (* 1941), Bürgermeister von Maishofen 1990–2004[20][21]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit der Gemeinde verbundene Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Maishofen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ein Blick auf die Gemeinde Maishofen, Fläche und Flächennutzung. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 16. Mai 2021.
  2. Statistik Austria: Bevölkerung am 1.1.2022 nach Ortschaften (Gebietsstand 1.1.2022) (ODS)
  3. Saalacherlebniswelt: Maishofen. Abgerufen am 16. Mai 2021.
  4. Saalhof. In: burgen-austria.com. Private Webseite von Martin Hammerl;
  5. Maishofen – Kammer. In: burgen-austria.com. Private Webseite von Martin Hammerl;
  6. Prielau. In: burgen-austria.com. Private Webseite von Martin Hammerl;
  7. Geschichte der Volksschule Maishofen. In: vs-maishofen.salzburg.at. Abgerufen am 16. Mai 2021.
  8. Gemeindechronik. Gemeinde Maishofen, abgerufen am 16. Mai 2021.
  9. Website des Culturkreises Maishofen
  10. Ein Blick auf die Gemeinde Maishofen, Land- und forstwirtschaftliche Betriebe. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 16. Mai 2021.
  11. Ein Blick auf die Gemeinde Maishofen, Arbeitsstätten. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 16. Mai 2021.
  12. Ein Blick auf die Gemeinde Maishofen, Erwerbstätige. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 16. Mai 2021.
  13. Ein Blick auf die Gemeinde Maishofen, Berufspendler. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 16. Mai 2021.
  14. Ein Blick auf die Gemeinde Maishofen, Übernachtungen. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 16. Mai 2021.
  15. Entfernungsrechner - Entfernung berechnen und darstellen. Abgerufen am 16. Mai 2021.
  16. Albin Neumayr. In: Salzburger Nachrichten: Salzburgwiki.
  17. Johann Brunner. In: Salzburger Nachrichten: Salzburgwiki.
  18. Johann Rieder. In: Salzburger Nachrichten: Salzburgwiki.
  19. Alois Neumayer (Maishofen). In: Salzburger Nachrichten: Salzburgwiki.
  20. Alois Neumayer (Maishofen). In: Salzburger Nachrichten: Salzburgwiki.
  21. Menschen, 18. Oktober 2021. In: sn.at. Abgerufen am 19. Oktober 2021.