Maja Hoffmann (Kunstsammlerin)

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Maja Hoffmann mit Hans Ulrich Obrist, Philippe Parreno und Asad Raza bei einer Präsentation am 5. Januar 2015

Maja Hoffmann (* 1956 in Basel)[1] ist eine Schweizer Kunstsammlerin, Kunstmäzenin, Dokumentarfilmproduzentin und Geschäftsfrau. Sie ist Gründerin der Schweizer Luma Stiftung.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Maja Hoffmann ist die Tochter von Daria Hoffmann-Razumovsky (1925–2002) und dem Pharmamagnaten und Naturforscher Luc Hoffmann (1923–2016) sowie Enkelin des Industriellen Emanuel Hoffmann (1896–1932). Sie hat drei Geschwister: Vera, André und Daschenka. Hoffmanns Großmutter Maja Hoffmann-Stehlin (1896–1989) sammelte Werke von Pablo Picasso, Jean Arp, Fernand Léger, Jean Tinguely und Georges Braque und gründete 1933 die Emanuel-Hoffmann-Stiftung, deren Sammlung den Kern des Schaulagers bildet. Hoffmanns Cousine Maja Oeri ist ebenfalls Sammlerin und Mäzenin.

In den 1980er Jahren studierte Hoffmann Film an der The New School und an der New York University in New York City. Damals begann sie, zeitgenössische Kunst zu sammeln. 2012 bezeichnete sie das amerikanische Kulturmagazin W als eine der einflussreichsten Personen der modernen Kunstwelt.[2] ARTnews zählt sie zu den 200 bedeutendsten Kunstsammlern weltweit.[3]

Maja Hoffmann ist Teil des Aktionärspools der Roche Holding AG[4], die das Schweizer Unternehmen Hoffmann-La Roche kontrolliert.

Hoffmann hat zwei Kinder mit ihrem Lebenspartner Stanley Buchthal.[5]

Aktivitäten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Maja Hoffmann ist Präsidentin des Vereins der Kunsthalle Zürich und Vizepräsidentin des Rates der Emanuel Hoffmann-Stiftung[6] in Basel, deren Kunstsammlung von ihren Großeltern gegründet wurde und heute zum Kunstmuseums Basel Gegenwart gehört. Hoffmann ist Vorstandsmitglied der Stiftung Vincent van Gogh Arles in Arles, des New Yorker New Museum of Contemporary Art, der Londoner Serpentine Galleries und des Tate International Councils.

2004 gründete sie die Schweizer Luma Stiftung, benannt nach ihren Kindern Lukas und Marina. Die Stiftung unterstützt Aktivitäten von freien Künstlern und Pionieren sowie Institutionen, die in den Bereichen bildender und darstellender Kunst, Fotografie, Publizistik, Dokumentarfilm und Multimedia tätig sind.[7]

Im Rahmen dieser Stiftung setzte sie 2014 den Grundstein für den Kulturkomplex Luma Arles, eine experimentelle und interdisziplinäre Plattform, die sich Ausstellungen, Kunst, Forschung, Bildung und Archiven widmet. Gelegen im ehemaligen Industriegelände des Parc des Ateliers in Arles (Frankreich), umfasst es ein von Architekt Frank Gehry entworfenes Hauptgebäude, mehrere von Annabelle Selldorf sanierte Industriebauten und einen öffentlichen, von Landschaftsarchitekt Bas Smets gestalteten Park. Bis zur Eröffnung 2021 arbeitet Hoffmann mit einem künstlerischen Beraterteam (Tom Eccles, Liam Gillick, Hans Ulrich Obrist, Philippe Parreno und Beatrix Ruf) am Programm für Arles.

Bisher investierte Hoffmann etwa 150 Millionen Euro.[8][9] Der Bürgermeister von Arles hofft auf den Bilbao-Effekt in Anspielung auf die nordspanische Stadt, die seit Ende der 1990er Jahre mit ihrem von Gehry erbauten Guggenheim-Museum Bilbao zahlreiche Besucher anzieht.[10] Doch die Investitionen der „Königin von Arles“, wie sie von französischen Medien genannt wird, erregen auch Kritik. Schon vor Jahren stieß ihre Einflussnahme in Arles, das von hoher Arbeitslosigkeit betroffen ist, auf Misstrauen. Die regionale Satirezeitschrift Le Ravi stellt sie als Boss der Stadt dar. Eine Karikatur zeigt sie neben einem Stadtschild, auf dem zu lesen ist: „Herzlich willkommen in Majahoffmarles“.[11]

Als Filmproduzentin ist sie bekannt für Dokumentarfilme wie beispielsweise 2007 über Lou Reed, 2012 über Marina Abramović oder 2015 über Peggy Guggenheim.[12]

Publikationen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Luc Boltanski, Arnaud Esquerre: Bereicherung. Eine Kritik der Ware. Suhrkamp, Berlin 2018, ISBN 978-3-518-58718-8. (Online bei Google Books)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Artikel: Eintrittskarte in eine Traumwelt, S. 28, e-periodica.ch, abgerufen am 17. September 2019
  2. Diane Solway: The Insider. (abgerufen am 30. August 2019)
  3. The top 200 collectors. Art news, 2019 (abgerufen am 30. August 2019)
  4. Mehrheitsaktionäre. Abgerufen am 4. September 2019.
  5. Diane Solway: The Insider. (abgerufen am 11. September 2019)
  6. Stiftungsrat der Emanuel Hoffmann-Stiftung
  7. Accueil. Abgerufen am 4. September 2019 (französisch).
  8. Martina Meister: Erlebt auch Arles einen Bilbao-Effekt? In: Die Welt, 5. August 2017
  9. Nina Belz: Arles – wie eine Roche-Erbin das Gesicht einer provenzalischen Stadt verwandelt. In: Neue Zürcher Zeitung, 16. August 2019
  10. Ulrike Koltermann: Frankreich: Milliardärin baut Arles aus. In: ZDF, 29. Juli 2018
  11. Arles bekommt einen Eisberg In: Monopol, 7. August 2019
  12. Siehe dazu den Weblink IMDb