Majesty of the Seas (Schiff, 2005)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Majesty of the Seas
Nancy 'Majesty of the Seas' 160707-07.jpg
Schiffsdaten
Flagge FrankreichFrankreich (Nationalflagge zur See) Frankreich
Schiffstyp Hausboot
Eigner François Zanella
Baukosten 500.000 Euro
Taufe 23. Juni 2005
Schiffsmaße und Besatzung
Länge
33,5 m (Lüa)
Breite 4,75 m
Tiefgang max. 1,06 m
Verdrängung 90 t
Maschinenanlage
Maschine 2 × Dieselmotor
Maschinen-
leistung
200 PS (147 kW)
Majesty of the Seas, Bugansicht

Die Majesty of the Seas ist ein Binnenschiff und das größte Modellkreuzfahrtschiff der Welt, dem Hochseekreuzfahrtschiff Majesty of the Seas nachempfunden. Es ist 33,50 Meter lang und 4,75 Meter breit. Die Höhe beträgt 4,60 Meter bei einem Tiefgang von 1,06 Meter. Das Schiff hat eine Verdrängung von 90 Tonnen. Mit einer Höhe ab Wasserlinie von 3,54 m (ohne Schornstein; 5,54 m mit Schornstein) ist das Schiff in der Lage, durch die Schleusen und Kanäle Europas zu fahren.

Entstehung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Majesty of the Seas, Heckansicht

Der gelernte Elektriker und frühere Bergmann François Zanella (* 1949, † 2015), dessen Hobby bereits in seiner Jugend der Schiffsmodellbau war, hat das Schiff nach Originalplänen im Maßstab 1:8 in fast alleiniger Arbeit in elf Jahren Bauzeit, rund 30.000 Arbeitsstunden und Eigenkosten von 500.000 Euro in seinem Garten in Morsbach geschaffen. Ursprünglich hatte er nur vorgehabt, das Schiff im Maßstab 1:16 (also mit 16,25 Meter Länge) nachzubauen, aber seine Frau überredete ihn, ein größeres Schiff anzufertigen. Unterstützung in Form von Bauteilen wie den beiden Propellern und Einrichtungsteilen wie Möbel, Teppiche und Bad erhielt er dabei von verschiedenen Werften, unter anderem auch vom Erbauer der großen Majesty of the Seas, der Werft Chantiers de l’Atlantique in Saint-Nazaire.

Ausstattung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Innenausbau ist nicht maßstabsgetreu – es handelt sich vielmehr um ein Hausboot mit vergleichsweise luxuriöser Einrichtung. Die Inneneinrichtung setzt sich größtenteils aus Komponenten von acht Kreuzfahrtschiffen zusammen, die die Werften Zanella zur Verfügung gestellt haben. Auf zwei Etagen und 160 m² Wohnfläche verteilt befinden sich ein Esszimmer, zwei Schlafzimmer, zwei Bäder und eine Koje. Dazu kommen noch ein Aufzug, eine Garage für ein kleines Auto sowie eine 60 m² große Terrasse auf dem Dach. Angetrieben wird das Schiff von zwei Dieselmotoren mit je 100 PS. Im Wulstbug sind zwei Bugstrahlruder mit je 52 PS für einfachere Anlege- und Ablegemanöver eingebaut.

Stapellauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Großes Interesse beim Stapellauf

Der Transport des Schiffes in das lothringische Sarreguemines begann am 21. Juni 2005 und sollte drei Tage dauern. Per Tieflader wurde das Schiff die 60 Kilometer lange Strecke über Land an die Saar gebracht. Am 23. Juni 2005 wurde die Majesty of the Seas in die Saar zu Wasser gelassen und von der Ruderin Maud Fontenoy getauft. Bis zuletzt war nicht ganz sicher, ob das Schiff im Wasser grade liegen oder Schlagseite haben würde. Der Transport fand in Frankreich ein großes Medieninteresse und wurde neben einigen tausend Schaulustigen auch von Fernsehteams begleitet.

Die Kosten des Transports in Höhe von rund 120.000 Euro hat die Stadt Sarreguemines übernommen – dafür musste Zanella sein Schiff einige Monate im Dienst der Stadt für Touristen öffnen und sie durch das Schiff führen. Erst im Frühjahr 2006 ging er selbst mit seinem Schiff auf Rundreise in Frankreich. Bis dahin komplettierte er noch den Innenausbau.

Bis zuletzt lebte er mit seiner Frau auf dem Schiff. Nach Zanellas Tod wurde das in Sarreguemines ankernde Schiff zum Verkauf angeboten. Es soll nun doch im Besitz der Familie verbleiben und im Sommer 2017 aus dem Wasser gehoben und an Land auf ein Grundstück der Familie im 40 km entfernten Spittel verbracht werden.[1]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Majesty of the Seas – Sammlung von Bildern

Belege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Le Majesty of the Seas jette l'ancre à L'Hôpital (fr), Le Républicain Lorrain, 1. Januar 2017, Zugriff 23. Januar 2017