Majid Bekkas

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Majid Bekkas (* 1957 in Salé als Abdelmajid Bekkas[1]) ist ein marokkanischer Musiker (Oud, Gimbri, aber auch Gesang und Gitarre), der sowohl in der Weltmusik als auch im Jazz hervorgetreten ist.

Madjid Bekkas, Africa Festival Würzburg 2015

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bekkas wuchs überwiegend in Zagora auf; er entstammt einer Gnawa-Familie. Als Jugendlicher spielte er Banjo in Jil-Gruppen wie Nass El Ghiwane. Am Konservatorium für Musik und Tanz in Rabat studierte er seit 1975 klassische Gitarre und Oud. In der Gnawamusik wurde er von Ba Houmane unterwiesen. Von 1981 bis 1983 war er auf verschiedenen Posten in der Verwaltung tätig.[1] Nach ersten Erfahrungen mit eigenen Bands in den 1980er Jahren gründete er 1990 sein Trio Gnaoua Blues Band, in dem er versuchte, Blues und Gnawamusik aufeinander zu beziehen. In den nächsten Jahren bezog er Jazz ein; seit 1996 ist er der künstlerische Leiter des Festivals Jazz au Chellah. Zunächst dort trat er auch mit Musikern wie Louis Sclavis, Archie Shepp, Peter Brötzmann oder Hamid Drake auf. Bis 2005 wirkte er auch als Professor für Gitarre in seiner Heimatstadt.

Bekkas trat auf internationalen Festivals wie WOMEX Sevilla 2003, Grenoble Jazz Festival oder Schloss Elmau als Solist, im Trio oder auch in weltmusikalischen Projekten mit großem Erfolg auf. Ramón López lud ihn 2002 ein, an seinem Tributalbum für Roland Kirk mitzuwirken. 2006 gründete er ein Trio mit Joachim Kühn und Ramón López, das im August 2013 sein fünftes Album vorgelegt hat. Mit Klaus Doldinger und Passport ging er auf Tournee und nahm auch mit Chris Hinze auf.

Preise und Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit „Daymallah“ ist Bekkas auf der Sammel-CD Desert Blues 2 vertreten, die von führenden Musikjournalisten und - produzenten für das renommierte Roots-Magazin zur besten Kompilation des Jahres 2002 gewählt wurde. 2004 erhielt er für sein Album Mogador (mit Flavio Boltro) den Django d’Or.[2] Das Album Passport to Morocco, für dessen Produktion er Doldingers Verbindungsmann nach Marokko war, erhielt 2009 aufgrund der Verkaufszahlen einen German Jazz Award. 2010 wurde Bekkas der Al-Farabi-Preis für seine Bemühungen um die klassische Musik des Maghreb verliehen.[3]

Diskographische Hinweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • African Gnaoua Blues, mit Rachid Zeroual, Khalid Kouhen, Paolo Radoni und Marc Lelangue (IglooMondo, 2001)
  • Nomad Spirit, mit Abaji, Djivan Gasparian, Ramesh Shotham (Network, 2005)
  • Kalimba, mit Joachim Kühn und Ramón López (Act Records, 2007)
  • Marula in All mit Uwe Kropinski, Michael Heupel, Aly Keïta (Morgenland Records, 2008)
  • Out of the Desert, mit Joachim Kühn und Ramón López (Act Records, 2009)
  • Makemba, mit Louis Sclavis, Minino Garay, Aly Keïta, Serge Marne, Abdelfettah Houssaini, Abdessadek Bounhar, Rachid el Fadli, Joseph Bessam Kouassi, (IglooMondo, 2010)
  • Chalaba, mit Joachim Kühn und Ramón López (Act Records, 2011)
  • Mabrouk, mit Ablaye Cissoko und Khalid Kouhen (Bee Jazz, 2013)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Tobias Richtsteig Majid Bekkas: Ich muss diese Mischung zusammenbringen Jazz Podium 2/2011: 30

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Aujourd'hui le Maroc, 18. August 2008
  2. Maghress: Django D'Or pour Majid Bekkas
  3. Al Farabi Prize