Makalero

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Die größten Sprachgruppen in den Sucos Osttimors.[1]
Anteil von Makalero-Muttersprachlern in den Sucos Osttimors.

Makalero (Macalero, Maklere) sind eine Ethnie in Osttimor, die die Papuasprache Makalero sprechen. Sie wird traditionell nur im Verwaltungsamt Iliomar (Gemeinde Lautém) von 7.500 Menschen gesprochen. Eine größere Gruppe Makaleros lebt in der Gemeindehauptstadt Lospalos (in Sawarica und Natura) und in der Landeshauptstadt Dili (etwa 260, hauptsächlich in Becora). Insgesamt ist Makalero für 8.686 Osttimoresen die Muttersprache (2015)[2] Sie ist eine der 15 in der Verfassung anerkannten Nationalsprachen Osttimors.

Übersicht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name „Makalero“ bedeutet „die Menschen, die niemals müde werden“.[3]

Die Gesellschaft ist patriarchal. Die Familie der Braut zahlt eine Mitgift (betis/balarque).[3] Eine große Rolle spielt bei den Makalero Fulidai-dai, was man mit einem kulturellen System der Nachbarschaftshilfe vergleichen kann. Fulidai-dai, in seinem Kern, fördert eine verstärkte Zusammenarbeit, gegenseitige Hilfe und freiwillige Beiträge. Sein Hauptzweck besteht darin, Einzelpersonen, zum Handeln für einen Beitrag zum Wohle der Gemeinde anstatt zum Wohle eines Einzelnen zu fördern. Zu den Grundsätzen gehören Solidarität, Kollektivität, Austausch und gegenseitige Hilfe. So werden gemeinsam Ackerland gewonnen, gepflanzt, geerntet, Häuser gebaut oder Festlichkeiten vorbereitet.[4]

Fehlverhalten wird mit der Tradition des Tarabandu (Tara Bandu) behandelt. Beispielsweise beleidigte ein Dorfbewohner während einer Zeremonie Vertreter der Regierung. Der Übeltäter stiftete Fleisch und den lokalen Palmwein für eine Tarabandu-Zeremonie mit den Ältesten und lokalen Würdenträgern aus der ganzen Gemeinde Lautém, inklusive des katholischen Pfarrers. Während der Zeremonie wurde über das Vergehen gesprochen und darüber, wie wichtig Vergebung sei. Der Name des Übeltäters wurde dabei nie genannt, weil das gesamte Dorf die Verantwortung für das Fehlverhalten des Einzelnen übernommen hatte.[4]

Bekannte Vertreter der Ethnie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Amt Osttimors, Ergebnisse der Volkszählung von 2010 der einzelnen Sucos (Memento vom 23. Januar 2012 im Internet Archive)
  2. Direcção-Geral de Estatística: Ergebnisse der Volkszählung von 2015, abgerufen am 23. November 2016.
  3. a b Ernest Chamberlain: The Struggle in Iliomar: Resistance in rural East Timor Iliomar Sub-District, 2017, abgerufen am 26. Dezember 2017.
  4. a b About Iliomar (Memento vom 8. März 2010 im Internet Archive)
  5. „Chapter 7.4 Arbitrary detention, torture and ill-treatment“ (PDF; 2,0 MB) aus dem „Chega!“-Report der CAVR (englisch)