Makkabiade

Die Makkabiade in Israel, auch Makkabiah (hebräisch מכביה) oder Makkabia genannt, ist die größte internationale jüdische Sportveranstaltung. Sie ist ähnlich wie die Olympischen Spiele konzipiert. Die Makkabiade entstand aus der vom Zionismus geprägten jüdischen Makkabi-Sportbewegung. Zum ersten Mal wurde sie 1932 in Tel Aviv veranstaltet. Seit 1953 findet sie regelmäßig alle vier Jahre statt. Die Organisation liegt bei der Maccabi World Union (Makkabi-Weltverband). Nach dem Verständnis der Veranstalter soll die Makkabiade über den sportlichen Wettkampf hinaus die Zusammengehörigkeit der Juden in aller Welt untereinander und mit dem Staat Israel stärken.[1]
Daneben gibt es weitere Multisportveranstaltungen für jüdische Sportler aus aller Welt: in Europa (die European Maccabi Games im Sommer, seit 1929, sowie bisher drei Winter-Makkabiaden), Lateinamerika (Juegos Macabeos Panamericanos, seit 1964) und USA/Kanada (JCC Maccabi Games, seit 1982). Die Spiele in Europa und Lateinamerika finden alle vier Jahre statt – jeweils zwischen den Makkabiaden in Israel. Bei den JCC Maccabi Games in USA/Kanada gibt es zwei wesentliche Unterschiede: Es sind Jugendwettkämpfe für Teenager im Alter von 13 bis 17 Jahren, und sie finden jährlich statt.
Bezeichnungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Makkabiade
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Bezeichnung Makkabiade verweist auf die Entstehung aus der jüdischen Makkabi-Sportbewegung, die Maccabi World Union als Organisator und die zahlreichen Makkabi-Verbände,[2] die die Delegationen der Sportler entsenden. Der ursprüngliche Namensgeber der Makkabi-Vereine ist Judas Makkabäus, der im 2. Jahrhundert v. Chr. den Makkabäer-Aufstand anführte und dessen Beiname Makkabäus im Hebräischen ha-Makkabi lautet. Meist wird erklärt, dieser Beiname sei von aramäisch makkaba = „Hammer“ abgeleitet.
Die Endung -iade ist dieselbe wie bei Olympiade (als inoffizielle, eigentlich nicht korrekte Bezeichnung für die Olympischen Spiele) und Spartakiade.
In etlichen Sprachen gibt es dieselbe Wortbildung, z. B. französisch, italienisch und niederländisch Maccabiade oder portugiesisch Macabíada, nicht jedoch im Englischen.
Die Bezeichnung Makkabiade bezieht sich in der Regel auf die Makkabiade in Israel, die größte und bedeutendste Makkabiade. Für die Wettkämpfe in Europa und Amerika sind zur Unterscheidung eigene Bezeichnungen nötig, z. B. European Maccabi Games. Die Bezeichnung Makkabiade wurde aber auch für die European Maccabi Games beispielsweise in Rom, Berlin oder Budapest verwendet.[3][4][5] Als kürzere Bezeichnung für die Juegos Macabeos Panamericanos in Lateinamerika wird in spanischsprachigen Medien auch die Entsprechung zu Makkabiade verwendet (meist im Plural): Macabeadas[6] oder Macabeadas Panamericanas.[7]
Makkabiah, Makkabia, Maccabiah
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die hebräische Bezeichnung ist Makkabiah (מכביה), der Plural lautet Makkabiot. Im Deutschen ist neben Makkabiah auch die Schreibweise Makkabia gebräuchlich.
Im Englischen werden die Makkabiaden entweder Maccabiah genannt (vgl. die Weblinks) oder, mit Verdeutlichung der Wortbedeutung, Maccabiah Games („Makkabiah-Spiele“). Der Verband Makkabi Deutschland verwendet bevorzugt die hebräische bzw. englische Bezeichnung Maccabiah und eher selten die Bezeichnung Makkabiade.[8][9]
Jüdische Olympische Spiele
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Um auf die Ähnlichkeit zu den Olympischen Spielen hinzuweisen, werden die Makkabiaden manchmal als „jüdische Olympische Spiele“[10] oder „Olympische Spiele der Juden“[11] bezeichnet – oder auch als „jüdische Olympiade“[12] bzw. „Olympiade der Juden“.[12] Ein Wiener Journalist berichtete, anlässlich der European Maccabi Games 2011 in Wien habe die Redaktion der Zeitung Heute lange darüber diskutiert, ob man eher „Olympische Spiele der Juden“ oder „Jüdische Olympische Spiele“ schreiben solle.[13]
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Vorgeschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Auf dem Weg zur Makkabiade steht die Ausbildung jüdischer Turn- und Sportvereine. Im 19. Jahrhundert waren Juden zahlreich in den europäischen Turnvereinen vertreten. Die Errichtung jüdischer Vereine ist durch zwei Effekte begründet: Einerseits wurden Juden aufgrund des wachsenden Antisemitismus aus nationalen Turnvereinen gedrängt; ein drastisches Beispiel dafür ist Österreich-Ungarn, dort wurden 1901 die Juden aus den Turnvereinen ausgeschlossen. Andererseits motivierte der aufkommende Nationalismus einige Juden, sich jüdischen Vereinen anzuschließen.
1895 wurde in Konstantinopel der erste jüdische Turnverein gegründet, doch von diesem Verein ging keine Signalwirkung aus. Erst nach Max Nordaus Rede auf dem zweiten Zionistischen Kongress über das „Muskeljudentum“, in der er das körperliche Training der Juden forderte, wurde 1898 in Berlin der Turnverein Bar Kochba gegründet. Noch sechs Monate älter ist der national-jüdische Verein Attila Groningen (Niederlande), der älteste jüdische Turn- und Sportverein in Europa, der jedoch die Zusammenarbeit mit den zionistischen Makkabi-Vereinen strikt ablehnte und wie die HaPoel-Vereine nicht bereit war, an der Makkabiade bis nach 1945 teilzunehmen.[14] Deutschland und insbesondere Berlin spielten für die Bildung der zionistischen Turnvereine und für die Bildung der Makkabia die zentrale Rolle: Hier wurde die zionistische Jüdische Turnzeitung verlegt, und die leitenden Mitglieder hatten wichtigen Einfluss auf die Gründung anderer Vereine in Deutschland und im Ausland (z. B. entstanden die ersten Turnvereine in Palästina unter tatkräftiger Hilfe der ehemaligen Berliner Bar-Kochba-Mitglieder Elias Auerbach und Ernst Hermann), des Makkabi-Weltverbandes und schließlich der Makkabia selbst.
Für die zionistische Bewegung war turnerische Übung wichtig, was man an den Reden und Veranstaltungen an den Kongressen sehen kann. Auf dem 6. Zionistischen Kongress 1903 hielt Mandelstamm eine Rede, in der er genauso wie zuvor Nordau die körperliche „Hebung“ der Juden forderte. Außerdem wurden turnerische Vorführungen veranstaltet und auf diesem 6. Kongress die „Jüdische Turnerschaft“, der Verband zionistischer Turnvereine, gegründet, der später der Makkabi-Weltverband geworden ist. 1921 wurde auf dem 21. Zionistischen Kongress in Karlsbad der Makkabi-Weltverband gegründet. In den Vereinen sollte der jüdischen Jugend der Zionismus nahegebracht werden, denn das körperliche Training wurde nicht als Selbstzweck betrachtet, sondern propagiert, um den „Volkskörper“ zu gesunden und um die Jugend an die körperliche Arbeit in Palästina zu gewöhnen. Die Makkabi-Bewegung arbeitete deswegen eng mit der zionistischen Jugendorganisation Hapoel Hazair und den Hachschara-Zentren (Ausbildungszentren zur Auswanderung nach Palästina) zusammen. Einzelne jüdische Turntage werden in Europa abgehalten, wie der Turntag 1930 in Antwerpen.
Die Geschichte der Makkabi-Sportvereine ist nur ein Teil der gesamten jüdischen Turnbewegung, neben den Makkabi-Vereinen gab es z. B. noch die HaPoel-Arbeitersportvereine (gegründet 1924), den Reichsbund jüdischer Frontsoldaten (RjF), die revisionistischen Betar-Sportvereine (gegründet 1924) und den religiösen Sportverein Elitzur (gegründet 1939). An den ersten beiden Makkabiaden nahmen der RjF und der Betar nicht teil, sie sandten aber Vertreter zu den Eröffnungsfeierlichkeiten. Die jüdische Sportwelt war also ähnlich zersplittert wie das politische Leben der Juden. Diese Aufsplitterung zeigt, dass auch der Sport politisiert wurde. Sie sollte sich erst lange nach der Staatsgründung auflösen.
Die ersten Makkabiaden
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Die ersten Makkabiaden fanden in Europa statt: 1929 in Prag und 1930 in Antwerpen (siehe Tabelle unten).
Anlässlich der ersten Makkabiade 1932 im Gebiet des heutigen Staates Israel (damals Mandatsgebiet Palästina) wurde bei Tel Aviv das erste Sportstadion des Landes gebaut und gerade noch rechtzeitig fertiggestellt. Die Makkabiade fand vom 28. März bis zum 6. April 1932 statt, mit 20.000 Besuchern und 390 Athleten aus 18 Ländern. Das Jahr 1932 war symbolisch: Genau 1800 Jahre zuvor hatte der Bar-Kochba-Aufstand gegen die Römer begonnen.
Drei Jahre später fand vom 2. bis 10. April 1935 die zweite Makkabiade mit 40.000 bis 50.000 Besuchern und 1250 Sportlern aus 28 Ländern statt.
In den Jahren 1933 und 1936, also jeweils ein Jahr nach den ersten beiden Makkabiaden im heutigen Israel, wurde eine Winter-Makkabiade in Europa veranstaltet. Die nächste Winter-Makkabiade gab es erst im Jahr 2023 (siehe Tabelle unten).
Makkabiade in Israel
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Bisherige Austragungen
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| Nr. | Jahr | Zeitraum | Hauptaustragungsort | Teilnehmer | Nationen | Details (engl.) |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. | 1932 | 28. März – 6. April | Makkabia-Stadion, Tel Aviv | 390 | 18 | 1932 |
| 2. | 1935 | 2.–10. April | Makkabia-Stadion, Tel Aviv | 1250 | 28 | 1935 |
| 3. | 1950 | 28. Sept. – 11. Okt. | Ramat-Gan-Stadion | ca. 800 | 20 | 1950 |
| 4. | 1953 | 22.–29. Sept. | Ramat-Gan-Stadion | 892 | 22 | 1953 |
| 5. | 1957 | 15.–24. Sept. | Ramat-Gan-Stadion | 980 | 20 | 1957 |
| 6. | 1961 | 29. Aug. – 5. Sept. | Ramat-Gan-Stadion | 1000 | 27 | 1961 |
| 7. | 1965 | 23. – 31. Aug. | Ramat-Gan-Stadion | 1200 | 27 | 1965 |
| 8. | 1969 | 28. Juli – 7. Aug. | Ramat-Gan-Stadion | 1450 | 27 | 1969 |
| 9. | 1973 | 9.–19. Juli | Ramat-Gan-Stadion | 1500 | 26 | 1973 |
| 10. | 1977 | 12.–21. Juli | Ramat-Gan-Stadion | 2700 | 34 | 1977 |
| 11. | 1981 | 6.–16. Juli | Ramat-Gan-Stadion | 3450 | 33 | 1981 |
| 12. | 1985 | 15.–25. Juli | Ramat-Gan-Stadion | 3700 | 37 | 1985 |
| 13. | 1989 | 3.–13. Juli | Ramat-Gan-Stadion | 4400 | 45 | 1989 |
| 14. | 1993 | 5.–15. Juli | Ramat-Gan-Stadion | 5100 | 48 | 1993 |
| 15. | 1997 | 14.–24. Juli | Ramat-Gan-Stadion | 5100 | 33 | 1997 |
| 16. | 2001 | 16.–23. Juli | Teddy-Stadion, Jerusalem | 3300 | 49 | 2001 |
| 17. | 2005 | 11.–23. Juli | Ramat-Gan-Stadion | 7700 | 55 | 2005 |
| 18. | 2009 | 13.–23. Juli | Ramat-Gan-Stadion | 9000 | 55 | 2009 |
| 19. | 2013 | 18.–30. Juli | Teddy-Stadion, Jerusalem | 9000 | 76 | 2013 |
| 20. | 2017 | 4.–18. Juli | Teddy-Stadion, Jerusalem | 10.000 | 85 | 2017 |
| 21. | 2022 | 14.–26. Juli | Teddy-Stadion, Jerusalem | 10.000 | 74 | 2022 |
Verschobene Austragungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die dritte Makkabiade war für 1938 geplant, wurde aber damals wegen des Arabischen Aufstands nicht durchgeführt. Danach kam es aufgrund der nationalsozialistischen Schrecken, des Zweiten Weltkriegs und des Palästinakriegs zu keiner weiteren Makkabiade. Die dritte Makkabiade wurde erst im Jahr 1950 ausgetragen, zwei Jahre nach der israelischen Unabhängigkeitserklärung.
Seit 1950 fanden regelmäßig Makkabiaden statt. Nach der vierten Makkabiade (1953) wurde analog zu den Olympischen Spielen ein Rhythmus von vier Jahren festgelegt. Seitdem gab es zweimal eine Verschiebung um ein Jahr. Die 21. Makkabiade wurde wegen der COVID-19-Pandemie von 2021 auf 2022 verschoben. Die 22. Makkabiade sollte gemäß dem vorigen Vier-Jahres-Rhythmus im Juli 2025 stattfinden; wegen des Israelisch-iranischen Kriegs im Juni 2025 wurde sie kurzfristig auf das nächste Jahr verschoben.[15]
Austragungskategorien
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Derzeit werden die Wettkämpfe in vier Kategorien mit den folgenden englischen Bezeichnungen ausgetragen:[1]
- Open: keine Altersgrenze. Austragung gemäß den internationalen Regeln in jeder Disziplin. In dieser Kategorie treten die besten Sportler an.
- Junior: für jugendliche Sportler im Alter von 15 bis 18 Jahren.
- Masters: Einteilung der Erwachsenen in mehrere Altersgruppen, um älteren Sportlern einen fairen Wettkampf zu bieten.
- Paralympics: für behinderte Sportler, analog zu den Paralympischen Spielen.
Regionale Makkabiaden
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Als Maccabiah Regional Games bezeichnet die Maccabi World Union internationale jüdische Sportwettkämpfe, die mit den Makkabiaden in Israel vergleichbar sind, aber außerhalb von Israel stattfinden. Zu diesen „regionalen“ Wettkämpfen zählt sie die European Maccabi Games, die „panamerikanischen“ Makkabi-Spiele in Lateinamerika und die JCC Maccabi Games in „Nordamerika“ (d. h. USA und Kanada), ferner auch die Winterspiele in Europa, die bisher nur dreimal ausgetragen wurden.[16]
Europa
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]European Maccabi Games
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die europäischen Makkabi-Sommerspiele werden offiziell European Maccabi Games genannt. Sie fanden seit 1979 im Vier-Jahres-Rhythmus statt (jeweils zwei Jahre nach der Makkabiade in Israel), jedoch nicht im Jahr 2023. Austragungsorte waren:[17]
| Nr. | Jahr | Zeitraum | Austragungsort | Teilnehmer |
|---|---|---|---|---|
| 1. | 1929 | Prag, Tschechoslowakei | ||
| 2. | 1930 | Antwerpen, Belgien | ||
| 3. | 1959 | Kopenhagen, Dänemark | ||
| 4. | 1963 | Lyon, Frankreich | ||
| 5. | 1979 | Leicester, Vereinigtes Königreich | ||
| 6. | 1983 | Antwerpen, Belgien | ||
| 7. | 1987 | Kopenhagen, Dänemark | ||
| 8. | 1991 | Marseille, Frankreich | ||
| 9. | 1995 | Amsterdam, Niederlande | ||
| 10. | 1999 | Stirling, Vereinigtes Königreich | ||
| 11. | 2003 | Antwerpen, Belgien | ||
| 12. | 2007 | Rom, Italien | > 2000[18] | |
| 13. | 2011 | Wien, Österreich | 2000[19] | |
| 14. | 2015 | 27. Juli – 5. August | Berlin, Deutschland | > 2000[20] |
| 15. | 2019 | 29. Juli – 7. August | Budapest, Ungarn | 2300[21] |
Bei den European Maccabi Games kommen die meisten Delegationen aus europäischen Ländern. Beispielsweise kamen 38 Delegationen zu den Spielen in Berlin (2015), davon 10 aus Ländern außerhalb Europas (Argentinien, Armenien, Aserbaidschan, Australien, Georgien, Israel, Kanada, Mexiko, Südafrika, USA).[22]
Im Jahr 2023 gab es keine Sommerspiele, stattdessen nach langer Zeit wieder einmal Winterspiele in Europa (siehe unten). Im Jahr 2024 wurden in London europäische Sommerspiele nur für Jugendliche im Alter von 12 bis 18 Jahren veranstaltet (European Maccabi Youth Games). Mehr als 800 junge Sportler aus 18 Ländern nahmen an den Wettkämpfen in sieben Sportarten teil.[23]
Winter-Makkabiaden
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Bisher gab es drei Winter-Makkabiaden: 1933, 1936 und – mit 87 Jahren Abstand – zum dritten Mal im Jahr 2023. Wegen des warmen Klimas in Israel wurden sie in Europa ausgetragen.
| Nr. | Jahr | Zeitraum | Austragungsort | Teilnehmer | Nationen |
|---|---|---|---|---|---|
| 1. | 1933 | 2.–5. Februar | Zakopane, Polen | 250 | 8[24] |
| 2. | 1936 | 18.–22. Februar | Banská Bystrica, Tschechoslowakei | 2000 | 12[25] |
| 3. | 2023 | 2.–9. Januar | Ruhpolding, Deutschland | 400 | 20[26] |
In der Online-Sammlung des Jüdischen Museums Berlin sind mehr als 50 Fotos von den Winterspielen 1936 in Banská Bystrica abrufbar.[27]
Lateinamerika: Juegos Macabeos Panamericanos
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Confederación Latinoamericana Macabi (CLAM) veranstaltet seit 1964 Panamerikanische Makkabi-Spiele (spanisch Juegos Macabeos Panamericanos, englisch Pan American Maccabi Games) in Lateinamerika.[28] Wie die European Maccabi Games finden sie seit 1979 alle vier Jahre statt – in denselben Jahren wie die Spiele in Europa.
| Nr. | Jahr | Austragungsort | Teilnehmer | Nationen |
|---|---|---|---|---|
| 1. | 1964 | Buenos Aires, Argentinien | 400 | 7 |
| 2. | 1966 | São Paulo, Brasilien | 500 | 10 |
| 3. | 1976 | Lima, Peru | 700 | 11 |
| 4. | 1979 | Mexiko-Stadt, Mexiko | 1200 | 12 |
| 5. | 1983 | São Paulo, Brasilien | 900 | 11 |
| 6. | 1987 | Caracas, Venezuela | 1600 | 16 |
| 7. | 1991 | Montevideo, Uruguay | 2000 | 16 |
| 8. | 1995 | Buenos Aires, Argentinien | 1800 | 17 |
| 9. | 1999 | Mexiko-Stadt, Mexiko | 1700 | 14 |
| 10. | 2003 | Santiago de Chile, Chile | 2400 | 15 |
| 11. | 2007 | Buenos Aires, Argentinien | ||
| 12. | 2011 | São Paulo, Brasilien[29] | 16 | |
| 13. | 2015 | Chile[30] | ||
| 14. | 2019 | Mexiko-Stadt[31] | ||
| 15. | 2023 | Buenos Aires, Argentinien[32] | 4000[32] | 21[33] |
Zu den Spielen 2023 in Buenos Aires kamen Delegationen aus 21 Ländern, davon 11 aus Lateinamerika (Argentinien, Brasilien, Chile, Guatemala, Kuba, Mexiko, Panama, Paraguay, Peru, Uruguay, Venezuela), 5 aus Europa (Frankreich, Großbritannien, Italien, Schweiz, Ungarn) und 5 aus anderen Regionen (Australien, Israel, Simbabwe, Südafrika, USA).[33]
Nordamerika: JCC Maccabi Games
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im Gegensatz zu den vorgenannten jüdischen Sportveranstaltungen sind bei den JCC Maccabi Games in Nordamerika nur jugendliche Sportler im Alter von 13 bis 17 Jahren zugelassen.[34] Ein weiterer Unterschied ist, dass die JCC Maccabi Games jährlich veranstaltet werden[34] (außer in 1983, 2020 und 2021[35]). Laut aktuellen Angaben nehmen jährlich mehr als 2500 junge Sportler aus derzeit acht Ländern an Wettkämpfen in 14 Disziplinen teil.[36] Die Internationalität ist somit bei diesen Spielen vergleichsweise gering ausgeprägt.
Die JCC Maccabi Games finden seit 1982 statt, zumeist in den Vereinigten Staaten, manchmal auch in Kanada. Die Veranstaltung wird gemeinsam von vier Verbänden getragen: JCC Association of North America, Maccabi World Union, Maccabi USA und Maccabi Canada.[34] Die Abkürzung JCC steht für Jewish Community Center. Bei den Spielen repräsentiert jede Delegation ein Jewish Community Center.[37]
Die JCC Maccabi Games werden entweder an einem Ort oder an mehreren Orten gleichzeitig ausgetragen. Bis 2018 waren bereits 56 verschiedene Städte und zwei Counties in den USA Gastgeber der Spiele; bis 2025 kam kein neuer Ort hinzu. Auch drei Städte in Kanada waren Austragungsorte: Toronto (1986; wieder im Jahr 2026, zusammen mit Kansas City, KS), Montreal (2002, zusammen mit vier Städten in den USA) und Vancouver (2006, zusammen mit drei Städten in den USA).[35]
Um die Verbindung mit Israel zu stärken, wurden die JCC Maccabi Games zweimal parallel in Israel ausgetragen: in den Jahren 2011 (zusammen mit Philadelphia und Springfield, MA) und 2023 (zusammen mit Fort Lauderdale/Davie).[35]
Siehe auch
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Felix Simmenauer: Die Goldmedaille. Erinnerungen an die Bar Kochba-Makkabi Turn- und Sportbewegung 1898–1938 (= Deutsche Vergangenheit. Band 36). Hentrich, Berlin 1989 & 1991, ISBN 3-926175-65-6. Mit einem Beitrag von Kurt Schilde: Spurensicherung. Jüdischer Sport von 1933–1938. (Simmenauer war ein Pionier der Bewegung.)
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ a b Who we are maccabiah.com.
- ↑ Who We Are: Worldwide maccabi.org (Liste der supranationalen und nationalen Makkabi-Verbände).
- ↑ Makkabiade: Erfolgreiche Österreicher derstandard.at, 26. Juli 2007.
- ↑ Makkabiade Berlin: Das deutsche jüdische Sportfest zeit.de, 31. Juli 2015.
- ↑ Makkabiade in Ungarn: Der Sport als Hoffnungsträger deutschlandfunkkultur.de, 26. Juli 2019.
- ↑ En Buenos Aires, emotivo final para unas Macabeadas especiales israeleconomico.com, 5. Januar 2024.
- ↑ Se vienen las Macabeadas Panamericanas en Buenos Aires radiojai.com, 27. April 2023.
- ↑ Geschichte der Maccabiah auf makkabi.de, abgerufen am 25. Dezember 2025. In diesem Text kommt elfmal Maccabiah und nur einmal Makkabiade vor.
- ↑ Was ist Makkabi? auf makkabi.de, abgerufen am 25. Dezember 2025. In diesem Text kommt fünfmal Maccabiah und nur einmal Makkabiade vor.
- ↑ „Jüdische Olympische Spiele“: 21. Ausgabe der Makkabiade beginnt israelnetz.com, 14. Juli 2022.
- ↑ Tuvia Tenenbom: Wenn Einstein mit Freud Fußball spielt zeit.de, 31. Juli 2013.
- ↑ a b Maccabia: Die Olympiade der Juden deutschlandfunkkultur.de, 3. Juli 2015.
- ↑ „Den objektiven Journalismus kann es nicht geben“ Interview, wina-magazin.at, Juni 2013.
- ↑ Arnd Krüger, Astrid Sanders: Jewish Sports in the Netherlands and the Problems of Selective Memory. In: Journal of Sport History, 26 (1999), S. 271–286 (online bei jstor.org).
- ↑ Due to security situation Maccabiah Games postponed to summer 2026 ynetnews.com, 16. Juni 2025.
- ↑ Maccabiah: Regional Games maccabi.org.
- ↑ Geschichte der EMG makkabi.de, abgerufen am 24. Dezember 2025. – Die Angabe „Glasgow“ bei 1999 ist ein Fehler. Richtig ist: Stirling, siehe z. B. Artikel auf BBC News, 26. Juli 1999 (englisch).
- ↑ 12th European Maccabiah Games begin in Rome jpost.com, 6. Juli 2007.
- ↑ At Maccabi Games in Vienna, symbolism — and the opposite sex jta.org, 11. Juli 2011.
- ↑ Offizielle Website der European Maccabi Games 2015 in Berlin
- ↑ 2,300 Jewish athletes gather in Budapest for European Maccabi Games jta.org, 29. Juli 2019.
- ↑ Delegationen auf der Website der EMG2015 in Berlin.
- ↑ European Maccabi Youth Games 2024 makkabi.de.
- ↑ Spiele mit Geschichte juedische-allgemeine.de, 4. Januar 2023.
- ↑ Die Winter-Makkabiah 1936 hagalil.com, 3. Januar 2023.
- ↑ Jüdische Winterspiele in Ruhpolding eröffnet israelnetz.com, 3. Januar 2023.
- ↑ Fotos von den Makkabi-Winterspielen 1936 in Banska Bystrica bei objekte.jmberlin.de.
- ↑ Historia de los Juegos Macabeos Panamericanos diariojudio.com, 1. Dezember 2011 (spanisch).
- ↑ XII Juegos Macabeos Panamericanos Brasil 2011 cdi.org.mx (Centro Deportivo Israelita, Mexiko), 25. November 2023.
- ↑ Juegos Macabeos Panamericanos Chile 2015 Artikelsammlung auf diariojudio.com (spanisch).
- ↑ Juegos Macabeos Panamericanos México 2019 Artikelsammlung auf diariojudio.com (spanisch).
- ↑ a b Offizielle Website zu den Juegos Macabeos Panamericanos 2023 in Buenos Aires (spanisch und englisch).
- ↑ a b Redes delegaciones auf der Website zu den Spielen 2023 in Buenos Aires.
- ↑ a b c JCC Maccabi Games jccmaccabi.org.
- ↑ a b c JCC Maccabi Host Communities jccmaccabi.org.
- ↑ Homepage der JCC Maccabi Games, abgerufen am 25. Dezember 2025.
- ↑ Games Overview jccmaccabi.org.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Maccabiah, offizielle Website zur Makkabiade in Israel (hebräisch und englisch)
- Maccabiah History, Website zur Geschichte der Makkabiaden in Israel (englisch)
- Enthusiastische Selbstorganisation Jungle World, 9. Juli 2009 (mit historischem Rückblick)