Makrosomie

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Klassifikation nach ICD-10
P08 Störungen im Zusammenhang mit langer Schwangerschaftsdauer und hohem Geburtsgewicht
ICD-10 online (WHO-Version 2016)

Makrosomie, (von griechisch μακρός makros ‚groß‘, ‚weit‘, ‚lang‘ und griechisch σῶμα sṓma ‚Körper‘) bezeichnet eine abnormale Größe des Körpers, von Körperteilen oder von Organen, also einen Großwuchs.[1]

Im Gegensatz zum Riesenwuchs, auch Gigantismus oder Hypersomie genannt, wird mit "Makrosomie" meist jedoch die fetale Makrosomie bezeichnet.[2][3]

Fetale Makrosomie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hinweis: Alle hier angegebenen Durchschnittswerte gelten ausschließlich für die Europäer oder deren Nachkommen. Bei Kindern aus anderen Bevölkerungsgruppen gelten andere Perzentilen.

Die Makrosomie ist definiert als ein Geburtsgewicht oberhalb der 95. Perzentile (4350 g).[2] Das Normalgewicht in der vollendeten 40. Schwangerschaftswoche bei männlichen Einlingen liegt bei 3600 g. Normale Geburtsgewichte liegen innerhalb eines Toleranzbereichs von 10 %. Bei makrosomen Feten kann die Abweichung bis zu 20 % betragen.

Makrosome Feten werden meist durch einen mütterlichen Diabetes mellitus oder einen Gestationsdiabetes (Schwangerschaftsdiabetes) verursacht.[3]

Heutzutage raten die Ärzte bei makrosomen Feten von einer vaginalen Geburt ab, da während der Geburt die Belastungen für Mutter und Kind zu groß sind. Es hat sich gezeigt, dass bei makrosomen Feten oberhalb von 4000–4500 g während der vaginalen Geburt ein 2,5-fach höheres Risiko einer neurologisch bedingten Störung durch Schädigung des Armgeflechts besteht als bei normalgewichtigen Feten.

Im Rahmen von Syndromen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Begriff Makrosomie tritt bei folgenden Syndromen auf:

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • M. Bleichenbacher, A. F. Haenel: Das perinatale Risiko bei erheblicher Makrosomie. Untersuchung aufgrund der Datenbank der Arbeitsgemeinschaft schweizerischer Frauenkliniken (ASF) 1983-1992. In: Geburtshilfe und Frauenheilkunde. Bd. 55, Nr. 6, Juni 1995, S. 339–344, doi:10.1055/s-2007-1023329, PMID 7657143.
  • M. Kolben, K. T. Schneider, C. Thieme, J. Schöffel, H. Graeff: Makrosomie des Feten und klinische Relevanz. In: Geburtshilfe und Frauenheilkunde. Bd. 50, Nr. 4, April 1990, S. 270–277, doi:10.1055/s-2007-1026476, PMID 2358178.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Willibald Pschyrembel: Klinisches Wörterbuch, 266., aktualisierte Auflage, de Gruyter, Berlin 2014, ISBN 978-3-11-033997-0 Stichwort:Makrosomie
  2. a b Eintrag zu Makrosomie im Flexikon, einem Wiki der Firma DocCheck.
  3. a b Emedicine
  4. MOMO-Syndrom. In: Orphanet (Datenbank für seltene Krankheiten).
  5. Makrosomie - Mikrophthalmie – Gaumenspalte. In: Orphanet (Datenbank für seltene Krankheiten).
  6. Perlman-Syndrom. In: Orphanet (Datenbank für seltene Krankheiten).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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