Makrozoobenthos

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Makrozoobenthos und Krebstiere

Als Benthos wird die Gesamtheit der im Benthal ("Gewässerboden") lebenden Organismen bezeichnet. Unter Makrozoobenthos werden hierbei die tierischen Organismen bis zu einer definierten Größe (mit dem Auge noch erkennbar) zusammengefasst. Während die Analyse des Makrozoobenthos in Süßgewässern ein Teilgebiet der Limnologie darstellt, gehört die Betrachtung von Watt- bis Tiefseelandschaften zur Meereskunde.

Makrozoobenthos-Gesellschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Makrozoobenthos sind häufig folgende Taxa vertreten, einige davon hauptsächlich maritim (Auswahl):

Im Rhein bei Bonn wurden 1979 nur 71 Arten eindeutig nachgewiesen.[1] Für den schiffbaren Rhein von Basel bis Emmerich konnten 1986 bis 1995 468 Arten bzw. Taxa gefunden werden.[2] Im Abschnitt der deutschen Elbe wurden 1992 bis 1997 370 Makrozoenarten festgestellt.[3]

Ökologische Bedeutung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Benthos-Gesellschaft kommt eine große Bedeutung als Fischnahrung zu.[4] Die im Benthos quantitativ nachgewiesenen Arten stellen wesentliche Indikatoren für Gewässerlebensräume dar und werden zur Bewertung der Gewässergüte herangezogen.[5] Dabei werden für die Beurteilung des Benthos deutscher Gewässer etwa 5000 definierte Arten berücksichtigt. Die Erfassung der Gewässer- und Benthos-Proben erfolgt entsprechend dem Saprobiensystem nach DIN 38410 Deutsche Einheitsverfahren zur Wasser-, Abwasser- und Schlammuntersuchung – Biologisch-ökologische Gewässeruntersuchung.[5]

Bestandsaufnahmen des Makrozoobenthos lassen nicht nur die Gewässergüte beurteilen, sondern auch Veränderungen der Lebensgemeinschaften und auch Einwanderung und Ausbreitung von Neozoen.[6]

Schutz und Renaturierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bemühungen zur Regeneration oder Renaturierung des Makrozoobenthos werden stellenweise unternommen, anthropogene Schäden auszugleichen.[7] Andere Schutzmaßnahmen betreffen die Nachrüstung von Kläranlagen mit verbesserter Filtertechnik.[8]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Norbert Caspers: Die Makrobenthos-Gesellschaften des Rheins bei Bonn. In: Decheniana, Band 133, 1980, S. 93–106 (PDF).
  2. Franz Schöll, Christine Becker, Thomas Tittizer: Das Makrozoobenthos des schiffbaren Rheins von Basel bis Emmerich 1986–1995. In: Lauterbornia, Heft 21, Oktober 1995, S. 115–137 (PDF).
  3. Franz Schöll, Ina Balzer: Das Makrozoobenthos der deutschen Elbe 1992-1997. In: Lauterbornia, Heft 32, April 1998, S. 113–129, (PDF).
  4. Michael Fiedler: Die Bedeutung von Makrozoobenthos und Zooplankton der Unterelbe als Fischnahrung. Diss. Christian-Albrechts-Universität, 1991 (PDF).
  5. a b Carolin Meier, Jürgen Böhmer, Regina Biss, Christian Feld, Peter Haase, Armin Lorenz, Claudia Rawer-Jost, Peter Rolauffs, Karin Schindehütte, Franz Schöll, Andrea Sundermann, Armin Zenker, Daniel Hering: Weiterentwicklung und Anpassung des nationalen Bewertungssystems für Makrozoobenthos an neue internationale Vorgaben. Umweltforschungsplandes Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit Förderkennzeichen (UFOPLAN) 202 24 223, Essen, März 2006 (PDF)
  6. Stefan Nehring, Heiko Leuchs: Neozoen im Makrozoobenthos der Brackgewässer an der deutschen Nordseeküste. In: Lauterbornia, Heft 39, 2000, S. 73–116 (PDF).
  7. Georg Gellert, Ellen Kiel, Kathrin Leithmann, Thomas Korte, Udo Rose: Wiederansiedlung von Makrozoobenthos in Fließgewässern. In: Natur in NRW, Band 2, 2015, S. 27–29 (PDF).
  8. Katharina , Janne Burmester, Markus Hermann, Heinz-r. Köhler, Katharina Reitter, Marco Scheurer, Karl Wurm, Rita Triebskorn: Reaktionen von Flohkrebsen und Makrozoobenthos auf die Nachrüstung einer Kläranlage mit einer Pulveraktivkohlestufe. In: gwf Wasser| Abwasser, Band 157, Nr. 04, 2016, S. 370–379.