Makulatur

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Eine Makulatur (lat. maculatura „beflecktes Ding“, von macula „Fleck“) ist nutzlos gewordenes, in der Regel schon bedrucktes Papier (Altpapier).

Makulatur als Altpapier[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Makulatur vom Randbeschnitt einer Broschur als sortenreines Altpapier
Die Bücher im Korb gehen an den Täschner, der das Papier zum Ausfüttern von Koffern verwendet (William Hogarth, 1751)

Insbesondere und ursprünglich wird im Druckwesen der Ausdruck Makulatur für Papierbogen verwendet, die beim Drucken z. B. durch Druckfehler verdorben wurden[1] sowie anderweitig schad- oder fehlerhaft sind und somit nicht mehr zum Drucken benutzt werden können.

Als wertlos definierte Bücher und Akten, die zum Beispiel im Laufe der Zeit an Aktualität verloren haben, können zu Makulatur werden. In Archiven wird dies als Kassation bezeichnet. In Bibliotheken und Museen spricht man dabei von Deakzession, wenn als überholte erachtete, stark beschädigte oder nicht benutzte Bücher oder Sammlungsgegenstände in regelmäßigen Abständen aussortiert werden. Ausnahmen sind meist Nationalbibliotheken, einige Landesbibliotheken und einige wenige Bibliotheken mit besonders wertvollem historischen Buchbestand, zum Beispiel die Staatsbibliothek zu Berlin.

Für das Buchbinden wurden unter anderem im Mittelalter vor allem Pergament (Pergamentmakulatur) aber auch Papier nicht mehr benötigter Bücher als Makulatur zur Verstärkung in Einbänden verwendet. Dadurch können Werke fragmentarisch in die Gegenwart überliefert worden sein, die möglicherweise ansonsten verloren gegangen wären.

Makulatur in der Philatelie bezeichnet Druckbogen, die durch Druckfehler, Fehler des Papiers oder der Zähnung nicht mehr verausgabt werden können und vernichtet werden müssen.

Makulatur als umgangssprachlicher Begriff[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Umgangssprachlich werden auch Verträge oder Gesetze, die nicht eingehalten oder umgesetzt werden, als Makulatur bezeichnet. Ebenso umgangssprachlich kann der Begriff Schmierpapier für die Verwertung von Makulatur bezeichnet werden, indem die leeren Rückseiten einseitig bedruckter und nicht mehr benötigter Einzelblätter weiterverwendet werden. Ferner noch wird in diesem Zusammenhang oft davon geredet, das etwas "zur Makulatur geworden ist". Dabei wird der Begriff teilweise auch als Synonym für überholte oder gar sinnlose Dokumente verwendet.[2]

Makulatur beim Tapezieren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beim Tapezieren bezeichnet Makulatur traditionell eine Untertapete aus Altpapier und Kleister, welche die Saugfähigkeit des Untergrundes reduzieren und Unebenheiten in der Wand ausgleichen sollte. Aus diesem Grund findet man heute beim Renovieren ab und zu noch alte Zeitungen. Heute verwendet man eher Rollenmakulatur aus Papier oder Flüssigmakulatur (Tiefgrund).

Makulatur in der Außenwerbung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Makulaturpapier oder auch Auskleidepapier werden unifarbig weiße Bögen genannt, die zum Abdecken von alten Plakaten auf z. B. Litfaßsäulen verwendet werden. Sie bestehen nicht aus Altpapier, sondern werden frisch hergestellt, da sie teilweise auch zur Unterfütterung von kleinen Plakaten verwendet werden. Wenn über das alte Plakat von der Größe DIN A 1 ein neues Plakat Größe DIN A 2 geklebt werden soll, wird vorher ein DIN-A-1-Bogen Makulaturpapier auf das alte Plakat geklebt und darauf dann das kleinere neue Plakat.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bernhard Schultz: Farbwarenkunde. Band 7, Friedrich Vieweg & Sohn, Braunschweig 1953.
  • K.W. Hild: Der Weggenosse für den praktischen Maler. Outlook Verlagsgesellschaft mbH, Bremen 2012, ISBN 978-3-8640-3778-8.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Makulatur. In: Herders Conversations-Lexikon. Freiburg im Breisgau 1856, Band 4, S. 78. Abgerufen am 18. Mai 2018.
  2. Makulatur in der Synonym-Lexikothek. Abgerufen am 28. Oktober 2018.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wiktionary: Makulatur – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Wikibooks: Heimwerkerhandbuch – Lern- und Lehrmaterialien