Maladsetschna

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Maladsetschna | Molodetschno
Маладзечна | Молодечно
(weißrus.) | (russisch)
Wappen
Wappen
Flagge
Flagge
Staat: Weißrussland Weißrussland
Woblasz: Flag of Minsk Voblast.svg Minsk
Koordinaten: 54° 19′ N, 26° 51′ O54.31361111111126.851666666667Koordinaten: 54° 19′ N, 26° 51′ O
Fläche: 30 km²
 
Einwohner: 94.686 (2015)
Bevölkerungsdichte: 3.156 Einwohner je km²
Zeitzone: Moskauer Zeit (UTC+3)
Telefonvorwahl: (+375) 176
Postleitzahl: BY - 222301 — 222310
Kfz-Kennzeichen: 5
 
Webpräsenz:
Maladsetschna (Weißrussland)
Maladsetschna
Maladsetschna

Maladsetschna bzw. Molodetschno (weißrussisch Маладзечна/Maladsetschna; russisch Молодечно/Molodetschno, polnisch Mołodeczno) ist eine weißrussische Stadt in der Minskaja Woblasz mit 98.384 Einwohnern. Maladsetschna ist das administrative Zentrum des Rajons Maladsetschna. Die moderne und gemütliche Stadt Molodetschno liegt 70 Kilometer nördlich von Minsk. Als eine der wenigen Städte in dieser Provinz zieht Molodetschno hunderte von Touristen an.

Geschichte[Bearbeiten]

Die erste Erwähnung der Stadt ist im Jahr 1388, in einem Brief des litauischen Großfürsten Jagiello Novgorod-Seversky an Prinz Dmitry Olgerdovich, (auch Fürst Dschagai genannt) dokumentiert. Weitere wichtige Herrscher waren die Fürsten „Sanguschki, Saslavcki, Amstislavoki und Oginski“. Letzterer kam im Kriegsjahr 1812 als Flüchtling aus Moskau.


Im 17. Jahrhundert war sie im Besitz des Großfürstentums Litauen bestand nur aus 7-8 Straßen mit ca 1.000 Einwohner. Im 18. Jahrhundert wechselte die Stadt in den Besitz des Fürsten Ahinskis. 1811 wurde die Kantonsschule, übersetzt aus Bobruisk genannt und 1832 die Umwandlung dieser in ein Gymnasium erwähnt.

Im Jahre 1812 führte der Russlandfeldzug Napolinons auch durch Maladsetschna, besetzte das Schloss als Stützpunkt, der Abzug der Franzosen führte was zur kompletten Zerstörung der Stadt.

Die Stadt wurde an gleicher Stelle wieder aufgebaut und 1861 lebten wieder etwa 750 Menschen in der Stadt. Im Jahre 1871 wurde die heute noch stehende "Heiliger Schutz" Kirche gebaut. Im Jahr 1864 eröffnete ein Lehrerseminar.

Der Bau der Eisenbahn „Lubavo-Romanskoi“ verwandelte 1907 Molodetschno in einen Hauptknotenpunkt in dem Bereich der baltischen Region.

Im Ersten Weltkrieg wurde die Stadt zur Front-Line, 1917 wurde die Stadt von der Sowjarme, im Jahre 1918 von deutschen Truppen besetzt und nach dem Krieg im Jahre 1921 fällt die Stadt an Polen. In den 1920er Jahren ist das Wachstum der Stadt ungebremst und so vervielfacht sich die Einwohnerzahl bin zum Ausbruch des Zweiten Weltkrieges auf 10.500 Bewohner. Am 26. Juni 1941 erobern die deutschen Truppen die Stadt und errichten im Juli 1941 das Stalag 342. Im Jahr 1946 entsteht zur Erinnerung an das Ende des Krieges der Siegespark, und im Jahre 1982 wird ein Obelisk aufgestellt.

Nach dem Krieg hat die Stadt noch ca. 5.000 Einwohnern und ist zu ca 90 Prozent zerstört.

Die alte Burg[Bearbeiten]

Ab dem 14. Jahrhundert gab es eine Festung in Molodetschno. Sie hatte im Laufe der Zeit mehrere Burgherren, einige von ihnen waren die Familien: „Saslavskie, Sanguschki, Mstislavskie, Radsivilli, Ragosi, Tischkevitschi und Oginskie“. Im 18. Jahrhundert wechselte die Stadt in den Besitz des Fürsten Ahinskis, der die Burg mit Hilfe von Holz zu ein weltliches Schloss in orange und mit einem Park ausgebaut wurde. Im 19. Jahrhundert, unter der Herrschaft von Oginskie, verkam das Schloss allmählich, mit der Zeit verschwand das Schloss gänzlich, zurück bleibt nur ein Haufen Erde und ein archäologisches Denkmal für die Stadt.

Stalag 342 – (Stammlager Maladsetschna )[Bearbeiten]

Von Juli 1941 bis zur Befreiung am 5. Juli 1944 war das Stalag 342 ein Kriegsgefangenenlager und Konzentrationslager im Nordosten der Stadt. Als Basis diente eine Kaserne, in der bis zu 30.000 Menschen aller Altersgruppen gleichzeitig interniert wurden. Quellen berichten von über 60.000 Menschen die in diesem Lager getötet wurden. [1] Im Jahr 1996 wurde an dieser Stelle eine Gedenkstätte errichtet.

Geografie[Bearbeiten]

Die Stadt Maladetschna liegt nordwestlich der weißrussische Hauptstadt Minsk, in hügeligem Gelände. Die höchste Stelle ist 320m hoch und liegt in der Nähe von der Stadt Dubrava, in der Nähe von den Flüssen Usha, Vilia und Beresina. Rund 30% der Fläche sind von Wald bedeckt. Außerdem sind in der näheren Umgebung 14 Sumpfgebiete zu verzeichnen. Der größte Sumpf heißt Berezinskoye.

Infrastruktur[Bearbeiten]

Straßen-Verkehr[Bearbeiten]

Durch Maladsetschna verlaufen die Bundesstraßen R28, R56 und R106. Die Bundesstraße R 28 verbindet Maladsetschna auf direktem Weg mit der Hauptstadt Weißrusslands Minsk. Die Bundesstraßen R56 und R106 führen zu weiteren großen Städten wie Smarhon oder Waloschyn. Durch Maladsetschna verlaufen die Straßen- und Eisenbahnverbindungen von Minsk nach Vilnius und nach Hrodna (Grodno).

Eisenbahn[Bearbeiten]

Durch die Gründung der Libavo – Romenskaja – Eisenbahnstrecke im Jahre 1870 hat sich Maladsetschna von einer kleinen Stadt zu einer richtigen Großstadt entwickelt. Am Anfang der 20- Jahre wurde durch Maladsetschna eine weitere Eisenbahnlinie gelegt, die die wichtigsten Staaten der früheren sowjetischen Union verbindet. Mit der Verlegung dieser Eisenbahnstrecken entwickelte sich in Maladsetschna ein großer und wichtiger Eisenbahnknotenpunkt. Im Jahr 1907 wurde das heute noch erhaltene Bahnhofsgebäude im Jugendstil errichtet. Die Güterzüge aus Maladsetschna fahren heute nach Minsk , Vilnius , Lida oder Polazk. Die Personenzüge von Maladsetschna haben eine direkte Verbindung mit Moskau , St. Petersburg , Riga , Kaliningrad , Hrodna , Wizebsk und vielen weiteren großen Städten. In der Stadt können die Einwohner auf Bus und Sammeltaxen zurückgreifen, hierfür ist das lokale Busunternehmen zuständig.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Jährlich findet seit 1993 in Maladsetschna ein Literatur- und Musikfestival statt. Die Besonderheit dieses Festivals ist, dass ausschließlich Weißrussisch gesungen und vorgetragen wird. Gedichte und Lieder alter und neuer Generationen werden zum Leben erweckt. In der Stadt befindet sich ein Heimatmuseum der Region Minsk. Maladsetschna beherbergt außerdem ein Schauspielhaus und ein Puppentheater „ Batlejka“ . Im Jahr 2006 und 2013 verlief in Maladsetschna das regionale Festival der Estrada, also der Popmusik , außerdem verlaufen in Maladsetschna Konzerte von städtischen Musikanten. Die Reggae-band „Botanic Project“ kommt aus Maladsetschna, aber auch die Szene der alternativen Rock ist in Maladsetschna stark vertreten. Auch Filme und Serien wurden in dieser Stadt gedreht. Seit 2000 wird jährlich ein historisch-heimatliches und literarisches Almanach herausgegeben.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Eine große städtebauliche Präsenz haben die Kirchen, sei es die „Pokrovskaja“ oder die der Heiligen Jungfrau geweihte Kirche am Marktplatz. Sie wurde an Stelle der 1850 zerstörten orthodoxe Kirche von 1867 bis 1871 gebaut und übpig ausgestattet gewesen sein. Leider sind die Relikte 1918 bei der Evaktuierung durch die Roten Armee vor den anrückenden deutschen Truppen nie zurückgegeben worden.
Weitere beliebtesten Sehenswürdigkeiten ist der Bahnhof aus dem Jahr 1907, das Kloster „Trinita“ und die alte Burg.

Der Palast der Künste - Ein Zentrum für Kunst und Kultur in Molosetschno[Bearbeiten]

Der Bau wurde 1989 begonnen und erst 2002 fertiggestellt. Er wurde erst fertiggestellt, als der heutige weißrussische Präsident Alexander Lukaschenko die Bedeutung dieses Kulturzentrums den Einwohnern klar machte. Seine Eröffnung hatte eine der größten Änderungen Molodetschno’s und gibt einen neuen Impuls für die künstlerische Suche. Er ost einmalig für seine Architektur, majestätisch schönen Bau. Ein Zentrum der Ruhe und Freizeit. Im Ausstellungssaal bilden Ausstellungsstücke von Künstlern weltweit Ausstellungen. Abends gibt es Programme die zur Ruhe, zum Spielen und amüsieren einladen und im Tanzsaal stattfinden. Gäste können im Palast wohlige Ruhe erleben. Daneben scharen sich Klubs und Anblick. Auf dem Dachboden des Palastes kann man Kabelfernsehen, in den Damensalon „Orchidee“ oder in das Café „Lasurhoe“ gehen.

Söhne und Töchter[Bearbeiten]

Partnerstädte[Bearbeiten]

DeutschlandDeutschland Esslingen am Neckar, Deutschland
RusslandRussland Bor, Russland
RusslandRussland Tscherepowez, Russland
RusslandRussland Kaluga, Russland
RusslandRussland Swetly, Oblast Kaliningrad, Russland (seit Mai 2014)
RusslandRussland Kolomna, Russland
MoldawienMoldawien Florești, Moldawien
UkraineUkraine Irpin, Ukraine
LettlandLettland Jelgava, Lettland
LitauenLitauen Panevėžys, Litauen
PolenPolen Piotrków Trybunalski, Polen
PolenPolen Sokółka, Polen
BulgarienBulgarien Welingrad, Bulgarien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Stalag 342