Malassezia

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Malassezia
Malassezia lipophilis (REM-Aufnahme)

Malassezia lipophilis (REM-Aufnahme)

Systematik
Unterreich: Dikarya
Abteilung: Ständerpilze (Basidiomycota)
Unterabteilung: Ustilaginomycotina
Klasse: Malasseziomycetes
Ordnung: Malasseziales
Gattung: Malassezia
Wissenschaftlicher Name der Klasse
Malasseziomycetes
Denchev & T. Denchev
Wissenschaftlicher Name der Ordnung
Malasseziales
R.T.Moore
Wissenschaftlicher Name der Gattung
Malassezia
Baill.

Malassezia ist eine Gattung von Brandpilzen mit derzeit neun beschriebenen Arten. Sie sind die einzigen Vertreter der Ordnung der Malasseziales und der Klasse der Malasseziomycetes.[1][2] Alle Arten zählen zur normalen Hautflora warmblütiger Tierarten, darunter auch des Menschen, und leben meist von Fetten. Unter bestimmten Bedingungen können sie auch krankheitserregend werden.

Die Gattung Malassezia ist benannt nach dem französischen Physiologen Louis-Charles Malassez (1842–1909)[3].

Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Malassezia-Kolonien sind klein, cremefarben bis gelblich, ihre Oberfläche ist glatt bis schwach faltig und matt oder schimmernd, der Rand ganz bis gelappt.

Zur sexuellen Vermehrung fehlen Beobachtungen, asexuell vermehren sie sich per verzweigter (sympodialer) oder einseitiger (unipolarer) Knospung. Die Hefe-Zellen sind rundlich, eiförmig oder zylindrisch, während der Knospung flaschenförmig. Die durch die Ablösung der Knospe gebildete Narbe ist deutlich kragenförmig. Die Zellwand ist dick und besteht aus mehreren, aufgrund der Einstülpung der Zellmembran miteinander verzahnten Lagen.

Auf Anfärbung mit Diazonium Blau B reagieren Malassezia positiv, Harnstoff wird hydrolysiert.

Patientin mit Pityriasis versicolor

Lebensweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alle Arten zählen zur normalen Hautflora warmblütiger Tierarten, darunter auch des Menschen. Malassezia sind lipophile Hefen, sie können also aus Fetten Kohlenstoff gewinnen, die Mehrheit der Arten sind für ihr Wachstum sogar auf Fette angewiesen. Fermentation findet nicht statt.

Pathologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Menschen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unter bestimmten Bedingungen können die Arten zu Krankheitserregern werden. Für den Menschen spielt hier insbesondere Malassezia furfur eine Rolle, der Auslöser von Pityriasis versicolor.

Die Besiedlung der Nasenschleimhaut und der Mundhöhle kann eine chronische Rhinosinusitis verursachen. Die Besiedlung der Lunge wird oft bei Mukoviszidose sowie bei Bronchiektasen und in schweren Fällen von Asthma bronchiale und chronisch obstruktiver Lungenerkrankung nachgewiesen[4].

Eine Malassezia-Besiedlung des Darms erstreckt sich häufig auch auf das Pankreas.
Neue Ergebnisse zeigen, dass durch Malassezia das Wachstum von gewissen Pankreaskarzinomen beschleunigt wird[5][6].

Tiere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei Hunden löst Malassezia pachydermatis die Malassezien-Dermatitis des Hundes aus.

Systematik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gattung wurde 1889 von Henri Ernest Baillon anhand der bereits 1853 durch Charles-Philippe Robin als Microsporon furfur erstbeschriebenen Typusart Malassezia furfur erstmals beschrieben. Der Name ehrt Louis-Charles Malassez. Die Ordnung wurde 1980 durch Royall T. Moore erstbeschrieben.

Bis 1996 waren nur wenige Arten bekannt, durch molekulargenetische Arbeiten der Teams um Eveline Guého und Takashi Sugita stellte sich jedoch heraus, dass die morphologische Erscheinung der einzelnen Arten allein kein hinreichendes Unterscheidungsmerkmal war und dass die bisher bekannten Arten in weitere zu unterteilen waren. Als diagnostische Merkmale dienen heute vor allem Angaben zu Wachstumsbedingungen in Kultur (Temperatur, Nährmedium).

Überraschend war, dass im Rahmen der molekulargenetischen Untersuchungen festgestellt wurde, dass die Gattung zu den Brandpilzen zu stellen ist, deren Arten ansonsten sämtlich Pflanzenpathogene sind. Schwestertaxon sind die Microstromatales.[7]

Zeitweise wurden die Arten in die Gattung Pityrosporum gestellt, dieser heute synonyme Name verweist auf die verbundenen Hautkrankheiten (Pityriasis).

Nachweis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • E. Guého, G. Midgley, J. Guillot: The genus Malassezia with description of four new species In: Antonie van Leeuwenhoek 69, 1996, S. 337–355

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Malassezia – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Wang QM, Theelen B, Groenewald M, Bai FY, Boekhout T (2014)Moniliellomycetes and Malasseziomycetes, two new classes in Ustilaginomycotina. Persoonia 33:41–47 doi:10.3767/003158514X682313
  2. Index Fungorum no. 145pdf
  3. Peter Reuter: Springer Lexikon Medizin. Springer: Berlin [u. a.] 2004.
  4. http://journal.frontiersin.org/article/10.3389/fmicb.2015.00089/full
  5. Fungi accelerate pancreatic cancer. Nature Vol. 574, pp. 184–185 (2019).
  6. The fungal mycobiome promotes pancreatic oncogenesis via activation of MBL. Nature Vol. 574, pp. 264–267 (2019).
  7. Dominik Begerow, Matthias Stoll, Robert Bauer: A phylogenetic hypothesis of Ustilaginomycotina based on multiple gene analyses and morphological data. Mycologia, Band 98, 2006, S. 906–916. doi:10.3852/mycologia.98.6.906