Malaysia Airlines

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Malaysia Airlines
Logo der Malaysia Airlines
Ein Airbus A380-800 der Malaysia Airlines in der A380-Sonderlackierung
IATA-Code: MH
ICAO-Code: MAS
Rufzeichen: MALAYSIAN
Gründung: 1971
Sitz: Kuala Lumpur,
MalaysiaMalaysia Malaysia
Drehkreuz:

Kuala Lumpur

Heimatflughafen:

Kuala Lumpur

IATA-Prefixcode: 232
Leitung: Christoph Müller (bis September 2016 CEO)[1]
Mitarbeiterzahl: 19.000 (2014)
Umsatz: 13,588 Mrd. RM[2] (3,32 Mrd. €)[3] (2010)
Bilanzsumme: 12,432 Mrd. RM[2] (3,04 Mrd. €)[3] (2010)
Fluggastaufkommen: 15,708 Mio. (2010)
Allianz: oneworld[4]
Vielfliegerprogramm: Enrich
Flottenstärke: 84 (+ 6 Bestellungen)
Ziele: national und international
Website: www.malaysiaairlines.com

Malaysia Airlines ist die größte malaysische Fluggesellschaft mit Sitz in Kuala Lumpur und Mitglied in der Luftfahrtallianz oneworld.[4]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ursprungsgesellschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine De Havilland Comet der Vorgängergesellschaft MSA

Der Ursprung von Malaysia Airlines liegt in der 1947 von Mansfield & Co. gegründeten Malayan Airways. Im Jahr 1948 beteiligte sich die britische BOAC an dem Unternehmen. In Zusammenarbeit mit Qantas wurde das internationale Liniennetz in den 1950er-Jahren erweitert. Im November 1963 erhielt das Unternehmen den Namen Malaysia Airlines. Einen Monat später stellte sie mit der De Havilland Comet ihre ersten Düsenflugzeuge in Dienst. Nach der Unabhängigkeit Singapurs wurde sie im Dezember 1966 in Malaysia Singapore Airlines (MSA) umbenannt.[5] Ab 1968 ersetzte MSA ihre Comets durch Flugzeuge des Typs Boeing 707.

Neugründung als Malaysian Airline System[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Aufnahme von Langstreckenflügen leaste Malaysian Airline System im Jahr 1974 eine Boeing 707-400 von British Airways.
Airbus A330-300 der Malaysia Airlines

Im Jahr 1971 wurde die Gesellschaft Malaysia Singapore Airlines aufgeteilt, woraus im selben Jahr durch Neugründungen die beiden Fluggesellschaften Singapore Airlines und Malaysian Airline System (MAS) hervorgingen. Beide Gesellschaften kooperierten weiterhin miteinander, bis die Zusammenarbeit am 1. Oktober 1972 endete. Zunächst flog MAS mit neun Fokker F-27 und drei Britten-Norman Islander nur Ziele innerhalb Malaysias an, während Singapore Airlines die Langstreckenflüge ausführte. Ab 1974 setzte MAS erstmals eine Boeing 707 auf wöchentlichen Flügen nach London ein. Kurze Zeit später folgten als weitere Ziele Amsterdam, Zürich und Frankfurt am Main. Am 2. August 1976 wurde mit einer McDonnell Douglas DC-10-30 das erste Großraumflugzeug an die Gesellschaft ausgeliefert. Sechs Airbus A300 erweiterten ab 1979 die Flotte; die ersten zwei Boeing 747-200 folgten 1982, mit denen erstmals Ziele in den USA angesteuert wurden.

1987 erhielt die Gesellschaft den Namen Malaysia Airlines; die Abkürzung MAS blieb und das Erscheinungsbild wurde erneuert.

München kam 1992 als neues Ziel in den Linienflugplan und MAS expandierte weiter. 1994 trafen die ersten Airbus A330 und auch die ersten McDonnell Douglas MD-11 als Ersatz für die McDonnell Douglas DC-10 ein. 1997 erhielt die Gesellschaft ihre ersten Boeing 777, welche die Boeing 747-200 und DC-10 auf den Langstreckenflügen ersetzten.

Malaysia Airlines wurde – ähnlich wie andere Fluggesellschaften im asiatischen Raum – stark durch die Asienkrise Ende der 1990er-Jahre geschwächt; es kam zu Streckenstilllegungen, Flugzeuge wurden verkauft oder an die Leasinggeber zurückgegeben. Erst Anfang 2000 fing sich die Airline und setzte ihren Expansionskurs fort. Im Jahr 2005 wurde die Airline von Skytrax mit dem „5-Star-Airline Award“ ausgezeichnet und die Economy Class als weltweit Beste eingestuft.

Die Fluggesellschaft ist Mitglied der IATA und befördert jährlich rund 14 Millionen Passagiere.[6] Sie ist im FTSE Bursa Malaysia KLCI gelistet und hat mehrere Tochtergesellschaften wie zum Beispiel MAS Aerotechnologies, MASkargo Logistics, FlyFirefly oder Malaysian Aerospace Engineering.[7] Der Staat Malaysia ist über einen Staatsfonds mit 70 Prozent an der Gesellschaft beteiligt.[8]

Am 9. August 2011 wurde ein Rahmenvertrag zur Zusammenarbeit mit der Tune Air Sdn Berhad geschlossen, welche Eigentümer der Fluggesellschaften AirAsia und AirAsia X ist. Diese Gesellschaften sind zurzeit der größte Konkurrent von MAS. Danach sollen die Abteilungen Flugzeugeinkauf, Wartung und Schulung von MAS und den Air Asia-Fluggesellschaften stärker miteinander kooperieren, um Kosteneinsparungen zu erzielen.

Seit 2011 fährt das Unternehmen Verluste ein. Im Jahr 2013 betrugen diese 360 Millionen Euro.

Das Verschwinden des Malaysia-Airlines-Flugs 370 im März 2014 kostete das Unternehmen das Vertrauen zahlreicher Kunden. Die Buchungszahlen brachen dramatisch ein und der Aktienkurs fiel auf 8 Cent.[9] Durch den Absturz von Malaysia-Airlines-Flug 17 im Juli 2014 drohen dem Unternehmen weitere finanzielle Einbußen.[9] Rund 6000 Stellen werden im Rahmen eines Restrukturierungsprogramms gestrichen.[10] Im April 2015 wurde zudem bekannt gegeben, dass man aufgrund des schlechten Jahresergebnisses 2014 alle Frachtflugzeuge sowie alle sechs Airbus A380 verkaufen oder verleasen werde.[11]

Am 1. Juni 2015 wurde allen 20.000 Mitarbeitern seitens des Unternehmens gekündigt. 14.000 davon wurde eine neue Stelle bei der Nachfolgegesellschaft der Malaysia Airlines angeboten, für die ein neuer Name gesucht wurde. Die Marke Malaysia Airlines soll nicht mehr verwendet werden.[12][13] Seit dem 1. September 2015 tritt das Unternehmen als Malaysia Airlines Berhad (MAB) auf.[14]

Flugziele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Business Class an Bord einer ehemaligen Boeing 777-200ER der Malaysia Airlines

Das Hauptdrehkreuz von Malaysia Airlines befindet sich am Flughafen Kuala Lumpur. Weitere Knotenpunkte befinden sich in Penang, Kuching und Kota Kinabalu. Die Fluggesellschaft verbindet beispielsweise Kuala Lumpur mit Los Angeles (über Tokio), Kapstadt, fünf Städten in Australien, und etlichen Zielen in Indien und Südostasien. Das gesamte Streckennetz umfasst über 100 Ziele. In Europa fliegt Malaysia Airlines nur noch London an. Die Verbindungen nach Amsterdam, Frankfurt am Main und Paris wurden wegen mangelnder Profitabilität eingestellt.[15] Malaysia Airlines war die einzige asiatische Fluggesellschaft, die Buenos Aires anflog, die Verbindungen nach Südamerika und Südafrika wurden aber Anfang 2012 mangels Rentabilität gestrichen.

Die Airbus A380 der Gesellschaft werden von Kuala Lumpur zweimal täglich nach London eingesetzt.

Flotte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Boeing 737-800 der Malaysia Airlines

Mit Stand Mai 2016 besteht die Flotte der Malaysia Airlines aus 84 Flugzeugen mit einem Durchschnittsalter von 4,3 Jahren[16]:

Flugzeugtyp aktiv bestellt[17][18][19] Anmerkungen Sitzplätze[20]
(First/Business/Economy)[21]
Airbus A330-200F 04 Frachtflugzeuge der MASkargo -
Airbus A330-300 15 283 (-/36/247)
Airbus A330-900neo 2 - offen -
Airbus A350-900 4 ab 2018 - offen -
Airbus A380-800 06 494 (8/66/420)
Boeing 737-800 56 160 (-/16/144)
Boeing 747-400 01
Boeing 747-400F 02 Frachtflugzeuge der MASkargo -
Gesamt 84 6

Zwischenfälle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die seit dem 8. März 2014 verschollene Boeing 777-200ER 9M-MRO der Malaysia Airlines
Die am 17. Juli 2014 abgeschossene Boeing 777-200ER 9M-MRD der Malaysia Airlines
  • Am 15. März 2000 erlitt ein Airbus A330-300 der Malaysia Airlines einen Totalschaden, weil aus falsch deklarierten Chemikalien-Kanistern Oxalylchlorid entwich. Nach dem Flug von Peking nach Kuala Lumpur wurde beim Umladen der Fracht ein stechender Geruch festgestellt, fünf Flughafenmitarbeiter erlitten Vergiftungen. Weil die Substanz Metalle angreift, wurde das Flugzeug aus Sicherheitsgründen stillgelegt. Die chinesische Frachtfirma musste 65 Millionen US-Dollar Schadensersatz zahlen.[23]

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • An Bord der First Class des Airbus A380 der Malaysia Airlines sind Kleinkinder bis zwei Jahre nicht zugelassen. Dies gilt ebenso im gesamten Oberdeck für alle Kinder unter 12 Jahren.[26]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Malaysia Airlines – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Christoph Müller verlässt Malaysia Airlines, abgerufen am 16. Mai 2016
  2. a b Malaysia Airlines annual report 2010
  3. a b Wechselkurs vom 31. Dezember 2010
  4. a b Malaysia Airlines auf der "oneworld"-Webseite
  5. Flight International, 18. Mai 1972
  6. About Malaysia Airlines, abgerufen am 3. September 2014.
  7. Malaysia Airlines – Group Structure & Directory (englisch) abgerufen am 2. April 2010
  8. spiegel.de 19. Juli 2014: Nach MH17-Absturz: Malaysia Airlines steht vor dem Aus
  9. a b Nach MH17-Absturz: Malaysia Airlines bangt um Zukunft bei spiegel.de, abgerufen am 21. Juli 2014
  10. Angeschlagene Malaysia Airlines baut rund 6000 Stellen ab bei finanzen.net, abgerufen am 1. September 2014
  11. leehamnews.com - Malaysia Airlines fleet restructuring (englisch) 30. April 2015
  12. http://www.t-online.de/wirtschaft/unternehmen/id_74205314/malaysia-airlines-kuendigt-allen-mitarbeitern-20-000-betroffen.html
  13. http://www.airliners.de/malaysia-airlines-namen/35853
  14. www.malaysiaairlines.com Press Room > New Beginnings at Malaysia Airlines Berhad, 1. September 2015. Aufgerufen am 15. Oktober 2015.
  15. Malaysia Airlines verkauft ihre Boeing 777. In: www.aerotelegraph.com. 9. Januar 2016, abgerufen am 13. Februar 2016.
  16. Fleet age Malaysia Airlines. https://www.planespotters.net, abgerufen am 18. Mai 2016 (englisch).
  17. Orders, Deliveries, Operators. Airbus, 30. April 2015, abgerufen am 13. Mai 2015 (englisch).
  18. Customer Summary. Boeing, 30. April 2015, abgerufen am 13. Mai 2015 (englisch).
  19. Malaysia Airlines behält ihre Airbus A380, abgerufen am 15. Februar 2016
  20. Malaysia Airlines – Sitzpläne (PDF)
  21. airlineroute.net - Malaysia Airlines Revises A380 Operation to London due July 2012 & Configuration Change (englisch) 5. Januar 2012
  22. Flugunfalldaten und -bericht im Aviation Safety Network
  23. Flugunfalldaten und -bericht im Aviation Safety Network
  24. Malaysia Airlines Maschine stürzt ins Meer - Reuters abgerufen am 8. März 2014
  25. Search for MH370 to be most expensive in aviation history. Reuters, 7. April 2014, abgerufen am 7. April 2014.
  26. aerotelegraph.com - A380 von Malaysia: Kinderverbot 5. April 2012