Malbaza

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Landgemeinde Malbaza
Landgemeinde Malbaza (Niger)
Landgemeinde Malbaza
Landgemeinde Malbaza
Koordinaten 13° 56′ N, 5° 31′ O13.93255.5183333333333Koordinaten: 13° 56′ N, 5° 31′ O
Basisdaten
Staat Niger

Region

Tahoua
Departement Malbaza
Einwohner 114.432 (2012)
Politik
Bürgermeister Assoumane Hamani (2004)
Partei PNDS-Tarayya

Malbaza ist eine Landgemeinde und der Hauptort des gleichnamigen Departements Malbaza in Niger.

Geographie[Bearbeiten]

Malbaza liegt am Übergang der Großlandschaft Sudan zur Sahelzone. Die Nachbargemeinden sind Tajaé im Nordwesten, Badaguichiri im Nordosten, Doguérawa im Osten, Tsernaoua im Süden und Alléla im Westen. Das Gemeindegebiet ist in 37 administrative Dörfer, drei traditionelle Dörfer, 78 Weiler und zwei Lager gegliedert.[1] Der Hauptort der Landgemeinde ist das administrative Dorf Malbaza.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Die Landgemeinde Malbaza ging als Verwaltungseinheit 2002 im Zuge einer landesweiten Verwaltungsreform aus dem westlichen Teil des Kantons Doguérawa hervor. Seit 2011 gehört die Landgemeinde nicht mehr zum Departement Birni-N’Konni, sondern zum neugeschaffenen Departement Malbaza.[3]

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bei der Volkszählung 2001 hatte Malbaza 74.076 Einwohner.[4] Bei der Volkszählung 2012 betrug die Einwohnerzahl 114.432.[5]

Politik[Bearbeiten]

Bei den Kommunalwahlen im Juli 2004 wurde Assoumane Hamani (PNDS-Tarayya) zum Bürgermeister gewählt.[6] Am 15. April 2010 ernannte der Ministerrat Abatcha Mai Manga zum Administrator (Administrateur Délégué) der Gemeinde und Omar Diamballa zum Leiter des Verwaltungspostens (Chef de poste administratif) von Malbaza.[7]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Die Große Moschee von Salewa ist eine 1989 erbaute Freitagsmoschee im Dorf Salewa im Gemeindegebiet von Malbaza. Der Architekt des Bauwerks war der 2002 verstorbene Elhadj Mamoudou, genannt Falké, ein Autodidakt, der ursprünglich Bauer gewesen war. Der Baumeister war Elhadj Habou, mit dem Falké auch bei anderen Bauprojekten zusammenarbeitete. Die Große Moschee von Salewa ist neben der großen Moschee von Yaama in Badaguichiri eine von zwei Moscheen, die im 2006 der UNESCO vorgelegten Vorschlag des nigrischen Kulturministeriums, die Moscheen im Gebiet der Region Tahoua in die Liste des Weltkulturerbes aufzunehmen, namentlich genannt werden.[8]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

In der Landgemeinde befindet sich ein bedeutendes Zementwerk: Die Société Nigérienne de Cimenterie (SNC) wurde 1963 gegründet und 1998 privatisiert.[9] Durch Malbaza verläuft die Nationalstraße 1, die hier Teil der internationalen Fernstraße Dakar-N’Djamena-Highway ist. Die Gemeinde liegt in jener schmalen Zone entlang der Grenze zu Nigeria, die von Tounouga im Westen bis Malawa im Osten reicht und in der Bewässerungsfeldwirtschaft für Cash Crops betrieben wird.[10]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Aliou Mahamidou (1947–1996), Generaldirektor des Zementwerks in Malbaza, von 1990 bis 1991 Premierminister Nigers

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Répertoire National des Communes (RENACOM). Website des Institut National de la Statistique, abgerufen am 22. Januar 2011.
  2. Republik Niger: Loi n° 2002-014 du 11 JUIN 2002 portant création des communes et fixant le nom de leurs chefs-lieux (Online-Version; PDF; 108 kB).
  3.  Une nouvelle loi sur le redécoupage administratif. In: L’Arbre à Palabres. Nr. 13, 11. August 2011, S. 2 (PDF-Datei, abgerufen am 28. Januar 2014).
  4. Institut Nationale de la Statistique du Niger (Hrsg.): Annuaire statistique des cinquante ans d’indépendance du Niger. Niamey 2010 (Online-Version; PDF; 3,1 MB), S. 55.
  5. Présentation des résultats globaux définitifs du Quatrième (4ème) Recensement Général de la Population et de l’Habitat (RGP/H) de 2012. Institut National de la Statistique, 2014, abgerufen am 1. Mai 2014 (PDF-Datei, französisch).
  6. Maires du PNDS (PDF; 25 kB). Website des PNDS-Tarayya, abgerufen am 6. Oktober 2012.
  7. Conseil des ministres du Niger du 15 avril 2010. Website Temoust.org, veröffentlicht am 16. April 2010, abgerufen am 6. Oktober 2012.
  8. Eintrag zu Les mosquées en terre de la région de Tahoua in der Tentativliste zum UNESCO-Welterbe auf Französisch, abgerufen am 5. März 2012.
  9. Katharine Murison (Hrsg.): Africa South of the Sahara 2004. Europa Publications, London 2003, ISBN 1-85743-183-9, S. 815.
  10. Comprendre l’économie des ménages ruraux au Niger. Save the Children UK, London 2009 (Online-Version; PDF; 2,6 MB), S. 8.