Malchin

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Malchin
Malchin
Deutschlandkarte, Position der Stadt Malchin hervorgehoben

Koordinaten: 53° 44′ N, 12° 46′ O

Basisdaten
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Mecklenburgische Seenplatte
Amt: Malchin am Kummerower See
Höhe: 10 m ü. NHN
Fläche: 108,7 km2
Einwohner: 7326 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 67 Einwohner je km2
Postleitzahl: 17139
Vorwahlen: 03994, 03996, 039957
Kfz-Kennzeichen: MSE, AT, DM, MC, MST, MÜR, NZ, RM, WRN
Gemeindeschlüssel: 13 0 71 092
Stadtgliederung: Kernstadt und 13 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Am Markt 1
17139 Malchin
Website: www.amt-malchin-am-kummerower-see.de
Bürgermeister: Axel Müller (CDU)
Lage der Stadt Malchin im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte
BrandenburgLandkreis RostockLandkreis Vorpommern-RügenLandkreis Vorpommern-GreifswaldLandkreis Vorpommern-GreifswaldLandkreis Ludwigslust-ParchimBeggerowBorrentinHohenbollentinHohenmockerKentzlinKletzinLindenberg (Vorpommern)MeesigerNossendorfSarowSchönfeld (bei Demmin)SiedenbrünzowSommersdorf (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte)UtzedelVerchenWarrenzinDatzetalFriedlandGalenbeckBasedow (Mecklenburg)Basedow (Mecklenburg)FaulenrostGielowKummerow (am See)MalchinNeukalenAlt SchwerinFünfseenGöhren-LebbinMalchow (Mecklenburg)Nossentiner HüttePenkowSilz (Mecklenburg)WalowZislowMirowPriepertPeenehagenWesenberg (Mecklenburg)Wustrow (Mecklenburgische Seenplatte)Blankensee (Mecklenburg)BlumenholzCarpinGodendorfGrünow (Mecklenburg)HohenzieritzKlein VielenKratzeburgMöllenbeck (bei Neustrelitz)Schloen-DratowSchloen-DratowUserinWokuhl-DabelowBeseritzBlankenhofBrunn (Mecklenburg)NeddeminNeuenkirchen (bei Neubrandenburg)NeverinSponholzStavenTrollenhagenWoggersinWulkenzinZirzowAnkershagenKucksseePenzlinMöllenhagenAltenhof (Mecklenburg)BollewickBuchholz (bei Röbel)BütowEldetalFinckenGotthunGroß KelleKieveLärzLeizenMelzPribornRechlinRöbel/MüritzSchwarz (Mecklenburg)SietowStuerSüdmüritzGrabowhöfeGroß PlastenHohen WangelinJabelKargowKlinkKlocksinMoltzowMoltzowTorgelow am SeeVollrathsruheBurg StargardBurg StargardCölpinGroß NemerowHolldorfLindetalPragsdorfBredenfeldeBriggowGrammentinGülzow (bei Stavenhagen)IvenackJürgenstorfKittendorfKnorrendorfMölln (Mecklenburg)RitzerowRosenowStavenhagenZetteminAltenhagen (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte)AltentreptowBartow (Vorpommern)BreesenBreestBurowGnevkowGolchenGrapzowGrischowGroß TeetzlebenGültzKriesowPripslebenRöckwitzSiedenbollentinTützpatzWerder (bei Altentreptow)Wildberg (Vorpommern)WoldeGroß MiltzowKublankNeetzkaSchönbeckSchönhausen (Mecklenburg)VoigtsdorfVoigtsdorfWoldegkDargunDemminFeldberger SeenlandschaftNeubrandenburgNeustrelitzWaren (Müritz)Karte
Über dieses Bild

Malchin ist eine Kleinstadt in Mecklenburg-Vorpommern im Nordwesten des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte. Sie gehört historisch zum Landesteil Mecklenburg. Der Ort bildet für seine Umgebung ein Grundzentrum.[2]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Malchin liegt in einer Senke an der Malchiner Peene zwischen dem Malchiner See, mit dem die Stadt über den Dahmer Kanal verbunden ist, und dem von der Stadt über den Peenekanal erreichbaren Kummerower See östlich der waldreichen Mecklenburgischen Schweiz. Diese erreicht um die nordwestlichen Ortsteile Neu Panstorf, Retzow und Wendischhagen Höhen von über 120 Meter ü. NHN.

Stadtgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu Malchin gehören folgende Ortsteile:[3]

  • Alt Panstorf
  • Duckow
  • Gorschendorf
  • Gülitz
  • Hagensruhm
  • Jettchenshof
  • Neu Panstorf
  • Pinnow
  • Scharpzow
  • Viezenhof
  • Wendischhagen

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick über die Altstadt zum Steintor
Kummerower See bei Salem

Name[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die slawische Fischersiedlung könnte einst den altpolabischen Namen Malochyni (abgeleitet von Maloch = klein) getragen haben. 1215 hieß der Ort Malekin, dann ab 1247 Malechin oder daneben auch Malchyn und 1257 bereits auch Malchin.

Mittelalter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1215 wurde das Dorf Malekin urkundlich erwähnt. Ab 1220 wurde durch Nikolaus von Werle die Stadt planmäßig mit rasterförmigem Straßennetz angelegt. Im Mittelpunkt des Rasters befanden sich der Markt und die Kirche. Das Stadtrecht (civitas) wurde Malchin am 7. April 1236 durch Fürst Nikolaus I. verliehen. In der Gründungsurkunde heißt es, dass die Stadt „in der reichsten und schönsten Gegend des Landes an der Peene gelegen“ sei. Von der Stadtbefestigung aus dieser Zeit stehen nur noch das Kalensche Vortor und das Vortor des Steintores sowie Mauerreste und der Fangelturm, ein hoher, rechteckiger Wehrturm.

Die Stadtkirche St. Maria und St. Johannes entstand um diese Zeit als spätromanischer Erstbau. 1397 wurde durch den großen Stadtbrand die Stadt mit der Kirche eingeäschert. Eine neue dreischiffige gotische Backsteinkirche als Basilika entstand.

Malchin wurde Landstadt in Mecklenburg und war als solche eine der Städte im Wendischen Kreis, die bis 1918 auf mecklenburgischen Landtagen der 1523 vereinten Landstände vertreten waren. Jahrhundertelang lag die Stadt an der Grenze des Herzogtums Mecklenburg-Schwerin zu Pommern.

17. bis 19. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Neubrandenburger Hausvertrag gehörte die Stadt zu den unter der gemeinschaftlichen Regierung verbliebenen Städten. Im Zuge der Zweiten Mecklenburgischen Hauptlandesteilung nach dem Fahrenholzer Teilungsvertrag von 1621 kam Malchin zum (Teil-) Herzogtum Mecklenburg-Güstrow.

1639 lagerten während des Dreißigjährigen Krieges die kaiserlichen, kursächsischen und kurbrandenburgischen Heerhaufen mit ca. 80.000 Mann in und bei Malchin. Sechzehnmal wurde die Stadt geplündert. Hunger, Pest, Verwüstung, Raub und Totschlag und somit unvorstellbare Not waren die Folge.

Nach dem Hamburger Vergleich, nach Aussterben der Güstrower Linie und nachfolgenden langjährigen Verhandlungen, wurde Malchin dem Landesteil Mecklenburg-Schwerin zugeordnet.

In zahlreichen Kriegen wurde die Stadt in Mitleidenschaft gezogen, so etwa im Nordischen Krieg, der von 1700 bis 1721 währte, als 1713 dänische und russische Truppen die Stadt umlagerten. Im Siebenjährigen Krieg wurde die Stadt am Neujahrstag 1762 vom heute Bataillenberg genannten Hügel durch die Preußen beschossen, um die Schweden zu vertreiben. Während der Franzosenzeit zogen am 2. November 1806 15.000 Mann der französischen Truppen mit Marschall Joachim Murat in die Stadt; auch sie plünderten.

1764 wurde in Malchin eine Synagoge gebaut und 1835 ein größeres Gotteshaus errichtet. 1925 löste sich die jüdische Gemeinde auf. 1838 baute man eine neue Mühlenbrücke über die Ostpeene vor dem damaligen Mühlentor. 1833 entstand ein Stadtkrankenhaus auf dem Strietfeld (altes Hospital) mit einer Erweiterung von 1859. 1842 wurde das Rathaus neu am alten Standort errichtet; es wurde 1900 völlig umgestaltet.

Landtage in Malchin und Sternberg

Schon seit der Landesteilung Mecklenburgs von 1621 (Güstrower Reversalen und Erbvertrag) in die beiden Herzogtümer Mecklenburg-Schwerin und Mecklenburg-Güstrow tagte der Landtag des mecklenburgischen Ständestaats nach 1628 bis 1916 abwechselnd in Sternberg – also im Mecklenburgischen, und in Malchin – also im Wendischen Kreis.

Durch den so genannten Hamburger Vergleich vom 8. März 1701 wurde Mecklenburg in zwei beschränkt autonome (Teil-) Herzogtümer geteilt, ab 1815 (Teil-) Großherzogtümer – Mecklenburg-Schwerin und Mecklenburg-Strelitz –, die einen gemeinsamen Staat bildeten, seit 1755 dieselbe Verfassung hatten und – wie schon zuvor – einem gemeinsamen Landtag unterstanden. Diese landständische Verfassung in Mecklenburg galt bis 1918.

Die Versammlung der Stände waren

  • einerseits Land-, Konvokations- und Deputationstage, die der Landesherr – der Herzog – einberief,
  • andererseits Landeskonvente bzw. ritterschaftliche oder städtische Konvente, die von den Ständen selbst einberufen wurden.

Der jährlich im Herbst einberufene Landtag war das wichtigste Gremium des Landes. Selten fanden darüber hinaus außerordentliche Landtage statt und ebenso selten an anderen Orten (u. a. Schwerin).
Die Landtage tagten in den jeweiligen Rathäusern von Sternberg und Malchin.

Gründerzeit

In der Gründerzeit entstanden viele Einrichtungen in Malchin. 1860 gründete Carl Julius Voss eine Wollfärberei in der Mühlenstraße. Die Firma hatte 1900 20 bis 30 Mitarbeiter. 1862 wurde der Hafen eingeweiht. Eine Dampfschifffahrtslinie StettinDemmin – Malchin wurde betrieben.

1864 entstand die Eisenbahnlinie Güstrow–Malchin–Neubrandenburg. 1864 wurde der Bahnhof mit seiner – so schrieb man – schönen Empfangshalle eingeweiht. Von 1864 bis 1870 war Malchin Sitz der Verwaltung für die Großherzogliche-Friedrich-Franz-Eisenbahn. Diese befand sich in einem bahnhofsnahen, repräsentativen Gebäude, das ab 1921 das Finanzamt nutzte. Das Bahnhofshotel entwickelte sich seit etwa 1880 aus einer vorhandenen Kegelbahn.

1868 wurde das Innentor und 1872 das Vortor des gotischen Wargentiner Tores von 1331 aus Backstein abgerissen. 1879 entstand das Großherzogliche Amtsgerichts-Gebäude. Das Stadtgericht tagte zuvor im Rathaus. 1881 wurde die Stadtmühle an der Peene gebaut. 1882 gründete sich „die Fabrik“, eine Zuckerfabrik in der Fabrikstraße. 1886 wurde das Kaiserliche Postamt an der Poststraße neben dem Kalenschen Tor eingeweiht. An der Peene und der alten Stadtmauer entstand ab 1890 die Brunswig-Promenade, die nach dem Kommerzienrat Brunswig benannt wurde. Das neue Stadtkrankenhaus an der Basedower Straße nahm 1893 seinen Betrieb auf. Ab 1898 entstand das Fenster- und Blechwarenwerk von Carl Reincke, ein Betrieb, der 1937 etwa 70 Mitarbeiter beschäftigte, seine Standorte in der Poststraße 6, bald darauf in der Halbtonnenstraße 7 und ab 1910 in der Wiesenstraße 6 hatte und erst 1994 aufgegeben wurde.

1902 wurden der Wasserturm und die Maschinenhäuser vor dem Steintor gebaut, und 1903 konnte die zentrale Wasserversorgung in Betrieb gehen. Daneben wurde auch die Straßenkanalisation ausgebaut.

Neuere Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1926 wurden die beiden Ämter Stavenhagen und Dargun zum Amt Malchin zusammengelegt. Ab 1933 gab es den Kreis Malchin. Das Landratsamtsgebäude wurde im Bauhausstil von dem Architekten Nicolai aus Rostock geplant und ab 1929 genutzt.

Während des Zweiten Weltkriegs mussten hunderte Kriegsgefangene sowie Frauen und Männer aus den von Deutschland besetzten Ländern in Malchin und Umgebung Zwangsarbeit verrichten, wobei viele starben. Nach dem Einmarsch der Roten Armee am 30. April 1945 wurden etwa 34 des alten Häuserbestandes der Innenstadt durch Brandstiftung zerstört, etwa 500 Menschen starben durch Suizid.[4][5]

Malchin war zwischen 1952 und 1994 Kreisstadt des gleichnamigen Kreises, der bis 1990 zum DDR-Bezirk Neubrandenburg gehörte. Malchin wurde 1994 dem vergrößerten Landkreis Demmin zugeordnet. 2005 verlor die Stadt ihre Amtsfreiheit und ist seitdem Sitz des Amtes Malchin am Kummerower See und in diesem Amt geschäftsführende Gemeinde. Seit der Kreisgebietsreform im Jahr 2011 liegt Malchin im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte.

Innenstadt und Rathaus wurden im Rahmen der Städtebauförderung seit 1991 grundlegend saniert. Gegenüber vom Markt entstand auf der Grundlage eines städtebaulichen Wettbewerbs eine neue Bebauung mit Läden, Büros und Wohnungen.

Geschichte der Ortsteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Remplin wurde 1283 erstmals in einer Urkunde erwähnt. Besitzer waren u. a. die Familien (von) Hahn (ab etwa 1405 bis 1816), Fürst Georg Wilhelm von Schaumburg-Lippe (bis 1848), von Maltzahn (bis 1851) und Herzog Georg zu Mecklenburg. Das 1940 weitgehend zerstörte Schloss Remplin entstand ab 1865 nach Plänen Friedrich Hitzigs, die neogotische Kirche 1878.

Scharpzow war eine Domäne des Domanialamtes Stavenhagen. Pächter war u. a. im 19. Jahrhundert Carl Theodor Müller, der zu den bürgerlich-liberalen Kräften im Lande zählte. Das Gutshaus entstand durch den Umbau eines älteren Gebäudes in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Es war Treffpunkt zeitkritischer Personen, u. a. Hoffmann von Fallersleben und Fritz Reuter.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Januar 1951 wurde die bis dahin eigenständige Gemeinde Scharpzow eingegliedert. Gorschendorf gehört seit dem 1. Januar 2003 zu Malchin.[6] Am 7. Juni 2009 wurde Remplin mit den Ortsteilen Neu Panstorf, Retzow und Wendischhagen nach Malchin eingemeindet[7], was die Fläche der Stadt fast verdoppelte. Zum 1. Januar 2019 wurde Duckow mit dem Ortsteil Pinnow Teil von Malchin.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1990 10.375
1995 9.330
2000 8.593
2005 7.980
2010 7.977
Jahr Einwohner
2015 7.614
2016 7.456
2017 7.346
2018 7.403

Stand: 31. Dezember des jeweiligen Jahres[8]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rathaus

Stadtvertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadtvertretung von Malchin besteht aus 21 Mitgliedern und dem Bürgermeister. Sie setzt sich seit der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 wie folgt zusammen:[9]

Partei / Liste Sitze
CDU 6
Die Linke 4
Unabhängige Malchiner Bürgerbewegung (UMB) 4
SPD 3
AfD 3
Einzelbewerber Martin Jahrmärker 1

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1994–2015: Jörg Lange (FDP)
  • seit 2015: Axel Müller

Müller wurde in der Bürgermeisterwahl am 10. Mai 2015 mit 58,7 % der gültigen Stimmen für eine Amtszeit von sieben Jahren gewählt.[10]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen der Stadt Malchin
Blasonierung: „In Gold zwischen zwei schwebenden roten Türmen mit je vierfach gezinnter, beiderseits abgestützter Platte und sieben (1:2:2:2) betagleuchteten Fenstern, ein hersehender, golden gekrönter schwarzer Stierkopf mit geschlossenem Maul, ausgeschlagener roter Zunge und silbernen Hörnern, überhöht von einem roten Tatzenkreuz.“[11]

Das Wappen wurde am 10. April 1858 von Großherzog Friedrich Franz II. von Mecklenburg-Schwerin festgelegt, 1994 neugezeichnet und unter der Nr. 50 der Wappenrolle des Landes Mecklenburg-Vorpommern registriert.

Wappenbegründung: Das Wappen ist nach dem Siegelbild des SIGILLVM CIVITATIS MALECHIN – als Abdruck erstmals 1346 überliefert – gestaltet und in der jetzigen Form im April 1858 festgelegt worden. Es vereint ein städtisches Sinnbild, ein Herrschaftszeichen und ein kirchliches Symbol. Die Zinnentürme kennzeichnen Malchin als wehrhafte und befestigte Stadt. Der für die Werler Linie des mecklenburgischen Fürstenhauses typische Stierkopf erinnert an den Herrn zu Werle als Stadtgründer und Stadtherrn. Ob mit dem Kreuz auf die kirchliche Zugehörigkeit zum Bistum Cammin verwiesen werden sollte, ist ungewiss.
Historisches Wappen
Wappen der Stadt Malchin 1943
Blasonierung: „In Gold zwischen zwei roten Zinnentürmen ein hersehender, golden gekrönter schwarzer Stierkopf mit geschlossenem Maul, ausgeschlagener roter Zunge und schwarzen Hörnern.“[11]

Das Wappen wurde von dem Berliner Prof. Hans Herbert Schweitzer gestaltet. Es wurde am 1. Oktober 1943 durch den Reichsstatthalter in Mecklenburg verliehen.

Wappenbegründung: Das Wappen verlor schon bald nach dem Ende des II. Weltkrieges seine Gültigkeit.

Flagge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Flagge wurde von dem Malchiner J. Ludewig gestaltet und am 1. Juni 1994 durch das Ministerium des Innern genehmigt.

Die Flagge ist gleichmäßig längs gestreift von Gelb und Rot. In der Mitte des Flaggentuchs liegt, auf jeweils zwei Drittel der Höhe des gelben und roten Streifens übergreifend, das Stadtwappen. Die Höhe des Flaggentuchs verhält sich zur Länge wie 3:5.[12]

Dienstsiegel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Dienstsiegel zeigt das Stadtwappen mit der Umschrift „STADT MALCHIN“.[12]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

St.-Johannis-Kirche; im Hintergrund das Rathaus
  • St.-Johannis-Kirche: Stadtkirche als dreischiffige Basilika im Stil der Backsteingotik neu erbaut. Der 67 Meter hohe Kirchturm kann bestiegen werden.
  • Rathaus: Das erste Rathaus stammte wahrscheinlich aus dem 14. Jahrhundert, der gotische Keller mit Kreuzgewölbe ist erhalten. Auf dem Keller errichtete die Stadt 1745 das zweite Rathaus, einen zweiteiligen Bau. Das dritte Rathaus entstand 1842 durch einen umfassenden und vergrößerten Umbau mit gotisierenden und klassizistischen Formen; es hatte einen wuchtigen hervorspringenden Zinnenkranz. Im Obergeschoss befand sich der Landtagssaal. Schon 1900 wurde es weitgehend neu gestaltet und erhielt seinen Schmuckgiebel. Es wurde 1925–1927 nach einem Brand neu aufgebaut. Der Rathaussaal ist mit 72 Zunftzeichen geschmückt. Der Rathausturm lässt sich besteigen. Um 1996 wurde das Gebäude umfassend saniert.
  • Museum in der Stadtmühle (mit Siegfried Marcus-Raum und Originalexponaten aus der Werkstätte des Erfinders), direkt an der B 104
  • Reste der Stadtbefestigung:
    • Reste der Stadtmauer.
    • Steintor am Südrand der Altstadt, Vortor aus dem 15. Jahrhundert. 1893 ganz oder teilweise abgebrochen, 1894 wiederhergestellt, weitgehend eine Replik
    • Kalensches Tor am Nordrand der Altstadt, gotisches Vortor aus dem 15. Jahrhundert, das Innentor wurde 1837 abgerissen
    • Fangelturm (etwa 35 Meter hoch), Wehrturm aus dem 15. Jahrhundert, Ende des 16. Jahrhunderts um einen Renaissance-Giebel ergänzt, 1996 grundlegend saniert, hat seinen Namen von der einstigen Verwendung als Gefängnis
  • Runder Wasserturm, von 1902 bis 1980 in Betrieb
  • Bahnhof mit historischen Betriebsgebäuden
  • Wohnturm nahe dem Bahnhof
  • Volkspark im Südwesten der Stadt, von der Ostpeene durchquert
  • Burgwall Malchin, slawischer Burgwall
  • Kirchenruine Alt Panstorf mit den erhaltenen Umfassungsmauern
  • Dorfkirche Gorschendorf, Backsteinbau aus dem 19. Jahrhundert
  • Sternwarte Remplin, ältester erhaltener Sternwartenbau Mecklenburgs
  • Gutshaus Scharpzow, Umbau eines älteren Gebäudes in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts

Geschichtsdenkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Denkmal für Rektor Karl Bülch (1792–1844), errichtet 1864, heute in der nach ihm benannten Straße
  • Denkmal der Gefallenen von 1870/71, errichtet 1877 an der Basedower Straße (1945 teilzerstört)
  • Denkmal der Gefallenen von 1914/18, errichtet 1929 an der Parkstraße (1946 teilzerstört und umgewidmet zum VVN-Denkmal)
  • Denkmal der Gefallenen von 1914/18 des Männerturnvereins, Lindenstraße
  • Denkmal der Gefallenen von 1914/18 der Zuckerfabrik, im heutigen Gewerbegebiet (nach 1945 teilzerstört)
  • Zwei Ehrenfriedhöfe auf dem Städtischen Friedhof für Bürger der Sowjetunion, die als Soldaten, Kriegsgefangene, Zwangsarbeiter und deren Kinder im Zweiten Weltkrieg umgekommen sind
  • VdN-Ehrenfriedhof von 1979 auf dem Städtischen Friedhof für namentlich genannte Opfer des Faschismus aus der Stadt
  • Denkmal von 1986 in der Basedower Straße zur Erinnerung an den sozialdemokratischen Reichstagsabgeordneten Rudolf Breitscheid

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2005 ehrte die Landesregierung die Stadt mit dem Titel Wirtschaftsfreundlichste Kommune in Mecklenburg-Vorpommern.[13]

Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das USA-Unternehmen Cargill mit einer der weltweit modernsten Produktionsstätten für Pektin betreibt ein Werk in Malchin. Neben bestehenden Firmen wie dem Futtermittelproduzenten FUGEMA entwickelten sich Firmen der Verarbeitung landwirtschaftlicher Produkte und für großtechnische Anlagen alternativer Energieerzeugung.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Malchin befindet sich der Sitz der Landesforstverwaltung Mecklenburg-Vorpommern.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt liegt an der Bundesstraße B 104 zwischen Güstrow und Neubrandenburg sowie an den Landesstraßen L 20 zwischen Dargun und Malchow und L 202 nach Waren.

Die Bahnstrecke Bützow–Szczecin führt durch die Stadt, die Züge der Regionalexpresslinie RE 4 (LübeckSzczecin) halten im Bahnhof Malchin. Bis zur Einstellung des Personenverkehrs im Jahr 1996 führten zwei weitere Strecken von Malchin nach Dargun beziehungsweise nach Waren. Die Umlandverbindungen werden heute durch die regionalen Busse der MVVG sichergestellt.

Der Hafen Malchin verfügt mit dem Peenekanal über einen Anschluss an das europäische Wasserstraßennetz.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Fußball spielt der FSV 1919 Malchin in der Saison 2019/20 in der Landesliga Ost Mecklenburg-Vorpommern, sein Heimstadion ist das Walter-Block-Stadion mit 3000 Plätzen.

In der Sportart Motoball (Fußball auf Motorrädern) ist der MSC Kobra Malchin erfolgreich, er wurde mehrfach DDR-Meister und spielt in der Motoball-Bundesliga Nord (Stand: 2020). Heimspiele werden in der Waldarena ausgetragen.[14]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Malchin verbundene Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Michael und Norbert Böttcher und Rosmarie Schöder: Malchin; Ein historischer Rückblick in Bildern mit Sonderteil Remplin, Selbstverlag Gebrüder Böttcher, Malchin 1998

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Malchin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Amt M-V – Bevölkerungsstand der Kreise, Ämter und Gemeinden 2019 (XLS-Datei) (Amtliche Einwohnerzahlen in Fortschreibung des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Regionales Raumentwicklungsprogramm Mecklenburgische Seenplatte (2011), Regionaler Planungsverband, abgerufen am 12. Juli 2015
  3. 1. Änderungssatzung zur Hauptsatzung der Stadt Malchin
  4. Joachim Schultz-Naumann: Mecklenburg 1945. S. 186 ff.
  5. "Tief vergraben, nicht dran rühren"; Der Spiegel vom 30. März 2005
  6. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2003
  7. StBA: Gebietsänderungen vom 02. Januar bis 31. Dezember 2009
  8. Bevölkerungsentwicklung der Kreise und Gemeinden in Mecklenburg-Vorpommern (Statistischer Bericht A I des Statistisches Amtes Mecklenburg-Vorpommern)
  9. Kommunalwahl 2019: Die neuen Gemeinde- und Stadtvertretungen im Amt Malchin am Kummerower See. auf ol.wittich.de
  10. Ein Warener wird Bürgermeister in Malchin. In: Nordkurier, 10. Mai 2015.
  11. a b Hans-Heinz Schütt: Auf Schild und Flagge - Die Wappen und Flaggen des Landes Mecklenburg-Vorpommern und seiner Kommunen. Hrsg.: produktionsbüro TINUS; Schwerin. 2011, ISBN 978-3-9814380-0-0, S. 287/288.
  12. a b Hauptsatzung § 1 (PDF).
  13. Thomas Zemke: Personalbedarfsplanung im Rahmen des Personal- und Organisationsentwicklungskonzeptes einer Stadtverwaltung, erläutert am Beispiel der Stadt Malchin. Europäischer Hochschulverlag, Bremen 2005, S. 112.
  14. MSC Kobra Malchin Motoball-Sportverein