Malicorne-sur-Sarthe

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Malicorne-sur-Sarthe
Wappen von Malicorne-sur-Sarthe
Malicorne-sur-Sarthe (Frankreich)
Malicorne-sur-Sarthe
Region Pays de la Loire
Département Sarthe
Arrondissement La Flèche
Kanton La Suze-sur-Sarthe
Gemeindeverband Val de Sarthe
Koordinaten 47° 49′ N, 0° 5′ OKoordinaten: 47° 49′ N, 0° 5′ O
Höhe 28–70 m
Fläche 15,13 km2
Einwohner 1.905 (1. Januar 2017)
Bevölkerungsdichte 126 Einw./km2
Postleitzahl 72270
INSEE-Code
Website http://www.ville-malicorne.fr

Ehemalige Mühle an der Sarthe und Blick in die Hauptstraße Rue Carnot

Malicorne-sur-Sarthe (deutsch: Malicorne an der Sarthe) ist eine französische Gemeinde mit 1905 Einwohnern (1. Januar 2017) im Département Sarthe in der Region Pays de la Loire. Die kleine Stadt gehört zum Kanton La Suze-sur-Sarthe. Sie ist insbesondere für ihre Fayencen bekannt.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Malicorne liegt südwestlich von Le Mans im Süden des Départements, am linken Ufer des Flusses Sarthe. Die nächstgelegene Stadt ist das 19 Kilometer entfernte La Flèche.

Name[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um 1050 ist der Ort als Malocornu und Malecornant erwähnt, um 1080 unter dem Namen Malicorni. Er entstammt dem altfranzösischen mal y corne, einem Ausdruck für ein Gebäude, das entweder schlecht unterhalten oder aber ungastlich ist. Der Namenszusatz "-sur-Sarthe" wurde 1933 angenommen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anfang des 11. Jahrhunderts wurde, während der Regentschaft von Fulko III., Herzog des Anjou, eine Burg errichtet. Sie schützte sein Land und überwachte zugleich die Schifffahrt auf dem Fluss. Der Ort gehörte zur historischen Provinz Anjou und zum dort 1595 eingerichteten Amtsbezirk Sénéchaussée de La Flèche.

Im 18. Jahrhundert war Étienne-François de Choiseul Eigentümer des auf den Ruinen der Burg neu errichteten Schlosses. Fiskalisch war Malicorne, während des Ancien Régime bis zur Französischen Revolution, Teil des Pays d’élection La Flèche. Während der Revolution wurde die Gemeinde dem neugeschaffenen Département Sarthe angegliedert. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts entstand eine umfangreiche Fayencenindustrie mit mehreren bekannten Betrieben.[1] In einer Schlackenmühle wurde Hochofenschlacke für die Färbung von Glasuren gemahlen.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1793 zählte der Ort 1008 Einwohner, bis 2010 stieg deren Zahl weitgehend kontinuierlich auf 1970 Personen an.

Bauwerke und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die seit 1984 unter Denkmalschutz stehende romanische Kirche Saint-Sylvestre aus dem 11. Jahrhundert
  • Das auf den Ruinen der Burg im 18. Jahrhundert errichtete Schloss Château de Malicorne-sur-Sarthe
  • Die Schlackenmühle aus dem 18. Jahrhundert
  • Zwei Getreidemühlen aus dem Jahr 1831
  • Das Fayencenmuseum Musée Espace faïence

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wassertourismus auf der Sarthe
  • Drei-Sterne-Campingplatz

Galerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Malicorne-sur-Sarthe – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Homepage von Malicorne-sur-Sarthe, abgerufen am 24. November 2013