Malliß

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Malliß
Malliß
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Malliß hervorgehoben
Koordinaten: 53° 13′ N, 11° 19′ O
Basisdaten
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Ludwigslust-Parchim
Amt: Dömitz-Malliß
Höhe: 41 m ü. NHN
Fläche: 25,17 km2
Einwohner: 1150 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 46 Einwohner je km2
Postleitzahl: 19294
Vorwahl: 038750
Kfz-Kennzeichen: LUP, HGN, LBZ, LWL, PCH, STB
Gemeindeschlüssel: 13 0 76 094
Gemeindegliederung: 3 Ortsteile
Adresse der Amtsverwaltung: Goethestraße 31
19303 Dömitz
Webpräsenz: www.amtdoemitz-malliss.de
Bürgermeister: Volker Sielaff
Lage der Gemeinde Malliß im Landkreis Ludwigslust-Parchim
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Über dieses Bild

Malliß ist eine Gemeinde im Landkreis Ludwigslust-Parchim in Mecklenburg-Vorpommern (Deutschland). Der ehemalige Bergbauort wird vom Amt Dömitz-Malliß mit Sitz in der Stadt Dömitz verwaltet.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Malliß liegt innerhalb der Griesen Gegend im Südwesten Mecklenburg-Vorpommerns. An der südlichen Gemeindegrenze verläuft der Eldekanal, der Bestandteil der Müritz-Elde-Wasserstraße ist.

Zu Malliß gehören die Ortsteile Bockup und Conow.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Hund an der B 191 erinnert an die Bergbaugeschichte in Malliß

Malliß wurde 1230 erstmals als Melgoz urkundlich erwähnt.

Im Ortsteil Conow wurde von 1307 bis 1746 Siedesalz auf der dortigen Saline Conow Salz gesotten. Von 1912 bis 1926 wurden unweit dieser Salzquelle Kali- und Steinsalz auf dem Bergwerk der Gewerkschaft Conow untertägig abgebaut. Die Weiterverarbeitung der Kalisalze erfolgte in der Kalifabrik der Schachtanlage Friedrich Franz in Lübtheen.

Das Kaliwerk Conow baute auf dem Salzstock (oder auch als „Diapir“ bezeichnet) Conow. Solche Salzlagerstätten sind aufgrund ihres Aufstiegs aus dem tieferen Untergrund tektonisch sehr beansprucht worden und besitzen meist Klüfte, Risse und salinare Umbildungen, welche zur Mitführung von Salzlösungen (Laugen) neigen. Einen Überblick zur Laugensituation auf dem Werk Conow finden Sie hier.

Von 1817 bis 1960 wurde auch Braunkohle unter Tage abgebaut (siehe auch Braunkohlenbergwerk Malliß (Oberflöz) und Braunkohlenbergwerk Malliß (Unterflöz)).

Um 1870 entstand am Wanzeberg der Marienstollen, der nach der Großherzogin Marie benannt wurde. Der Eingang ist heute noch zu besichtigen, der Stollen selber jedoch ist durch wasserführende Sande, die schon damals den Kohleabbau störten, verschüttet. 1875 entstanden in Malliß ein Gutshaus und eine fünfflügelige Windmühle, die bis in die 1930er Jahre in Betrieb war und 1947/48 abgerissen wurde. Seit 1875 wird auf dem Gemeindegebiet Rupelton zur Ziegelherstellung gewonnen. Die Ziegelei wurde 1992 abgerissen und als Verblendziegelwerk neu aufgebaut.

Während des Zweiten Weltkrieges mussten Frauen und Mädchen aus Polen, die in einem Barackenlager beim Postamt Malliß untergebracht waren, bei der Reichsbahn Zwangsarbeit verrichten. Aufgrund der unmenschlichen Lebensbedingungen starben einige der Frauen und ihre Kinder. Wegen Diebstahls eines Feldpostpäckchens wurden zwei Polen auf dem Alaunberg öffentlich gehenkt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde zur Linderung der Salznot Steinsalz, welches beim Abteufen des Schachtes Conow aufgehaldet wurde, gewonnen. Die nähere Beschreibung dieser Gewinnungsarbeiten finden Sie hier.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen wurde am 19. März 2001 durch das Innenministerium genehmigt und unter der Nr. 240 der Wappenrolle von Mecklenburg-Vorpommern registriert.

Blasonierung: „Geteilt; oben in Rot schräggekreuzt ein silberner Schlägel und ein silbernes Eisen; unten in Silber ein grünes Eichenblatt mit zwei Früchten.“[3]

Das Wappen wurde von dem Schweriner Heraldiker Heinz Kippnick gestaltet.

Flagge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Flagge der Gemeinde Malliß

Die Flagge der Gemeinde ist gleichmäßig längsgestreift von Silber (Weiß) und Rot; in der Mitte des Flaggentuchs liegt, auf jeweils zwei Drittel der Höhe des silbernen (weißen) und des roten Streifens übergreifend, das Gemeindewappen. Die Länge des Flaggentuchs verhält sich zur Höhe wie 5:3.[3]

Gemeindepartnerschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Malliß unterhält offiziell seit 1995 eine Gemeindepartnerschaft mit Velen im Kreis Borken in Nordrhein-Westfalen. Freundschaftliche Beziehungen bestanden bereits in den fünf Jahren zuvor. Die Partnerschaft erstreckt sich über den gesamten Bereich des kommunalen Lebens. Regelmäßig finden Treffen zwischen Schülern, Vereinen, Organisationen und der Verwaltung statt.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Naturdenkmal „Alte Salzquelle Conow-Sülze“
Dorfkirche in Conow

Siehe auch Liste der Baudenkmale in Malliß

  • Dorfkirche in Conow
  • Friedhof am Weg vom Ortsteil Conow nach Niendorf für elf polnische Opfer der Zwangsarbeit, deren Grabkreuze seit 1994 wieder mit ihren Namen versehen sind
  • Das wiedererrichtete geologisches Naturdenkmal "Alte Salzquelle Conow", gelegen linker Hand auf einer Koppel neben der Straße nach Karenz
  • Bergbau-Denkmal bestehend aus Lok und einem Förderwagen (Hunt) an der B 191 in Malliß. Die Lok wurde 1957 in den Karl-Marx-Werken in Babelsberg gebaut und transportierte bis in die 1990er Ton und Sand ins örtliche Ziegelwerk. Im Dezember 2008 wurde sie ergänzend zum bereits an gleicher Stelle befindlichen Hund aufgestellt.[4]
  • Bergbau-Denkmal bestehend aus Förderwagen (Hunt) und Förderrad eines Zechenschachtes in Malliß vor dem Gebäude der Freiwilligen Feuerwehr, beide Objekte sind Schenkungen der Partnergemeinde Velen

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wienerberger Ziegelindustrie, Ziegelproduktion seit 2007 eingestellt, Standort dient derzeit (2009) als Lager
  • WCO Kinderkost GmbH Conow, ein Unternehmen der Nestlé-Gruppe

Verkehrsanbindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch das Gemeindegebiet führt die Bundesstraße 191 von Ludwigslust nach Dömitz. Malliß besaß einen Haltepunkt an der Bahnstrecke zwischen diesen beiden Städten, die jedoch 2001 stillgelegt wurde. Seither ersetzen Busse diese Verbindung. Bis 1945 zweigte zudem von Malliß aus eine Zweigstrecke nach Lübtheen ab. Die nur im Güterverkehr benutzte Strecke nach Conow wurde 1994 stillgelegt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Friedrich Weber (* 13. Mai 1883; † 5. April 1968), deutscher Jurist und Politiker der DVP
  • Ingrid Lotz (* 11. März 1934), Leichtathletin und Olympiateilnehmerin

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Malliß – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Amt M-V – Bevölkerungsstand der Kreise, Ämter und Gemeinden 2015 (XLS-Datei) (Einwohnerzahlen in Fortschreibung des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. § 10 der Hauptsatzung der Gemeinde
  3. a b § 1 der Hauptsatzung der Gemeinde
  4. Babelsberger Bahn grüßt am OrtseingangSchweriner Volkszeitung, 6. Dezember 2008