Malta

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Dieser Artikel erläutert die Inselrepublik im Mittelmeer. Zu anderen Bedeutungen siehe Malta (Begriffsklärung).
Repubblika ta’ Malta (malt.)
Republic of Malta (engl.)
Republik Malta
Flagge Maltas
Wappen Maltas
Flagge Wappen
Amtssprache Maltesisch, Englisch
Hauptstadt Valletta
Staatsform parlamentarische Republik
Regierungssystem parlamentarische Demokratie
Staatsoberhaupt Staatspräsidentin Marie Louise Coleiro Preca
(seit 4. April 2014)
Regierungschef Premierminister Joseph Muscat
(Amtsantritt 1. März 2013)
Fläche 316 km²
Einwohnerzahl 433.300 (Stand 2015)[1]
Bevölkerungsdichte 1371 Einwohner pro km²
Bruttoinlandsprodukt
  • Nominal
2015 (Schätzung)[2]
  • 9801 Mio. US-$
Bruttoinlandsprodukt pro Einwohner 18.088 US$ (36.)
Index der menschlichen Entwicklung 0,839 (37.)[3]
Währung Euro (EUR)
Unabhängigkeit 21. September 1964
(vom Vereinigten Königreich)
Nationalhymne L-Innu Malti
Zeitzone UTC+1 MEZ
UTC+2 MESZ (März bis Oktober)
Kfz-Kennzeichen M
ISO 3166 MT, MLT, 470
Internet-TLD .mt
Telefonvorwahl +356
Österreich Belgien Bulgarien Republik Zypern Tschechien Deutschland Dänemark Dänemark Estland Spanien Finnland Frankreich Frankreich Vereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich Griechenland Griechenland Ungarn Irland Italien Italien Italien Litauen Luxemburg Lettland Niederlande Polen Portugal Rumänien Schweden Slowenien Slowakei Island Montenegro Mazedonien Kroatien Türkei Türkei Malta Serbien Grönland Färöer Norwegen Norwegen Isle of Man Guernsey Jersey Andorra Monaco Schweiz Liechtenstein Vatikanstadt San Marino Albanien Kosovo Bosnien und Herzegowina Moldawien Weißrussland Russland Ukraine Autonome Republik Krim Kasachstan Abchasien Südossetien Georgien Aserbaidschan Aserbaidschan Armenien Iran Libanon Syrien Israel Jordanien Saudi-Arabien Irak Russland Tunesien Algerien MarokkoMalta in European Union.svg
Über dieses Bild
Malta Gozo Comino.png

Die Republik Malta (malt. Repubblika ta’ Malta, engl. Republic of Malta) ist ein südeuropäischer Inselstaat im Mittelmeer. Er besteht aus den drei bewohnten Inseln Malta (einschließlich der Kleinstinsel Manoel, etwa 246 Quadratkilometer), Gozo (malt. Għawdex, etwa 67 Quadratkilometer) und Comino (Kemmuna, etwa drei Quadratkilometer) sowie aus den unbewohnten Kleinstinseln Cominotto (Kemmunett), Filfla, St. Paul’s Islands und Fungus Rock. Politisch gliedert sich die Hauptinsel Malta in zwei Regionen mit fünf Bezirken. Gozo und Comino bilden zusammen die dritte Region und den sechsten Bezirk.

Mit gut 430.000 Einwohnern (2014) auf nur 316 km² Fläche gilt Malta als der Staat mit der fünfthöchsten Bevölkerungsdichte weltweit. Der Großteil der Bevölkerung konzentriert sich auf die Hauptstadtregion um Valletta, in dessen Ballungsraum rund 394.000 Einwohner leben.[4]

Im späten Neolithikum wurden auf dem Archipel bedeutende Megalithtempel errichtet, deren Überreste zum UNESCO-Welterbe zählen. Die maltesische Kultur wird bis heute geprägt von den mediterranen Großreichen – etwa der Karthager, der Römer, der Byzantiner und der Araber – zu denen die Inselgruppe in Antike und Mittelalter stets gehörte. Eine eigenständige Entwicklung erfuhr sie erstmals von 1530 bis 1798 unter der Herrschaft des Malteserordens. Ab 1814 britische Kolonie, erlangte Malta am 21. September 1964 die Unabhängigkeit. Am 1. Mai 2004 trat das Land der Europäischen Union bei, deren kleinster Mitgliedsstaat es seither ist.

Am 1. Januar 2008 führte Malta den Euro ein. Vom 1. Januar bis zum 30. Juni 2017 hat Malta erstmals die EU-Ratspräsidentschaft inne, und 2018 ist Valetta Kulturhauptstadt Europas. Die Amtssprachen des Landes sind englisch und maltesisch.

Der Name Malta geht auf die punische Bezeichnung für einen Zufluchtsort malet zurück, die Griechen nannten die Insel Melite (Μελίτη), bei den Römern hieß sie Melita.

Inhaltsverzeichnis

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Küstenlinie während der letzten Eiszeit

Malta zählt mit einer Fläche von 316 Quadratkilometern zu den Zwergstaaten, ist etwas kleiner als die Stadt Bremen und knapp doppelt so groß wie Liechtenstein. Der Archipel liegt 81 Kilometer südlich der Küste Siziliens, 350 Kilometer nördlich der libyschen Hafenstadt Al Khums, 150 Kilometer nordöstlich von Lampedusa und ungefähr 285 Kilometer südöstlich der tunesischen Halbinsel Cap Bon. Es ist neben Zypern das einzige Land der Europäischen Union, das vollständig südlich des 37. Breitengrads liegt.

Dingli Cliffs, höchster Punkt des Archipels
Satellitenbild von Gozo, Cominotto, Comino und Malta

Die Hauptinsel Malta (mlt. Malta) ist 246 Quadratkilometer groß, gen Südosten ausgerichtet und erreicht eine Länge von 28 und eine maximale Breite von 13 Kilometern. Zwischen ihrem nordwestlichen Ende und der zweiten Hauptinsel Gozo (mlt. Għawdex) erstreckt sich der 4,4 Kilometer weite Gozokanal, in dem die 2,7 Quadratkilometer große Insel Comino (Kemmuna) sowie das unbewohnte Felseneiland Cominotto (mlt. Kemmunett) liegen. Gozo, 67 Quadratkilometer groß, misst in Ost-West-Richtung 14,3 Kilometer in der Länge und bis zu 7,25 Kilometer in der Breite. Die weiteren – sämtlich unbewohnten – Inseln des Staats sind das 4,4 Kilometer südlich Maltas gelegene Filfla (mlt. Filfola) und die Saint Paul’s Islands (mlt. l-Gżejjer ta’ San Pawl) am nördlichen Ende der St. Paul’s Bay, die 83 Meter vor der Küste liegen und tatsächlich zusammenhängen, deren Verbindungsstück bei rauer See allerdings überspült werden kann. Im Westen Gozos, an der Schwarzen Lagune nahe dem Dwejra Point, ragt der 60 Meter hohe Fungus Rock (mlt. Il-Ġebla tal-Ġeneral) aus dem Meer, ein großer Kalksteinfelsen. Manoel Island (mlt. Il-Gżira Manwel) im Marsamxett Harbour zwischen Valletta und Sliema wird gemeinhin nicht mehr zu den Inseln gezählt, da sie über einen Damm und eine Straße mit dem Festland verbunden ist.

Das charakteristischste geographische Merkmal Maltas ist die Verschiedenheit seiner Küstenlinien, was sich besonders auf der Hauptinsel offenbart. Sind die Ost- und die Nordostseite von flachen Stränden und weiten Buchten wie der Marsaxlokk Bay, dem Marsamxett Harbour, dem Grand Harbour, der Mellieħa Bay und der St. Paul’s Bay geprägt, finden sich im Südwesten und Norden sehr scharf gezeichnete Küstenabschnitte mit Felsformationen und grottenähnlichen Einschnitten. Auf dieser Seite erhebt sich Malta sehr schroff aus dem Meer und bildet langgezogene Steilküsten, die an den Dingli Cliffs im Ta’ Dmejrek kulminieren, der mit 253 Metern höchsten Erhebung des Landes. Weitere Karsthöhenzüge finden sich im Nordwesten mit der Mellieħa Ridge, der Bajda Ridge und der bis zu 122 Meter hohen Marfa Ridge. Die höchsten Erhebungen Gozos messen 127 Meter.

Auf Grund der extremen Wasserarmut (siehe Abschnitt Wasserversorgung) existieren auf Malta, Gozo und Comino keine permanenten Flüsse. Nach starken Niederschlägen im Winter können sich einige ausgetrocknete Bachbetten zeitweise mit Regenwasser füllen. Diese zumeist kleinen Rinnsale laufen in engen Felsentälern, den Wieds, zusammen, wo sie nicht so schnell wieder verdunsten. Der längste zeitweilige Bachläufe ist im Wied l-Għasri zu beobachten, der an der Nordküste Gozos in eine fjordähnliche Meeresbucht abfließt. Der einzige größere See des Archipels ist künstlich angelegt und befindet sich innerhalb des Ghadira Nature Reserve auf der Landenge vor der Marfa Ridge knapp zwei Kilometer nordwestlich von Mellieħa. Er misst 350 m mal 220 m und besitzt zahlreiche Binneninseln.

Geologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Allgemeine Darstellung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sedimentgesteine auf Malta

Die geologische Geschichte Maltas begann am Ende des Tertiärs, als zwischen Südsizilien und Nordafrika eine Landbrücke bestand, die das frühe Mittelmeer in zwei Becken teilte. Nachdem der steigende Meeresspiegel diese überflutet hatte, lagerten sich am Ort des heutigen Archipels im Paläozän vor rund 60 Millionen Jahren Sedimente aus Korallen- und Muschelkalk ab. Im Lauf der Erdzeitalter folgten Ablagerungen von Globigerinenkalk und blauem Ton und im Oligozän Sandstein und eine weitere koralline Schicht. Im Pliozän schließlich erhoben sich die Inseln langsam aus dem Meer. Während der Würmeiszeit bildete sich durch den sinkenden Wasserspiegel erneut die Landbrücke heraus, wurde aber mit dem Ende der Eiszeit vor gut 13.000 Jahren endgültig unterbrochen. Die maltesischen Inseln liegen auf der Afrikanischen Kontinentalplatte und gehören somit geologisch zu Afrika.

In Steinbrüchen – wie hier nahe dem Fungus Rock auf Gozo – wird Globigerinenkalk als einzige natürliche Ressource Maltas abgebaut.
Kalkstein

Nach dem Auftauchen der Inseln neigte sich die Oberfläche der Hauptinsel auf Grund des noch instabilen Sockels im Lauf mehrerer Jahrhunderte gen Nordosten, so dass die südwestliche Küste angehoben wurde und sich die Steilkanten mit den Dingli Cliffs herausbildeten. Malta ist heutzutage von mehreren tektonischen Verwerfungen durchzogen, die im globalen Vergleich zwar klein erscheinen, das geologische Relief der Inseln jedoch prägen. Zwei Grabensysteme sind dominierend: Die ältere Great Fault (Große Verwerfung), die sich in vielen einzelnen Abschnitten über fünf Kilometer von der südwestlichen Küste gen Nordosten erstreckt sowie die jüngere Maghlaq Fault. Diese verläuft von Nordwesten nach Südosten und sorgte unter anderem für die Herausbildung des Plateaus auf der Malta vorgelagerten kleinen Insel Filfla.

Sedimente, die sich auf den maltesischen Inseln finden lassen, sind der blaue Ton, der Globigerinenkalk (unterteilbar in oberen, mittleren und unteren) sowie der obere Grünsand, eine Abteilung der Kreideformation. Oberer Grünsand ist sehr tonig und sandig, reich an Chlorit, seine oberen Schichten sind kreideähnlich und können in chloristische Kreide übergehen. Auf Gozo gibt es eine Mischung aus diesen unterschiedlichen Bodenbestandteilen, auf Malta dagegen ist die Grenze klarer gezogen. Der Nordwesten wird von korallinem Kalkstein und Grünsand, der überwiegende andere Inselteil jedoch von Globigerinenkalk dominiert. Dieses beige Naturmaterial stellt Maltas einzige natürliche Ressource dar und wird von der Bevölkerung intensiv abgebaut und genutzt.

Küstenerosion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Küstenerosion ist ein natürliches Phänomen, das weltweit an Meeren befindliche Staaten beeinflusst.[5] Bislang gibt es allerdings noch keine publizierte Studie, die die Rate und die Risiken von Küstenerosion auf Malta thematisiert.[6]

Auf Malta spielen die Effekte der Verwerfung und unterschiedliche Erosionstypen eine Rolle.[6] Erosion formt, gestaltet und entwickelt dabei die Küstenlinien der Inseln.[7] Im Nordosten der Insel gibt es eine leicht geneigte Felsenküste, während im Südosten und im Westen eine steile, Kliff dominierte Küstenlinie vorherrscht.[6]

Auf den Inseln lassen sich unterschiedliche durch Erosion entstandene Formationen finden. Beim unteren Korallenkalkstein spülen Wellen Einschnitte oder Ebenen an den meist unter dem Meeresspiegel liegenden Fuß der Klippen. An der Globigerina-Kalk-Küste entstehen glatte und leicht geneigte Ebenen, während dort Buchten entstehen, wo Ton und Mergel schnell erodiert wurden, wie Xrobb I-Ghagin oder Peter’s Pool. Schutthalden an Land und im Wasser entstehen da, wo die Erosion des Blautons den oberen Korallenkalkstein untergräbt und so die typische Küstenlinie formt. Beispiele hierfür sind Ghajn Tuffieha, Qammieh und San Blas. Außerdem gibt es auf Malta Karstlandformationen.[6]

Zudem sättigt das Regenwasser nach Starkregenereignissen den Ton, der dadurch plastisch werden und Murenabgänge hervorrufen kann.[8]

Die Küstenerosion auf Malta beschleunigt sich durch eine Verknüpfung aus natürlichen Prozessen und anthropogenen Einflüssen. Ein Grund hierfür kann eine Destabilisierung des Untergrundes bei Infrastrukturbaumaßnahmen sein,[9] was sich an der Küstenstraße entlang von Bahar ic-Caghaq zeigt. Ein anderer Grund, der die Küstenerosion beschleunigt, ist der Bau von Hotelgebäuden an der Küste, wie Ghajn Tuffieha und Golden Bay zeigen.[6] Auf Malta ist dabei ein Großteil der wirtschaftlichen Aktivität und der Infrastruktur küstennah gelegen, was exakte Planung benötigt, da die Ausweichmöglichkeiten für Alternativbebauungen auf einer Insel dieser Größe gering sind.[10]

Zum Schutz der Küste wendet die Regierung Maltas dabei im 21. Jahrhundert die Do Nothing-Strategie nach der Einteilung Doodys (2004) zum Management von Küstenerosion an. Dies bedeutet, dass keinerlei Maßnahmen zum Küstenschutz eingeleitet werden und es kein explizites Küstenlinienmanagement gibt,[7] obwohl 11 der 14 Ministerien direkt in die Regulation des Küstengebietes eingebunden sind.[11]

In der Praxis bestehen einige zwischenbehördliche Netzwerke, allerdings gibt es auf Malta keine Tradition zum ganzheitlichen oder integriertem Management dieses Gebiets, sodass eine Struktur fehlt und das Vorgehen unkoordiniert ist.[11]

Das einzige offizielle Dokument mit einem Bezug zum Küstenlinienmanagement ist der Structure Plan, der aber nur die Entwicklung an der Küste regulieren soll.[11]

Deshalb gibt es beispielsweise Kooperationen mit den Naturschutzorganisationen Nature Trust Malta[12] und „The Gaia Foundation“. Diese hat mit einem zuständigen Ministerium einen Vertrag zur Verwaltung einiger Küstengebiete geschlossen, die dem europaweiten Natura 2000 Netzwerk angehören und von der Naturschutzorganisation betreut werden.

Die bisherigen politischen Maßnahmen reichen aber nicht aus, um Maltas Küstengebiete dauerhaft zu schützen.[11]

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf Malta herrscht subtropisches, trockenes Mittelmeerklima. Dieses ausgeglichene Seeklima ist von milden, feuchten Wintern und trockenen, warmen, aber nicht übermäßig heißen, Sommern geprägt. Die jährliche Niederschlagssumme beträgt auf den Inseln gut 620 Millimeter, wobei der geringste Niederschlag mit gegen Null tendierenden Werten im Sommer – speziell im Juni und Juli – und der häufigste im Winter zu verzeichnen ist. Der Regen zieht zumeist kurz und heftig über das Land, wohingegen Dauerregen unüblich ist. Die Luftfeuchtigkeit auf Malta liegt im Sommer bei durchschnittlich 74 Prozent und in den Wintermonaten bei etwa 70 Prozent.

Wie für Insellagen typisch, sind die täglichen Temperaturunterschiede mit fünf bis zehn Grad Celsius zumeist sehr gering. Die höchsten Temperaturen werden in den Sommermonaten Juli und August erreicht, in denen die Durchschnittswerte auf bis zu 31,8 Grad ansteigen. Die tiefste monatliche Durchschnittstemperatur tritt im Januar mit 9,5 Grad Celsius auf. Besonders in den Wochen ansteigender Temperaturen im März und April können kräftige, kalte Winde die gefühlte Temperatur negativ beeinflussen. Die Wassertemperaturen im Mittelmeer um die Inseln variieren dem Klima entsprechend. Im August betragen sie circa 22,8 Grad Celsius und sinken erst ab Dezember unter 20 Grad Celsius ab. Unterhalb dieser Marke halten sie sich für gewöhnlich bis Mai, wobei Tiefstwerte von 15 Grad Celsius erreicht werden können.

Die staatliche Wetter- und Klimamessstation ist das Meteorological Office Malta International Airport am internationalen Flughafen des Landes nahe der Ortschaft Luqa im Südosten der Hauptinsel. Die tiefste jemals auf dem maltesischen Archipel registrierte und offiziell bestätigte Temperatur betrug am 19. Februar 1895 in Valletta 1,2 Grad Celsius. Unbestätigt ist der Wert von −1,7 Grad Celsius am 1. Februar 1962 auf dem Flugplatz von Ta’Qali. Im August 1999 wurde am Flughafen mit 43,8 Grad Celsius die höchste Temperatur seit Beginn der Wetteraufzeichnungen gemessen. Entsprechend den klimatischen Bedingungen ist Schnee ein äußerst seltenes Phänomen auf Malta. Nachweislich seit 1800 hat es auf den Inseln keine Schneedecke mehr gegeben; allerdings wurden im Februar 1895, im Januar 1905 sowie am 31. Januar 1962 leichte Schneeschauer beobachtet und notiert.

Malta
Klimadiagramm
J F M A M J J A S O N D
 
 
93
 
16
10
 
 
63
 
16
9
 
 
43
 
18
10
 
 
24
 
20
12
 
 
21
 
24
15
 
 
7
 
29
19
 
 
0
 
31
22
 
 
19
 
32
23
 
 
64
 
28
21
 
 
77
 
25
18
 
 
95
 
21
14
 
 
114
 
17
11
Temperatur in °CNiederschlag in mm
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Malta
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 15,7 15,7 17,5 19,8 24,1 28,7 31,4 31,8 28,4 25,1 20,8 17,1 Ø 23
Min. Temperatur (°C) 9,5 9,1 10,4 12,2 15,4 19,3 21,7 22,7 20,8 18 14,3 11,3 Ø 15,4
Temperatur (°C) 12,6 12,4 12,4 14 19,8 24 26,6 27,3 24,6 21,6 17,6 14,2 Ø 19
Niederschlag (mm) 93 63 43 24 21 7 0 19 64 77 95 114 Σ 620
Sonnenstunden (h/d) 4 4 7 8 10 11 12 12 9 5 5 4 Ø 7,6
Regentage (d) 18 15 13 12 7 4 1 3 10 15 17 21 Σ 136
Wassertemperatur (°C) 16,6 15,1 15,4 16,4 18,1 21,7 22,8 21,1 21,2 23 21,8 19,1 Ø 19,4
Luftfeuchtigkeit (%) 71 69 74 78 76 76 74 74 73 72 70 69 Ø 73
T
e
m
p
e
r
a
t
u
r
15,7
9,5
15,7
9,1
17,5
10,4
19,8
12,2
24,1
15,4
28,7
19,3
31,4
21,7
31,8
22,7
28,4
20,8
25,1
18
20,8
14,3
17,1
11,3
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
N
i
e
d
e
r
s
c
h
l
a
g
93
63
43
24
21
7
0
19
64
77
95
114
  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Quelle: fehlt

Natur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Allgemeiner Überblick[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alle maltesischen Inseln sind felsig. Die Hauptinsel ist ein bis zu 260 Meter ansteigender Höhenzug aus Kalkfels. Der Süden und der Südwesten fallen steil zum Meer hin ab. Die Küste von Malta ist dort ungegliedert und unzugänglich. Zwischen den zerrissenen Felsen gibt es malerische kleine Buchten. Im Norden und Nordosten von Malta bestimmen Hügel und flachere Ebenen die Landschaft. Die Küste senkt sich dort allmählich zum Meer und ist von Buchten eingeschnitten, die von Sandstränden umschlossen werden. Berge und Flüsse gibt es auf Malta nicht. Bemerkenswert sind die zahlreichen Höhlen, die durch Erosion des Kalks entstanden sind. Infolge der Wasserknappheit besteht die Vegetation in Malta aus wenig anspruchsvollen aber zahlreichen Pflanzen, große Bäume sind eher selten. Feigenbäume wachsen zum Teil wild am Straßenrand und auf den steinigen Feldern.

Flora[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick vom St. Agatha’s Tower auf das einzige Naturschutzgebiet der Insel, am linken Bildrand Mellieħa Bay, dahinter Mellieħa

Mit rund 800 einheimischen Pflanzenarten weisen die maltesischen Inseln für ein Areal dieser Größe eine große Pflanzenvielfalt auf. Dies ist umso bemerkenswerter, als Malta keine signifikanten Höhenunterschiede zeigt, wenig Vielfalt bezüglich der Standorte kennt und durch menschliche Einflüsse über Jahrtausende hinweg bereits stark umgeformt wurde. Das Artenspektrum ist typisch mediterran, eng verwandt ist die Flora Maltas mit der Siziliens, weist aber zusätzlich starke nordafrikanische Einflüsse auf.

Bereits zu neolithischer Zeit begannen die Menschen den Wald der Inseln zum Bootsbau und zu anderen Zwecken abzuholzen, so dass die Inseln inzwischen waldlos sind. Eine Ausnahme bildet das von Menschen angelegte, 900 Meter lange und bis zu 200 Meter breite Waldgebiet der Buskett Gardens, die 1,1 Kilometer östlich von Dingli und ebensoweit südlich von Rabat liegen. Vorherrschende Vegetationstypen sind Macchie, Garrigue und Steppe, bedeutende Sonderstandorte sind insbesondere jene der Flach- und Steilküsten, aber auch der wenigen Süßgewässer. Weitverbreitet sind Formationen gestörter Standorte.

Häufige Pflanzenarten sind unter anderem Johannisbrotbaum, Olivenbaum, Kopfiger Thymian, Mastixstrauch, Vielblütige Heide, Teucrium fruticans sowie Euphorbia melitensis. Des Weiteren wachsen diverse Wolfsmilch- und Lauchgewächse sowie Strandflieder-Arten und knapp 15 Orchideenarten. Weit verbreitet ist Nickender Sauerklee (Oxalis pes-caprae). Endemische Arten sind Cremnophyton lanfrancoi, Darniella melitensis, Euphorbia melitensis, Limonium melitense, Limonium zeraphae, Cheirolophus crassifolius, Jasonia bocconei, Helichrysum melitense, Hyoseris frutescens, Zannichellia melitensis, Allium lojaconoi, Allium melitense und Ophrys melitensis.

Essbare Mittagsblume, ein invasiver Neophyt Maltas (hier in Tunesien)

Seit dem Ende des 20. Jahrhunderts rücken Naturschutzfragen allmählich ins Bewusstsein der maltesischen Öffentlichkeit, insbesondere durch den Beitritt zur Europäischen Union 2004 wurden im Rahmen des Natura 2000-Programms erste Schutzgebiete ausgewiesen. Dessen ungeachtet gelten einige maltesische Pflanzen als stark gefährdet oder vom Aussterben bedroht, die IUCN listet drei nur in Malta vorkommende Pflanzen unter ihren Top 50 Mediterranean Island Plants auf, die vom Aussterben bedroht sind, darunter neben Cremnophyton lanfrancoi und Helichrysum melitense auch die 1971 als Nationalpflanze des Inselstaates ausgerufene Cheirolophus crassifolius. Der maltesische Nationalbaum, der Sandarakbaum, gilt ebenfalls als stark gefährdet. Der vor allem historisch bedeutsame Malteserschwamm hingegen, der nur auf dem Fungus Rock vorkommt, ist dort geschützt, da das Betreten des Fungus Rock nur zu wissenschaftlichen Zwecken erlaubt ist. Als invasive Arten problematisch sind der aus Südafrika stammende und im 19. Jahrhundert eingeführte Nickende Sauerklee, der von Malta aus die Küsten des gesamten Mittelmeers und des Atlantiks bis nach Großbritannien erobert hat. Bisher nur in Malta problematisch ist die chilenische Aster squamatus, die seit den 1930er Jahren zu einem der häufigsten Unkräuter der Insel wurde. Von Bedeutung als invasive Neophyten sind außerdem der als Zierpflanze eingeführte Wunderbaum, der in den wenigen Feuchtgebieten der Inseln heimische Arten verdrängt. An den empfindlichen Küsten breiten sich die Essbare Mittagsblume, die Agave americana und die Opuntia ficus-indica aus.

Fauna[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Paläontologische Funde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Għar Dalam (mt.: Höhle der Finsternis) ist eine Karsthöhle im Südosten der Insel Malta, nahe der Stadt Birżebbuġa und nur etwa 500 m von der St George's Bay entfernt. Sie hat eine maximale Breite von 18 m, ist bis zu 8 m hoch und führt etwa 145 m weit in die Kalksteinfelsen. Die unterste fossilfreie Schicht hat ein angenommenes Alter von rund 180.000 Jahren, während die darauf liegende Hippopotamus-Schicht der letzten Warmzeit angehört (Eem-Warmzeit, vor 126.000 bis 115.000 Jahren). Sie stellt eine kompakte Knochenbrekzie dar. In der Schicht fanden Forscher zahlreiche Knochen der pleistozänen Tierwelt, so das namengebende Flusspferd, welches mit Hippopotamus pentlandi (etwas kleiner als das heutige Flusspferd) und Hippopotamus melitensis (sehr kleines Zwergflusspferd) in zwei Größenvariationen auftritt. Von Bedeutung sind auch die Zwergelefanten, die ebenfalls in zwei unterschiedlich großen Arten vorliegen. So erreichte Elephas mnaidriensis eine Schulterhöhe von 1,9–2 m und wog rund 2,5 t. Dagegen war sein Verwandter Elephas falconeri nur 0,9–1,1 m hoch bei einem rekonstruierten Gewicht von 170 kg. Neben diesen wurden noch Reste verschiedener anderer Tierarten wie Bilche (Leithie cartei), verschiedene Fledermäuse und eine reichhaltige Vogelfauna gefunden.

Gegenwart[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Blaumerle ist der Nationalvogel Maltas.
Eidechse auf Gozo

Insgesamt betrachtet gilt Maltas Fauna als relativ artenarm. Zu den auf den Inseln lebenden Tieren gehören Mäuse, Ratten, die Langflügelfledermaus, Kaninchen, Igel, Wiesel, Eidechsen, Mauergeckos, Chamäleons sowie mehrere Populationen ungiftiger Schlangen, wie die Leopardnatter.

Auf den Inseln sind einige Vogelfamilien heimisch, wie Lerchen, Finken, Schwalben und Drosseln. Auch die Turteltaube, der Pirol sowie einige Greifvogelarten gehören zur Fauna Maltas. Die häufig anzutreffende Blaumerle ist zudem der Nationalvogel des Inselstaates. Im Frühjahr 2008 meldete die Regierung im Zuge von Natura 2000 27 Schutzgebiete für die Tier- und Pflanzenwelt an. Zu diesen Gebieten zählen unter anderem die Kalksteinklippen Rdumijiet ta’ Malta, die vielen Seevögel, wie dem Levante-Sturmtaucher (Puffinus yelkouan), als Nistplätze dienen. Darüber hinaus existiert im Norden der Hauptinsel das Vogelschutzgebiet Gћadira Bird Reserve. Ferner ist Malta im Frühjahr und im Herbst eine der wenigen Stationen für Zugvögel auf deren Weg von Europa nach Afrika oder in die entgegengesetzte Richtung.

Endemische Tierarten

Vogeljagd und Vogelschutz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Vogeljagd gilt auf Malta als traditioneller Volkssport. Mit rund 18.000 offiziellen Jagdlizenzen hat Malta die höchste Jägerdichte in Europa. Eines der größten Jagdreviere ist die Marfa Ridge. Bis zum EU-Beitritt 2004 erlaubten die maltesischen Bestimmungen selbst die Jagd auf geschützte Arten wie Bekassine, Zwergschnepfe, Kampfläufer und Greifvögel. Schätzungen der Gesamtzahl getöteter Vögel schwanken zwischen 200.000 und 1.000.000 jährlich. Die Tiere werden zumeist ausgestopft und als Trophäe verkauft oder – falls lebendig gefangen – auch illegal als Käfigvögel verkauft. Diese Vogeljagd galt und gilt meist noch als ausgesprochene Männerdomäne und wurde über Generationen vererbt.

Seit 2004 gelten für Malta europäische Bestimmungen wie die Vogelschutzrichtlinie und die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie. Die maltesische Regierung konnte jedoch einen Übergangskompromiss aushandeln. So wurde die Frühjahrsjagd auf Turteltauben und Wachteln beschränkt und der Fang von sieben Finkenarten noch bis 2008 erlaubt, um ein Zuchtsystem aufbauen zu können. Zur Überwachung der Umsetzung dieses Kompromisses entstand die 23 Mann starke Law Enforcement Police, die zudem für die Kontrolle von Prostitution und Glücksspiel verantwortlich ist. Seit 2004 fordern der NABU und Birdlife Malta ein Ende der Zugvogeljagd auf der Mittelmeerinsel. Die Vogelschützer protokollierten im Herbst 2007 nicht nur den Vogelzug, sondern auch die umfangreiche Jagd im Süden der Insel. Insgesamt wurden 209 Verstöße dokumentiert und der örtlichen Polizei gemeldet. In den meisten Fällen handelte es sich um illegale Abschüsse von Greifvögeln. Unter diesen stand der in Mitteleuropa besonders seltene Wespenbussard an erster Stelle.[13] Am 31. Januar 2008 leitete die Europäische Kommission vor dem Europäischen Gerichtshof ein Klageverfahren gegen Malta ein, in dessen Mittelpunkt die Beendigung der besonders schädlichen Frühjahrsjagd auf Wachteln und Turteltauben stand.

Ungeachtet aller Proteste und Verfahren erließ die Regierung auch 2012 wieder eine Ausnahmeregelung zum Abschuss Tausender europaweit gefährdeter Zugvögel.[14]

Nachdem 2014 zuerst Fortschritte bei der Eindämmung der Vogeljagd gemacht wurden, erlaubte die maltesische Regierung im Herbst 2014 erneut die Bejagung von sieben Finkenarten, Goldregenpfeifern und Singdrosseln mit riesigen Klappnetzen. Das Komitee gegen den Vogelmord berichtete hierüber umfangreich und dokumentiert dieses Vergehen gegen geltendes EU-Recht genau.[15]

Umweltschutz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Akzeptanz ab Ende des 20. Jahrhunderts[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Naturschutz findet in Malta erst seit 1990 Anklang. In diesem Jahr betrug die geschützte Fläche anhand der Gesamtfläche des Landes ca. 0,1 Prozent.[16] In den folgenden Jahren stieg dieser Wert deutlich an, sodass im Jahr 2013 bereits 13 Prozent der Landesflächen geschützt wurden. Im Bereich der aquatischen Areale des Landes wurde 2014 eine Fläche von 193 km² geschützt.[17] In diesen Flächen werden die ursprünglichen mediterranen Landschaften geschützt. Zu den populärsten Naturschutzgebieten Maltas gehören die Insel Filfla und die Feuchtgebiete Ghadira und Simar.[18] Die Anteile an künstlichen Arealen sind in Malta jedoch als hoch einzuschätzen. Ungefähr ein Drittel des Landes kann in diese Kategorie eingeordnet werden.[19]

Malta unternimmt seit dem Beitritt zur EU große Anstrengungen zur Verbesserung des Umweltschutzes, das Gesamtbild ist jedoch widersprüchlich. Der Anteil aller umweltbezogenen Steuereinnahmen am BIP lag 2008 bei 3,74 Prozent und überstieg dabei den europäischen Durchschnitt, Angaben über Umweltschutzausgaben des öffentlichen Sektors oder Umweltschutzinvestitionen der Industrie sind jedoch nicht verfügbar.[20] Der Anteil landwirtschaftlich genutzter Flächen unter Agrarumweltbeihilfen an der gesamten landwirtschaftlich genutzten Fläche betrug im Jahr 2005 21  Prozent, im Vorjahr lag der Wert noch bei rund 6,9 Prozent.[21] Die Emission von Treibhausgasen steigt jedoch seit Jahren kontinuierlich an und lag 2007 bei 149,2 CO2-Äquivalenten (für Malta und Zypern wurden keine Zielwerte vorgegeben).[22] Andererseits liegt die Belastung der städtischen Bevölkerung durch Luftverschmutzung mit Schwebstaub bei 23,9 Mikrogramm pro Kubikmeter. Dieser Wert liegt unter dem europäischen Durchschnitt und beispielsweise unter dem der Niederlande.[23] Die Belastung der städtischen Bevölkerung durch Luftverschmutzung mit Ozon wiederum liegt jedoch weit über dem europäischen Durchschnitt und erreicht nach Griechenland den zweithöchsten Wert in Europa.[24]

Probleme für den Naturschutz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Natur wird primär durch das Bevölkerungswachstum, das suburbane Flächenwachstum und den aufkommenden Tourismus bedroht. Diese Faktoren führen zum Einen zu einer Verkleinerung der Habitate, zum Anderen auch zu einer Fragmentierung der Landschaft.[25] Die steigenden Bevölkerungszahlen führen zu stetig steigendem Müllaufkommen. Auf Malta existiert keine Müllverbrennungsanlage, daher muss der Abfall vollständig deponiert werden. Mit jährlichen 648 kg Abfall pro Kopf erreicht Malta nach Zypern einen einsamen negativen Spitzenwert in der Europäischen Union.[26][27] Wegen der geringen Größe der Insel und der hohen Bevölkerungsdichte ist dies besonders problematisch. Es gibt kaum größeren Flächen auf den Inseln, die für die Landwirtschaft genutzt werden könnten, sodass viele Produkte importiert werden müssen. Dadurch steigt der Verpackungsmüll. Durch das gering vorhandene bzw. fehlende Umweltbewusstsein der Einheimischen landet dieser zum Teil in der Landschaft.[28]

13 Prozent der Gesamtfläche Maltas sind unter Schutz gestellt (Schutzgebiete nach der Habitat-Richtlinie, Stand 2013).[29] Problematisch ist jedoch die auf Malta weit verbreitete Vogeljagd.

Wasserversorgung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aquädukt auf Gozo

Laut einer im März 2011 veröffentlichten Statistik der Vereinten Nationen macht das Verhältnis zwischen erneuerbarem Trinkwasser und der Anzahl an Einwohnern, nämlich 191 m³ pro Kopf und Jahr, Malta zum wasserärmsten Land der Erde. Von der ohnehin schon niedrigen Rate einfallenden Niederschlags – etwa 580 mm jährlich – bleibt nur etwa die Hälfte auf der Oberfläche oder im Grundwasser zurück,[30] da diese Regenfälle, wie es für semi-aride Gebiete typisch ist, nur selten und kurz, dafür aber intensiv in den Wintermonaten von Oktober bis Februar auftreten. Im Sommer verdunstet der Niederschlag zu einem großen Teil.[31] Außerdem verfügt Malta nur über wenig oberirdische Süßwasserquellen, die der Niederschlag speisen könnte, und der aus Korallen gebildete Kalkstein-Boden hat eine vergleichsweise geringe Infiltrabilität – insbesondere, da er durch die hohen Temperaturen sehr trocken ist und damit ohnehin schlecht Wasser aufnehmen kann.[32]

Der Süßwassermangel auf Inseln wie Malta ist damit begründet, dass in die Grundwasservorräte Salzwasser eingespült wird und daher die Trinkwasserqualität extrem herabgesetzt wird.[32] Zudem wurden die Vorräte übermäßig anthropogen genutzt, was Absenkungen und Veränderungen der Aquifere induzierte. Durch die Bewässerung von Agrarflächen, welche über unterirdische Wasserentnahmen erfolgte, versalzte das Sickerwasser und der Grundwasserspiegel senkte sich.[33] Jeder Tropfen Regenwasser wird daher möglichst nachgenutzt, die Hausbesitzer sind per Gesetz verpflichtet, eine Zisterne anzulegen.

Die Agrarwirtschaft hat den zweithöchsten Anteil am Wasserverbrauch in Malta. Den höchsten Verbrauch verzeichnen die maltesischen Haushalte aufgrund ihrer Dichte und des hohen Lebensstandards der Bevölkerung.[34] Die Wasserversorgung als zentrale infrastrukturelle Aufgabe übernehmen sowohl der öffentliche als auch der private Sektor. Es gibt aber nur ein Unternehmen, welches Trinkwasser nach verschiedenen Methoden produziert:[33]

Es ist möglich, auf natürliche Verfahren zurückzugreifen. In dem Kalkstein-Aquifer bilden sich z. B. Wasserreservoirs aus, in denen in kleinen Mengen salzfreies Wasser aufgrund seiner geringeren Dichte auf dem Salzwasser schwimmt und entnommen werden kann.[32] In Ta Kandja in der Nähe von Siġġiew befindet sich die 1963 fertig gestellte Water Services Corporation’s Groundwater Pumping Station, die gesammeltes Frischwasser aus etwa 6,2 Kilometer langen Stollen entnimmt. Unter Maltas Dörfern verläuft ein gut 42 Kilometer langes System dieser Stollen.
Die zweite Bezugsquelle, das Abpumpen von Grundwasser über Tiefbrunnen, wird – bis auf die Nutzung in der Landwirtschaft – nach Möglichkeit vermieden.
Das Verfahren der umgedrehten Osmose, also der Meerwasserentsalzung, ist eine intensiv eingesetzte Methode.[33] Besonders auf Gozo ist das Leitungswasser daher merklich salzig. Das Verfahren verbraucht eine große Menge an Energie, welche aus der Verbrennung fossiler Ressourcen gewonnen wird und damit umweltschädlich und kostenintensiv ist. In den 2010er Jahren werden Verfahren zur Gewinnung von Trink- aus Regenwasser geprüft, das sonst größtenteils ins Meer abfließt.[35] Die Infiltration von Salzwasser in die Abwasseranlagen der Insel führt jedoch zu weiteren Problemen der Wasserqualität. Deshalb werden etwa 85 Prozent des Trinkwassers, u. a. aus Sizilien, nach Malta importiert.[31][36]

Die Bereitstellung sauberen Trinkwassers und der nachhaltige Umgang mit der Ressource Wasser bleibt eine Schlüsselaufgabe für die maltesische Regierung – und zwar nicht nur im Sinne des Umweltschutzes, sondern auch aus ökonomischer Sicht. Wirtschaftsförderer geben als große Herausforderung für die Ökonomie des Staates den Mangel an Ressourcen wie Wasser an. Mit der Etablierung eines effektiven Wasserverteilungssystems und der permanenten Kontrolle möglicher Leckagen an der Kanalisation wird versucht, dem Problem entgegenzutreten.[31] Mit dem 2011 veröffentlichten Water Catchment Management Plan auf Grundlage der Ideen der EU Water Framework Directive (einer Organisation der EU für die Bereitstellung und den nachhaltigen Umgang von genügend und qualitativ hochwertigem Wasser) soll der Mangel schrittweise behoben werden.[37]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Geschichte Maltas
Tempelanlage Mnajdra im Süden Maltas
Denkmal für Jean de la Valette in Valletta

Auf den Inseln finden sich Spuren aus 6000 Jahren menschlicher Besiedlung. Sie reichen von den steinzeitlichen Tempelanlagen der Megalithkultur über römische Gräber und Katakomben bis zu den imposanten Wehranlagen des Malteserordens. Malta stand unter dem wechselnden Einfluss fast aller großen Kulturen des Mittelmeerraums: Phönizische Besiedlung im 8./7. Jahrhundert v.Chr., wohl ab 7./6. Jahrhundert unter Herrschaft Karthagos, ab 218 v.Chr. römisch, nach 395 n.Chr. oströmisch-byzantinisch, zur Zeit der Völkerwanderung Einfall von Wandalen, dann von Ostgoten, 533 erneut byzantinisch, im 9. Jahrhundert Eroberung Maltas durch Araber, die es islamisierten, eine neue Sprache mitbrachten und die Inseln vielleicht sogar neu besiedelten. Im 11. Jahrhundert ging der Archipel an die normannischen Herrscher Siziliens und 1282 an das Königreich Aragón. In dieser Zeit wurden die Muslime gedrängt, zum Christentum überzutreten. 1530 übergab Kaiser Karl V. als König von Kastilien und Aragón die Inseln als Lehen dem Johanniterorden. Der Orden des heiligen Johannes zu Jerusalem, zu Rhodos und zu Malta – auch Hospitaliter- und nach der Übernahme der Inseln Malteserorden genannt – verstärkte die Befestigungsanlagen am Hafen und verteidigte die Inseln gegen osmanische Angriffe. Infolge der Großen Belagerung im Jahr 1565 wurde 1566 die Festungsstadt Valletta gegründet, die nach dem damaligen Großmeister des Ordens, Jean Parisot de la Valette, benannt ist.

1798 wich der Malteserorden französischen Revolutionstruppen Napoleon Bonapartes; dennoch hält er bis heute, nicht überall anerkannt, einen staatsähnlichen völkerrechtlichen Status aufrecht, jedoch ohne Gebietsansprüche an die Republik Malta. Nach einem Hilfegesuch maltesischer Aufständischer gegen die Franzosen blockierten die Briten die Häfen des von den Franzosen geplünderten Archipels. Als diese im Jahre 1800 abziehen mussten, wurde ein britisches Regiment auf Malta stationiert, und mit dem Ersten Pariser Frieden von 1814 wurde die Inselgruppe britische Kronkolonie. Im Zweiten Weltkrieg spielte Malta eine wichtige Rolle als „unversenkbarer Flugzeugträger“ der Briten, von dem aus der Nachschub und Vormarsch des deutschen Afrikakorps behindert wurde (s. a. Belagerung von Malta). Dafür verlieh der britische König der Bevölkerung Maltas 1942 das Georgskreuz, das noch heute auf der Staatsflagge Maltas abgebildet ist. Fremdbesetzt wurde Malta in dieser Zeit nicht, jedoch die Hauptinsel von deutschen Bombern mehrfach bombardiert.

1947 gestand Großbritannien dem Land zunächst die Selbstverwaltung und 1964 schließlich die Unabhängigkeit als parlamentarische Demokratie zu. Es blieb Mitglied des Commonwealth. Erst seit der Ausrufung der Republik am 13. Dezember 1974 ist die Queen nicht mehr Staatsoberhaupt Maltas. Am 1. Mai 2004 trat Malta der Europäischen Union bei. Am 1. Januar 2008 löste der Euro die Maltesische Lira (maltesisch: Lira Maltija) als offizielle Landeswährung ab.[38]

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Bevölkerung Maltas

Bevölkerungsstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Übersicht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die letzte Volkszählung in Malta fand im Jahr 2013 statt. Dieser Zensus wurde im August 2015 veröffentlicht und stellt die Grundlage für diesen Artikel dar.[39]

Die gesamte Bevölkerungsstruktur setzt sich aus Geburten- und Sterberate sowie der Ab- und Zuwanderung zusammen.

Im Dezember 2013 betrug die Bevölkerungszahl Maltas 425.384 Einwohner. Dies entspricht einem Bevölkerungswachstum von einem Prozent im Vergleich zum Vorjahr und dem konstant niedrigen Bevölkerungswachstum Maltas seit 1985, welches auch für die nächsten 50 Jahre prognostiziert wird.[39] Aufgrund einer kleinen Gesamtfläche von 316 km² ergibt sich eine, im Vergleich zu anderen europäischen Ländern, hohe Bevölkerungsdichte von 1.346 Einwohner pro Quadratkilometer.[40] Malta hat somit die fünfthöchste Bevölkerungsdichte unter den Staaten der Welt. 92 Prozent der Menschen leben in Städten.

Die Bevölkerungspyramide Maltas zeigt die typische Bevölkerungsstruktur eines entwickelten Landes. Der Anteil der Menschen über 25 Jahre ist höher als derjenige der unter 25-Jährigen. Etwa ein Viertel der Gesamtbevölkerung ist 60 Jahre oder älter und nur 17,8 Prozent der Einwohner Maltas sind Minderjährige unter 18 Jahren.[39] Kinder gibt es aufgrund des demographischen Wandels und neuer Lebensweisen ohne Kinder oder in Kleinfamilien nur wenige.

Die durchschnittliche Lebenserwartung von Neugeborenen auf Malta liegt bei 81,9 Jahren. Bei den Jungen wird erwartet, dass sie 79,6 Jahre alt werden, das durchschnittliche Sterbealter der Frauen beträgt etwa 84 Jahre. Der Anteil der weiblichen und der männlichen Bevölkerung ist quasi gleich, wobei Frauen mit 50,06 Prozent in geringer Überzahl sind. Bei den über 70-Jährigen zeigt sich hingegen ein deutlicher Frauenüberschuss.[39]

5,9 Prozent der auf Malta lebenden Menschen haben eine ausländische Staatsangehörigkeit.[39] Davon stammen 3,2 Prozent aus anderen Ländern der Europäischen Union, vor allem aus Großbritannien, Italien, Bulgarien und Deutschland. Von außerhalb der EU leben hauptsächlich Menschen mit einer somalischen Staatsangehörigkeit auf Malta.[41]

Geburten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2013 wurden 4.127 Babys in Malta geboren, wovon 97,7 Prozent maltesischer Abstammung sind. Ungefähr 16  Prozent der Kinder wachsen ohne Vater und 1.028 außerehelich auf. Das Durchschnittsalter der Mütter bei der Geburt beträgt 29,6 Jahre.[39] Die Fertilitätsrate Maltas liegt bei 1,37 und somit, wie auch in Deutschland, unter der Nettoreproduktionsziffer.[42] Malta wird deshalb nach Schätzung von Demografen langfristig gesehen eine schrumpfende Nation. Dies lässt sich ebenfalls an der von einer Glockenform zur Urnenform tendierenden Bevölkerungspyramide erkennen. Eine Glockenform zeichnet eine stagnierende, gleichbleibende Bevölkerung aus. Bei einer Urnenform schrumpft die Bevölkerung dadurch, dass es immer weniger Kinder gibt.[43]

Todesfälle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2013 sind 3.236 Menschen in Malta gestorben. Davon waren 65 Prozent älter als 75 Jahre und 30,4 Prozent zum Zeitpunkt ihres Todes zwischen 20 und 34  Jahren alt. Damit ist der Anteil der Verstorbenen über 75 Jahren gestiegen und der Anteil der zweiten Altersgruppe gesunken. 40 Prozent aller Todesfälle gehen auf Kreislauferkrankungen und 26,9 Prozent auf Tumorerkrankungen zurück. Im Jahr 2013 kam es zu 19  Totgeburten, was einer Verringerung von fünf Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Die Kindersterblichkeit stieg von 22 Kindern (2012) auf 27 (2013) an, was einer Kindersterblichkeitsrate von 6,7 entspricht.[39]

Familien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2.578 Eheschließungen fanden 2013 in Malta statt, davon 53,5 Prozent kirchlich. Die Anzahl der Eheschließungen ist um 8,7 Prozent gesunken, liegt aber im Durchschnitt der Eheschließungen pro Jahr in den letzten 15 Jahren.[39] Ehescheidungen waren im katholisch geprägten Malta bis 2011 gesetzlich nicht möglich, bis die Malteser am 29. Mai 2011 in einer Volksabstimmung für ein Scheidungsrecht stimmten,[44] das dann mit einem Gesetz mit Wirkung zum 1. Oktober 2011 eingeführt wurde.[45] Im Jahr 2013 ließen sich 399 Paare scheiden.[39] Darüber hinaus beschloss das Parlament im April 2014 ein Gesetz zur zivilrechtlichen Anerkennung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften.

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die große Mehrheit der maltesischen Bevölkerung (88,6 Prozent[46]) ist römisch-katholisch. Daneben gibt es einige wenige Protestanten (darunter Baptisten), Orthodoxe, Juden und Muslime. Das historische Valletta hatte einen kleinen jüdischen Wohnbezirk. Die islamische Gemeinschaft besteht im Wesentlichen aus auf Malta lebenden Libyern, die eine in den 1970er Jahren in Valletta errichtete Moschee betreiben. Die katholische Kirche hat einen starken Einfluss auf die maltesische Politik, so ist Schwangerschaftsabbruch strafbar und „oben ohne“ baden verboten. Die Katholiken Maltas gehören zu den Bistümern Malta und Gozo.

Die Geschichte des Christentums in Malta begann nach der Internet-Darstellung der Republik Malta[47] mit dem Apostel Paulus. Sein Schiffbruch (Apg 28,1–11 EU) kann jedoch nicht als Beleg genommen werden, da die Deutung des griechischen Namens Melite als Malta erst vor einem Jahrhundert aufkam und vor allem die geografischen und topografischen Angaben nicht auf Malta passen.[48][49] Seither hat sich die Bindung an das Christentum gefestigt, und die Inseln sind (auch als Zwischenstation auf der Reise nach Palästina) Ziel vieler Pilgerfahrten gewesen.

Der Katholizismus ist in der Verfassung des maltesischen Volkes als Staatsreligion verankert und wird auch von sehr großen Teilen der Bevölkerung gelebt. Ein äußeres Zeichen dafür sind neben Hausaltären Bilder von Heiligen, Bischöfen und Pfarrern, die in Gebäudefronten gemeißelt und farbenfroh verziert sind. Besonders auffallend sind auch die zahlreichen Statuen von Heiligen oder von Päpsten in den Ortschaften. Auch religiöse Flüchtlinge aus anderen Ländern fanden in Malta ein neues Zuhause.[50]

Auch Judentum gibt es im Inselstaat schon seit fast 2000 Jahren, die Anhänger sind jedoch nie sehr zahlreich gewesen.

Hauptartikel: Liste der Kirchen in Malta

Sprache und Schrift[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Maltesische Sprache

Trotz der 150 Jahre währenden Zugehörigkeit zum britischen Weltreich, das auch das Englische auf Malta einführte, haben die Malteser ihre eigene Sprache bewahrt. Maltesisch ist neben Englisch Staatssprache Maltas, außerdem ist es qua Gesetz alleinige Nationalsprache des maltesischen Volkes und darüber hinaus infolge der EU-Mitgliedschaft eine Amtssprache in der EU.

Maltesisch zählt zu den semitischen Sprachen und hat sich aus einem arabischen Dialekt entwickelt. Strukturell ist es mit den nordafrikanischen Varietäten des Arabischen am engsten verwandt, aber auch größere Wortschatzanteile aus dem Italienischen sowie geringere aus der spanischen, französischen und englischen Sprache finden sich im Maltesischen wieder. Als einzige semitische Sprache verwendet das Maltesische das lateinische Alphabet (Y und C ausgenommen), erweitert um fünf Grapheme: ċ, ġ, għ, ħ und ż.

Maltesisch ist die hauptsächliche Muttersprache der Malteser; Englisch und Italienisch sind Zweitsprachen, die dem öffentlichen Leben vorbehalten sind. Italienisch (in seiner sizilianischen Ausprägung) wurde seit der Übergabe Maltas durch die Araber an Sizilien im 11. Jahrhundert vom nunmehr einwandernden christlichen Landadel als Bildungssprache verwendet. Französisch spielte eine wichtige Rolle in der Kommunikation der örtlichen Händler und Handwerker mit dem Johanniterorden ab 1530. Infolge der britischen Kolonialzeit im 19./20. Jahrhundert beherrschen fast alle Malteser die englische Sprache, die im Bildungswesen mit dem Maltesischen gleichberechtigt oder, wie an einzelnen Privatschulen und der Universität, sogar vorherrschend ist und im Zuge der Globalisierung an Bedeutung gewinnt. Kenntnisse des Italienischen sind aufgrund der geographischen Nähe, der traditionell engen Wirtschaftsbeziehungen zu Süditalien und nicht zuletzt der Beliebtheit italienischer Fernsehprogramme auch heute noch weit verbreitet. Bis 1934 war das Italienische auf Malta noch Gerichts- und Verwaltungssprache. Erst 1934 wurde Maltesisch von den Briten neben Englisch zur offiziellen Sprache erhoben, um das Italienische zurückzudrängen und einer möglichen Einflussnahme des faschistischen Regimes Italiens auf die lokale Bevölkerung vorzubeugen.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Parlament[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

38
29
38 29 
Von 67 Sitzen entfallen auf:
  • PL: 38
  • PN: 29

Die Republik Malta verfügt über ein Einkammerparlament, das Repräsentantenhaus. Das Repräsentantenhaus besteht aus mindestens 65 Abgeordneten. Daneben sind noch der maltesische Staatspräsident und der Speaker of the House of Representatives qua Amt Mitglieder des Parlaments. Staatspräsidentin ist seit April 2014 Marie-Louise Coleiro Preca, die der sozialdemokratischen Partei 'Partit Laburista' angehört. Den Sitz des Regierungschefs belegt Joseph Muscat aus der sozialdemokratischen Partei 'Partit Laburista'.[51] Die maltesische Regierung wird für eine Legislaturperiode von fünf Jahren gewählt. Die größten Parteien Maltas sind die konservative 'Partit Nazzjonalista' und die sozialistische 'Malta Labour Party'.[52] Das politische Parlament Maltas besteht aus einem Zwei-Parteien-System. Seit dem Jahr 2013 besitzt die sozialdemokratische Partei 'Laburista' neun Sitze mehr im Parlament, als die christdemokratische 'Partit Nazzjonalista'. Somit löste die 'Partit Laburista' die 'Partit Nazzjonalista' zum ersten Mal seit 1998 ab. Die 'Alternattiva Demokratika' hat bei den letzten Wahlen erneut keine Sitze im Parlament erhalten. Der maltesische Staatspräsident wird gewählt, nachdem er vom Premierminister vorgeschlagen wird. Dies wird durch eine einfache Wahlmehrheit besiegelt. Malta hat eine Zentralverwaltung und zusätzlich 68 Gemeindeverwaltungen, die ebenfalls alle fünf Jahre neu gewählt werden. Eine hohe Mitsprache haben zusätzlich einige Gewerkschaften, beispielsweise die General Workers Union, sowie auch die katholische Kirche.[53]

Wahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 %
60
50
40
30
20
10
0
54,83 %
43,34 %
1,83 %
Sonst.
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2008
 %p
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
+6,04 %p
-6,00 %p
-0,04 %p
Sonst.

Die Zugehörigkeit zu einer der beiden großen Parteien wird auf Malta von Generation zu Generation fast schon vererbt. Dies macht es kleineren Parteien beinahe unmöglich, ins Parlament einzuziehen. Die langfristige Parteibindung wird zusätzlich durch das maltesische Verhältniswahlrecht nach dem Verfahren der übertragbaren Einzelstimmgebung in Mehrmandatswahlkreisen mit je fünf Mandaten begünstigt.

Bei den Parlamentswahlen am 8. März 2008[54] gewann die konservative Partit Nazzjonalista (PN) knapp mit 49,3 Prozent und nur 1542 Stimmen Vorsprung vor der sozialistischen Malta Labour Party (MLP), die auf 48,8 Prozent kam. Die grün-alternative Alternattiva Demokratika (AD) kam auf 1,3 Prozent und die ultrarechte Azzjoni Nazzjonali (AN) auf 0,5 Prozent der Stimmen.[55]

Im Ergebnis der Parlamentswahlen am 9. März 2013 kam es zu einem Regierungswechsel, nachdem die Labour Party 54,8 Prozent erreichte, während auf die Nationalistische Partei 43,3 Prozent der Stimmen entfielen.[56]

Die Wahlbeteiligung in Malta – es existiert keine Wahlpflicht – ist traditionell außerordentlich hoch. Bei Parlamentswahlen liegt die Wahlbeteiligung deutlich über 90 Prozent, bei der Europawahl 2009 lag sie bei 78,79 Prozent.[57]

Ministerien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Staatsregierung ist in folgende Ministerien gegliedert:[58]

  • Büro des Premierministers
  • Ministerium für Europäische Angelegenheiten und Umsetzung des Wahlprogramms
  • Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten
  • Ministerium für Bildung und Arbeit
  • Ministerium für Verkehr und Infrastruktur
  • Ministerium für Gozo
  • Ministerium für sozialen Dialog, Verbraucherschutz und bürgerliche Freiheiten
  • Ministerium für Wirtschaft, Investitionen und Kleinunternehmen
  • Finanzministerium
  • Ministerium für Familie und soziale Solidarität
  • Ministerium für Justiz, Kultur und Kommunalverwaltung
  • Ministerium für Tourismus
  • Ministerium für Innere Angelegenheiten und nationale Sicherheit
  • Ministerium für Nachhaltige Entwicklung, Umwelt und Klimawandel
  • Ministerium für Wettbewerbsfähigkeit und digitale, maritime und wirtschaftliche Dienstleistungen
  • Ministerium für Gesundheit

Malta hat eine Zentralverwaltung. Daneben gibt es entsprechend der 68 Gemeinden des Landes Regionalverwaltungen, deren Gemeinderäte alle fünf Jahre neu gewählt werden.

Innenpolitik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zusammenhang mit dem globalen Klimawandel spielt der Naturschutz in Malta eine immer größere Rolle. 2012 veröffentlichte das damalige Ministerium für Ressourcen und Angelegenheiten des ländlichen Raumes eine Strategie zur Anpassung an den Klimawandel (National Climate Change – Adaptation Strategy). In dieser teilt die Regierung mit, dass der Schutz der Natur, insbesondere der Biodiversität, einen Schwerpunkt ihrer Tätigkeit bildet. Diese und ökologisch abhängige Ökosysteme sollen besonders geschützt werden. Zudem wird eine Restauration von bestehenden Habitaten angestrebt, die anschließend als Naturschutzgebiete ausgezeichnet werden sollen. Ziel ist, gegen die Gefährdung von Arten vorzugehen und die Existenz von Populationen anzustreben, die eine zukunftsorientierte Größe aufweisen. Ein Zeitfenster für die Umsetzung wurde jedoch nicht genannt. Notwendige Maßnahmen sollen dann umgesetzt werden, wenn sie anwendbar sind.[59] EcoGozo initiiert unterschiedliche Projekte, um diese Ziele zu erreichen. Beispielsweise werden nachhaltige Energien unterstützt; bereits 68 Prozent des für das Ministerium benötigten Stroms wird aus Solarenergie bezogen. Zudem wird auf die Verwendung von Elektroautos orientiert, indem auf der Insel Gozo bereits 15 Ladestationen errichtet wurden.[60]

Außenpolitik: EU-Erweiterung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Malta stellte am 16. Juli 1990 einen erstmaligen Antrag auf Beitritt in die Europäische Gemeinschaft (EU). Mit dem Antrag verband sich die Hoffnung, Italien würde die Mitgliedschaft Maltas im Rahmen der nächsten Erweiterung unterstützen. Der Einfluss Italiens im Rat wurde jedoch aufgrund der politischen Umbrüche im Zuge der Mani pulite ab 1992 stark geschwächt. Dies hatte zur Folge, dass das Ergebnis des Gipfels in Lissabon 1992 nicht zu Gunsten von Malta ausfiel. Die 1993 von der Kommission veröffentliche Opinion on Malta's Application wurde zwar von der maltesischen Regierung als durchaus positiv für Malta wahrgenommen, doch nannte sie auch einige politische, wirtschaftliche und institutionelle Probleme, die Maltas Beitritt für die Union hätte. Einige dieser Probleme waren beispielsweise Maltas politische Neutralität oder die nötige, gründliche Überarbeitung des marktregulierenden Systems.[61]

Trotz der überwiegend positiven Bewertung Maltas beschloss der Europäische Rat, die Entscheidung über den möglichen Beitritt bis zur geplanten Regierungskonferenz der Mitgliedstaaten 1996 zu verschieben.[61]

Nach der Wahlniederlage der Nationalkonservativen 1996 wurde die EU-Aufnahme von Seiten Maltas um zwei Jahre verschoben. Die Bemühungen eines Beitritts in die EU kamen vorzeitig zum Erliegen, denn die Sozialisten verfolgten das Ziel, Malta als eine Schweiz im Mittelmeer zu etablieren. Als regierende Partei zogen sie nicht nur den Antrag auf Beitritt in die EU zurück, sondern zogen sich aus der Partnerschaft für den Frieden der NATO zurück. Dieser war Malta nur ein Jahr zuvor beigetreten um der EU zu signalisieren, dass sie in der Lage sei, ihre Neutralität zu bewahren und trotzdem eine Partnerschaft mit einer militärischen Organisation einzugehen. Statt einer Mitgliedschaft in der Europäischen Union ersuchte die neue Regierung eine Partnerschaft, welche die Europäische Kommission jedoch ablehnte.[61] Infolge von innerparteilichen Auseinandersetzungen fanden, nach nur zwei Jahren als regierende Partei, 1998 Neuwahlen statt. Als Sieger gingen daraus die Nationalkonservativen hervor, wodurch der Antrag auf Mitgliedschaft in der EU erneuert wurde. Doch nicht nur Malta verzeichnete einige Veränderungen, auch die Europäische Union hatte sich in der Zwischenzeit weiterentwickelt.[61] Mit dem Vertrag von Amsterdam, dem Vorantreiben der Währungsunion und weiteren Meilensteinen war die EU eine andere Institution als 1990, als sich Malta erstmals bewarb. Auch die Standards, die für den Beitritt erfüllt sein mussten, hatten sich geändert. So mussten EU-Beitrittskandidaten vor ihrem Eintritt in die EU den Besitzstand der Gemeinschaft annehmen und die Kopenhagener Kriterien erfüllen. Hierbei wurde überprüft und evaluiert, wie kompetent sie dabei waren, das EU-Recht in ihr eigenes zu implementieren.[62]

Nach der Wiederherstellung der Bewerbung ersuchte Malta die Kommission um eine Aktualisierung der 1993 veröffentlichten Opinion. Wichtigster Bestandteil dieses Reports war die Empfehlung, den Screening Prozess von Malta zu starten, damit die eigentlichen Verhandlungen um den Beitritt beginnen konnten. Nachdem dieser Prozess im Zeitraum Mai 1999 bis Januar 2000 stattgefunden hatte, konnten im Februar die Verhandlungen aufgenommen werden. Im September des gleichen Jahres veröffentlichte die maltesische Regierung ihre erste Version des National Programme of Adaption of the Acquis, welches als Richtlinie zur Überprüfung des legislativen und administrativen Systems diente.[61]

Malta wurde nach der Entscheidung auf dem EU-Gipfeltreffen am 13. Dezember 2002 in Kopenhagen im Zuge der EU-Erweiterung zum 1. Mai 2004 mit acht mittel- und osteuropäischen Staaten sowie Zypern in die Europäische Union aufgenommen. Nichtsdestotrotz konnte Malta seinen Neutralitätsstatus, der seit 1987 in der Verfassung festgelegt ist, erhalten, da er auch im Beitrittsvertrag festgehalten wurde.[63]

Doch vor der Aufnahme führten die Malteser am 8. März 2003 ein Referendum durch. Für einen Beitritt zur EU waren die Nationalkonservativen, während die Sozialisten und Gewerkschaften Werbung dagegen machten. Die Wahlbeteiligung bei den 390.000 Maltesern lag bei 91 Prozent, die Zustimmung bei 53,65 Prozent und somit leicht über den Vorhersagen. Malta hat Luxemburg als kleinstes EU-Land abgelöst.

In das Europäische Parlament kann Malta sechs Abgeordneten entsenden, die je nach dem Landeswahlergebnis aus der Regierungs- und der Oppositionspartei kommen. Im ersten Halbjahr 2017 wird Malta die EU-Ratspräsidentschaft übernehmen. Die Vorbereitung auf diese anspruchsvolle Aufgabe erfolgt über ein gemeinsames Arbeitsprogramm in einer Trio-Präsidentschaft – mit den Niederlanden und der Slowakei, die 2016 den Vorsitz führten bzw. führen.[63]

Einreisebestimmungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Flüchtlingslager in Ħal Far

Die Einreise nach Malta ist mit einem gültigen Reisepass oder Personalausweis möglich. Kinderausweise (sofern sie mit einem Foto versehen sind) werden anerkannt. Vorläufige Reisepässe und Personalausweise werden nicht immer akzeptiert. Der Eintrag eines Kindes in den Reisepass eines Elternteils ist seit 2012 für die Einreise nicht mehr gültig.[64]

Malta ist seit dem 21. Dezember 2007 Mitglied im Schengenraum, daher entfallen die Grenzkontrollen am Internationalen Flughafen von Malta. Ausländer, die über ein Schengenvisum bzw. einen Schengenaufenthalt verfügen, benötigen kein maltesisches Visum für die Einreise.

Flüchtlingsproblematik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Juni 2011 eröffnete die EU in Malta das Europäische Unterstützungsbüro für Asylfragen (EASO = European Asylum Support Office), das die Asylpolitik umsetzt, die Mitgliedstaaten berät und unterstützt.[63]

Im Jahr 2015 lebten in Malta ca. 10.000 Bootsflüchtlinge aus Somalia, Äthiopien, Eritrea und anderen Ländern Afrikas. Die meisten dieser Flüchtlinge haben nicht den Status von Asyl-Berechtigten, sondern werden aus humanitären Gründen (Bürgerkrieg u. ä.) nicht abgeschoben. Malta lehnt es aufgrund der hohen Bevölkerungsdichte und geringen Größe seiner Landfläche ab, noch mehr afrikanische Bootsflüchtlinge aufzunehmen.[65] Zugleich ist Maltas Marine für die Koordinierung der Seenotrettung in einem 180  × 600 Seemeilen großen Gebiet zuständig. Wegen der Weigerung, Schiffen mit aus Seenot geretteten Flüchtlingen die Einfahrt in seine Häfen zu gestatten sowie wegen der Lebensbedingungen in den vom maltesischen Militär verwalteten[66] Internierungslagern, in denen illegale Einwanderer teilweise bis zu 18 Monate festgehalten werden, sieht sich Malta zunehmend der Kritik von Menschenrechtsorganisationen und des Europäischen Parlaments[66] ausgesetzt (Stand um 2008).[67] Der Vorschlag Maltas, Bootsflüchtlinge gleichmäßig auf alle Mitgliedsstaaten der Europäischen Union zu verteilen, wird von den EU-Innenministern jedoch bisher abgelehnt.[68]

Commonwealth[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Telefonzelle und Postkasten in Valletta

Durch Maltas Mitgliedschaft im Commonwealth of Nations, dem Staatenbund ehemaliger (zumeist) britischer Kolonien, haben Malteser in manchen dieser Länder, was Einreise- und Aufenthaltsbestimmungen anbelangt, einen privilegierten Status im Vergleich zu anderen EU-Bürgern.

Sicherheitspolitik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Armed Forces of Malta (AFM) sind eine kleine Armee, die über ca. 2140 Soldaten und mehrere Hubschrauber verfügt, die für Patrouillenflüge sowie Aufklärungs- und Rettungsaufgaben eingesetzt werden. Daneben existiert die Maritime Squadron, die den Schutz der territorialen Gewässer zur Aufgabe hat und sieben Patrouillenboote betreibt.

Seit dem 11. März 1983 besteht ein Vertrag mit Italien, der den Schutz der maltesischen Neutralität garantiert. Zu diesem Zweck gibt es auf Malta ein italienisches Truppenkontingent in Pembroke.

Mitgliedschaft in internationalen Organisationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Diplomatische Beziehungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Malta unterhält mit mehr als 100 Ländern diplomatische Beziehungen und tauscht Botschafter aus. Die meisten ausländischen Botschaften befinden sich in Valletta und fallen hier kaum durch große Sicherheitsvorkehrungen auf. Deutschland und Malta haben 1965 konkrete Beziehungen vereinbart, kurz nach der Unabhängigkeit Maltas. Im Zusammenhang mit dem EU-Beitritt der Inselrepublik im Mai 2004 sind die bestehenden Kontakte auf allen Ebenen (Handel und Wirtschaft, Kultur, Bildung) stetig intensiver geworden. Im Frühjahr 2015 war Bundespräsident Joachim Gauck in Malta auf Staatsbesuch, im Februar 2015 fanden in Berlin offizielle Gespräche zwischen der Bundeskanzlerin Angela Merkel und Premierminister Joseph Muscat statt. Die Deutsche Botschaft hat ihren Sitz in den Whitehall Mansions; außerordentliche und bevollmächtigte Botschafterin ist Gudrun Sagä.[69] Die Maltesische Botschaft in Deutschland befindet sich in der Klingelhöferstraße 7 in Berlin-Tiergarten.

Justizwesen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gesetzgebung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Verfassung ist die höchste staatliche Rechtsquelle. Alle Gesetze können von Fachkommissionen vorbereitet und vorab gegebenenfalls in einem Weißbuch der Öffentlichkeit zur Kenntnis gegeben werden. Schließlich werden sie als Acts of Parliament vom Parlament verabschiedet. Die Gesetzgebungsbefugnis kann aber auch anderen Stellen übertragen werden, beispielsweise Ministerien, Behörden oder Körperschaften des öffentlichen Rechts. Damit verbunden ist die Ausarbeitung und Inkraftsetzung von Durchführungsbestimmungen („sekundärrechtliche Vorschriften, Local Councils Bye-Laws“). Bestehende außenpolitische Verträge werden stets direkt in das geltende maltesische Recht eingearbeitet. Alle Gesetze werden in der Regierungszeitung veröffentlicht. Das Abgeordnetenhaus kann auf Antrag Ergänzungen oder Textänderungen bestehender Gesetze beschließen.

Gerichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Organe der Rechtsprechung sind Zivil- und Strafgerichte, die dem Ministerium für Justiz, Kultur und Kommunalverwaltung unterstehen. Zu den Zivilgerichten gehören der Court of Appeal (Appellationsgericht), der Civil Court mit drei Kammern, Court of Magistrates, Court of Magistrates Gozo und das Small Claims Tribunal. Strafgerichtsbarkeiten sind der Court of Criminal Appeal, Criminal Court, Court of Magistrates, Court of Magistrates Gozo sowie uvenile Court.[70]

Das in den verschiedenen Rechtsakten festgeschriebene Recht wird von den Mitgliedern der Gerichte ausgelegt. Richter halten sich außer aus wichtigen Gründen an diese Rechtsprechung.[71]

In den Gemeinden und Städten praktizieren rund 2000 Privatanwälte.[72]

→ siehe dazu Sammlung aller maltesischen Gesetze (englisch)

Justizvollzug[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Insgesamt (einschließlich Untersuchungshäftlinge / Untersuchungsgefangene) wurden im Jahr 2015 569 Personen gefangen gehalten. Davon waren rund 6 Prozent weibliche einheimische Personen, 23 Prozent männliche Einheimische, 2 Prozent Jugendliche und Minderjährige sowie 40 Prozent Ausländer. Es gibt nur ein Gefängnis in Malta auf der Insel Corradino mit einer Kapazität von 675 Plätzen.[73]

In Valletta befindet sich der Hauptsitz der Gefängnis- und Bewährungsverwaltung (Prison and Probation Administration Headquarters), in welcher alle aktuellen Gerichtsurteile gesammelt und aufbereitet bzw. veröffentlicht werden. Er untersteht dem Ministerium für Innere Angelegenheiten.[74]

Polizei[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: The Police Force of Malta

Verwaltungsgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1993 wird Malta in 68 Gemeinden gegliedert:

Insel Malta Gozo
Attard Balzan Birkirkara Birżebbuġa Cospicua Dingli Fgura Floriana Fontana Għajnsielem Għajnsielem Għarb Għargħur Għasri Għaxaq Gudja Gżira Ħamrun Iklin Kalkara Kerċem Kirkop Lija Luqa Marsa Marsaskala Marsaxlokk Mdina Mellieħa Mġarr Mosta Mqabba Msida Mtarfa Munxar Qala Naxxar Paola Pembroke Pietà Nadur Qormi Qrendi Rabat Safi San Ġiljan San Ġwann San Lawrenz San Pawl il-Baħar Sannat Santa Luċija Santa Venera Senglea Siġġiewi Sliema Swieqi Tarxien Ta’ Xbiex Valletta Victoria Vittoriosa Xagħra Xewkija Xgħajra Żabbar Żebbuġ Żebbuġ Żejtun Żurrieq
Gemeinden Maltas (anklickbare Karte)

Die Gemeinden werden für statistische Zwecke zu sechs Distrikten zusammengefasst und diese wiederum zu drei Regionen. Die beiden kleineren Inseln bilden zusammen den Distrikt Gozo and Comino, der deckungsgleich mit der Region Gozo and Comino ist.

Gewerkschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die beiden großen Gewerkschaften sind die der MLP nahestehende General Workers’ Union (GWU) mit ca. 48.000 Mitgliedern und die PN-nahe Union Ħaddiema Magħqudin (UĦM) Dachverband mit ca. 25.000 Mitgliedern. Daneben gibt es kleine Branchen-Gewerkschaften.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Campus der Universität Malta
Bibliothek in Valletta

Bis 1946 bestand in Malta keine Schulpflicht. Diese wurde erst nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges für Grundschulen eingeführt. Seit 1971 ist auch der Besuch einer Sekundarschule bis einschließlich des 16. Lebensjahres vorgeschrieben. Staatliche Schulen sind gebührenfrei, es existieren jedoch parallel auch kirchliche Bildungseinrichtungen und Privatschulen, wie das St. Aloysius’ College in Birkirkara, das Savio College in Dingli und die San Anton School nahe Mġarr. Die Mehrzahl der Lehrer an den kirchlichen Schulen erhält ihr Gehalt vom Staat. Ferner gibt es mit der Verdala International School und der QSI Malta auch zwei internationale Schulen. Die Alphabetisierungsrate unter den Erwachsenen liegt in Malta bei 94,4 Prozent (Stand 2015).[75] 2005 gab Malta 6,76 Prozent des BIP für Bildung aus und wurde in der EU nur von den skandinavischen Staaten Dänemark und Schweden sowie von Zypern übertroffen.[76] Gemessen an der Wirtschaftskraft investiert Malta weit überdurchschnittlich im Bereich der Bildung, die Ausgaben pro Schüler/Student im Vergleich zum BIP pro Kopf der Bevölkerung erreichen den höchsten Wert in der Europäischen Union.[77] Die Ausgaben pro Student im Vergleich zum BIP pro Kopf der Bevölkerung werden in Europa nur noch von Zypern übertroffen und liegen im internationalen Vergleich über denen Japans. Die Hochschulausbildung wird dabei weitgehend staatlich finanziert, der Anteil der öffentlichen Ausgaben liegt bei ca. 95 Prozent, eine Finanzierung des Hochschulsektors durch Organisationen, Vereine, Stiftungen und Unternehmen ist in Malta weitgehend unbekannt. Rund 75 Prozent der Ausgaben für Bildung im Tertiärbereich kommen der Universität direkt zugute, 25,2 Prozent werden als Stipendien und Beihilfen ausgezahlt.[78]

Im Jahr 2007 besuchten 98,8 Prozent aller Vierjährigen eine Bildungseinrichtung mit Vorschulfunktion. Malta belegte damit nach Belgien, Frankreich und Italien zusammen mit den Niederlanden den vierten Platz innerhalb der Europäischen Union.[79]

Das mehrstufige maltesische Schulsystem untersteht dem Malta Bildungsministerium. Es orientiert sich an jenem Großbritanniens und besitzt eine sechsjährige Grundschule. Im Alter von elf Jahren müssen die Schüler eine Prüfung zum Einstieg in die Sekundarschule ablegen und können anschließend deren Träger frei wählen. Auf staatlichen Schulen folgt für Sechzehnjährige die Prüfung zur Mittleren Reife, die in der Regel in den Fächern Englisch, Maltesisch und Mathematik durchgeführt wird. Mit diesen Klausuren endet die offizielle Schulpflicht, die Schüler können allerdings entscheiden, ob sie ihre schulische Ausbildung noch ausbauen und intensivieren wollen. Hierzu bieten sich zwei Möglichkeiten: Der Besuch einer zweijährigen Oberstufe – angeboten am Junior College sowie den kirchlichen Einrichtungen St. Edward’s College, St. Aloysius’ College und De La Salle College – oder die Einschreibung am Malta College of Arts, Science and Technology (MCAST). Am Ende der Oberstufe steht das Examen zur Hochschulreife. Abhängig von dessen Ergebnis erhalten die Absolventen entweder ihr Abschlusszeugnis oder eine Aufnahmebescheinigung der Universität Malta in Msida, der höchsten Bildungseinrichtung auf dem Archipel. Der Anteil der Bevölkerung im Alter zwischen 25 und 64 Jahren mit mindestens einem Sekundarabschluss II stieg im Zeitraum 2008 bis 2015 von 27,8 auf 43,5 Prozent, dies ist aber immer noch der geringste Wert innerhalb der EU.[80] Der Anteil der weiblichen Studenten lag 2007 bei 57,4 Prozent, dies sind mehr als im EU-Durchschnitt (55,2 Prozent). In den Fachrichtungen Ingenieurwesen, verarbeitende Industrie und Bauindustrie sind 29,2 Prozent aller Studierenden Frauen, dies sind mehr als im EU-Schnitt (24,7 Prozent).[81] Der Anteil der Studenten, die im Ausland studieren, hat sich von 0,4 Prozent (1998) auf 1,0 Prozent (im Jahr 2007) mehr als verdoppelt, dennoch weisen maltesische Studenten mit Abstand die geringste Mobilität innerhalb der Europäischen Union auf.[82]

Dem Bilingualismus Maltas Rechnung tragend (Maltesisch gilt als Nationalsprache, Englisch als Zweitsprache) wird der Unterricht in der Grund- und in der Sekundarschule sowohl in englischer als auch in maltesischer Sprache gestaltet. Dabei wird berücksichtigt, dass Maltesisch die Muttersprache ist, die in der Regel alle Schüler sprechen, und Englisch wie eine Fremdsprache hinzugelernt wird. Beide Sprachen sind Pflichtfächer für die Schüler. Auf diese Weise gelingt es, beide Sprachen gleichberechtigt zu behandeln. Die Privatschulen dagegen bevorzugen mehrheitlich den Unterricht auf Englisch; ebenso werden auch die meisten Lehrveranstaltungen der Universität ausschließlich auf Englisch angeboten. Die Studenten kommunizieren mit ihren Dozenten jedoch auch auf Maltesisch.

In der Sekundarschule wählen die Schüler eine weitere Sprache. 51 Prozent entscheiden sich für Italienisch und 38 Prozent für Französisch. Ferner angeboten werden Deutsch, Russisch, Spanisch und Arabisch. Im Durchschnitt erlernen maltesische Schüler in der Sekundarstufe 2,2 Fremdsprachen; dies ist mit Finnland nach Luxemburg der zweithöchste Wert in der Europäischen Union.[83]

Medien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Malta besitzt ein sehr engmaschiges Mediennetz, das stark an das Vorbild der ehemaligen Kolonialmacht Großbritannien angelehnt ist. So lautet auch der Name der größten Tageszeitung, herausgegeben von der Allied Newspapers Ltd., Bezug nehmend auf The Times, The Times of Malta. Das mitte-rechts orientierte Blatt erscheint seit 1930[84] und ist somit die traditionsreichste Zeitung des Landes und hat mit einer Auflage von 37.000 einen Marktanteil von 27 Prozent. Bis 1935 erschien The Times of Malta als wöchentliche Auflage, später, ab dem Zeitpunkt, täglich. Die Sonntagsausgabe Sunday Times hat einen Marktanteil von 51,6 Prozent. Eine weitere wichtige Tageszeitung ist The Malta Independent. Seit 1999 wird jeweils mittwochs und sonntags die liberale Malta Today im Tabloid-Format publiziert. Die auflagenstärkste Boulevardzeitung ist The People. The Malta Star ist die einzige reine Internet-Zeitung Maltas. Der Zweisprachigkeit Maltas ist es geschuldet, dass etwa die Hälfte der Zeitungen auf Englisch und die Hälfte auf Maltesisch erscheint. Unter den maltesischsprachigen Printmedien hat die Sonntagszeitung It-Torċa (Die Fackel) die größte Reichweite. Darüber hinaus gibt es noch eine Vielzahl von Wochenblättern und maltesischsprachigen Partei-, Kirchen- und Gewerkschaftszeitungen. Die wichtigste in diesem Segment ist In-Nazzjon (Die Nation), die der Partit Nazzjonalista (Nationalist Party) nahesteht. Der Anteil der Tageszeitungsleser an der Landesbevölkerung beträgt 12,7 Prozent.[85] In Bezug auf diesen relativ geringen Wert ist die Zeitungsdichte in Malta sehr hoch: Auf 28.000 Einwohner kommt je eine Zeitung. Die Zeitungen finanzieren sich vorwiegend aus Anzeigen und Subventionen.

Hörfunk und Fernsehen sind die wichtigsten Informationsquellen der Bevölkerung Maltas. Sie liegen zum größten Teil in der Hand der öffentlich-rechtlichen Public Broadcasting Services (PBS). Diese strahlen die Hörfunkprogramme Radju Malta, Radju Malta 2 und Magic Malta aus. Letzteres ist mit einem geringen Wortanteil und modernen Musikprogrammen besonders bei der jungen Bevölkerung, aber auch bei ausländischen Touristen beliebt. Der größte private Rundfunksender ist das Bay Radio. Ferner gibt es unter anderem die katholische Rundfunkstation RTK und das der Partit Nazzjonalista gehörende Radio 101. Insgesamt existieren 14 landesweite Radioprogramme sowie 19 Regionalsender auf Malta und elf Regionalsender auf Gozo. Von 1971 bis 1996 betrieb die Deutsche Welle die Relaisstation Cyclops.

Mit TV Malta (TVM) stellen die PBS, die seit 1975 Mitglied der Europäischen Rundfunkunion sind, auch den größten landesweiten Fernsehsender. Sieben weitere Sender sind im ganzen Land empfangbar: One Television, NET Television, Smash Television, Favourite Channel, ITV, Education22 und Family TV. Die Mehrzahl der Sender ist staatlich finanziert. One Television, produziert von der One Productions Ltd., dient als Sprachrohr der Partit Laburista (Labour Party), während das von der Media Link Communications Ltd. ausgestrahlte NET Television der Partit Nazzjonalista zugerechnet wird. Die Smash Communications Ltd. (Smash Television) ist hingegen ein privates Unternehmen. Die staatliche Broadcasting Authority überwacht alle Fernsehstationen und stellt neben der Einhaltung von Legalitäts- und Lizenzverpflichtungen auch die Einhaltung des Objektivitätsprinzips in der politischen Berichterstattung sicher. Ferner prüft die Broadcasting Authority die lokalen Sender dahingehend, dass diese sowohl öffentliche, private wie auch kommunale Sendungen ausstrahlen und so ein weitgespanntes, vielfältiges Programm anbieten, das alle Interessen abdeckt. Der Empfang der Fernsehprogramme ist sowohl über Kabel als auch terrestrisch möglich. Im Februar 2006 nutzten 124.000 Malteser erstgenannte Methode, sodass knapp 80 Prozent der maltesischen Haushalte einen Kabelanschluss haben. Ein noch kleiner, aber stetig steigender Prozentsatz der Bevölkerung verwendet Parabolantennen, um auch andere europäische Fernsehprogramme, wie die britische BBC oder die italienische RAI zu empfangen.

Im Jahre 2008 nutzten 45 Prozent der Malteser das Internet; die Breitbandverbreitungsquote lag bei 20 Prozent.[86]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Wirtschaft Maltas

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Maltas Wirtschaft gestaltet sich im Vergleich zu den anderen im Jahr 2004 der EU neu beigetretenen Mitgliedstaaten relativ positiv. Die zwei traditionellen Wirtschaftszweige sind Landwirtschaft und Fischerei. Dabei wird die Landwirtschaft hauptsächlich auf Gozo betrieben. Obwohl die Umweltbedingungen (wenig Regen, geringer Abfluss, kalkiger Untergrund und heißes Klima) keine guten Voraussetzungen für die agrarische Nutzung bieten, werden bei verschiedenen Gemüse- und Getreidearten hohe Erträge erzielt, auch der Weinbau ist rentabel. Trotzdem erzeugt Malta nur 20 Prozent des Eigenbedarfs an Nahrungsmitteln. Der größte Arbeitgeber des Landes sind die Malta Drydocks, die zweitgrößte Werft Europas. Der Tourismus spielt eine große Rolle (40 Prozent des Bruttosozialprodukts) und auch finanzielle Dienste (elf Prozent). Die meisten Urlauber kommen aus Großbritannien, Deutschland, Italien und Russland. Von 1965 bis heute hat sich die Zahl der Touristen etwa verzehnfacht. Heute sind es über eine Million Touristen jährlich, die vor allem die Strände, die historischen Städte und die Felsenlandschaft besuchen, dazu kommen noch einmal etwa eine Million von Kreuzfahrttouristen. Ca. 70.000 Touristen kommen pro Jahr für einen Englischkurs nach Malta. Dieser Bereich des Tourismus wird staatlich beaufsichtigt und gefördert. Ein Anteil von 1,8 Prozent des BIP wird von den Sprachschulen auf Malta erwirtschaftet.

Die Bekleidungs- und Textilindustrie sind weitere wichtige Wirtschaftszweige. 1992 wurde auf Malta eine eigene Börse gegründet.

Das Land besitzt Kalksteinvorkommen, die bedeutsam für Maltas Baubranche sind. Bedeutende Erdgas- und Erdöl-Lagerstätten befinden sich in den Hoheitsgewässern von Malta.[87]

Europäische Unternehmen werden seit den 1970er Jahren mit Steuervorteilen gelockt. So produzieren etwa 55 deutsche Unternehmen für den Export, unter anderem Playmobil und Lloyd-Schuhe. Auch die Elektronikbauteilgesellschaft STMicroelectronics hat einen großen Produktionsstandort.

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) beträgt 8,8 Milliarden Euro (Schätzung für 2015).[88] Im Vergleich mit dem BIP der EU (EU-28 = 100), ausgedrückt in Kaufkraftstandards, erreicht Malta einen Index von 89 (2015).[89]

Infrastruktur: Energieversorgung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Stromnetz der Republik Malta war bis April 2015 noch nicht mit Sizilien verbunden; seitdem besteht eine 225-Megawatt-Wechselstromverbindung dorthin. Zwei Kraftwerke mit einer Gesamtleistung von 571 Megawatt verfeuern aus Italien und Großbritannien importiertes Öl und Gas. Im Jahr 2010 wurden rund 5 Prozent der Elektrizität aus erneuerbaren Energiequellen erzeugt, nachdem dieser Wert 2009 noch bei null Prozent gelegen hatte.[90] Obwohl auf Malta lediglich ein Stromanbieter existiert und der Strommarkt somit keinerlei Wettbewerb ausgesetzt ist, lag der Strompreis für private Haushalte 2007 bei 9,4 Cent pro kWh und damit deutlich unter dem EU-Durchschnitt (15,28 Cent).[91]

In Ermangelung eines hinreichenden Abfallmanagements hat Malta seit Jahren ein großes Müllproblem.[92] Ein bedeutender Wirtschaftsfaktor ist die gesamte Hauptstadt (siehe dort).

Staatshaushalt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Staatshaushalt umfasste 2015 Ausgaben von umgerechnet 3,4 Mrd. US-Dollar, dem standen Einnahmen von umgerechnet 4,0 Mrd. US-Dollar gegenüber (jeweils geschätzt). Daraus ergibt sich ein Haushaltsüberschuss in Höhe von 6,6 Prozent des BIP.[2] Die Staatsverschuldung betrug Ende 2015 etwa 60,6 Prozent des BIP.[2]

Anteil der Staatsausgaben (in Prozent des BIP) in wichtigen Bereichen:[2]

Industrie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Industrie Maltas hat einen Anteil von 23 Prozent am Bruttoinlandsprodukt. Die Zielbranchen in Malta sind laut dem Malta County Report der Finanz-, Maritim-, Flug-, Film-, Tourismus-, Produktions-, Bildungs- und Medizintechniksektor. Die Produktionsstärken sind dabei Pharmazie/Chemie, Medizintechnik, Feinmechanik, Elektrotechnik, Lebensmittel und Print. Die Elektrotechnik hat bei weitem den größten Stellenwert.[96]

Die verarbeitende Industrie Maltas ist mit Ausnahme einiger großen Herstellerunternehmen wie Playmobil und ST Microelectronics überschaubar. Insgesamt 15 Prozent der Beschäftigten arbeiten in der Industrie. Die deutsche Firma Playmobil befindet sich seit 1970 auf der Insel und gehört zu den wichtigsten Investoren in der verarbeitenden Industrie. Der Spielzeughersteller investiert regelmäßig in neue Maschinen und Anlagen, um die Produktion auf dem hohen technischem Niveau der Insel zu erhalten. Im Wesentlichen besteht der Maschinenbau aus einigen kleinen Produktionsbetrieben, die vor allem Komponenten für Maschinen und Ausrüstung für den Export herstellen.[97][98] Eines der wenigen Produkte mit dem Herkunftszeichen Made in Malta sind Playmobilfiguren, die lediglich in Malta hergestellt werden und an die anderen Playmobilfabriken in Europa, unter anderem auch an den Hauptsitz in Deutschland, zur Fertigstellung der jeweiligen Spielesets versendet werden.[99] Der inländische Bedarf an Waren in Malta muss beinahe zu 100 Prozent durch Importe gedeckt werden.[98]

Die Herstellung von Elektrotechnik gehört zu den wichtigsten Industriezweigen auf Malta. Der Hersteller ST Microelectronics hat dabei eine Monopolstellung auf der Insel. Er ist der wichtigste private Arbeitgeber und hat einen hohen Anteil am maltesischen Export.[100] Dies führt dazu, dass Malta eine hochentwickelte Informations- und Kommunikationsinfrastruktur besitzt, die laut dem Network Readiness Index 2015 auf Platz 29 von insgesamt erfassten 143 Ländern liegt. Deutschland ist auf Platz 13, während Länder wie Spanien und Italien hinter Malta auf den Plätzen 34 und 55 liegen. Der Network Readiness Index (NRI) gibt einen guten Einblick in die Entwicklung der Länder im IKT Bereich an, die rund 98 Prozent des Welt-BIP produzieren. Stärken und Schwächen im IKT-Bereich werden offenbart. Ein neues Entwicklungsprojekt ist die Smart City bei Kalkara, die zum führenden IT-Zentrum Europas werden soll. Dieses aus Dubai finanzierte Projekt soll die Attraktivität Maltas als Industriestandort weiter erhöhen und neue Impulse verleihen. Auf Grund der fortschrittlichen IKT Umgebung gehören die Informations- und Kommunikationstechnik, digitale Medien, Kunst und Handwerk, Online-Gaming sowie die Filmproduktion zu den Wachstumsbrachen auf Malta.[101] Den hohen IKT Standard und die geographische Größe macht sich das Unternehmen Vodafone zu eigen, indem neue Systeme oder Software in Malta getestet werden, bevor diese in Europa integriert werden. Vodafone nutzt dabei die Vorteile der Small state theory, da Malta als micro state island anhand der geringen Größe und Einwohnerzahl angesehen wird und ein idealer Testmarkt ist.[102][103] Derzeit haben sich rund 250 ausländische Unternehmen, darunter 70 deutsche, in Malta niedergelassen.[104] Zu den deutschen Unternehmen zählt ebenfalls die Lufthansa, die sich 2003 auf Malta niedergelassen hat. Heute sind rund 600 Mitarbeiter beschäftigt, die alle von der Lufthansa ausgebildet worden sind.[105] Malta soll sich auf diese Weise zu einem bedeutenden Wartungsstandort im Mittelmeerraum entwickeln. Die Wartungsanlage zählt zu den insgesamt acht Wartungsanlagen von Lufthansa weltweit und ist zudem die größte Europas.[106][107] Andere Luftfahrtunternehmen wie Easy Jet (GB) und SR Technics (CH) kamen nach der Lufthansa.[108]

Die maritime Industrie wird repräsentiert durch den Malta Freeport, der aufgrund der zunehmenden Privatisierung zu der Top-Liga der Umschlagsplätze gehört. Ein Ausbau der Liegeplätze ermöglicht die Handhabung mit den weltweit größten Containerschiffen und hat die Insel in einen Haupt Port-of-call für einige der größten Reedereien verwandelt. Mit seiner zentralen Lage am Mittelmeer ist Malta ein wichtiges Lager- und Distributionszentrum, das von Logistikunternehmen dank seiner Vorteile der Lieferkette und Effizienz, sowie der geographischen Nähe zu den afrikanischen und europäischen Märkten genutzt wird. 2014 fuhren 6.505 Schiffe unter maltesischer Flagge, das macht Malta zur führenden Seeflotte in Europa und zur siebtgrößten weltweit.[109]

Der Markt der Kfz-Industrie ist durch die geringe Einwohnerzahl beschränkt. 2013 stellte die Regierung einen nationalen Plan zum Ausbau der Elektromobilität vor. Das Land hat sich als Testmarkt positioniert. Das Netz von Ladestationen für Elektroautos wird ausgebaut, seit 2016 subventioniert die Regierung den Kauf von Elektroautos. Durch den Einsatz von Elektrofahrzeugen in Car-sharing Diensten sowie am Hafen gewinnt die nachhaltige Mobilität in Malta stets an Bedeutung. Die geringe Größe der Insel bietet beste Voraussetzungen für Elektrofahrzeuge, da die Hauptinsel mit einer maximalen Länge von 27 km deutlich unter der maximalen Reichweite von Elektrofahrzeugen liegt. Die nachhaltige Mobilität trägt zudem in dicht besiedelten Gebieten dazu bei, die Lärmbelästigung und Luftverschmutzung zu reduzieren.[98]

Ein kleinerer Industriezweig auf Malta, der in den letzten Jahren besonders durch Maltas Patentgesetze sowie Steuervergünstigungen gewachsen ist, ist die chemische Industrie. Hersteller von Generika wie beispielsweise Actavis, Siegfried Generics, Medichem, etc. haben Betriebe zur Produktion auf Malta erbaut. Ein Generikum ist ein Fertigarzneimittel, das Wirkstoffe enthält, die nicht mehr dem Patentschutz unterliegen, sozusagen eine „Nachahmung“ eines älteren Originalpräparats.[110]

Die Bauwirtschaft hat in Malta eine geringe Beachtung. Daher möchte die Regierung Maßnahmen zur Ankurbelung dieser Branche einführen. Die Förderungen der EU in den Straßenbau hat dem Markt neue Impulse verliehen, außerdem führt der Tourismusboom zu neuen Investitionen in Neubau oder auch Modernisierungen von Wohnungen und Hotels. So werden neue Luxushotels errichtet und das Potential für Renovierungen und Modernisierungen von Altbauten und historischen Gebäuden besteht.[111]

Vorteile Maltas sind für ausländische Unternehmer die angemessenen Lohnkosten, die Unterstützung beim Erwerb bzw. Bau von Fabrikgebäuden, sowie die gute Zusammenarbeit mit den lokalen Zulieferern. Außerdem gilt Malta als Bindeglied zwischen europäischen Unternehmen und den mediterranen sowie afrikanischen Markt.[112] Nachteile sind dabei die begrenzte Größe Maltas und dadurch ein kleiner Binnenmarkt. Daher ist die Insel vor allem für Klein- und Mittelunternehmen interessant da es zu einem Steuervorteile und gezielte Anreize für Mittelständler und zum anderen Kredit und Investitionsprogramme gibt.[113] Interessant ist ebenfalls, dass die ausländischen Unternehmen kein Interesse haben Waren auf den lokalen Markt zu bringen, da es in Malta keinen lokalen Markt gibt. Alle Waren, die in Malta produziert werden, werden exportiert.[114]

Laut dem Berichts des World Economic Forum (WEF) liegen Maltas Vorteile in dem stabilen politischen Umfeld und der hochentwickelten IKT-Infrastruktur. Nachteile sind die geringe Marktgröße, die bürokratische Ineffizienz, der schwierige Zugang zu Krediten sowie eine mangelnde Verkehrsinfrastruktur.[115]

Steuer- und Finanzwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) Maltas lag im Jahr 2015 bei 9,8 Mrd. $ und verzeichnete im letzten Jahrzehnt einen stetigen Anstieg von 3,5–5,4 Prozent pro Jahr.[116] Das BIP ist ungleich zwischen den verschiedenen Wirtschaftssektoren verteilt. Der primäre Sektor macht dabei 1,4 Prozent der jährlichen Produktion aus, der sekundäre Sektor 15,5 Prozent und der größte Teil wird durch den tertiären Sektor, durch die Dienstleistungen, generiert. Dieser Anteil liegt bei 83,1 Prozent.[117] Dabei sind die Dienstleistungen mit der höchsten Nachfrage im Bereich der Finanzwirtschaft verortet. Im Vergleich zu großen europäischen Industrienationen handelt Malta in dem Sinne weniger mit materiellen Gütern, sondern mit Finanzdienstleistungen. Die Malta Private LLC ist dabei die am stärksten nachgefragte Dienstleistung.[118] Zentraler Faktor für den Erfolg der maltesischen Finanzwirtschaft sind die erheblichen Steuervorteile die ein Offshoring mit sich bringt. Im Vergleich zu zwei wirtschaftsstarken europäischen Nationen, Deutschland und Großbritannien, erscheinen die steuerlichen Vorteile in Malta zunächst gering. Die Körperschaftssteuer liegt für auf Malta registrierte Unternehmen bei 35 Prozent, in Deutschland bei 15 Prozent und in Großbritannien bei 21  Prozent. Die Spitzensteuersätze Maltas liegen ebenfalls bei 35 Prozent, die in Deutschland und Großbritannien jedoch bei ca. 47 Prozent.[119] Dies scheint zunächst unstimmig mit einer Klassifikation Maltas als Steueroase. Durch eine sog. 6/7-Regelung kann ein Großteil der gezahlten Steuern zurückerstattet werden. Dabei werden durch spezielle Vorgehensweisen die Gewinne in Form von Dividenden oder Bonussen an die Aktionäre ausgezahlt und im späteren Verlauf die gezahlten Steuern durch die maltesische Regierung dem Unternehmen erstattet. Damit sinkt der effektive Steuersatz für Unternehmen auf 5 Prozent.[120]

Zu erwähnen bleibt, dass es weitere Möglichkeiten gibt die Steuerzahlungen zu reduzieren, teilweise werden effektiv keine Steuern gezahlt und der Steuersatz liegt demnach bei Null Prozent. Zu den populärsten Verfahren gehören die sog. 6/7, 2/3, 5/7- und 100-Prozent-Rückerstattungen.

Durch die aktuellen Entwicklungen rund um die Enthüllungen der Panama Papers ist der Druck auf als Steueroasen klassifizierte Länder gewachsen und die Politik dieser Länder sieht sich größerem politischen Druck ausgesetzt. Es gibt einen interessanten Indikator zur Feststellung von Steueroasen: Eingetragene Unternehmen je Einwohner. Dieser Wert liegt für Malta bei 0,11.[121]

Tourismus und Ökotourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Allgemeiner Überblick[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Malta ist ein wichtiger Bestandteil des internationalen Tourismus und im Sommer eine der Hauptdestinationen für europäische Touristen im Mittelmeerraum. Für Maltas Wirtschaft ist der Tourismus ein entscheidender Zweig. Von April bis Oktober ist Hochsaison auf Malta, wobei der August der besucherstärkste Monat ist. Die hohe Auslastung kommt dadurch zustande, dass die Tourismuspolitik Maltas Alternativen zum bestehenden Tourismusangebot im Mittelmeerraum schafft. Neben Badeurlaubern kommen viele Kultur- und Stadttouristen auf die Insel, wodurch Malta eine schwächere Saisonalität als andere Mittelmeerinseln aufweist. Von November bis Februar sinken die Besucherzahlen nie unter 40.000 Besucher pro Monat,[122] deshalb bleiben viele Hotels ganzjährig in Betrieb. In der Hauptsaison kommen überwiegend Bade- und Strandurlauber, während in den Wintermonaten wetterunabhängige Tourismusformen, wie Kultur- und Bildungstourismus zum Tragen kommen. Ein großer Zweig sind dabei Sprachreisen, wobei hauptsächlich Englisch- und Italienischkurse angeboten werden [122] Dabei bietet Malta Platz für etwa 60.000 Sprachschüler. Pauschalreisen nach Malta sind in der Regel teurer als vergleichbare Reisen nach Spanien oder Griechenland, daher gibt es auf Malta nicht viele gering verdienende Touristen.[123] 2014 wurden auf Malta 149 Tourismusbetriebe mit insgesamt 40.222 Betten registriert.[124] Die Regierung gibt jährlich ca. 11,4 Prozent ihres gesamten Budgets für den Tourismussektor aus.[125] 2015 stiegen die Besucherzahlen im Vergleich zum Vorjahr um sechs Prozent auf insgesamt 1,79 Millionen. Die Zahl der Kreuzfahrttouristen hat sich um 27,3 % auf 600.156 Besucher erhöht, wobei die Deutschen, mit 124.285 Besuchern, die größte Gruppe der Kreuzfahrttouristen bildeten. Hinter Großbritannien und Italien kommen aus Deutschland jährlich die meisten Touristen nach Malta, 2015 wurden insgesamt 142.010 deutsche Urlauber auf Malta registriert.[126]

Räumliche Verteilung des Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Etwa sieben Kilometer südlich von Valletta liegt der internationale Flughafen Luqa. Durch die zentrale Lage kann von jedem Punkt Maltas der Flughafen innerhalb von 30-40 Minuten erreicht werden.[122] Die Touristenorte befinden sich hauptsächlich im Nordwesten und Südosten der Hauptinsel. Der Südwesten und der äußerste Süden dagegen sind aufgrund der Steilküsten nicht besonders attraktiv für Touristen. Es gibt einige Ausnahmen, wie z. B. die Sandstrände der Buchten Golden Bay oder Ghajn Tuffieha Bay. Zu den beliebtesten Touristenattraktionen zählen unter anderem die Blaue Grotte, die Dingli Cliffs, die Altstadt von Valletta, die Festungsstadt Mdina und die kleinen Küstenorte wie Marsaxlokk.[122]

Auf den Nebeninseln Gozo und Comino sind zum größten Teil Tagestouristen zu verzeichnen und daher gibt es nur vereinzelte touristische Einrichtungen. Auf Comino gibt es nur ein einziges Hotel der Mittelklasse. Auch auf Gozo gibt es nur einige kleinere Hotelanlagen, Restaurants oder Gaststätten. Hier verteilen sich die wenigen Betriebe über die ganze Insel. Gozo steht für das traditionelle ländliche Malta und wird deshalb und aufgrund der hohen Lebensqualität von den Einwohnern und der Regierung vor allem zu einem Ziel für sanften Tourismus entwickelt.[122]

Geschichte des Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Malta hat keine besondere historische Tradition im europäischen Tourismus. Überlegungen, den organisierten Tourismus zu fördern, begannen erst in den 1950er Jahren. 1955 wurde eine Tourismusbehörde gegründet, um eine bessere Organisation des Tourismus zu erreichen. Zu der Zeit war Malta von den Briten besetzt, somit kümmerte sich die koloniale Verwaltung um die Vorhaben, die den Tourismus betrafen. Unter anderem wurden St. George’s Bay, Ghajn Tuffieha und Paradise Bay zu Orten des Tourismus erklärt. 1964 erlangte Malta seine Unabhängigkeit und damit gab es neue Entwicklungspläne für den touristischen Bereich. Bis 1969 stiegen die Besucherzahlen auf 186.000 an. Mehr als 75 % kamen zu der Zeit aus Großbritannien.[122] Anfang der 1970er Jahre wurden aufgrund sinkender Besucherzahlen einige Maßnahmen ergriffen, wie z. B. der Bau von modernen Hotelanlagen, die Erneuerung von Hafenanlagen und des Flughafens. Unter anderem sollte die Abhängigkeit von Großbritannien eingedämmt werden, indem Touristen aus anderen Ländern angesprochen werden sollten. Die Folge daraus war, dass sehr viel weniger Touristen aus Großbritannien kamen, wodurch die Tourismuszahlen insgesamt nicht stiegen. Aufgrund zunehmender Konkurrenz im südlichen Mittelmeer, z. B. von Seiten Tunesiens und Zyperns, investierte die maltesische Regierung weiter in den Tourismus. Es wurden offizielle Tourismuszonen festgelegt, Strandhotels gebaut, Öffnungszeiten von Museen liberalisiert und die touristische Infrastruktur wurde dem europäischen Niveau angeglichen.[122] In Folge dessen fand ein Tourismusboom auf Malta statt. Über 700.000 Besucher kamen bis 1980 jährlich nach Malta, wobei der Anteil der britischen Touristen wieder auf 75 Prozent stieg. Mit der Wirtschaftskrise in Großbritannien, Anfang der 1980er Jahre, sanken die Besucherzahlen stark, wodurch es zu einem Baustopp und Preissenkungen in den Tourismuszonen kam. Das führte dazu, dass sich auf die Steigerung der Qualität im Hotelsektor konzentriert wurde, wodurch Ende der 1980er Jahre eine Stabilisierung im Tourismusmarkt erreicht werden konnte. Die Besucherzahlen stiegen bis 1990 auf fast 900.000 pro Jahr. Der Anteil der britischen Touristen nahm auf ca. 50 Prozent ab. Die Abhängigkeit vom britischen Markt wurde also gemindert aber nicht vollständig beseitigt. Während der 1990er Jahre hat sich Malta zu einer sehr bedeutenden Tourismusdestination entwickelt.[122]

Ökotourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ökotourismus ist eine verantwortungsvolle Form des Reisens in naturnahe Gebiete, die zum Schutz der Umwelt und zum Wohlergehen der ansässigen Bevölkerung beiträgt.[127] Er ist eine kleine neuere Form des Tourismus und ist auf Malta deshalb noch nicht besonders ausgeprägt. Der Ökotourismus auf Malta begann sich 2002 zu etablieren, im Internationalen Jahr für Ökotourismus. Die Universität Malta gewann in Zusammenarbeit mit der „Biological Conservation Research Foundation“ eine Auszeichnung für ihre Arbeit im Meeres- und Naturschutz. Das Ministerium für Tourismus versucht seitdem den Tourismus zu fördern, ohne dadurch Gefahren für die Umwelt entstehen zu lassen. Die maltesische Touristenbehörde hat eine „Eco-certification“ eingeführt. Die Kriterien, die Tourismusbetriebe für dieses Zertifikat erfüllen müssen, sind die Einführung besserer Abfallsysteme, die Reduktion von Energie und Wasserverbrauch, bessere Luftqualität und das Vorhandensein von Grünflächen.[128] Malta hat, wie viele kleine Inseln, Probleme mit der Müllentsorgung. Außerdem herrscht eine starke Umweltbelastung durch Abwasserprobleme, Lärmbelästigung und Luftverschmutzung, was unter anderem auf den Massentourismus zurückzuführen ist[129], bzw. durch diesen verstärkt wird. Andererseits hat der Tourismus auch positiven Einfluss auf die Umwelt Maltas, da in Tourismusregionen verstärkt auf das Müllproblem geachtet wird. Insgesamt ist Malta sehr stark abhängig von den vielen Massentouristen und Ökotourismus ist auf der Hauptinsel kaum verbreitet. Ökotouristische Angebote findet man daher zum größten Teil auf der ländlicheren Nebeninsel Gozo, da hier die Zahl an traditionellen Touristen deutlich geringer ist, als auf der Hauptinsel. Gozo besitzt nur 31.000 Einwohner und ist im Gegensatz zur Hauptinsel nicht so stark versiegelt. Die Regierungsorganisation EcoGozo versucht den Aspekt der Nachhaltigkeit in alle Lebensbereiche auf Gozo zu etablieren und es wird ein Image geschaffen, dass verstärkt auf den ökologischen Aspekt abzielt.[130] Der derzeitige Lebenswandel in der westlichen Kultur, der verstärkt nicht mehr nur auf Konsum ausgelegt ist, verändert auch die Angebotsvielfalt im Tourismus. Auf Gozo können beispielsweise die Xwejni Salt Pants besichtigt werden, wo Salz direkt aus dem Meerwasser gewonnen wird. Hier haben Touristen die Chance zu erleben, wie lokale Familien im Einklang mit der Natur leben. Auf Gozo ist also Potenzial für die Etablierung des Ökotourismus gegeben, während Malta aufgrund der langen touristischen Tradition sehr stark auf Massentouristen ausgelegt ist.

Landwirtschaft und Fischereiwesen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Landwirtschaft stellt trotz volkswirtschaftlich geringer Rolle einen wichtigen Wirtschaftszweig auf Malta dar.[131] Die Landwirtschaft trug 2010 mit 1,92 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt von Malta bei. Im Jahr 2003 lag der Anteil noch bei 2,89 Prozent.[132] 2010 waren rund 18.500 Menschen in der Landwirtschaft tätig, was einem Anteil von 10,6 Prozent aller Erwerbstätigen Maltas entspricht.[133] Von diesen sind ca. 1.300 als Vollzeitkräfte beschäftigt.[134]

Aufgrund des geringen Niederschlages werden die meisten landwirtschaftlichen Flächen nur während der Regenmonate im Winter bewirtschaftet. Insgesamt 5 Prozent der Flächen werden künstlich bewässert, jedoch fast ausschließlich mit gesammeltem Regenwasser.[131] Es werden unter anderem verschiedene Gemüse- und Fruchtarten wie Tomaten, Kartoffeln, Oliven, Pfirsiche und Erdbeeren angebaut.[134] Die einheimischen Rebsorten sind Ghirghentina und Gellewza.[135]

51,2 Prozent der Gesamtfläche Maltas werden ackerbaulich genutzt, was einer Fläche von ca. 160 km² entspricht.[136] Besonders intensiv wird die Landwirtschaft auf Gozo betrieben, da auf der Insel unterirdische Wasservorkommen existieren, die zur Bewässerung genutzt werden können. Während für Malta insgesamt die Landwirtschaft eine untergeordnete Rolle spielt, ist sie für Gozo von größerer Bedeutung.[137]

2010 gab es 12.530 landwirtschaftliche Betriebe in Malta, was einem Anstieg von 14 Prozent seit 2003 entspricht. Die Zunahme der Betriebe hat zwei Faktoren als Ursache. Zum einen gab es eine systematische Aktualisierung der Register, bei der alle maltesischen Farmen geprüft wurden und zum anderen wird das Land bei der Vererbung geteilt. In Bezug auf die durchschnittliche Größe der landwirtschaftlichen Betriebe ist ein minimales negatives Wachstum zu verzeichnen. Die durchschnittliche Größe beträgt 0,9 ha. Dabei ist feststellbar, dass sich in fast allen anderen EU-Mitgliedsstaaten eine entgegengesetzte Tendenz abzeichnet. 89 Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe haben Ackerflächen, die kleiner als zwei Hektar betragen. Auch diese Entwicklung steht im Gegensatz zu denen anderer EU-Mitgliedsländer.[133]

Schweine, Rinder und Geflügel sind die wichtigsten Nutztiere auf Malta. Sie machen zusammen 92 Prozent des Bestandes aus. Im Zeitraum von 2003 bis 2010 sank der Viehbestand um 12,3 Prozent, auch die Anzahl der Betriebe mit Viehhaltung nahm ab.[133]

Der Fischfang auf Malta ist eine alte Tradition, besitzt jedoch nur eine geringe Bedeutung, da die Fischvorkommen nicht besonders ausgeprägt sind. Der Grund dafür sind fehlende Flüsse, welche normalerweise die Küsten mit wichtigen Nährstoffen wie zum Beispiel Plankton versorgen würden.[138]

Rohstoffe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf den maltesischen Inseln sind im Verhältnis zu anderen Ländern nur wenige Rohstoffe zu finden. In den Hoheitsgewässern Maltas gibt es einige Erdgas- und Erdöl-Lagerstätten, welche aber nur zu einem geringen Teil ausgeschöpft werden. Eine effektivere Förderung mit mehr Potenzial wird in den 2010er Jahren entwickelt.[139]

Weitere nennenswerte Rohstoffe Maltas sind der Globigerinenkalk. Dieser ist einer der wenigen natürlichen Rohstoffe des Inselstaates und wird hauptsächlich auf der Insel Gozo abgebaut. Der Kalksandstein auf Malta besitzt eine große Bedeutung für die Baubranche, da dieser das hauptsächlichste Baumaterial auf den beiden Inseln darstellt. So werden wie bereits in früheren Jahren Geschäftshäuser, Wohngebäude oder Kirchen aus diesem Material errichtet, auch für das Anlegen von Bürgersteigen wird er eingesetzt. Andere auf Malta vorkommende natürliche Rohstoffe sind Sedimente wie vor allem der blaue Ton und der obere Grünsand.[140]

Da die Menschen bereits zu neolithischer Zeit mit der Entwaldung Maltas begonnen hatten, gibt es heute kaum Wälder auf der Insel und somit auch kein Holz. Aus diesem Grund wurden künstlich angelegte Waldflächen erschaffen, die jedoch im Wesentlichen als Erholungsgebiete dienen.

Ein weiterer, eher untergeordneter Rohstoff Maltas ist das in Salzpfannen traditionell hergestellte Meersalz. Auf der Insel Gozo kann diese Herstellung von Touristen besichtigt sowie Meersalz erworben werden. In der Bucht vor Qawra gibt es umfangreiche Salinen und einen Salinen-Nationalpark.

Hoheitsgebiete und Ressourcen/Fischvorkommen im Mittelmeer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hoheitsgebiete[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Bedingung für Maltas Beitritt in die EU im Jahr 2004 wurde um die Insel herum über das Küstenmeer hinaus eine 25-Meilen-Bewirtschaftungszone geschaffen, welche auch als Fischereizone/Fischereischutzzone bekannt ist. In dieser verfügt Malta über ausschließliche Rechte und Hoheitsbefugnisse im Fischfang. Die Fischerei ist auf Fischereifahrzeuge mit einer Gesamtlänge von unter 12 m beschränkt, die kein durch Maschinenkraft bewegtes Schlepp-/Zuggerät benutzen dürfen. Dadurch hat sich der Einsatz größerer Fischereischiffe aller Nationen unter anderem vor die tunesische Küste verlagert.

Malta ist dazu verpflichtet, die Einhaltung der in den verschiedenen Verträgen enthaltenen Vorschriften durch die unter seiner Flagge fahrenden Schiffe zu überwachen und zu kontrollieren. Außerdem setzt die Deklaration von Hoheitsrechten eine stärkere Kontrolle Maltas hinsichtlich der Erhaltung der Ressourcen und der Umwelt voraus. Insgesamt umfassen die Hoheitsbefugnisse Maltas im Mittelmeer rund 8231 km². Davon sind 21 km² innere Gewässer, 3020 km² Küstenmeer und mit 5190 km² bildet die Fischereischutzzone den größten Teil.[141]

Malta hat 1982, wie die meisten Mittelmeerländer, das Seerechtsübereinkommen der Vereinten Nationen (SRÜ) unterzeichnet und 1993 ratifiziert, welches Grundsätze und Vorschriften für die Erhaltung und Bewirtschaftung der lebenden Ressourcen der hohen See enthält. Zudem ist Malta im Jahr 2001 dem Fischereiabkommen (SFS 1995) beigetreten, welches die Länder rechtlich bindend dazu verpflichtet, die Fischbestände zu erhalten und nachhaltig zu bewirtschaften sowie Streitigkeiten über die Hochseefischerei friedlich beizulegen.[142]

Vorkommende Meeresfische[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Häufige Fischarten in Maltas Gewässern sind Stachelmakrelen, Zackenbarsche, verschiedene Brassenarten, Tintenfische, Kraken, fliegende Fische, Knurrhähne, Stachelrochen, Schalenfische, Dorsche, Meerbarben, Papageienfische und Muränen. Die felsigen Strukturen der Unterwasserküste Maltas bieten außerdem Aalen optimale Lebensbedingungen. Im Winter halten sich auch Delphine, Thunfische und Bonitos in Maltas Küstennähe auf. Angelandet werden hauptsächlich Goldmakrelen (,Lampuki’), welche als Nationalfisch Maltas gelten, sowie Schwertfische und Meeraale.[143]

Kultur und Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Museen, Theater, Opernhäuser und Kinos[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Valletta gibt es insgesamt 16 staatliche Museen, die bedeutendsten sind das National Museum of Archaeology, das War Museum, das Malta Post-Museum, das National Museum of Fine Arts und der Grandmaster's Palace.[144] Im Ort Qawra stehen das Malta National Aquarium und das Malta Classic Car Collection Museum. Weitere interessante Sammlungen sind das Fort Rinella in Kalkara mit historischer Militärtechnik (unter anderem eine 100-Tonnen-Kanone), das Palazzo Falson Historic House Museum (in Mdina) sowie das Malta Aviation Museum (in Ta' Qali).[145]

In der Hauptstadt stehen das Manoel Theatre, das St. James Cavalier Cavalier Centre for Creativity, das Mediterranean Conference Centre. Eine Freiluftkonzertanlage wurde in den erhaltenen Resten des bei Bombardements im Zweiten Weltkrieg zerstörten Nationaltheaters eingerichtet.

Auf den beiden bewohnten Inseln gibt es entsprechend einer Zusammenstellung im Internet sechs Mulitplexkinos und einige Kinosäle in anderen Gebäuden.[146]

Kirchengebäude (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Kirchen Maltas

In der kleinen Republik Malta stehen mehr als 365 Kirchen, darunter zwei, deren Kuppeln zu den größten freitragenden Kuppeln Europas zählen: Die Johannes dem Täufer gewidmete Rotunde von Xewkija (Gozo) verfügt über die viertgrößte freitragende Kirchenkuppel Europas (Liste der größten Kuppeln ihrer Zeit). Sie wird noch übertroffen von der Rotunde von Mosta auf Malta selbst mit einem Durchmesser von 39 Metern, was in Europa den zweiten Platz bedeutet. In Valletta wurden genau 22 Gotteshäuser gezählt, die meisten von ihnen befinden sich in der Straße der Republik. Weitere bemerkenswerte Kirchengebäude sind die St. Andrew’s Scot Church in Valletta, die eher wie eine Trutzburg gestaltete Pfarrkirche Franz von Assisi im Ortsteil Qawra oder die Bible Baptist Church im Ort Gzira.

Aus kulturtouristischer Sicht zu beachten ist, dass viele Kirchengebäude verschlossen bzw. nur sehr begrenzt zu den Messen oder kurzen Besuchszeiten geöffnet sind, meist vormittags.

Welterbe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Welterbe in Malta

Aus Malta sind bislang drei Denkmäler in die UNESCO-Liste des Welterbes aufgenommen worden: Die Kernstadt von Valletta, die Tempelanlage von Ġgantija sowie das Hypogäum von Ħal-Saflieni. Daneben wurden 1998 sieben weitere Stätten nominiert, die bislang jedoch keine Berücksichtigung fanden, darunter die Militäranlagen und die alte Hauptstadt Mdina.

Ständige Feste und Veranstaltungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 31. März wird der Tag der Freiheit gefeiert, am 1. Mai der Tag der Arbeit, am 21. September der Tag der Unabhängigkeit und am 13. Dezember der Tag der Republik. Auch eine Landwirtschaftsmesse findet einmal jährlich statt. Darüber hinaus gibt es die folgenden Kulturveranstaltungen:

  • Maltesischer Karneval (malt.: il-karnival ta' Malta)
  • Regionale christliche Feiern wie die Heilige Woche oder Mnarja (l-Imnarja), eine Verehrung für die Heiligen Peter und Paul
  • ein eintägiges Musikfestival (Isle of MTV) auf dem Fosos-Platz in Floriana, seit 2007. Bereits 50.000 Besucher wurden gezählt.

Sport (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Etabliert sind auf Malta Fußball (12 Vereins-Mannschaften), Wasserpolo, Rugby, Motorsport, Snooker. Als Amateursport gibt es Sportklettern, Surfen, Boxen und Kickboxen sowie Tennis und Boccia (Boċċi).

Film und Filmindustrie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Popeye Village in der Anchor Bay

Vor etwas mehr als 100 Jahren war Maltas Filmindustrie hauptsächlich von seiner strategischen Position im Zentrum des Mittelmeers und seinem Status als Teil des Britischen Weltreichs beeinflusst. Erst nach der Unabhängigkeit 1964 haben auch Länder außer Großbritannien die Vorteile Malta als Drehort zu nutzen, erkannt.[147] So ist Malta aufgrund seiner vielfältigen Naturlandschaft und städtischen Architektur eine populäre Film- und Fernsehkulisse.[148][149]

Besonders wichtig für den Erfolg als Film- und Fernsehkulisse ist auch die offizielle Unterstützung durch Institutionen wie der Filmkommission Malta oder die Bedeutung der Mediterranean Film Studios. So betreiben die Mediterranean Film Studios, die die derzeit zwei weltgrößten Wasserbecken für Filmaufnahmen (Oberflächenbecken: 122 m x 92 m bei 22 Millionen Litern sowie Tiefwasserbecken: 108 m x 49 m bei 43,2 Millionen Litern) und zeigen sich für Film- und Fernsehproduktionen wie Die Gustloff, Marco W. – 247 Tage im türkischen Gefängnis, Der Untergang der Pamir, Kon-Tiki, Asterix & Obelix – Im Auftrag Ihrer Majestät, Die Männer der Emden, Wickie und die starken Männer und viele weitere verantwortlich.[150]

Beispiele für bekannte Filmproduktionen auf Malta sind U-571, Monte Cristo, Troja, Alexander, Gladiator, 12 Uhr nachts – Midnight Express, The Da Vinci Code – Sakrileg und München sowie prestigeträchtige Fernsehproduktionen wie Game of Thrones.[151] Besonders Ridley Scotts Gladiator kann als wichtig angesehen werden, da dadurch Maltas Dienstleistungsangebot rund um den Film neu belebt wurde, was die Entwicklung als attraktiven Drehort weiter beschleunigt hat.[152] So hat Malta schon eine Vielzahl von verschiedenen Orten gedoubelt – vom alten Rom über das Marseille des 19. Jahrhunderts bis hin zum Beirut der 1960er Jahre.

Für die Wirtschaft von Malta ist die Filmindustrie gleich aus zwei Perspektiven wichtig. Zum einen ist die Filmindustrie ein wichtiger Teil für den schnell wachsenden Dienstleistungssektor, zum anderen trägt die Filmindustrie zum wichtigen Wirtschaftszweig des Tourismus bei. Das wird zum Beispiel dadurch deutlich, dass die vom Film Popeye – Der Seemann mit dem harten Schlag (1980) verwendete Fischerdorf-Kulisse heute eine Touristenattraktion ist (Popeye Village), obwohl der Film damals ein Flop war. So wird der Filmtourismus von Local Playern als Schlüssel-Untersektor anerkannt, um die lokale Entwicklung zu fördern und Malta als Tourismusziel zu bewerben. Dabei ist jedoch zu beachten, dass 2013 erst 3,5 Prozent der Touristen angaben, unter anderem aufgrund der Sichtbarkeit im Fernsehen, Malta zu besuchen.[153]

Der Umfang der Wirtschaftsleistung der Filmindustrie variiert hierbei je nach Auftragslage von Jahr zu Jahr teilweise stark. So war 2015 ein Rekordjahr, es wurden mehr als 100 Millionen Euro durch den Filmsektor in die maltesischen Wirtschaft investiert.[154] Im Gegensatz dazu wurden 2014 nur 29 Millionen investiert.[155]

Malta in der Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Walter Laufenberg: Favoritin zweier Herren, 2010
  • Walter Laufenberg: Sarkophag, 2008
  • Tim Willocks: Das Sakrament, 2006
  • Dan Turèll: Mord auf Malta, 2004
  • David Ball: Asha, Sohn von Malta, 2003
  • Nicholas Monsarrat: Der Kaplan von Malta, 1973
  • Jürgen Ebertowski: Maltagold, 1994
  • Jürgen Ebertowski: Der letzte Großmeister, 2012
  • Johann Peters: Der Falke von Malta, 2013
  • Alexander Kent: Donner unter der Kimm: Admiral Bolitho und das Tribunal von Malta, 1986
  • Alexander Kent: Das letzte Gefecht: Admiral Bolitho vor Malta, 1998
  • Sigurd Göttlicher: Malteser Blut, 2014

Schiffe und Boote[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Besonderheit der Maltesischen Inseln sind die Luzzus, bunt bemalte hölzerne Fischerboote, deren Bug mit Augen (Horus- oder Osirisauge) verziert ist. Die Bauweise der Boote soll auf die Phönizier zurückgehen; das Auge sollte der Überlieferung zufolge die Fischer vor Gefahren schützen. Zusätzlich tragen die Boote zumeist die Namen christlicher Heiliger.

Die farbenfrohen Boote sind ein beliebtes Fotomotiv für Touristen; daher wird ihr Unterhalt von der Regierung bezuschusst. Sie werden aber bis heute von den Fischern als Arbeitsgerät genutzt. Einige moderne Ausflugsboote für Touristen sind im Stil dem traditionellen Luzzu nachempfunden.

Essensspezialitäten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Maltesische Küche

Ġbejna ist ein kleiner Käse aus Ziegenmilch. Sehr beliebt sind Kapern, Kaninchen und natürlich der Nationalfisch, die Goldmakrele (‚Lampuki‘), aber auch Pastizzis und Qassatas. Das sind Teigtaschen, die mit Ricotta, Thunfisch, Fleisch, Spinat oder Erbsen gefüllt sind. In Malta isst man auch gerne Qagħaq tal-Għasel, Bigilla, Aljotta und Nougat (Kuchen). Die maltesische Küche hat viel gemeinsam mit der italienischen und der griechischen Küche.

Getränke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kinnie ist der Name einer auf Malta hergestellten Limonade, die unter anderem aus Bitterorangen und Kräutern, insbesondere Wermutkraut hergestellt wird. Das bernsteinfarbene, alkoholfreie und kohlensäurehaltige Getränk hat einen bitter-süßen Geschmack. Ein weiteres bekanntes maltesisches Getränk ist das Lagerbier „Cisk Lager“.

Maltesische Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Feiertage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 10. Februar: The Feast of St. Paul’s Shipwreck (Gedenktag zu Ehren des Schiffbruchs des Heiligen Paulus im Jahr 60 vor Malta)
  • 31. März: Freedom Day (Abzug der letzten britischen Truppen 1979)
  • 8. September: Our Lady of Victory (Ende der großen Türken-Belagerung 1565)
  • 21. September: Independence Day (Tag der Unabhängigkeit 1964)
  • 13. Dezember: Republic Day (Ausrufung der Republik 1974)

Transport und Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Trotz seiner geringen Größe verfügt Malta über ein ausgedehntes öffentliches Verkehrssystem, das von Touristen und Einheimischen intensiv genutzt wird. Dieses erstreckt sich vom Busverkehr über den Taxiverkehr bis hin zum Schiffs- und Flugverkehr. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts besaß Malta zudem ein Schienenverkehrsnetz: 1883 wurde eine Eisenbahnlinie von Valetta nach Mdina errichtet, die jedoch im Jahre 1931 aufgrund mangelnder Rentabilität wieder eingestellt wurde.[156] Auch die Straßenbahn in Malta, welche 1905 eingerichtet wurde, musste nach einigen Jahren, 1929, Konkurs anmelden. Seit den 1930er Jahren besteht keine Schienenverkehrsinfrastruktur mehr in Malta.[156]

Hauptartikel: Schienenverkehr auf Malta

Öffentlicher Nahverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Situation bis etwa 2010[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufgrund der jahrelangen Zugehörigkeit zum Commonwealth herrscht Linksverkehr. Überholt wird rechts, dennoch gilt die Vorfahrtregelung rechts vor links.

Nostalgischer Linienbus

Der öffentliche Nahverkehr mit Omnibussen wurde 1905 eingeführt.[157] Bis 1994 waren die seither gelben Linienbusse einheitlich grün gestrichen, diese Farbgebung stammte noch aus den frühen 1980er-Jahren und sollte die Verbundenheit Maltas mit Libyen zum Ausdruck bringen. Die Busse auf Gozo waren traditionell grau. Bis ca. 2010, vor der Einführung der neuen Busse und der einheitlichen Vergabe des öffentlichen Nahverkehrs an Arriva waren die Linienbusse Eigentum des jeweiligen Busfahrers. Die Busse waren technisch meist veraltet, sehr viele stammten noch aus der Kolonialzeit, waren also gut 50 Jahre alt. Wer aussteigen wollte, musste an einer Leine ziehen, die zu einer neben dem Fahrer montierten mechanischen Klingel führte. Die Türen der Busse waren abmontiert oder blieben während der Fahrt offen. Der Fahrtwind ersetzte damit die Klimaanlage. Diese Busse galten bei den einen als Touristenattraktion, bei anderen höchstens als brauchbares Nahverkehrsmittel. Nicht nur die Busse waren im jeweiligen Eigentum der Fahrer, auch fuhren die Fahrer ähnlich wie Taxibetreiber teilweise auf eigenes finanzielles Risiko. Wer nicht über ein Abonnement verfügte, bezahlte bar beim Fahrer, Rückgeld war nicht immer verfügbar. Die Linien und Fahrten auf den jeweiligen Strecken wurden zwar den Fahrern zugeteilt, aber es existierte statt eines exakten Fahrplans lediglich eine ungefähre Intervallangabe, innerhalb derer die Busse verkehrten (je nach Linie Takte zwischen zehn Minuten und mehreren Stunden). Aufgrund der beschränkten Transportkapazität der alten Busse bestand keine Mitnahmegarantie, in Stoßzeiten oder bei Gruppen musste auf den nächsten oder übernächsten Kurs gewartet werden. Zu diesem Zweck wurde entsprechend dem kolonialen Erbe präzise Schlange gestanden.[158]

Seit den 1990er Jahren wurde viel in den Ausbau des Straßennetzes investiert, das alle maltesischen Orte auf den Inseln miteinander verbindet.

Die Promillegrenze beträgt in Malta 0,8.[159] Die Höchstgeschwindigkeit auf den Autoschnellstraßen und Landstraßen ist mit 80 km/h festgelegt, in geschlossenen Ortschaften gilt 50  km/h.[159]

Situation ab dem 21. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Maltesischer Linienbus (Lackierung bis Juli 2011)
Maltesischer Linienbus (Lackierung ab Juli 2011)

Zur Aufnahme Maltas in die EU musste unter anderem auch das Nahverkehrssystem erneuert werden. Ein erster Schritt erfolgte 1995 mit der Einführung eines neuen Farbsystems für die Omnibusse, bestehend aus einer warmen gelben Farbe und einem orangen Farbband. Das weiße Dach blieb erhalten. Zwischen 1996 und den 2010er Jahren gelang es, die Busse Schritt für Schritt zu verstaatlichen. Die Busfahrer nahmen Kredite für neue Busse auf, deren Kosten später teilweise von der Regierung übernommen wurden. Zur Qualitätssteigerung fand eine Ausschreibung für neue Fahrzeuge statt, an der sich Bushersteller aus der Türkei, Polen, Griechenland und Mazedonien beteiligten. Außerdem reichte der chinesische Bushersteller King Long ein Angebot für neue Fahrzeuge ein. Obwohl die meisten Busfahrer den BMC Falcon aufgrund seiner guten Performance und Straßenlage bevorzugten, entschied sich die Verwaltung für die Anschaffung von Modellen der Marke King Long. Mit dieser Umstellung wurde auch das gesamte Nahverkehrssystem optimiert.

Vom 15. bis 17. Juli 2008 erlebte Malta einen Streik von Bus- und Taxifahrern mit Straßenblockaden. Grund dafür waren die wirtschaftlichen Sorgen von Bus- und Taxifahrern, dass bei durchzusetzendem EU-Recht ihr Transportmonopol kippe. Damit hätten auch Unternehmer anderer EU-Länder das Recht, den öffentlichen Nahverkehr mitzugestalten. Besonders die maltesischen Busfahrer, in deren Eigentum sich die Busse befanden, bangten um ihre Existenz.[160]

Am 3. Juli 2011 wurde der öffentliche Nahverkehr an die Firma Arriva[161], ein Tochterunternehmen der Deutsche Bahn AG, vergeben. Dadurch erhielten die Busse Maltas nun eine türkise Lackierung nach der Unternehmensfarbgebung des neuen Eigentümers. 185 neue Busse wurden angeschafft sowie 79 weitere modernisiert. Die gesamte Flotte erfüllte nun die Euro-5-Abgasnorm, war behindertengerecht sowie mit Klimaanlagen und Überwachungskameras ausgestattet. Von den insgesamt 264 Bussen verfügten 10 Modelle über Hybridantrieb, 60 weitere waren bisher auf Malta unbekannte Gelenkbusse. Der zentrale Omnibusbahnhof am Stadttor von Valletta (das bei der Modernisierung abgerissen wurde) wurde erneuert und neu beschildert. Medienkampagnen machten zusätzlich auf das neue System aufmerksam. Mit der Übernahme des maltesischen Busverkehrs durch Arriva endete das bisherige Busystem abrupt: neues Rollmaterial kam zum Einsatz, mehr Linien aber nun ringförmig statt wie bisher sternförmig – was beispielsweise Fahrtzeiten von den Außenbezirken in die größeren Städte stark verlängerte. Trotz der enormen Aufwendungen wurden die Fahrpläne häufig nicht eingehalten und die deutlich unterschiedlichen Tarife für Einheimische und Touristen stießen zunehmend auf Kritik. Auf der anderen Seite verschwand die maltesische Touristenattraktion des Busverkehrs, und viele Busfahrer verloren ihre Existenzgrundlage (sofern sie nicht bei Arriva anheuern konnten). Seit dem 1. Januar 2014 betreibt das Unternehmen Malta Public Transport den gesamten Busverkehr auf Malta und Gozo, nachdem desaströse Zustände und Verluste von ca. 50 Millionen Euro in nur zwei Jahren Arriva zur Aufgabe zwangen. Laut Presseerklärung der Deutsche Bahn AG „konnte auf Basis des bestehenden Vertrags keine angemessene Profitabilität erreicht werden.“[162] Der Verkaufspreis betrug einen symbolischen Euro. Die Gründe für das Scheitern von Arriva waren vielschichtig: Die 60 Gelenkbusse waren auf Malta absolut unbrauchbar, da sie durch zahlreiche enge Gassen in den Städten nicht fahren konnten. In einem Festungsgraben in Valletta abgestellt, warteten sie zuletzt auf ihren Verkauf (angeblich in den Sudan). Auch kam es mehrere Male zu Bränden in Bussen, die für das warme Klima auf Malta nicht geeignet waren. Mindestens drei Busse sind dabei komplett (ohne Personenschaden) ausgebrannt. Im Nachhinein stellte sich heraus, dass dies Busse waren, die zuvor in London als ungeeignet ausgemustert worden waren.

Das Bus-System ist relativ einfach zu verstehen. Generell verkehren die Busse auf den Maltesischen Inseln täglich zwischen 05:30 Uhr und 23:00 Uhr, wobei 80 verschiedene Linien diverse Ortschaften miteinander verbinden. Die durchschnittliche Dauer einer Busfahrt in Malta beträgt 20 bis 30 Minuten, die längste 50 Minuten.[159] Ein Bus fährt immer in zwei Richtungen, in den meisten Fällen entweder von Valletta weg oder nach Valletta hinein. Im Allgemeinen wird zwischen diesen Routen unterschieden[158]:

  • Mainland Routen, die die meisten Städte mit Valletta verbinden (Routen bestehen aus ein- oder zweistelligen Nummern).
  • Direkte Routen verbinden zwei Städte oder Dörfer Maltas ohne über Valletta zu fahren (Routen bestehen aus dreistelligen Nummern).
  • Nachtbusse verkehren zwischen St. Julian’s bzw. Paceville und verschiedenen Ortschaften Maltas (Routen bestehen aus dem Buchstaben N und einer Zahl).
  • Flughafen und Cirkewwa Express, die mit insgesamt vier Expresslinien die Hauptorte mit dem Flughafen, sowie Valletta mit der Gozofähre in Cirkewwa verbinden (Routen bestehen aus dem Buchstaben X und einer Zahl).
  • Busrouten auf Gozo (Routen bestehen ebenfalls aus dreistelligen Nummern).
  • Mater Dei Routen, die verschiedene Orte mit dem größten Krankenhaus Maltas, dem Mater Dei-Krankenhaus, verbinden.

Zudem verkehren in Malta charakteristische Doppeldecker-Sightseeing-Busse als touristische Attraktion. Hierbei gibt es vier unterschiedliche Routen mit 44 Stopps. Touristen können die Touren in 16 verschiedenen Sprachen hören und die Tickets 24 Stunden lang nutzen.[163]

Taxiverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Taxis sind an ihrer weißen Farbe erkennbar. Alle Taxis sind mit Gebührenzählern ausgestattet und sind verpflichtet, die von der Regierung festgelegten Preise zu verlangen.

Taxis am Flughafen arbeiten nach einem anderen System. Am Internationalen Flughafen bezahlt der Fahrgast vor Fahrtantritt am Taxi-Fahrscheinschalter in der Ankunftshalle. Der ausgehändigte Fahrschein enthält das Fahrtziel und die gezahlte Gebühr.[159]

Flugverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Malta besitzt einen Flughafen und eine eigene Fluggesellschaft, die Air Malta mit Sitz in Luqa. Sie nahm ihren Betrieb am 1. April 1974 auf und verbindet Malta mit mehr als 35 Städten quer über Europa und den Mittelmeerraum.[164] Air Malta bedient vom Flughafen Malta aus in erster Linie wichtige europäische Städteziele, wie beispielsweise London, Athen und Moskau und bietet zudem auch Charterflüge, wie etwa saisonal nach Salzburg an. Im deutschsprachigen Raum werden Berlin-Tegel, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hannover, Hamburg, München sowie Stuttgart, Wien in Österreich und Genf und Zürich in der Schweiz angeflogen.[165]

Schiffsverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gozo Channel Line unterhält Verbindungen zwischen der Hauptinsel Malta und der Schwesterinsel Gozo.

Der Grand Harbour in Valletta gilt als eine der modernsten Hafenanlagen im südlichen Mittelmeer[166], sodass auch europäische und amerikanische Kreuzfahrtschiffe häufig in Valletta registriert werden, wie beispielsweise die Schiffe der TUI Cruises.[158] Der Tourismus wird hierdurch enorm angekurbelt, wobei sich 84 Prozent der Passagiere nur einen Tag in Malta aufhalten.[166]

Die Verbindung zwischen den Inseln des Staates wird über Fähren abgewickelt: stündlich verkehrt eine Fähre zwischen Malta (Cirkewwa) und Gozo (Mgarr), die auch Autos transportiert und eine Fähre von Mgarr auf Gozo nach Sa Maison (Malta).[159]

Der Versuch, Tunnel oder Brücken zur Verbindung der Inseln zu errichten, wurde durch eine Volksabstimmung abgelehnt. Trotzdem veröffentlichte die Regierung einen Plan für einen Tunnel zwischen der Hauptinsel Malta und Gozo.[167]

Weitere Fährverbindungen bestehen zwischen Valletta und Catania auf Sizilien, Reggio Calabria und Salerno auf dem italienischen Festland, Valencia in Spanien und Tripolis in Libyen.[158] Die Fährverbindung nach Tripolis war insbesondere während des UN-Embargos gegen Libyen nach dem Lockerbie-Anschlag von Bedeutung, da auch der Luftverkehr nach Libyen eingestellt war; Libyer, die ins Ausland reisen wollten, nutzten daher diese Verbindung, um von Malta in den Rest Europas oder nach Übersee weiterzufliegen. Seit der Aufhebung des Embargos gegen Libyen hat die Verbindung an Bedeutung verloren und wird nur noch ein- bis zweimal pro Woche bedient. In den maltesischen Häfen wurden 2014 rund 3,5 Millionen Tonnen Güter umgeschlagen, etwa 0,1 Prozent des Gesamtumschlages aller Häfen der Europäischen Union.[168]

Typisch für Maltas Straßenbild: Maruti Gypsy

Motorisierter Individualverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf Malta waren im Jahr 2014 rund 315.000 Fahrzeuge zugelassen (ohne Motorräder).[169] Mit einer Quote von 592 privat zugelassenen Pkw je 1000 Einwohner lag Malta im Jahr 2012 auf Platz 2 in der Europäischen Union, hinter Italien (621) und noch vor Finnland (560) oder beispielsweise Deutschland (530).[170] Die Anzahl der Verkehrstoten pro Jahr schwankte im Zeitraum 2003 bis 2010 zwischen 9 und 17.[171] Eigenproduzierte Kraftwagen gibt es nicht, dagegen werden alle gängigen Autotypen aus Frankreich, Deutschland und Japan importiert. Die Straßen außerhalb der Ortschaften sind als Schnellstraßen in einem guten Zustand.

Malta ist ein „Paradies“ für Autoliebhaber. Allgemein sind die Malteser große Oldtimerliebhaber. Im maltesischen Straßenbild sind viele gepflegte Oldtimer zu sehen, außerdem gibt es ein Oldtimer-Museum, die Malta Classic Car Collection im Ort Qawra.[172] Fahrradverkehr spielt eine völlig unbedeutende Rolle, nur wenige Straßen in Ortschaften sind entsprechend gekennzeichnet.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Portal: Malta – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Malta

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wiktionary: Malta – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Malta – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Malta – Reiseführer
 Wikisource: Malta – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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  172. Malta Classic Car Collection Bilder aus dem Oldtimer-Museum. Homepage des Auto-Museums.


Koordinaten: 35° 54′ N, 14° 24′ O