Mamadou Niang

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Mamadou Niang
Mamadou Niang 2011 (1).jpg
Mamadou Niang (2011)
Personalia
Name Mamadou Hamidou Niang
Geburtstag 13. Oktober 1979
Geburtsort MatamSenegal
Größe 178 cm
Position Stürmer
Junioren
Jahre Station
1996–1998 Le Havre AC
1998–1999 RC Saint-André-les-Vergers
Herren
Jahre Station Spiele (Tore)1
1999–2002 ES Troyes AC B 35 (21)
1999–2003 ES Troyes AC 47 0(8)
2003 → FC Metz (Leihe) 12 0(5)
2003–2005 Racing Straßburg 56 (21)
2004–2005 Racing Straßburg B 1 0(0)
2005–2010 Olympique Marseille 154 (72)
2010–2011 Fenerbahçe SK 29 (15)
2011–2014 Al-Sadd SC 26 0(9)
2013 → Beşiktaş JK (Leihe) 10 0(3)
2014–2015 AC Arles-Avignon 16 0(2)
Nationalmannschaft
Jahre Auswahl Spiele (Tore)
2002–2012 Senegal 54 (20)
Stationen als Trainer
Jahre Station
2018–2019 Athlético Marseille (Co-Trainer)
1 Angegeben sind nur Ligaspiele.
Stand: 14. August 2018

Mamadou Hamidou Niang (* 13. Oktober 1979 in Matam, Senegal) ist ein senegalesischer ehemaliger Fußballspieler und jetziger Fußballtrainer, der auch die französische Staatsbürgerschaft besitzt.

Spielerkarriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Spielerprofil[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mamadou Niang ist ein technisch versierter Fußballer,[2] der beidfüßig spielen kann. Seine Hauptposition ist Mittelstürmer. Auch als Hängende Spitze oder Linksaußen ist er einsetzbar, aber vorzugsweise agiert er als Mittelstürmer.

Mamad, so lautet sein Spitzname in Frankreich, ist als vorbildlicher Mannschaftsspieler bekannt. Er weist als erfolgreicher Stürmer keine Starallüren auf und lehnt es ab, seine ganze Kraft einem persönlichen Ziel zu widmen.

„Ich versuche stets, mich dem vom Trainer ausgegebenen taktischen Konzept unterzuordnen. […] ich [habe] auf den unterschiedlichsten Positionen gespielt. Es ist mir egal, wo ich eingesetzt werde. Falls es für den Erfolg erforderlich ist, gehe ich auch auf die Flügel, auch wenn ich ansonsten lieber im zentralen Angriff spiele.“

Mamadou Niang (2008) auf FIFA.com[3]

Im Verein[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jugend[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach zwei schwierigen Jahren im Ausbildungszentrum von Le Havre AC entschied sich der damals 18-jährige Mamadou Niang gegen seinen Traum von einer Profikarriere und wechselte daraufhin zum sechstklassigen RC Saint-André-les-Vergers in die Ehrendivision, um dort nur noch zum Spaß Fußball zu spielen.

Der Senegalese hatte ein enormes Leistungspotenzial, aber dies schwankte oft und zeitweilig ließ der Stürmer sich auch etwas gehen. Er war in armen Verhältnissen aufgewachsen und hatte es daher nicht leicht. Obwohl Fußball ihn von der Straße wegholte, hatte es für ihn keine Priorität mehr. Außerdem konnte sich Mamadou Niang damals nicht vorstellen, dass es sein Leben beherrschen sollte.[3]

Profikarriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

ES Troyes AC und Metz-Intermezzo[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der französische Fußballtrainer Alain Perrin bekehrte ihn in seiner Entscheidung zu Profikarriere und somit wurde der Senegalese doch Fußballprofi und holte ihn an die Seine nach Troyes auf Empfehlung vom Jugendtrainer Carlos Lopez von Le Havre AC. Darauffolgend unterschrieb der Stürmer 1999 seinen ersten Profivertrag bei ES Troyes AC.

In seiner ersten Saison für ESTAC kam er lediglich in der Reservemannschaft zum Einsatz. In der folgenden Spielzeit bestritt Mamadou Niang seine ersten Einsätze bei den Profis, er wurde zehnmal eingewechselt und schoss zwei Tore.[3] In der nächsten Saison gab der Senegalese sein Debüt im Europapokal am 30. Juni 2001 beim 6:0-Sieg gegen WIT Georgia Tiflis im Hinspiel der zweiten Runde des UEFA Intertoto Cups.[4] Der Stürmer errang mit Troyes den Titel im Finale des UI-Cups gegen Newcastle United. Somit qualifizierten Sie sich daraufhin für den UEFA-Pokal.

Die Verantwortlichen des damaligen französischen Zweitligisten FC Metz waren von seinen fußballerischen Fertigkeiten wie Technik, Schnelligkeit und Ballbehandlung beeindruckt. Deswegen liehen Sie sich ihn im Januar 2003 für den Rest der Spielzeit aus. Dort harmonierte er mit seinem togoischen Sturmpartner Emmanuel Adebayor und verhalfen beide mit ihren Toren Les Grenats zum Aufstieg in die Ligue 1.[3]

Über Straßburg zu Olympique Marseille[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Sommer 2003 verpflichtete ihn der damalige französische Erstligist Racing Straßburg. Für die Elsässer absolvierte Mamadou Niang in zwei Jahren 63 Pflichtspiele und erzielte dabei 25 Tore.[3] Ende April 2005 gewann der Senegalese mit Les Bleus seinen ersten nationalen Titel, den französischen Ligapokal. Im Finale des Pokals köpfte er ein Tor, beim 2:1-Sieg gegen SM Caen.[5]

Mamadou Niang (2009) beim Aufwärmen im OM-Dress

Den Scouts von Olympique Marseille fiel er aufgrund seiner Leistungen in Straßburg auf.[3] Außerdem hinterließ der 25-jährige Stürmer am 9. April 2005 ein bleibenden Eindruck, indem er im Ligaspiel gegen OM in der Nachspielzeit der Spielbegegnung das einzige und damit auch das Siegtor erzielte für seine Mannschaft gegen die französische Torwartlegende Fabien Barthez.[6]

Zur Saison 2005/06 wechselte Mamadou Niang für eine Ablösesumme von sieben Millionen Euro von Straßburg zu Olympique Marseille. Der Senegalese sollte den abgewanderten Ivorer Didier Drogba ersetzen. In kurzer Zeit erspielte sich der Stürmer einen Stammplatz in der Mannschaft.[3] Mit Marseille gewann er im August 2005 ebenfalls den UEFA Intertoto Cup. In den beiden Spielzeiten 2005/06 und 2006/07 verpasste Mamadou Niang mit seiner Mannschaft immer knapp den Sieg im französischen Pokalfinale.

In der Saison 2007/08 verlängerte der Senegalese im Februar 2008 seinen Vertrag vorzeitig bis Juni 2012.[7] Darüber hinaus avancierte der Stürmer zum Schlüsselspieler und Star der Mannschaft,[3] ergänzend wurde er zweitbester Torjäger der Liga mit 18 Toren hinter Karim Benzema und in das Team des Jahres in der Ligue 1 gewählt.

Am Anfang der Saison 2009/10 verlängerte Mamadou Niang erneut frühzeitig seinen Vertrag diesmal bis Juni 2014.[8] Das Jahr 2010 war sein erfolgreichstes Jahr seiner Fußballkarriere. Im Januar 2010 im Ligapokal schoss der Senegalese das Siegtor in der vierten Minute der Nachspielzeit zum 3:2-Endstand gegen AS Saint-Étienne,[9] somit erreichte Olympique Marseille das Achtelfinale. Außerdem wurde der Stürmer Torschützenkönig in der Ligue 1 mit 18 Toren und hatte maßgeblichen Anteil am Gewinn des Ligapokals und vorzeitig der langersehnten Meisterschaft,[10] nach zwei Vize-Meistertiteln 2007[3] und 2009. Ergänzend wurde er zum Torschützen des Jahres und nochmals in das Team des Jahres in der Ligue 1 gewählt.

Wechsel nach Vorderasien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im August 2010 wechselte Mamadou Niang für rund acht Millionen Euro Ablöse in die Türkei zu Fenerbahçe Istanbul.[11][12] Bei Fenerbahçe SK hatte der Senegalese einen super Einstand in seinen ersten sechs Ligaspielen traf er siebenmal das Tor.[13] Am sechsten Spieltag der Saison 2010/11 gelang ihm ein Hattrick beim 6:2-Sieg gegen Kasımpaşa Istanbul.[14] Er absolvierte für die Gelb-Dunkelblauen 33 Pflichtspiele und erzielte 15 Tore.[15][16]

Am 6. September 2011 wechselte er für eine Ablösesumme in Höhe von 7,5 Millionen Euro zum katarischen Rekordmeister Al-Sadd Sport Club.[17] Zwei Monate später gewann Mamadou Niang mit seiner Mannschaft die asiatische Champions League, dabei gelangen ihm in vier Champions-League-Spielen zwei Tore.[18] Durch den Sieg der Champions League qualifizierte er sich mit Al-Sadd für die FIFA-Klub-Weltmeisterschaft 2011 und erreichten im Dezember 2011 den dritten Platz im Turnier.

Am 31. Januar 2013 gab Beşiktaş Istanbul offiziell bekannt, dass man sich den Senegalesen Niang bis zum Ende der Saison 2012/13 ausgeliehen hat.[15][19]

Rückkehr nach Frankreich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im August 2014 kehrte der 34-Jährige Niang nach Frankreich zurück und wechselte zum französischen Zweitligisten AC Arles-Avignon.[20] Er unterschrieb einen Zweijahresvertrag und soll seine Erfahrung als Fußballspieler der jungen Mannschaft aus Arles einbringen.[20] Sein Engagement endete bereits nach einem Jahr mit dem Abstieg am Saisonende der Spielzeit 2014/15. Niang bestritt insgesamt 18 Pflichtspiele, bestehend aus Liga-, Ligapokal- und Pokalspieleinsätzen, und erzielte drei Tore.

In der Nationalmannschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mamadou Niang ist Nationalspieler seines Heimatlandes Senegal. Sein Länderspieldebüt gab er mit 22 Jahren am 27. März 2002 beim Freundschaftsspiel in Dakar gegen Bolivien,[21] wo er auch seine Tor-Premiere in der 64. Minute feierte und die Löwen von Teranga zum 2:1-Sieg schoss.[22] Mit der Nationalmannschaft Senegals nahm er am Afrika-Cup 2004, 2006, 2008 und 2012 sowie der Qualifikationen für die Weltmeisterschaft 2006 und 2010 teil.

Erfolge und Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vereinsebene[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Französischer Ligapokal-Sieg 2010 mit Olympique Marseille
Asiatischer Champions League-Sieg 2011 mit Al-Sadd

Nationalmannschaftsebene[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Individuelle Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 3 × UNFP-Spieler des Monats der Ligue 1: Mai 2005, Dezember 2005, Dezember 2007[23]
  • 3 × Senegals Fußballer des Jahres: 2007,[3] 2009,[24] 2010[25]
  • 2 × Gewählt in das Team des Jahres der Ligue 1: 2008, 2010
  • 1 × Torschützenkönig der Ligue 1: 2010 (18 Tore in 32 Ligaspieleinsätzen)
  • 1 × Torschütze des Jahres der Ligue 1: 2009/10[26]
1 Mamadou Niang bestritt die erste Saisonhälfte für Al-Sadd SC, die zweite Saisonhälfte bestritt er auf Leihbasis für Beşiktaş JK.

Nach der Fußballspieler-Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach seinem Rücktritt von der aktiven Fußballspieler-Karriere und einer dreijährigen Pausierung vom Fußball-Business entschloss sich der 38-jährige Senegalese erneut ins Fußballgeschehen Aktiv zu werden als Co-Trainer kehrte er nach Marseille zurück. Aber unterschrieb gemeinsam mit seinem ehemaligen Mannschaftskollegen und Landsmann Souleymane Diawara aus OM-Zeiten im August 2018 beim französischen Viertligisten und Stadtrivalen Athlético Marseille, ehemals GS Consolat.[27][28][29] Nachdem Abgang des Sportdirektors Djamal Mohamed von Athlético Marseille wechselte Niang mit 39 Jahren im September 2019 vom Trainerstab in die sportliche Leitung und stieg somit zum Sportdirektor auf.[30]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Mamadou Niang – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Mamadou Niang (Basketballspieler) auf EuroBasket.com, abgerufen am 11. September 2019
  2. UEFA.com: OM träumt dank Brandão vom Titel – Perfekte Ergänzung vom 20. April 2009. Abgerufen am 11. September 2019.
  3. a b c d e f g h i j k Mamadou Niang – Erst nützlich, dann unverzichtbar. In: FIFA.com. Fédération Internationale de Football Association, 11. April 2008, abgerufen am 11. September 2019.
  4. Mamadou Niang in der Datenbank von UEFA.com. Abgerufen am 3. Mai 2019.
  5. UEFA.com: Strasbourg holt den Ligapokal – Strasbourgs Führung vom 1. Mai 2005
  6. UEFA.com: Ligue 1: Frau stand zwei Mal seinen Mann – Pleite für Marseille vom 10. April 2005
  7. UEFA.com: Niang verlängert bei Marseille vom 20. Februar 2008
  8. Mamadou Niang bis 2014 vom 21. August 2009 auf Transfermarkt.de
  9. Bericht (Coupe de la Ligue): AS Saint-Etienne 2:3 Olympique de Marseille (Achtelfinale – 13. Januar 2010) in der Datenbank von Ligue1.com (englisch), abgerufen am 3. Mai 2019
  10. UEFA.com: Partystimmung in Marseille vom 6. Mai 2010
  11. Fenerbahçe verpflichtet Niang. In: Fenerbahçe Spor Kulübü. 14. August 2010, archiviert vom Original am 4. März 2016; abgerufen am 11. September 2019.
  12. UEFA.com: Mamadou Niang wechselt zu Fenerbahçe vom 14. August 2010
  13. Spielstatistik: Mamadou Niang – Süper Lig – Saison 2010/11 auf Weltfussball.de
  14. Spielbericht: Kasımpaşa 2-6 Fenerbahçe (Spor Toto Super League – 27/09/2010) in der Datenbank der Türkiye Futbol Federasyonu (englisch). Abgerufen am 3. Mai 2019.
  15. a b Mamadou Niang in der Datenbank der Türkiye Futbol Federasyonu (englisch). Abgerufen am 3. Mai 2019.
  16. Mamadou Niang in der Datenbank von Mackolik.com (türkisch). Abgerufen am 11. September 2019.
  17. Offiziell: Mamadou Niang verlässt Fenerbahçe Richtung Katar vom 6. September 2011 auf Goal.com
  18. Spielstatistik: Mamadou Niang – AFC Champions League – Saison 2011 auf Weltfussball.de
  19. Beşiktaş JK vermeldet die Ausleihung von Mamadou Niang (englisch) vom 31. Januar 2013
  20. a b AC Arles-Avignon vermeldet die Verpflichtung von Mamadou Niang. AC Arles-Avignon, 30. August 2014, archiviert vom Original am 30. August 2014; abgerufen am 30. August 2014 (französisch).
  21. Player Profile: Mamadou Niang – Senegal, (Stand: Nations Cup 2012). In: MTNFootball.com. 2012, archiviert vom Original am 29. Januar 2013; abgerufen im April 2019 (englisch).
  22. 2002 International matches (January – March) auf RSSSF.com
  23. Palmarès - Le Trophée UNFP du meilleur joueur. Saison 2004/2005, Mai 2005 – 2005/2006, Dezember 2005 – 2007/2008, Dezember 2007. Union Nationale des Footballeurs Professionnels, abgerufen am 24. September 2019 (französisch).
  24. Senegal: Mamadou Niang and Aplha Oumar Sow voted players of the year. In: CAFOnline.com. Confédération Africaine de Football, 20. Dezember 2009, archiviert vom Original am 23. Dezember 2009; abgerufen am 11. September 2019 (englisch).
  25. Africa: Mamadou Niang Named Senegalese Player Of The Year (Englisch) vom 31. Dezember 2010 auf Goal.com
  26. UEFA.com: Mamadou Niang durfte sich zum Torschützen des Jahres beglückwünschen lassen vom 9. Mai 2010. Abgerufen am 11. September 2019.
  27. Athlético Marseille vermeldet die Verpflichtungen von Mamadou Niang und Souleymane Diawara (französisch) vom 14. August 2018
  28. Athlético Marseille – Staff Technique (französisch), abgerufen am 25. August 2018
  29. GS Consolat wird Athlético Marseille (französisch) vom 31. Mai 2018
  30. Athlético Marseille ernennt Mamadou Niang zum neuen Sportdirektor (französisch) vom 20. September 2019