Mammern

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Mammern
Wappen von Mammern
Staat: Schweiz
Kanton: Thurgau (TG)
Bezirk: Frauenfeldw
BFS-Nr.: 4826i1f3f4
Postleitzahl: 8265
Koordinaten: 710993 / 27825647.6455558.915825400Koordinaten: 47° 38′ 44″ N, 8° 54′ 57″ O; CH1903: 710993 / 278256
Höhe: 400 m ü. M.
Fläche: 5.5 km²
Einwohner: 614 (31. Dezember 2013)[1]
Einwohnerdichte: 112 Einw. pro km²
Website: www.mammern.ch
Karte
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Mammern ist eine politische Gemeinde im Bezirk Frauenfeld des Kantons Thurgau in der Schweiz und liegt am Südufer des Untersees (deutsche Grenze). Durch Mammern führt die Seelinie.

Geschichte[Bearbeiten]

Mammern war schon in der Jungsteinzeit besiedelt, es fanden sich prähistorische Pfahlbauten im Gewann „Langhorn“ [2], an der Mündung des Rheins in den Untersee. Die Fundstelle ist seit 2011 Bestandteil des UNESCO-Weltkulturerbes Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen. Des Weiteren finden sich Siedlungsspuren der Kelten.

Erstmals urkundlich erwähnt als Manburon im Jahre 909. 1319 erhielten die Herren von Kastell bei Tägerwilen die Herrschaft Mammern vom Kloster St. Gallen zu Lehen. Sie waren gleichzeitig die Besitzer der Neuburg, oberhalb des Dorfes. In den zwanziger Jahren des 17. Jahrhunderts bauten die damaligen Lehnsherrn, die Brüder Johann Peter (Landammann in Uri) und Karl Emmanuel von Roll (Landvogt im Thurgau) das Neue Schloss, welches 1687 in den Besitz des Klosters Rheinau (ZH) überging. 1667 hatte der thurgauische Landschreiber Wolf Rudolf Reding die Herrschaft Mammern noch für 20 Jahre in Pacht, verkaufte seine Rechte jedoch - da unrentabel - an das Stift Rheinau. Die klösterlichen Verwaltungsakten der Herrschaft Mammern liegen heute im Nachlass des Klosters Rheinau (Staatsarchiv Zürich), im Pfarreiarchiv Mammern und Abschriften im Klosterarchiv Einsiedeln. Nachdem die Abtei Rheinau 1799 durch die Folgen der Französischen Revolution aufgehoben wurde, folgte eine Periode des Besitzerwechsels der ehemals klösterlichen Pachtbetriebe. Endlich kaufte 1866 Dr. Freuler das Schloss und richtete darin eine Privatklinik ein, deren Nachfolgeinstitution noch heute besteht.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Die 1750 eingeweihte barocke Schlosskapelle, die vom Vorarlberger Architekten Johann Michael Beer (1696–1780) entworfen wurde. Das Innere wurde hauptsächlich durch den Kemptener Maler Franz Ludwig Herrmann (1723–1791) gestaltet.
  • Die Wallfahrtskapelle Sieben Schmerzen Mariä in Klingenzell.
  • Die Ruinen der Neuburg, der einstmals grössten Burg am Untersee.

Literatur[Bearbeiten]

  • Alfons Raimann, Peter Erni: Die Kunstdenkmäler des Kantons Thurgau, Thurgau VI. Der Bezirk Steckborn. (Kunstdenkmäler der Schweiz Band 98). Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 200, ISBN 3-906131-02-5.
  • Emil Stauber. Geschichte der Herrschaften und der Gemeinde Mammern, Frauenfeld 1934

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • August Bach (Pädagoge) Schweizer Lehrer und Erzieher (1869–1950)
  • Hans Walter von Roll (Adelsgeschlecht) Herr zu Bernau, Neuenburg und Mammern, Ritter St.Stephan (1579-1639)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Mammern – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach institutionellen Gliederungen, Geschlecht, Staatsangehörigkeit und Alter (Ständige Wohnbevölkerung)
  2. Quelle: Vorarlberger Landesmuseum Bregenz, in: Aufgelistet! Funde von Pfahlbauten am Untersee In: Südkurier vom 9. September 2011