Mamming

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Mamming
Mamming
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Mamming hervorgehoben
Koordinaten: 48° 39′ N, 12° 36′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Niederbayern
Landkreis: Dingolfing-Landau
Verwaltungs­gemeinschaft: Mamming
Höhe: 368 m ü. NHN
Fläche: 41,48 km2
Einwohner: 3109 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 75 Einwohner je km2
Postleitzahl: 94437
Vorwahl: 09955
Kfz-Kennzeichen: DGF, LAN
Gemeindeschlüssel: 09 2 79 125
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstr. 15
94437 Mamming
Webpräsenz: www.mamming.de
Bürgermeister: Georg Eberl (CSU)
Lage der Gemeinde Mamming im Landkreis Dingolfing-Landau
Karte
Die Pfarrkirche St. Margareta

Mamming ist eine Gemeinde im niederbayerischen Landkreis Dingolfing-Landau und der Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Mamming.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mamming liegt in der Region zwischen Landshut und Deggendorf.

Es existieren folgende 22 Ortsteile: Adlkofen, Attenberg, Bachhausen, Benkhausen, Berg, Bubach, Dittenkofen, Graflkofen, Heilberskofen, Hirnkofen, Hof, Kuttenkofen, Mamming, Mammingerschwaigen, Pilberskofen, Rosenau, Ruhsam, Schellmühl, Scheiderberg, Seemannskirchen, Stockpoint, Vollnbach.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zur Gemeindegründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gründung des Ortes Mamming gehört zu den Siedlungen der Frühzeit, zur langen Reihe der „Ing-Orte“ am rechten Isarufer. Diese Ortsnamen mit der Endung „-ing“ deuten auf eine Gründung im 5./6. Jahrhundert hin. Neben die Ing-Orte traten im 8. Jahrhundert die vielen -haus und -ham, die -hofen und -kofen-Orte, gerade auch um Mamming auf, die das neue Siedlungsgebiet ausbauten. Auch diese Orte gehören in die urkundenlose Frühzeit.

Die erste Erwähnung findet sich im Jahr 1011, als Kaiser Heinrich II. seine Kammergüter in "Mammingun" dem durch ihn neu gegründeten Bistum Bamberg schenkte. Mamming gehörte später zum Rentamt Landshut und zum Landgericht Dingolfing des Kurfürstentums Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

19. und 20. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Eröffnung der Bahnstrecke Mühldorf–Pilsting(–Plattling) erhielt Mamming zum 15. Oktober 1875 Anschluss an das Eisenbahnnetz. Im Ortsteil Mammingerschwaigen wurde zudem 1880 eine Station an der Bahnstrecke Landshut–Plattling errichtet. Während der Mamminger Bahnhof mit der Stilllegung der Strecke 1969 aufgegeben wurde, besteht die Station Schwaigen nach wie vor, wird allerdings nicht im Reiseverkehr genutzt.

Im April 1945 wurde der Isarübergang bei Mamming durch SS-Truppen gegen die vorrückenden Amerikaner verteidigt. Es entwickelte sich daraus ein eintägiges Gefecht, in dessen Verlauf etliche Ortsbewohner und der Dorfpfarrer ihr Leben verloren. Durch Artilleriebeschuss wurden die spätgotische Pfarrkirche, die Isarbrücke und vierzig Anwesen vernichtet.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Rahmen der Gebietsreform am 1. Januar 1972 wurde die Gemeinde Bubach (mit den Orten Bubach, Berg, Dittenkofen, Ruhsam, Attenberg, Schneiderberg, Adlkofen, Kuttenkofen, Vollnbach, Hirnkofen und Graflkofen) eingegliedert.[2]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1961: 2112 Einwohner
  • 1970: 2182 Einwohner
  • 1987: 2309 Einwohner
  • 1991: 2430 Einwohner
  • 1995: 2654 Einwohner
  • 2000: 2794 Einwohner
  • 2005: 3067 Einwohner
  • 2010: 2891 Einwohner
  • 2015: 3109 Einwohner

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1. Bürgermeister ist Georg Eberl (CSU).

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der für die Jahre 2014 bis 2020 gewählte Gemeinderat hat 15 Mitglieder:

8 Mitglieder der CSU
3 Mitglieder der FWG/BP
2 Mitglieder der SPD
2 Mitglieder der UWG

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wappenbeschreibung lautet: Durch einen Dreiberg geteilt von Silber und Schwarz; oben eine eingeschweifte, gestürzte rote Spitze, unten eine silberne Rose.

Das bedeutende Regensburger Ratsherrengeschlecht der „Mämminger“ stammte aus Mamming. Ihr Familienwappen, die Rose, ist heute Bestandteil des Mamminger Gemeindewappens. Die Mämminger selbst nannten sich häufig „Memminger“ oder „von Memmingen“, um anstelle der Abkunft aus dem niederbayerischen Dorf eine Abstammung aus der bedeutenden Reichsstadt Memmingen vorzutäuschen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Pfarrkirche St. Margareta, die mit ihrem 55 Meter hohen Turm das Ortsbild von Mamming prägt, ist der Nachfolgebau einer im Zweiten Weltkrieg zerstörten spätgotischen Kirche. Sie wurde in den Jahren 1947 bis 1949 nach den Plänen von Friedrich Ferdinand Haindl erbaut sowie von Josef Henselmann und seinen Schülern ausgestattet.

Naturdenkmäler und Geotope[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Schwemmfächer Rosenau, postglazialer Donau-/Main-Schotter (Holozän), Geotopnummer 279R006, ein zirka 150 m langes und 100 m breites Areal rund 2 km nordwestlich vom Ortskern Mamming.
  • Quelle bei Schellmühle, Schichtquelle, Geotopnummer 279Q001, Areal zugänglich, geschütztes Naturdenkmal.
  • Mamminger Bach Tal, asymmetrisches Sohlental, Geotopnummer 279R002, ein zirka 1500 m langes und 400 m breites Areal südwestlich vom Ortskern Mamming.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gab 1998 nach der amtlichen Statistik im Bereich im produzierenden Gewerbe 301 und im Bereich Handel und Verkehr 56 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 86 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 1040. Im verarbeitenden Gewerbe gab es zwei, im Bauhauptgewerbe fünf Betriebe.

Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gab 1998 nach der amtlichen Statistik im Bereich der Land- und Forstwirtschaft elf sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. Zudem bestanden im Jahr 1999 102 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 2461 ha, davon waren 2250 ha Ackerfläche und 210 ha Dauergrünfläche.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bahnhof Mamming lag an der Bahnstrecke Mühldorf–Pilsting, welche mittlerweile in diesem Abschnitt stillgelegt ist.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1999 gab es folgende lokale Einrichtungen:

  • Kindergärten: 69 Kindergartenplätze mit 89 Kindern
  • Volksschulen: eine mit 28 Lehrern und 407 Schülern

Söhne und Töchter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7. Seite 447

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Mamming – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien