Man-Eater – Der Menschenfresser

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Filmdaten
Deutscher Titel Man Eater – Der Menschenfresser
Originaltitel Antropophagus
Produktionsland Italien
Originalsprache Italienisch, Deutsch
Erscheinungsjahr 1980
Länge 87 Minuten
Altersfreigabe FSK 16[1]
Stab
Regie Joe D’Amato
Drehbuch George Eastman
Joe D’Amato
Produktion Oscar Santaniello
George Eastman
Joe D’Amato
Musik Marcello Giombini
Kamera Enrico Biribicchi
Schnitt Ornella Micheli
Besetzung

Man Eater – Der Menschenfresser (auch Man-Eater oder Menschenfresser, Originaltitel Antropophagus) ist ein italienischer Horrorfilm aus dem Jahr 1980 von Joe D’Amato.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Pärchen macht Urlaub an einem Strand. Beide werden grausam getötet.

Eine Gruppe junger Leute, unter ihnen eine spiritistisch begabte Person, fahren auf einem Boot in der Ägäis. Sie machen auf einer kleinen Insel fest, die bei einer Erkundungstour menschenleer erscheint. Auf einem großen Gehöft treffen sie auf ein blindes Mädchen. Dieses erzählt von einem unheimlichen Wesen, das hier lebe und für schreckliche Tode verantwortlich sei. Derweil schlägt dieses Wesen – der Man-Eater – zu und tötet die beiden auf dem Boot verbliebenen Personen. Dann löst es die Ankerkette, sodass die Übrigen gezwungen sind, auf der Insel zu bleiben; es wird langsam klar, dass es sich bei dem Wesen um einen schiffbrüchig gewordenen Mann handelt, der seine Frau und sein Kind verspeisen musste, um selbst zu überleben. Seitdem folgt er seinen kannibalistischen Trieben. Am Ende überlebt von der Gruppe nur Julie, während der Man-Eater verletzt seine eigenen Eingeweide isst.

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Kannibalismus-Orgie billigster Machart.“

Lexikon des internationalen Films[2]

Hintergrund und Produktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Dreharbeiten für den Film begannen im April 1980. Diese dauerten den Angaben des Regisseurs zufolge ungefähr einen Monat. Produktionsfirma für den Film war hierbei P.C.M. International - Filmirage, die von Aristide Massaccesi und Donatella Donati gegründet wurde.

Gedreht wurde auf Kodak 16 mm Film, der später auf das 35 mm Kinoformat „aufgeblasen“ wurde.

Drehorte für den Film waren Athen, Rom (dort unter anderem in der 1907 erbauten Villa des Conservatorio di San Eufemia, in dem die Fondazione Arts Academy bzw. die Accademia Internazionale di Musica ihren Sitz hat), in den Ruinen von Canale Monterano, in der Altstadt des Ferienortes Sperlonga, in den Katakomben Santa Savinilla in Nepi, sowie den Orten Sutri und Sacrofano.[3]

Der Film erfuhr seine Kinopremiere in Italien am 9. August 1980. Der Film war jedoch in Italien ein Riesenflop (der Film lief Aussagen von Hauptdarsteller Luigi Montefiori zufolge nur zwei Tage in den Kinos).

Regie führte Massaccesi unter dem Pseudonym Joe D’Amato. Massaccesi betrachtete den mit geringem Budget produzierten Film als seinen erfolglosesten Horrorfilm, da sein Versuch, Spannung aufzubauen, gescheitert sei; er verstehe sich mehr auf Gore.[4]

D'Amatos 1981 entstandener Film Absurd oder auch Ausgeburt der Hölle (im Original Rosso Sangue) wurde international als Antropophagus 2 vermarktet, obwohl er inhaltlich mit Antropophagus nichts zu tun hat. Das Drehbuch schrieb ebenfalls Luigi Montefiori.

Im Anschluss darauf konzentrierte sich D’Amato wieder vermehrt auf das Drehen von Erotikfilmen und zog sich vom Horrorgenre bis Anfang der 1990er Jahre zurück. Darüber hinaus drehte Andreas Schnaas 1999 ein Remake namens Anthropophagous 2000.

Man-Eater war seit seinem Erscheinen in Deutschland das Ziel von zahlreichen Zensurmaßnahmen. Der Indizierungsbeschluss der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften sorgte für Furore, da die Prüfer eine Anzeige wegen Körperverletzung nicht ausschlossen. Der Konsum des Films habe zu Brechreiz und körperlichen Beschwerden geführt, so der Indizierungsbericht vom 23. Februar 1982. Der Film ist wegen Gewaltverherrlichung bundesweit beschlagnahmt.[5] Darüber hinaus kam noch eine um rund fünf Minuten gekürzte Fassung auf den deutschen Markt, die eine Altersfreigabe ab 16 Jahren erhielt.

Die berüchtigtste Szene, das Verspeisen eines Embryos, wurde nach Angaben des Regisseurs mit einem gehäuteten Hasen realisiert. Diese Sequenz war in der deutschen Kino- und Super-8-Fassung noch enthalten, wurde aber in der Videoversion stark gekürzt. In den auf dem grauen Markt mittlerweile erhältlichen deutschsprachigen Uncut-DVD-Fassungen ist sie wieder integriert.

Zwei Szenen wurden jedoch schon im Vorfeld während des Schnittes entfernt. Darunter eine Szene in der der Man-Eater den Charakter, der von Zora Kerova gespielt wird, die Kehle mit einem Messer durchtrennt und diese dann tot zwischen halbverwesten Leichen zusammenbricht. Diese Szene wurde aufgrund von technischen Problemen mit den Spezialeffekten entfernt, und stattdessen eine gedrehte Alternativszene in den Film integriert.[6]

Das Kinoplakat, auf dem der Menschenfresser beim Verspeisen seiner eigenen Gedärme zu sehen ist, wurde kurz nach Erscheinen von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften indiziert (Indizierung 10. September 1981). Der damalige Verleih Eurovideo verwendete das Kinoplakat als Cover für die Erstveröffentlichung auf VHS.

Oben genanntes Kinoplakat wurde im August 2006 wieder von der Indizierungsliste gestrichen.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Freigabebescheinigung für Man-Eater – Der Menschenfresser. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft, August 2005 (PDF; Prüf­nummer: 52 002 DVD).
  2. Man-Eater – Der Menschenfresser im Lexikon des internationalen Films
  3. Inoffizielle ANTROPOPHAGUS Fanpage
  4. Interview in Palmerini & Mistretta: Spaghetti Nightmares, Fantasma Books 1996, 78
  5. Beschlagnahmebeschluss u. A. des AG Tiergarten vom 26. April 2002, Az.: 351 Gs 1749/02
  6. Manlio Gomarasca & Davide Pulici Nocturno Dossier Nummer 78. Joe D’Amato. Guida al cinema estremo e dell’orrore Mailand, Nocturno Cinema, Januar 2009. Seite 38