Manali-Leh-Highway

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Der Tanglang La
Stau am Weg zum Rohtang La

Der Manali-Leh-Highway (auch Leh-Manali-Highway) ist ein 477 Kilometer langer Verkehrsweg in Indien, der die Städte Leh (34° 9′ 52″ N, 77° 35′ 5″ O)°, in der Region Ladakh im Bundesstaat Jammu und Kashmir und Manali (32° 14′ 44″ N, 77° 11′ 14″ O) im Bundesstaat Himachal Pradesh verbindet. Die Straße ist für die indischen Streitkräfte von strategischer Bedeutung, da sie die einzige Alternativroute zur Verbindung Srinagar–Leh (National Highway 1D) ist und im Gegensatz zu dieser weitab der pakistanischen Grenze verläuft. Der Highway ist in vielen Teilen nur einstreifig ausgebaut und nur zwischen Juni und Mitte September geöffnet.

Verlauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf seiner Route durch die zwei Bundesstaaten Himachal Pradesh und Jammu und Kaschmir führt der Manali-Leh-Highway von Manali im Kullu-Tal in die Region Lahaul und Spiti und nach Ladakh. Der wichtigste durchfahrene Ort ist Keylong (32° 34′ 17″ N, 77° 1′ 59″ O). Wichtige Zwischenstopps sind auch Sarchu (32° 54′ 24″ N, 77° 34′ 58″ O) und Pang (33° 7′ 44″ N, 77° 47′ 10″ O). Die Straße führt an der Grenze zur Region Zanskar vorbei. Ab Upshi (33° 49′ 49″ N, 77° 48′ 50″ O) bis Leh verläuft die Straße im Industal. Dieser Abschnitt ist vollständig zweistreifig ausgebaut und ist die Fortführung des National Highways 1D.

Bekannt ist der „Highway“ dafür, dass er über mehrere der höchsten befahrbaren Bergpässe der Welt führt, darunter der Rohtang La (3.978 m, 32° 21′ 55″ N, 77° 14′ 31″ O), der Baralacha La (4.892 m, 32° 45′ 27″ N, 77° 24′ 52″ O), der Lachulung La (5.059 m , 33° 6′ 14″ N, 77° 37′ 46″ O) und der Tanglang La (5.325 m , 33° 30′ 29″ N, 77° 46′ 15″ O) im Himalaya. Letzterer ist der zweithöchste mit Kraftfahrzeugen befahrbare Pass der Erde.

Der Gebirgszug, auf dem der erste Pass, der Rohtang La, liegt, wirkt als Klimascheide. Auf der Seite Richtung Manali fällt erheblich mehr Niederschlag als auf der Seite Richtung Keylong. Deshalb ist der Rohtang La auf der Gesamtstrecke der Pass mit dem meisten Schnee und damit ausschlaggebend für die Sperrung der Straße.

Betrieb und Ausbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wenn die Border Roads Organisation die Straße vom Schnee befreit und die Winterschäden beseitigt hat, gibt sie die Straße frei. Danach wird während der gesamten Zeit der Öffnung an der Straße gearbeitet, um sie auszubauen, die dünne Bitumendecke auszubessern und Schäden durch Erdrutsche zu beheben. Vor allem am Rohtang La, aber auch in anderen Streckenabschnitten, wird sie auf zwei Spuren ausgebaut. Zusätzlich wird seit Frühjahr 2010 ein 8,8 Kilometer langer hufeisenförmiger Tunnel unter dem Rohtang La hindurch gebaut. Die Fertigstellung war für Ende 2015 geplant.[1] 2015 wurde die der Tunnel für 2017 avisiert.[2] Damit wäre die Region Lahaul und Spiti im Winter nicht mehr von Außenwelt abgeschnitten.

Der Manali-Leh-Highway soll nach Abschluss der laufenden Bauarbeiten 2012 Teil des National Highway 21 werden.

Die konkrete Durchführung der Wartungs- und Ausbauarbeiten unterliegt innerhalb Border Roads Organisation so genannten Projekten. Für den Abschnitt des Highways in Himachal Pradesh von Manali bis Sarchu ist das Projekt Deepak zuständig[3], für den Abschnitt Sarchu bis Leh in Jammu und Kaschmir das Projekt Himank[4].

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unfall eines überladenen LKW

Es gibt einen regulären Busverkehr auf der Straße. Der erforderliche Zwischenstopp ist zumeist in Jispa ( 32° 38′ 28″ N, 77° 11′ 25″ O) oder Keylong.

Güter werden hauptsächlich in Richtung Leh transportiert.

Immer wieder kommt es vor allem durch schwer beladene Lkw zu Unfällen, die dann auch oft die Straße blockieren. Aber auch Erdrutsche können für Stunden oder gar Tage die Straße unpassierbar machen.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der österreichische Langstreckenradfahrer Jacob Zurl bewältigte die Strecke im August 2014 in der Rekordzeit von 38 Stunden und 40 Minuten und beendete sein Unterfangen am Khardung La (5360 m). Als besondere Herausforderungen erwiesen sich die durchschnittliche Seehöhe von 4000 m und die damit verbundene geringe Sauerstoffsättigung sowie Staus, die das Vorankommen des Versorgungsfahrzeugs erschwerten.[5][6]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Leh–Manali Highway – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Strabag erschließt Indien als neuen strategischen Markt. Strabag-Pressemitteilung vom 14. Oktober 2009 auf aktien-portal.at, abgerufen am 24. Mai 2016.
  2. http://www.tribuneindia.com/news/himachal/rohtang-tunnel-work-to-be-completed-by-2017-experts/70478.html
  3. Deepak Webseite (Memento vom 19. Juni 2009 im Internet Archive)
  4. Himank. (Memento vom 10. März 2012 im Internet Archive) Border Roads Organisation, abgerufen am 24. Mai 2016.
  5. The High Road. HENX Film und Video GesbR, abgerufen am 6. April 2016.
  6. The High Road – Nonstop Across the Himalayas. Dokufilm, HENX 2015, Regie/Schnitt/Buch: Nils Kaltschmidt & Vincent Seidl, am 26. März 2016 in ORF SPORT + ausgestrahlt (Trailer).