Mandschurei-Krise

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Mandschurei-Krise
Japanische Karte des Mandschukuo-Staats
Japanische Karte des Mandschukuo-Staats
Datum 18. September 1931 – Februar 1932
Ort Mandschurei, Republik China
Ausgang Japanischer Sieg
Territoriale Änderungen die gesamte Mandschurei wird von Japan besetzt
Konfliktparteien
Befehlshaber

Zhang Xueliang, Ma Zhanshan, Feng Zhanhai, Ding Chao

Honjō Shigeru, Tamon Jirō, Hayashi Senjūrō

Truppenstärke
160.000 Soldaten 30.000 bis 60.450 Soldaten
Verluste

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Die Mandschurei-Krise von 1931 bezeichnet eine Krise zwischen Japan und der Republik China vor dem Zweiten Japanisch-Chinesischen Krieg. Japan besetzte infolge der Krise die Mandschurei und errichtete den Marionettenstaat Mandschukuo, um die rohstoffreiche Region auszubeuten.

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Japan hatte nach dem Ersten Japanisch-Chinesischen Krieg Korea als Einflussbereich gewonnen und interessierte sich für die Rohstoffvorkommen der Mandschurei. Bis zum Jahr 1900 besetzte Russland die Mandschurei. Die Spannungen zwischen dem Russischen Reich und Japan wurden zunehmend größer, und mündeten 1904 in den sogenannten Russisch-Japanischen Krieg. Japan konnte den Krieg für sich entscheiden und Russland musste die Mandschurei räumen, die wieder an China zurückgegeben wurde.

In der Folge gelang es Japan, seinen Einfluss zu vergrößern und die Südmandschurische Eisenbahn zu bauen. Die Bahnlinie diente zum Transport von Rohstoffen aus der Mandschurei in das 1910 annektierte Korea, von wo sie nach Japan verschifft wurden. Die Eisenbahn wurde von der Kwantung-Armee gesichert. Ab 1926 versuchte die Sowjetunion ihren Einfluss auf China auszuweiten und löste 1929 mit dem Einmarsch der Roten Armee in der Mandschurei den Sowjetisch-chinesischen Grenzkrieg aus. Dieser Konflikt endete mit einer chinesischen Niederlage und hinterließ in der Mandschurei ein Machtvakuum.[1] Japanische Militärs nutzten die Gelegenheit und sahen im Zuge der Weltwirtschaftskrise die Lösung der wirtschaftlichen Schwierigkeiten in einer Expansion in Richtung Mandschurei.

Verlauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Soldaten der japanischen 2. Division ziehen am 19. November 1931 in Mukden ein.

Am 18. September 1931 wurde bei der Stadt Mukden ein Sprengstoffanschlag auf die Südmandschurische Eisenbahn verübt. Dieser Vorfall erhielt die Bezeichnung Mukden-Zwischenfall. Es gilt als gesichert, dass dieser Vorfall von der Kwantung-Armee inszeniert wurde.

Die Kwantung-Armee griff sofort die nahegelegene chinesische Garnison an. Das Vorgehen der Armee war angeblich nicht von der japanischen Regierung geplant worden. Da China sich zu diesem Zeitpunkt bereits im chinesischen Bürgerkrieg befand und militärisch schwach war, konnten die Japaner die Mandschurei bis Anfang 1932 einnehmen.

Zur Verwaltung der Mandschurei wurde der Marionettenstaat Mandschukuo eingerichtet und an dessen Spitze Puyi, der ehemalige Kaiser von China, gesetzt.

Folgen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Völkerbund protestierte vergeblich gegen das Vorgehen Japans. Die USA erklärten das Vorgehen in der Hoover-Stimson-Doktrin für ungerechtfertigt. Der Staat Mandschukuo wurde nur von wenigen Staaten anerkannt.

Als Japan seine Einflusssphäre weiter in Richtung Norden ausdehnen wollte, kam es 1938/39 zum Japanisch-Sowjetischen Grenzkonflikt.

Während der nächsten Jahre kam es zu weiteren Gefechten zwischen japanischen und chinesischen Truppen, bis sich am 7. Juli 1937 der Zwischenfall an der Marco-Polo-Brücke ereignete, der Anlass zum Zweiten Japanisch-Chinesischen Krieg wurde.

Die Mandschurei wurde gegen Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 von der Sowjetunion in der Operation Auguststurm erobert und 1946 an China zurückgegeben.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Mandschurei-Krise – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Felix Patrikeeff: Russian Politics in Exile. The Northeast Asian. Balance of Power 1924–1931. Palgrave Macmillan UK, 2002, S. 52 f.
  2. beschreibt, wie vor allem Frankreich (Kap. 1), die Sowjetunion (Kap. 2), Großbritannien (4) und die USA (5) Militärhilfe leisteten und Interessenpolitik betrieben.