Manfred Hermann Schmid

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Manfred Hermann Schmid (* 10. August 1947 in Ottobeuren; † 5. Oktober 2021[1]) war ein deutscher Musikwissenschaftler und Mozartexperte.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In eine musikalische Familie hineingeboren (bereits der Vater Ernst Fritz Schmid war Ordinarius für Musikwissenschaft und der Urgroßvater Emil Kauffmann Universitätsmusikdirektor an der Universität Tübingen), entschied sich Schmid nach dem Abitur zunächst für ein Violinstudium am Leopold-Mozart-Konservatorium in Augsburg bei Rudolf Koeckert, bevor er ein Studium der Musikwissenschaft, Philosophie und Kunstgeschichte an den Universitäten Salzburg, Freiburg und München absolvierte. Er studierte Musikwissenschaft u. a. bei Gerhard Croll, Hans Heinrich Eggebrecht und Thrasybulos Georgiades, dessen letzter Doktorand Schmid war. 1975 wurde Schmid mit einer Schrift über "Mozart und die Salzburger Tradition" zum Dr. phil. promoviert.

Seine Habilitation erfolgte im Jahr 1980 zu dem Thema "Musik als Abbild. Studien zum Werk von Weber, Schumann und Wagner". Schmid nahm diverse Lehraufträge an den Universitäten München und Bayreuth, den Musikhochschulen in München und Augsburg sowie eine Tätigkeit als Leiter des Münchner Musikinstrumentenmuseums wahr. 1986 wurde Schmid als Nachfolger von Georg von Dadelsen zum Ordinarius für Musikwissenschaft an der Universität Tübingen berufen. 1992/93 war er Gastprofessor an der Universität Salzburg. Zu seinem 60. Geburtstag im Jahr 2007 fand in Tübingen ein Symposium mit dem Titel "Mozart im Zentrum" statt. Ab Oktober 2012 befand sich Schmid im Ruhestand. Regelmäßig hatte er aber Lehraufträge an den Universitäten München und Wien. Ab 2010 war er Vorsitzender der Akademie für Mozart-Forschung bei der Stiftung Mozarteum Salzburg.

Schmid war ein international anerkannter Mozartexperte, in seinen Arbeiten widmete er sich jedoch der gesamten europäischen Musiktradition von der Antike bis in die Gegenwart. Deutliche Schwerpunkte lagen dabei auf der Musik der Wiener Klassiker, der deutschen Romantik und der Musik der Renaissance. Weitere Interessengebiete Schmids waren neben der allgemeinen Musikgeschichte v. a. die Musikinstrumentenkunde, die Notationskunde und die Musikethnologie.

Schmid war Herausgeber der Mozart Studien (ISSN 0942-5217, bis 2013, 22. Band bei Schneider, Tutzing, seit 2015 bei Hollitzer Verlag, Wien) und bis 2013 der Tübinger Beiträge zur Musikwissenschaft.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gedenkseite von Manfred Hermann Schmid. In: SZ Gedenken. 8. Oktober 2021, abgerufen am 9. Oktober 2021.