Manfred Messerschmidt

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Manfred Messerschmidt (* 1. Oktober 1926 in Dortmund) ist ein deutscher Militärhistoriker und Jurist. Er ist Autor von Standardwerken zur Militärgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts, hier insbesondere des Nationalsozialismus. Messerschmidt gilt als einer der bedeutendsten Militärhistoriker Deutschlands nach 1945 und als Begründer der kritischen Militärgeschichte in Deutschland.

Leben[Bearbeiten]

Messerschmidt war vom Mai 1944 bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges Flakhelfer bei der Pioniertruppe. In der Bundesrepublik begann er ein Studium an der Universität in Münster und wechselte vier Semester später an die Universität Freiburg im Breisgau. Nach dem Abschluss promovierte er 1954 bei Gerhard Ritter mit einer Arbeit über „Die Wandlungen des Deutschlandbildes in der englischen Geschichte“ zum Dr. phil. 1959 absolvierte er das erste, 1962 das zweite juristische Staatsexamen.

Seit 1962 ist Messerschmidt als Historiker tätig. Von 1970 bis 1988 war er Leitender Historiker am Militärgeschichtlichen Forschungsamt in Freiburg im Breisgau. Er war darüber hinaus von 1973 bis 1988 Präsident der „Commission d’Histoire du droit militaire, Société Internationale de Droit Pénal Militaire et de Droit de la Guerre“ (Internationale Gesellschaft für Wehrrecht und Kriegsvölkerrecht) sowie Generalsekretär des „Comité d’Histoire de la Deuxième Guerre Mondiale“ (Deutsches Komitee für die Geschichte des Zweiten Weltkriegs). Von 1987 bis 1988 war er Mitglied der „Waldheim-Kommission“, wo seine Forschungen wesentlich zur Aufklärung der Waldheim-Affäre um den ehemaligen UN-Generalsekretär und späteren österreichischen Bundespräsidenten Kurt Waldheim beitrugen.

Messerschmidt ist außerdem Mitglied des Beirats für die Gedenkstätte des KZ Buchenwald und stellvertretender Vorsitzender der Stiftung Deutsches Holocaust-Museum.

Publikationen (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Die Wehrmacht im NS-Staat. Zeit der Indoktrination ( = Truppe und Verwaltung Bd. 16.) v. Decker, Hamburg 1969.
  • Militärgeschichte. Probleme, Thesen, Wege. Im Auftrag des Militärgeschichtlichen Forschungsamtes aus Anlass seines 25jährigen Bestehens ausgewählt und zusammengestellt von Manfred Messerschmidt. DVA, Stuttgart 1982, ISBN 3-421-06122-X.
  • (mit Fritz Wüllner) Die Wehrmachtjustiz im Dienste des Nationalsozialismus. Zerstörung einer Legende. Nomos, Baden-Baden 1987, ISBN 3-7890-1466-4.
  • Militärgeschichtliche Aspekte der Entwicklung des deutschen Nationalstaates. Droste, Düsseldorf 1988, ISBN 3-7700-0775-1.
  • Was damals Recht war… NS-Militär und Strafjustiz im Vernichtungskrieg. Klartext, Essen 1996, ISBN 3-88474-487-9.
  • Die Wehrmachtjustiz 1933-1945. Schöningh, Paderborn u.a. 2005, ISBN 3-506-71349-3. (Rezension von Magnus Koch, In: H-Soz-u-Kult, 9. Januar 2006)
  • Militarismus, Vernichtungskrieg, Geschichtspolitik zur deutschen Militär- und Rechtsgeschichte. Schöningh, Paderborn u.a. 2006, ISBN 3-506-75658-3.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]