Manfred Welzel

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Manfred Welzel (* 18. Oktober 1926 in Berlin; † 29. Januar 2018 in Stuttgart) war ein deutscher Bildhauer der klassischen europäischen Bildhauer-Tradition hellenistischer Prägung.[1] Zu seinem Werk gehören Plastiken, Reliefs sowie Skulpturen aus Bronze, Stein und Marmor. Seine bevorzugte Kunstrichtung waren Realismus und Surrealismus.

Biografisches[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Manfred Welzel wurde in Berlin geboren. Bereits als Schüler fiel sein bildnerisches Talent auf. Nach seiner Schulzeit, die bis 1941 dauerte, begann er eine Bildhauerausbildung bei Arno Breker.[2] 1943 wurde er zum Arbeitsdienst und anschließend zum Militär einberufen. 1944 geriet er in der Normandie in amerikanische Kriegsgefangenschaft. In dieser Zeit zeichnete Welzel vor allem Porträts. 1947 kehrte er nach Berlin zurück und begann ein Bildhauerstudium an der Akademie der Künste bei Alexander Gonda, das er 1952 erfolgreich abschloss.

Es folgten Studienreisen nach Italien, Griechenland und Kreta. 1954 erhielt Welzel den Georg-Kolbe-Preis der Stadt Berlin. Im gleichen Jahr übersiedelte er nach Stuttgart. Dort besuchte er das Lehrerseminar der Freien Waldorfschulen. Von 1955 bis 1969 war er als Lehrer für Plastizieren, Schnitzen und Zeichnen an der Waldorfschule Stuttgart tätig. Seit 1969 arbeitete Manfred Welzel als freischaffender Bildhauer. Seither sind seine Arbeiten in vielen nationalen und internationalen Ausstellungen zu sehen gewesen. Daneben wirkte der Künstler als Dozent in Seminaren an verschiedenen Bildungseinrichtungen. Manfred Welzel war verheiratet und lebte mit seiner Frau Annemarie Welzel in Stuttgart.[3][4]

Werk und Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Manfred Welzels Schaffen beruht auf zwei polaren Ebenen: Die gegenständlichen Formen in seinen Menschen- und Tierskulpturen und die nichtgegenständlichen Plastiken. Beide Pole hängen jedoch miteinander zusammen und ergänzen sich. Denn die in seiner späteren Schaffensperiode entstandenen freien Formen werden schon in seinem frühen gegenständlichen Werk sichtbar. Eine Figur kann zum Beispiel in seiner Gegenständlichkeit keimhaft eine abstrakte Form offenbar werden lassen, während eine pflanzenhaft angelegte Form ihre Krönung in der menschlichen Gestalt findet.

Diese Polarität findet sich auch in Welzels Wahl des Materials und damit ebenso in seiner Arbeitsweise. Stein, Holz und Bronze sind seine Gestaltungsmittel. Einerseits baut er aus den formlosen Materialien wie Bronze und Ton seine Arbeiten als Plastiker auf, andererseits meißelt er als Bildhauer aus dem kompakten Block des Holzes oder des Steins die Formen heraus. In diesem Sinne verstand Manfred Welzel seine Arbeit als eine lebenslange Auseinandersetzung mit den einzelnen Materialien, die für ihn Ausgangspunkt für seine individuelle Formensprache sind.[5]

Ausstellungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1954 Berlin
  • 1962 Tübingen
  • 1978 Köln
  • 1980 Laaren/NL
  • 2012 Karlsruhe
  • 2016 Gammertingen-Mariaberg

Literatur (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Erich Ruprecht: Manfred Welzel. Plastiken. Stuttgart, o. J.
  • Manfred Welzel. Plastiken, Zeichnungen, Aphorismen. Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart 1984, ISBN 3-7725-0823-5.
  • Dorothea Rapp: Plastische Formen. Der Bildhauer Manfred Welzel. In: Stil. 3. Jahrg. Heft 2.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Trauerfall-Anzeige in Stuttgarter Zeitung vom 3. Februar 2018
  2. Über Allem Schönheit. 2000, ISBN 3-935172-02-8,www.europaeische-kultur-stiftung.org
  3. Edition Strassacker@1@2Vorlage:Toter Link/edition-strassacker.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  4. Manfred Welzel – Plastiken, Zeichnungen, Aphorismen, Stuttgart, 1984.
  5. Diether Rudloff in: Manfred Welzel. Plastiken, Zeichnungen, Aphorismen

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]