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Manga

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Manga (Begriffsklärung) aufgeführt.
Gang in der Manga-Abteilung einer japanischen Buchhandlung
Als „typisch“ angesehener, moderner Manga-Zeichenstil mit großen Augen und Kindchenschema

Manga [ˈmaŋɡa] (jap. 漫画, Hiragana: まんが, Katakana: マンガ) ist der japanische Begriff für Comics. Außerhalb von Japan bezeichnet er in der Regel ausschließlich aus Japan stammende Comics, anderweitig wird er aber auch zur Bezeichnung von nichtjapanischen Comics mit Manga-Stilelementen verwendet. Eine klare Abgrenzung von Manga durch Stilmerkmale anstatt durch die Herkunft ist durch die große formale Vielfalt des Mediums in Japan jedoch nicht möglich. In Anlehnung und Abgrenzung zum japanischen Manga werden Comics aus Südkorea als Manhwa und Comics aus dem chinesischen Raum als Manhua bezeichnet. Viele als typisch angesehenen Stilelemente von Manga finden sich auch im japanischen Animationsfilm, dem Anime, wieder.

Definition, Begriffsabgrenzung und Begriffsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ähnlich wie der westliche Begriff „Comic“ ist auch „Manga“ in seiner Bedeutung eher unscharf. Im westlichen Sprachgebrauch versteht man unter Manga in erster Linie Comics, das heißt in Bildfolgen erzählte Geschichten oder Vorgänge, japanischen Ursprungs.[1][2][3] Im weiteren Sinne werden auch Werke westlichen Ursprungs vom Begriff erfasst, die sich der japanischen Zeichentraditionen zuordnen lassen und typische Stilelemente des Manga aufweisen. Da diese jedoch breit gefächert sind und sich mit anderen Comic-Kulturen überschneiden, ist diese Zuordnung stets subjektiv. So bürgerte sich im englischen Sprachraum der Begriff OEL Manga (Original English Language Manga) für japanisch beeinflusste Werke ein.[4][3] Als kennzeichnende Merkmale werden eine niedliche bis kindliche Darstellung der Figuren, oft mit großen Augen, eine hochgradig kodifizierte Bildsprache und lange, filmisch erzählte Geschichten verwendet. Diese treffen jedoch nur auf einen Teil der tatsächlichen japanischen Comickultur zu, der jedoch außerhalb Japans besonders präsent ist und daher das Bild prägt. Oft werden sie auch mit der Veröffentlichungsform als Serien kleinformatiger Taschenbücher identifiziert,[5] so beispielsweise gemeinsam mit Comics als westliche serielle Veröffentlichung in der Abgrenzung zu Bilderbüchern.[6]

In Japan selbst wird der Begriff „Manga“, wie auch „Comic“ (コミック komikku) für alle Arten von Comics verwendet, unabhängig von ihrer Herkunft.[4] Neben Bildgeschichten werden auch Einzelbilder im üblichen Stil von Comics und Karikaturen als Manga bezeichnet. In Japan ist das Bild vom Manga im Gegensatz zum Westen statt nur von langen Geschichten auch durch Comicstrips geprägt.[7] Jedoch ist das Wort „Manga“ lange Zeit als umgangssprachlich wahrgenommen worden, dass von Seiten der Verleger „komikku/komikkusu“ häufiger verwendet wird, da das Wort kultivierte klinge.[8] Die japanische Comicforschung beschäftigt sich vorrangig mit Manga als in Magazinen erscheinende, serielle grafische Erzählform.[9] In der öffentlichen Wahrnehmung Japans und in der Forschung auch über Japan hinaus bestehen zwei Begrifflichkeiten vom Manga: die japanische Comickultur nach dem Zweiten Weltkrieg oder die Gesamtheit aller in Japan entstandenen Comics und Bildgeschichten seit dem frühen Mittelalter.[10] Während ihrer Entstehung und noch bis Mitte des 20. Jahrhunderts wurden auch japanische Animationsfilme als „Manga“, später „Manga Eiga“ (漫画映画, Manga-Filme) bezeichnet. Ab den 1970er Jahren setzte sich dann der Begriff Anime durch[11][8] und Manga Eiga wird heute nur noch wenig verwendet, insbesondere aber vom Studio Ghibli.[1][12]

Für das Wort „Manga“ finden sich verschiedene direkte Übersetzungen. Darunter sind „spontan“, „impulsiv“, „ziellos“, „unwillkürlich“, „bunt gemischt“, „ungezügelt/frei“, „wunderlich/skurril“ und „unmoralisch“ für die erste Silbe, die zweite bedeutet „Bild“.[13][14][8] Das Wort bzw. die Kombination der Zeichen 漫画, die wie alle japanischen Sinnzeichen aus China stammen, ist seit dem 12. Jahrhundert in Japan in Gebrauch, doch änderte sich die Bedeutung während jeder Zeit häufig und drastisch. So ordnet Hirohito Miyamoto der ersten Verwendung die Bedeutung „Löffelstör“ zu, später eine Bezeichnung für chaotisches Schreiben oder Zeichnen, in der der Vogel als Metapher dient, und schließlich für „Produktion und Sammlung großer Mengen von Zeichnungen unterschiedlicher Motive in verschiedenen Stilen“. Die Einführung der heutigen Bedeutung oder sogar die Erfindung wird oft dem Künstler Katsushika Hokusai zugeschrieben, jedoch verwendete er es weder als erster noch in der heutigen Bedeutung, sondern noch in der zuletzt genannten. Wahrscheinlich machte er es jedoch als Bezeichnung für seine Holzschnitte populärer, sodass es Ende des 19. Jahrhunderts in neuer Konnotation wieder aufgegriffen wurde. Manga bezeichnete Karikaturen, einfache humoristische Zeichnungen sowie Zeichenkunst allgemein. Dabei war im Kontext mit politischen Karikaturen die Bedeutung als „ungezügelt/frei“ besonders wichtig. Schließlich wurde das Wort von Kitazawa Rakuten für seine Comicserien aufgegriffen. In der Bezeichnung für diese festigte sich der Begriff in der folgenden Zeit und setzte sich nach dem Zweiten Weltkrieg endgültig durch.[15][16] In jüngerer Zeit gab es mehrere Versuche, das Wort umzudeuten beziehungsweise zu -schreiben, um seine unmittelbare Bedeutung dem Medium entsprechend neutraler zu halten. Darunter waren eine Schreibweise als MAN画, „MAN“ im Sinne von engl. „Menschheit“ und „erwachsen“, oder eine Änderung des ersten Zeichens in das für „Tausende, Alles“, das ebenfalls „man“ gesprochen wird.[17][18]

In westlichen, das heißt zunächst den englischen, Sprachgebrauch eingeführt wurde der Begriff durch Frederik L. Schodt durch sein Buch Manga! Manga! The World of Japanese Comics von 1983 als Bezeichnung für japanische Comics.[19][4] In den 1990er Jahren etablierte sich der Begriff in diesem Sinne – auch in Europa.[20][21][22][7] Seit zunehmend außerhalb Japans Comics entstehen, die sich stark an japanischen Vorbildern orientieren, und das Bild vom Manga durch die über längere Zeit international erfolgreichen Serien geprägt wird, wird der Begriff auch im weiteren Sinne oder bezogen auf Stilmerkmale verwendet.[4][5]

Entwicklung der japanischen Comics[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wissenschaftliche Kontroverse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Kulturwissenschaft ist umstritten, zu welcher Zeit der Manga entstand beziehungsweise ab welchem Zeitpunkt man bei japanischen Comics von Manga sprechen kann. Die Ansichten reichen von einer Ursprungssuche in der mittelalterlichen japanischen Kultur mit ihren Karikaturen und Bildrollen über die Satiren, Drucke und Skizzen der Edo-Zeit, deren herausgehoben bekannter Künstler Hokusai Katsushika ist, über die Umbrüche in der japanischen Kultur und Einflüssen des Westens um 1900, als Kitazawa Rakuten das Medium prägte, bis zu Osamu Tezuka, der nach dem Zweiten Weltkrieg neue Erzählformen und Themen fand. Die Auffassung einer weit in die Vergangenheit zurückreichenden Geschichte des Manga gerät zunehmend in Kritik. Sie diene dazu, Manga als Kulturgut gegen Vorurteile gegenüber Massenmedien zu verteidigen, sowie Manga aus politischen Gründen als urjapanisches Kulturgut auszuweisen. Dabei würden die starken amerikanischen Einflüsse seit dem Ende des 19. Jahrhunderts, die für den heutigen Manga von großer Bedeutung sind, verschwiegen oder durch bewusste Wahl der historischen und modernen Beispiele ausgeblendet.[23]

Umstritten ist auch die Bedeutung Osamu Tezukas, dessen Person und Leistung seit den 1990er Jahren in der Mangaforschung ein zentrales Thema ist. Auf der einen Seite wird er als Schöpfer eines „neuen und ureigen japanischen“ Mediums Manga an sich angesehen. Andere weisen darauf hin, dass manche von Tezukas vermeintlich neuen Erzähltechniken bereits früher in Japan ausprobiert wurden, jedoch noch keinen großen Erfolg hatten, und dass er nicht in allem die Vorreiterrolle hatte, die im zugesprochen wird. Dass Osamu Tezuka mit seinen Werken erheblich zur Popularisierung des Mediums beigetragen hat, ist unstrittig.[24]

Vorgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ausschnitt aus der ersten chōjū jinbutsu giga-Bilderrolle, dem Mönch Sōjō Toba (1053–1140) zugeschrieben

Die ältesten bekannten Vorläufer der japanischen Comic-Kunst sind Zeichnungen und Karikaturen aus dem frühen 8. Jahrhundert, die im Jahr 1935 bei Restaurierungsarbeiten am Hōryū-Tempel in Nara auf der Rückseite von Deckenbalken entdeckt wurden.[18] Buddhistische Mönche begannen schon früh, Bildergeschichten auf Papierrollen zu zeichnen. Diese Kunst wurde Emakimono genannt. Das bekannteste dieser Werke ist die erste von insgesamt vier chōjū jinbutsu giga (鳥獣人物戯画, Tier-Person-Karikaturen), die dem Mönch Sōjō Toba (1053–1140) zugeschrieben werden: Dabei handelt es sich um eine Satire, in der sich Tiere wie Menschen verhalten und auch buddhistische Riten karikiert werden. Diese wurden so erfolgreich, dass derartige Werke bald allgemein als „Toba-e“ (Toba-Bilder) bezeichnet wurden.[18][23] Im 13. Jahrhundert begann man, Tempelwände mit Zeichnungen von Tieren und vom Leben nach dem Tod zu bemalen. In der Wende vom 15. zum 16. Jahrhundert kamen Holzschnitte auf, die in Hefte gebunden und vor allem an die wohlhabende Mittelschicht verkauft wurden.[23] Auch Zeichnungen aus dem Alltagsleben bis hin zu erotischen Bildern kamen hinzu.

Doppelseite aus dem vierten Band der Hokusai-Manga (1816): Menschen und Tiere beim Baden und Tauchen

Ab dem späten 17. Jahrhundert entstanden Ukiyo-e genannte Holzschnittbilder, die das unbeschwerte Leben, Landschaften und Schauspieler bis hin zu sexuellen Ausschweifungen zum Inhalt hatten und rasch massenhafte Verbreitung in der Mittelschicht der Edo-Zeit fanden. Einer der Künstler dieser Holzschnitte war Katsushika Hokusai (1760–1849), der dafür den bereits zuvor anderweitig gebräuchlichen Begriff „Manga“ aufgriff. Auch andere Künstler, so Aikawa Minwa noch etwas früher als Hokusai, verwendeten das Wort für ihre Werke. Die Hokusai-Manga sind Skizzen, die in insgesamt 15 Bänden veröffentlicht wurden und keine zusammenhängende Geschichte erzählen, sondern Momentaufnahmen der japanischen Gesellschaft und Kultur zeigen.[18] In der Rückschau durch die Perspektive des Japonismus fiel Hokusai eine größere Rolle als Ukio-e-Künstler zu, als er hatte, sodass er zeitweise auch als Erfinder des Wortes Manga galt.[23]

Ein weiterer Teil der Edo-Kultur waren die Kusazōshi (Allerlei-Bücher), die in einer Mischung aus Bildern und Texten Geschichten erzählen und je nach Farbe ihres Umschlags als Akahon (rot), Aohon (grün) und Kurohon (schwarz) bezeichnet wurden. Sie thematisierten das zeitgenössische Leben und entwickelten sich zu einem beliebten Massenmedium. Bild und Text waren in ihnen eng verzahnt und es treten bereits einige Formen von Sprechblasen und ähnlichen Integrationen des Textes in das Bild auf.[23]

Westlicher Einfluss und erste Hälfte des 20. Jahrhunderts[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Seite aus Tagosakus und Mokubes Besichtigung von Tokio (1902), von Rakuten Kitazawa (1876–1955)

Nach Beendigung der Abschließung Japans und der zunehmenden Öffnung nach außen gewann in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts das westliche Verlagswesen an Einfluss. Neben neuen, verbesserten Drucktechniken ließ man sich vom Stil europäischer Karikaturen inspirieren, zu dessen Verbreitung in Japan die Satiremagazine The Japan Punch (1862–1887, gegründet von Charles Wirgman) und Tôbaé (ab 1887, gegründet von Georges Bigot, benannt nach dem Mönch Sōjō Toba) beitrugen, sowie von den in den USA neu entstehenden comic strips in den Zeitungen. Es folgten weitere Karikaturenmagazine nach ihrem Vorbild und einige der entstehenden japanischen Zeitungen hatten Comic-Beilagen. Diese hatten satirischen Charakter und richteten sich ausschließlich an Erwachsene, einige der Publikationen und Künstler waren ständig von Zensur und Verhaftungen bedroht. Um 1900 entstanden die ersten Magazine für Kinder, bereits nach Geschlechtern getrennt: Das Shōnen Sekai für Jungen 1895 und 1902 Shōjo kai für Mädchen. Diese enthielten zunächst aber nur wenige Comics oder Karikaturen.[25][23]

Als erster Vorläufer von Manga in heutigem Sinne gilt die 1902 von Rakuten Kitazawa (1876–1955) gezeichnete Geschichte Tagosaku to Mokubē no Tōkyō Kembutsu („Tagosakus und Mokubes Besichtigung von Tokio“). Kitazawa griff ‚Manga‘ wieder auf, verwendete es in Abgrenzung zu den älteren Kunstformen und setzte es schließlich als Bezeichnung für die Erzählungen in Bildern durch. Er gründete 1905 das Satiremagazin Tōkyō Puck – benannt nach dem britischen (später amerikanischen) Satiremagazin Puck[26] – und 1932 die erste japanische Schule für Karikaturisten. 1935 startete mit Manga no Kuni das erste Fachmagazin für Zeichner. Rakutens Publikationen für Erwachsene folgten bald erste Manga-Magazine für Kinder und Jugendliche, so 1907 das Shōnen Puck für Jungen Shōjo no Tomo für Mädchen 1908 sowie viele weitere. In den 1920er Jahren erscheinen vermehrt amerikanische Comic-Strips in Japan, die Vorbild für japanische Künstler werden. In der Folge auch die Sprechblase deutlich stärker Verwendung als früher.[23]

In den 1930er Jahren und insbesondere während des Zweiten Weltkriegs wurde auch der Manga von der Regierung für Propaganda genutzt. Die japanische Regierung initiierte nach der Auflösung vieler Manga-Zeichnergruppen 1940 die staatliche Dachorganisation Shin Nippon Mangaka Kyōkai („Neue Vereinigung der Manga-Zeichner Japans“). Doch eine vollständige Kontrolle des bis Ende des Krieges weitverbreiteten Mediums gelang nicht und der Umgang mit populären, aber dem Feind zugeordneten Figuren wie Micky Maus blieb ambivalent: mal waren sie in den Geschichten Symbole des Feinds, mal willkommene Gäste. Die erfolgreichsten Serien in der zunehmend militaristischen Gesellschaften waren Norakuro Nitō Sotsu über die Militärkarriere eines Soldaten in Hundegestalt und Tank Tankuro, Geschichten über einen Panzer mit beliebigen Waffen, sonstiger Ausstattung und Verwandlungsmöglichkeiten. Beide Serien wurden von der erfolgreichen Vermarktung von Spielzeugartikeln und ähnlichem begleitet.[27][23] In den letzten Jahren des Kriegs wurden die Publikationen auf Grund der Rohstoffknappheit immer stärker eingeschränkt und Mangas als Zeitverschwendung diskreditiert.[28]

Nachkriegszeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der japanischen Kapitulation war während der Besatzungszeit das japanische Verlagswesen zunächst strengen Vorgaben der Vereinigten Staaten unterworfen, um dem Militarismus in Japan ein Ende zu bereiten.[29] Zugleich war leichte und erschwingliche Unterhaltung, die Flucht aus dem tristen Alltag bot, sehr gefragt.[24] Es gründeten sich zahlreiche neue Kleinverlage, Mangas erschienen wieder in den Zeitungen und in eigenen Magazinen, aber viele auch in Form von sehr billig produzierten Akahon Manga („Rotbuchmanga“ nach dem roten Einband). Der einflussreichste Wegbereiter des modernen Manga war der Arzt Osamu Tezuka (1928–1989), der zunächst nebenher als Zeichner arbeitete. Beeinflusst vom Stil der frühen Disney-Zeichentrickfilme und von expressionistischen deutschen und französischen Filmen schuf er nach seinen ersten Zeitungsstrips 1947 Shintakarajima. Die Geschichte basierend auf Die Schatzinsel war erstmals eine lange Erzählung mit filmischer Inszenierung, die den Story-Manga begründete. Diese Strömung wurde für den modernen Manga prägend und macht den Großteil der international erfolgreichen Werke aus. Osamu Tezuka gab Anfang der 1950er-Jahre seinen Beruf auf und prägte durch weitere erfolgreichen Serien und seinen Einfluss auf andere Künstler die Entwicklung des Mediums. Im gleichen Jahrzehnt erschienen von ihm unter anderem Astro Boy und Kimba, der weiße Löwe, die das Segment für Jungen beeinflussten, und mit Ribbon no Kishi die erste Abenteuerserie für Mädchen.[30][24] Ab den 1960er Jahren war er mit den Verfilmungen seiner Serien, an deren Produktion er maßgeblich beteiligt war, auch für den Anime prägend. Später widmete sich Tezuka mit ernsthafteren, sozialkritischen Serien einem älteren Publikum. Bis zu seinem Tod 1989 schuf er über 700 Geschichten[30] in einer großen Vielzahl von Genres. Etwa 70 Prozent der Manga-Publikationen seiner Zeit orientieren sich an den von Tezuka popularisierten Darstellungskriterien, so eine Schätzung von Megumi Maderdonner.[24] Wegen seiner vielen Leistungen wird Osamu Tezuka auch Manga no Kamisama („Gott des Manga“) genannt.

Das von Tezuka und anderen jungen Nachkriegskünstlern umgestaltete Medium Manga erreichte in den 1950er Jahren große Popularität, begünstigt durch den wirtschaftlichen Aufschwung. Vorherrschend waren Alltagsthemen sowie Science-Fiction und klassische Abenteuer-Geschichten, daneben das aufkommende Angebot an romantischen bis abenteuerlichen Geschichten für Mädchen. Parallel entwickelte sich ein florierender Leihbüchereimarkt, da der Kauf von Büchern für viele noch zu teuer war, und in diesem ein Segment von Gewalt- und Sexhaltigen, erzählerisch experimentelleren Comics. Auch das japanische Papiertheater Kamishibai, das in den 1950er Jahren mit Aufkommen des Fernsehens ausstarb, hatte Einfluss auf diese Strömung. Die Bewegung grenzte sich vom Manga der an Kinder gerichtete Magazine ab und formierte sich 1959 als Gekiga. Dessen Höhepunkt lag in den 1960er Jahren, als im Kontext der Studentenproteste sozialkritische, gewalthaltige aber auch in der Alltagsumgebung angesiedelte Geschichten für Erwachsene ein größeres Publikum fanden. Diese Themen kamen auch stärker in die großen Magazine. Sport-Manga, teils auch mit sozialkritischer Handlung, wurden beliebter und 1968 kam mit Harenchi Gakuen der erste erotische Manga heraus – im Shōnen Jump, einem großen Magazin für männliche Jugendliche. Mit dem Niedergang des Leihbüchereimarkts Anfang der 1960er Jahre gingen die dort verbliebenen Künstler zu den großen Verlagen oder gründeten neue, an ein erwachsenes Publikum gerichtete Magazine. Aus dem Gekiga und den an erwachsenes männliches Publikum gerichteten Magazinserien ging der Seinen-Manga hervor, geprägt von Kriminal- oder Abenteuergeschichten und kantigeren, realistischeren Zeichenstilen.[31][32]

Entwicklung zum kulturellen Exportgut[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem in der Nachkriegszeit eine weibliche Leserschaft mit Geschichten fast ausschließlich männlicher Künstler aufgewachsen war, drängten in den 1970er Jahren zunehmend Frauen in den Manga. Die Gruppe der 24er und andere griffen Elemente aus einigen bereits erfolgreichen Geschichten wie denen Tezukas sowie aus Kabuki und Takarazuka-Theater auf, schufen neue Erzähl- und Gestaltungsmittel und widmeten sich in ihren Geschichten Abenteuer, Liebe und Sexualität. Auch Homosexualität wird erstmals behandelt und das Genre Shōnen-ai begründet, in dem die Liebe zwischen Männern im Mittelpunkt steht.[33] Zur gleichen Zeit entwickelten sich erste Magazine für erotische Manga für alle Zielgruppen.[34] In den an Jugendliche gerichteten Magazinen wurde in den 1970er Jahren Science Fiction wieder populärer, darunter vor allem Mecha-Serien, mit riesigen Robotern, die von in ihnen sitzenden Menschen gesteuert werden, und Space Operas. Bedeutende Serien dieser Entwicklung waren Mazinger Z von Go Nagai und die Werke von Leiji Matsumoto. Zugleich begann sich eine organisierte Fanszene zu entwickeln, die eigene Veranstaltungen und Publikationen hatte, die wiederum auf die professionelle Szene wirkten. In den 1980er Jahren wurden Science-Fictionserien tiefgründiger, nahmen mehr Bezug auf die Welt ihrer Leser und stellten sich häufiger philosophischen Fragen. Unter diesen waren auch Akira und Ghost in the Shell, die zusammen mit ihrern Verfilmungen als Anime als erste Manga einen gewissen Erfolg in der westlichen Welt erreichen konnten. Der erfolgreicheste Manga des Jahrzehnts war jedoch Dragon Ball, der etwas später aber umso erfolgreicher nach Europa und Nordamerika kam. Auf die Popularität sowohl von unterhaltsamen als auch anspruchsvollen Mangas in diesen Ländern folgte in den 1990ern schnell auch die Entstehung einer Fanszene dort.[35] Nachdem das Medium populärer wurde und in den 1980er Jahren zunehmen sexualisierte und gewalthaltige Inhalte auch in Publikationen für Jugendliche und Kinder erschienen, wuchs jedoch auch die gesellschaftliche Kritik in Japan. Auf den Fall des sogenannten Otaku-Mörders Tsutomu Miyazaki, der 1989 vier Mädchen tötete und Anime- und Manga-Fan war, folgte eine gesellschaftliche Debatte um einen Zusammenhang zwischen Medien und Gewalt. Sie führte zunächst zur zeitweisen Stigmatisierung von Mangalesern und Otaku als generell gemeingefährlich sowie 1991 zu Verhaftungen von Redakteuren, Verlegern und Zeichnern. In der Folge entwickelte sich eine Selbstzensur der großen Verlage und eine stärkere inhaltliche Differenzierung nach Altersgruppen sowie entsprechende Markierungen von Publikationen für Erwachsene, aber auch eine Bewegung von Künstlern gegen die Einschränkung ihrer Freiheit.[36]

Aus der in den vorherigen beiden Jahrzehnten entwickelten Genrevielfalt wurden nun immer mehr und verschiedenste Manga-Titel, von Romantik und Kriminalgeschichten bis Fantasy und Science Fiction, nach einem Anfangserfolg in Japan auch weltweit herausgebracht. Auch alternative bzw. Underground-Manga kamen im westlichen Ausland heraus und in Japan wurden mit Serien zu Hobbies wie Pachinko und für Otaku oder mit Boys Love Nischenmärkte besetzt.[37][38] Außerhalb Japans inspirierten die Veröffentlichungen lokale Zeichner zur Nachahmung der Stilmittel und Themen, auch durch Mischung mit traditionell amerikanischen Genres und Figuren wie Superhelden. So brachten die großen Verlage DC und Marvel zeitweise Manga-Versionen einiger ihrer Helden heraus. 2001 wurde in Frankreich die Bewegung Nouvelle Manga proklamiert, die frankobelgische und japanische Comictraditionen verbinden will. In Japan selbst erschien ab 1997 das Piraten-Abenteuer One Piece, die bisher kommerziell erfolgreichste Serie. Auch international wurde One Piece populär, ähnlich wie weitere an Jugendliche gerichtete Abenteuer- und Actionserien, darunter Naruto und Bleach.[39] Jedoch gehen seit 1995 die Verkaufszahlen der Manga-Magazine zurück.[38] Die Tradition der japanischen Comicstrips erlebte in den 1990ern durch Serien, die sich auf humoristische Weise den Alltag schöner junger Mädchen widmen, sogenannte Moe-Yonkoma eine neue Richtung.[40] Nach 2000 kamen Webmanga auf, die sich auch dem Schema von Comicstrips bedienten, jedoch nicht unbedingt dem klassischen Vier-Bild-Schema. Zu den erfolgreichsten Webmanga zählt Hetalia von 2006. Zugleich kamen sowohl illegale wie legale digitale Verbreitungswege für Mangas auf, insbesondere wurden Plattformen zum Lesen auf Handys entwickelt. Der Konsum von Serien über unlizenzierte Scanlations wird als wirtschaftliche Bedrohung wahrgenommen.[41][38]

Im Herbst 2000 erkannte die japanische Regierung Manga und Anime offiziell als eigenständige, förderungswürdige Kunstform an. Jedoch gab es sowohl 2002 als auch ab 2010 staatliche Bemühungen, sexuelle Darstellungen von unter-19-Jährigen zu beschränken und die Jugendschutzgesetze wieder strenger auszulegen, was zu großen Protesten in Teilen der Zeichner- und Fanszene führte. Auch Debatten um die Wirkung von Gewaltdarstellungen auf Jugendliche und Kinder kamen nach Gewalttaten immer wieder auf.[41][36]

Erzählformen und Stilelemente[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die außerhalb Japans bekannteste Form von Manga sind die Story-Manga, die eine lange, oft detailreiche Geschichte erzählen und viele Tausend Seiten umfassen können. Sie prägen auch das Bild von Manga als Erzählform insgesamt. Daneben gibt es Comic-Strips, sogenannte Yonkoma (Vier-Bilder-Comic). Allgemeiner gibt es die Bezeichnung Koma-Manga für Comicstrips, die sich nicht an die klassische, in vier Bildern abgeschlossene Form halten.[42]

Für den Story-Manga – und damit für das Bild von Manga außerhalb Japans allgemein – prägend ist eine filmische, das heißt inhaltlich ausgebreitete Erzählweise. Bewegungen, Handlungen und Szenerie werden in vielen Details gezeigt, auf viele Bilder kommt nur wenig Text. Der Erzählrhythmus ist auf eine Übereinstimmung von Erzählzeit und erzählter Zeit ausgerichtet, sodass das Gefühl „dabei zu sein“ gefördert wird. Zur Rhythmisierung wird sowohl die Komposition der Einzelbilder, so die gewählten Blickwinkel, als auch die Gesamtkomposition der Seiten eingesetzt. Ein im Manga im Gegensatz zu anderen Comic-Kulturen oft auftretendes Erzählmittel ist die Darstellung von Bewegungen in kleinen Schritten. Zusammen mit dem starken Gebrauch von Soundwords, die in die Bildkompositionen integriert werden, und Symbolen ermöglicht dies einen schnellen Lesefluss. Durch die ausgebreitete Erzählweise werden die Geschichten oft hunderte oder tausende Seiten lang und bieten Raum für inhaltliche Tiefe und differenzierte Charakterzeichnung.[24][43]

Als Form des Comics stehen dem Manga zunächst alle Stilmittel des Comics zur Verfügung. Dazu zählt die Vereinfachung und Übertreibung von Figuren, Bewegungen und Posen, der Einsatz von Symbolen, Lautmalerei und Typografie. Einige Elemente sind für den Manga von besonders großer Bedeutung. Dazu zählt der Einsatz von Posen, was auch durch den Einfluss des Kabuki-Theaters erklärt werden kann. Bewegungslinien und Überblendungen werden nicht nur für sich bewegende Objekte verwendet, sondern auch in Form von „subjektiver Bewegung“ für die statische Umgebung, gesehen aus der Perspektive der Bewegung. Die Vermittlung von Emotionen geschieht in erster Linie über die Augen, die dazu auch symbolhaft verzerrt werden. Seit dem Shōjo-Manga der 1970er Jahre werden besonders große Augen und darüber hinaus abstrakte Hintergründe verwendet, um Emotionen und Stimmungen zu vermitteln.[33] Eine Steigerung davon ist Super Deformed, wobei eine Figur spontan in eine kindliche Form schlüpft, die einen Emotionsausbruch oder eine komische Situation überzeichnet zeigt, um dann wieder in ihr normales, realistischeres Erscheinungsbild zu wechseln. Durch die eigene Geschichte des Mangas konnte sich ein eigenständiges, umfangreiches Vokabular an Symbolen entwickeln, die für nicht-Japanische Leser zunächst schwer verständlich sein können. Ähnlich verhält es sich mit dem Einsatz von Typografie und Lautmalereien, wobei diese meist allgemeinverständlicher sind.[43][44]

Mangas sind meist in Schwarz-Weiß gehalten und werden entsprechend der traditionellen japanischen Leserichtung von „hinten“ nach „vorne“ und von rechts nach links gelesen.

Veröffentlichungsformen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schematische Leserichtung für Mangas, auch innerhalb eines Einzelbildes wird von rechts nach links gelesen.

In Japan erscheinen Mangas in unterschiedlichen Formen:

  • In Zeitungen und Zeitschriften erscheinen zwischen den sonstigen Inhalten vor allem Yonkoma und ähnliche Comicstrips.
  • Überwiegend in wöchentlichem oder monatlichem Rhythmus erscheinen telefonbuchdicke Manga-Magazine, in denen auf 100 bis über 1000 Seiten einzelne Kapitel mehrerer Serien zusammengefasst werden. Sie sind für umgerechnet rund drei bis fünf Euro am Zeitungsstand erhältlich, haben eine schlechte Papier- und Druckqualität und meist nach dem Lesen weggeworfen oder verschenkt. Die Magazine werden von den Verlagen genutzt, um die Beliebtheit der darin neu erscheinenden Serien bzw. Kapitel beim Publikum und andere Trends zu ermitteln. Dazu werden Fragebögen beigelegt, die der Leser kostenlos zurücksenden kann.[45][46] Zwischen den Kapiteln von Fortsetzungsserien erscheinen auch abgeschlossene Kurzgeschichten oder Comicstrips. Darüber hinaus gibt es Magazine, die sich vorrangig oder ausschließlich diese kurzen Erzählformen widmen.[40] Zu den bekanntesten Manga-Magazinen gehören Shōnen Sunday (seit 1959) und Big Comic (seit 1968) vom Shōgakukan-Verlag, Shōnen Magazine (seit 1959) vom Kōdansha-Verlag und Shōnen Jump (seit 1968) vom Shūeisha-Verlag. Während beispielsweise im Jahr 1982 in Japan 160 Manga-Magazine und im Jahr 1992 224 Manga-Magazine erschienen, wurden 2007 266 Magazine mit einem auf den Monat umgerechneten Gesamtumfang von etwa 100.000 Seiten veröffentlicht.[47]
  • Jeweils im Abstand von mehreren Monaten erscheinen Taschenbücher mit Schutzumschlag (Tankōbon), in denen mehrere vorher in den Magazinen erschienene Kapitel einer erfolgreichen Serie in sehr guter Druckqualität zum Sammeln und Aufbewahren neu aufgelegt werden.[45] Oft enthalten sie Bonus-Kapitel, die nicht vorher in den Magazinen abgedruckt wurden. Immer häufiger werden von diesen Taschenbüchern neben der normalen Auflage auch limitierte Sonderausgaben veröffentlicht, denen exklusive Figuren oder Merchandising-Artikel zur jeweiligen Serie beiliegen.
  • Seit den 2000er Jahren gibt es in zunehmendem Maße die Möglichkeit, Mangas in digitaler Form kostenpflichtig auf mobilen Geräten zu lesen. Die Bildfolgen sind dafür bildschirmgerecht aufgeteilt und teilweise auch durch technische Effekte (z. B. Einsatz der Pager-Funktion bei Actionszenen) aufbereitet, einige Manga-Serien werden exklusiv für Mobiltelefone angeboten. Aufgrund der geringen Downloadkosten von 40 bis 60 Yen (etwa 25 bis 40 Cent) pro Geschichte und der ständigen Verfügbarkeit entwickelte sich der Markt schnell. 2009 verkaufte einer der Anbieter bereit über 10 Millionen einzelne Kapitel pro Monat und seitdem wurden die Angebote auch auf Märkte außerhalb Japans ausgeweitet.[48][49]

Als Dōjinshi bzw. Dōjin bezeichnet man von Fans gezeichnete inoffizielle Fortsetzungen oder Alternativgeschichten zu bekannten Anime bzw. Manga oder Spielen. In Japan werden sie oft von spezialisierten Kleinverlagen oder in Eigeninitiative veröffentlicht. Obwohl sie als Verwertung des geschützten Original-Materials fast immer Urheberrechte verletzen, gehen Verlage und Künstler ebenso fast nie dagegen vor.[50]

Inhalte und Genres[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Medium Manga ist in Japan inhaltlich stark differenziert und deckt jede Altersgruppe und jedes literarische Genre ab.[34] Mit der Zeit haben sich für Manga in Japan mehrere Untergruppen herausgebildet, die je eine demografische Zielgruppe haben. Dies rührt insbesondere aus den Magazinen, die sich je einer Zielgruppe verschreiben. Diese sind:

  • Kodomo für kleine Kinder
  • Shōnen für männliche Jugendliche
  • Shōjo für weibliche Jugendliche
  • Seinen für (junge) Männer
  • Josei oder Ladies Comic für (junge) Frauen

Teils wird auch von Kazoku Manga für Kinder und Familien[51] und Silver Manga für das ältere Publikum gesprochen. All diese an Zielgruppen orientierten Gattungen sind jedoch nicht mit der tatsächlichen Leserschaft gleichzusetzen. Diese ist für jede der Gattungen oft vielfältig. Die Gattungen geben stattdessen einen Hinweis auf den Inhalt.[34] Darüber hinaus besteht die klassische Einteilung nach Genres wie Thriller, Science-Fiction und Romantik, die die inhaltliche Vielfalt des Mediums abbilden. Dabei haben sich auch Genres herausgebildet, die für das Medium bzw. für Japan spezifisch sind und die es so in anderen Comickulturen nicht gibt. Dazu gehören Geschichten über Spiele, Hobbys oder andere Freizeitbeschäftigungen, zum Beispiel Serien die Jugendlichen traditionelle japanische Kultur wie Kalligrafie und Teezeremonie nahebringen,[52] Serien des Sport-Genres, Pachinko- und Mah-Jongg-Mangas. Rekishi-Manga und speziell Jidai-geki beschäftigen sich mit japanischer Geschichte.[53] Einige Genre beschäftigen sich mit Aspekten des Alltags, so geht es in Ikuji-Manga um die Erziehung von Kindern[51] und im Gourmet-Genre um Essen und Kochen. Salaryman-Manga beschäftigen sich in Form von Komödien und Dramen mit dem Berufsalltag des Durchschnittsjapaners, der auch die Zielgruppe des Genres ist.[54] In den fantastischen Genres haben sich spezifische Untergenres wie Magical Girl über Mädchen(-gruppen), die sich in Kämpferinnen gegen das Böse verwandeln können,[55] oder Mecha als Untergenre von Science Fiction mit Fokus auf riesige Kampfroboter[56] herausgebildet.

Das Feld erotischer Geschichten unterteilt sich in pornografische Hentai und eher erotische Etchi-Manga, wobei die Verwendung der Begriffe in Japan und dem Ausland unterschiedlich ist. Erotische Geschichten und der relativ freizügige Umgang mit Sexualität in der Populärkultur haben in Japan eine lange Tradition, so gab es in der Edo-Zeit viele solche Ukiyo-e, Shunga genannt. Jedoch gab es auch Zeiten, in denen solche Themen im Manga nicht vorkamen, was sich erst ab den 1950er Jahren änderte, sodass keine direkte Verbindung von Shunga zu modernen erotischen Manga zu gezogen werden kann. Spezielle Untergenre sind Yaoi und Yuri mit homoerotischen, pornografischen Geschichten mit Männern bzw. Frauen. Yaoi bildet auch zusammen mit dem nicht-pornografischen Shōnen Ai den Boys-Love-Manga, wobei letzterer der in Japan gebräuchliche Begriff ist, während sich die beiden anderen im westlichen Markt erhalten haben. Zielgruppe der homoerotischen Geschichten sind in der Regel nicht homosexuelle Leser, sondern das jeweils andere Geschlecht.[34] Erotische und pornografische Geschichten sind in Japan stark geprägt von der unter der amerikanischen Besatzung entstandenen Gesetzgebung, die die Darstellung des erwachsenen Genitalbereichs unter Strafe stellte (§ 175 des jap. Strafgesetzbuchs). Dies wurde von vielen Künstlern umgangen, indem die Figuren und ihre Genitalien kindlich gezeigt wurden. Dies beförderte zusammen mit einem Ideal von erstrebenswerter Jugend, Naivität und Unschuld (Kawaii) die Entstehung vieler erotischer und pornografischer Geschichten mit kindlichen Figuren und die Etablierung der Genre Lolicon und Shotacon. Auch wenn die Auslegung der Gesetze gelockert wurde, blieb diese Strömung erhalten. Andere Wege, die Zensurgesetzgebung zu umgehen, sind die Verwendung von Balken oder Verpixelung wie im Film oder von Symbolbildern mit Früchten, Tieren und anderem.[36]

Neben den fiktiven Geschichten bestehen Mangas mit Sachgeschichten sowie fiktive Erzählungen mit Bildungs- und Aufklärungsinhalten, beispielsweise in Form von eingeschobenen Erläuterungen.[34][57] Auch im japanischen Alltag finden sich Mangas als Gebrauchsanweisungen oder als Hinweise im öffentlichen Raum.[58] Mangas greifen auch immer wieder aktuelle gesellschaftliche und politische Themen und Ereignisse auf. So reagierten viele Künstler und Verlage auf das Kobe-Erdbeben 1995 und 2011 auf das Tōhoku-Erdbeben und den folgenden Tsunami und das Reaktorunglück. Alte Serien zu Erdbeben und Nuklearkatastrophen wurden wieder aufgelegt und neue geschaffen, die sich mit dem plötzlich veränderten Alltag und den Gefahren des Unglücks auseinander setzten.[59] Die Beschäftigung mit Politik und insbesondere mit dem Militär – zu dem sich ein eigenes Genre etablierte – ist jedoch ambivalent. Während um 1970 mehrere Serien auch Auskwirkungen auf den politischen Diskurs hatten, ist konkrete politische Kritik in Mangas jenseits allgemeinerer pazifistischer oder ökologischer Botschaften heute selten. Manche Serien folgen aber dem Werdegang von Politikern, wie dies ähnlich bei der Porträtierung anderer Berufe geschieht. Und während manche Mangas kritisch mit Krieg und Militär umgehen, gibt es auch Magazine, deren Serien sich technischen oder strategischen Perspektiven widmen und ein Publikum von Technik- und Militär-Fans bedienen.[60]

Neben den in großen Magazinen veröffentlichten Serien gab es seit dem 2. Weltkrieg auch alternative Manga, in denen Stile, Erzählmittel und Themen erprobt werden, die kein großes Publikum finden. So begründete Yoshihiro Tatsumi Ende der 1950er-Jahre den Gekiga, der sich an eine erwachsene Leserschaft richtete. Dieser ging später jedoch in das größer verbreitet Genres Seinen auf. Ab den 1960er Jahren waren die Magazine Garo und COM Plattformen unabhängiger Künstler, jedoch lebte nur Garo länger – bis 2002.[61]

Manga in Japan[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gesellschaftliche Bedeutung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Doraemon als Werbefigur einer Speditionsfirma

Im Gegensatz zu vielen anderen Ländern, in denen Comics als reine Kinder- und Jugendliteratur bzw. nur als Unterhaltungsmedium gelten, sind Comics in Japan als gleichberechtigtes Medium anerkannt und werden von Menschen aus allen gesellschaftlichen Gruppen konsumiert. Comic lesende Pendler oder Geschäftsleute sind nichts ungewöhnliches,[57] der öffentliche Raum ist besonders während der Fahrt zur Arbeit ein üblicher Ort zur Rezeption von Manga-Magazinen oder Sammelbänden. Außerdem besteht eine große Tauschkultur („mawashiyomi“), sodass viele Bände durch mehrere Hände gehen, und Manga Kissa – Cafés mit ausliegenden Mangas – sind als Orte zur preiswerten Lektüre beliebt.[45] Von Verkäufern verboten aber dennoch verbreitet ist „tachiyomi“ – das Lesen von Mangas in der Auslage der Läden, ohne sie zu kaufen.[37]

Die Ästhetik von Manga ist in der japanischen Kultur so weit akzeptiert und verbreitet, dass sie oft als nicht nur für Manga selbst, sondern auch für Schilder, Illustrationen und Werbefiguren oft verwendet wird. Als Werbeträger dienen sowohl etablierte Figuren aus bekannten Mangaserien als auch eigens für die Werbung geschaffene Figuren.[58] Der Erfolg von Manga in Japan wird gern damit erklärt, dass die Alphabetisierung schon lange hoch war, das Fernsehen relativ spät eingeführt wurde oder es in den großen Städten viele Pendler gibt, die Manga auf der Fahrt lesen. Jason Thompson erklärt den Erfolg eher mit der Fähigkeit der Autoren, sehr lange Geschichten zu erzählen die ihre Leser mitreißen sowie mit einem größeren Fokus der Aufmerksamkeit und der Urheberrechte auf den Künstlern statt auf Franchises, der zugleich zu einem starken Wettbewerb unter den Künstlern führt.[46]

Seit den 1970er Jahren entwickelte sich eine starke Fanszene, die wesentliche Überschneidungen zu der von Animes aufweist. Fans, teils bezeichnet als Otaku, sind oft selbst kreativ tätig. Beliebte Formen sind Fanart, Fanfiction und Dōjinshi, wobei die Verlage in Japan dabei meist dulden, dass bei den selbstverlegten Fortsetzungen oder Alternativerzählungen der Fans Urheberrechte verletzt werden. Auch werden von Fans Veranstaltungen organisiert: Der zwei Mal jährlich seit 1975 in Tokio stattfindende Comic Market (auch ‚Comiket‘ genannt) ist nicht nur die größte Dōjin-Messe Japans, sondern mit 35.000 Ausstellern und über 500.000 Besuchern sogar die größte Comic-Veranstaltung der Welt.[62][58] Cosplay – das Verkleiden als Figur aus einer Mangaserie – ist ein beliebtes Hobby in der Fanszene. Dies reicht bis zu Cosplay-Cafés, in denen die Bedienung kostümiert ist.[45]

Kritik am Medium Manga gibt es in Japan seit den 1950er Jahren, als in den USA und Europa Comics im Zentrum gesellschaftlicher Medienkritik standen. Wegen der bereits früh ausgeprägten Differenzierung nach Zielgruppen verschiedenen Alters hatte die Kritik von Eltern und Pädagogen in Japan jedoch wenig Widerhall gefunden. Erst nachdem in den 1980er Jahren sexuelle Darstellungen auch in Publikationen für Jugendliche und Kinder zunahmen, verstärkte sich die Kritik. Sie gipfelte in der Debatte nach dem Fall des sogenannten Otaku-Mörders Tsutomu Miyazaki, der 1989 vier Mädchen tötete und Anime- und Manga-Fan war. Daraus entstand eine Diskussion um einen Zusammenhang zwischen den Medien und Gewalt. Das Verhältnis der japanischen Medien und Gesellschaft zu sexualisierten und gewalthaltigen Darstellungen, die Auslegung der diesbezüglichen Gesetze und deren Abwägung mit der Kunstfreiheit ist nach wie vor ungeklärt.[63][36]

Preise und Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu den bedeutendsten im Manga-Bereich verliehenen Preisen gehören als älteste Auszeichnung der vom gleichnamigen Verlag 1956 ins Leben gerufene Shōgakukan-Manga-Preis für die besten Mangas, sowie der seit 1977 verliehene Kodansha-Manga-Preis und der seit 1997 von der Zeitung Asahi Shimbun jährlich in vier Kategorien vergebene Osamu-Tezuka-Kulturpreis für herausragende Zeichner und Personen oder Institutionen, die sich um die Mangas besonders verdient gemacht haben.

Realverfilmungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vergleichbar mit US-amerikanischen Comic-Verfilmungen gibt es in der japanischen Filmindustrie seit der Jahrtausendwende zunehmend Bestrebungen, Manga als Realfilme oder -serien umzusetzen; Beispiele hierfür sind Touch, Ichi the Killer, Oldboy oder Uzumaki. Immer mehr japanische Regisseure sind mit Manga aufgewachsen, und der Fortschritt der Tricktechnik ermöglicht mittlerweile die Adaption selbst komplexester Szenen. Zudem können bei einer Manga-Umsetzung die Fans des Originalwerkes auch ohne großen Werbeaufwand erreicht werden.[64]

Zu den erfolgreichsten Realverfilmungen von Manga der letzten Jahre zählen unter anderem die Fernsehserie zu Great Teacher Onizuka (1998), deren letzte Folge die höchste jemals erreichte Einschaltquote eines Serienfinales im japanischen Fernsehen hatte, und der Kinofilm zu Nana (2005), der mit einem Einspielergebnis von umgerechnet ungefähr 29 Millionen Euro auf Platz 5 der erfolgreichsten japanischen Kinofilme dieses Jahres kam. Mit Death Note (2006) ist eine Manga-Umsetzung erstmals von vornherein als zweiteilige Kinofassung ausgelegt.

Wirtschaftsfaktor[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bahnhofskiosk in Japan. Ein Großteil des Angebotes besteht aus Manga-Taschenbüchern und -Magazinen
Jugendliche Manga-Leser in einem japanischen Supermarkt

Manga sind eine der Hauptsäulen des japanischen Verlagswesens. Im Jahr 2002 machten sie 38,1 % aller Druckerzeugnisse in Japan aus, wovon knapp 28 % auf Manga-Magazine und knapp 11 % auf Manga-Taschenbücher entfielen. Der Comic-Markt besteht in Japan, anders als in anderen Ländern, fast ausschließlich aus einheimischen Produktionen.[23]

Auf dem Höhepunkt des Manga-Magazin-Markts Mitte der 1990er Jahre setzte die Mangabranche 2,54 Billionen Yen um. Statistisch gesehen kaufte jeder Japaner pro Jahr 15 Manga.[45] Bei den Umsatzzahlen zeigt sich aktuell ein neuer Trend: Während im Jahr 2004 die Gesamteinnahmen bei Manga-Magazinen noch bei ca. 255 Milliarden Yen und bei Manga-Taschenbüchern bei ca. 250 Milliarden Yen (damals zusammen etwa 3,7 Milliarden Euro) lagen,[65] gingen im Jahr 2005 die Einnahmen bei Manga-Magazinen um 5 % auf 242,1 Milliarden Yen zurück (und lagen damit nur noch bei etwa 70 % der Einnahmen im Jahr 1995), während die Einnahmen bei Manga-Taschenbüchern um 4,2 % auf 260,2 Milliarden Yen stiegen.[66] Der Markt wird von wenigen großen Verlagen dominiert; Kōdansha, Shūeisha und Shōgakukan erwirtschaften etwa 70 % des Umsatzes, während sich viele kleine und mittlere Verlage den Rest aufteilen.[45] Zu den bedeutenderen mittleren Verlagen zählen Hakusensha, Akita Shoten, ASCII Media Works, Square Enix, Kadokawa Shoten, Ohzora Shuppan, Futabasha und Shōnen Gahosha. Kleinere Verlage spezialisieren sich oft auf bestimmte Genre oder Zielgruppen.[46]

Seit dem verstärkten Aufkommen digitaler Verbreitung in den 2000er Jahren werden auch Mangas häufiger und international illegal verbreitet. Dies wird durch Künstler und Verlage zunehmen als wirtschaftliche Bedrohung wahrgenommen. Neue Geschäftsmodelle wie verstärkte Angebote von legalen digitalen Mangas wie auch kostenlose Bereitstellung bei Finanzierung über Werbung oder Verkauf von Merchandising werden dem entgegengesetzt, jedoch ohne dass immer zufriedenstellende finanzielle Ergebnisse erzielt werden können. Die Künstler selbst haben, im Gegensatz zu Musikern, kaum die Möglichkeit Geld durch Live-Auftritte zu verdienen.[67]

Auflagenzahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gesamtauflage aller Manga (Magazine und Taschenbücher) betrug im Jahr 2004 in Japan 1,38 Milliarden Exemplare, was gegenüber dem Vorjahr einen Rückgang um 3,5 % bedeutete.

Der Manga-Markt wird heute in gleichen Teilen von Magazinen und Taschenbuch-Ausgaben dominiert. In den 1990er Jahren wurden noch deutlich mehr Magazine verkauft. Als Grund für die seit dessen stattfindende Reduzierung des Marktes wird in erster Linie die seitdem zunehmende Konkurrenz durch elektronische Medien angesehen, die die gleiche Zielgruppe von Pendlern anspricht.[45]

Weekly Shōnen Jump, das erfolgreichste Magazin, erlebt seit 1997 einen stetigen Rückgang der pro Woche verkauften Exemplare; Mitte der 1990er-Jahre waren von dem Magazin noch mehr als sechs Millionen Exemplare pro Woche verkauft worden – 2015 waren es 2,4 Millionen. In den Jahren zuvor verloren die großen Magazine häufiger 10 % und mehr ihrer Auflage pro Jahr. Nur das Weekly Shōnen Magazine verkauft neben dem Jump noch mehr als 1 Million Exemplare pro Woche.[68]

Einzelbände erfolgreicher Serien haben üblicherweise Erstauflagen von 300.000 bis 500.000.[45] Den Rekord hält gegenwärtig Band 56 der Serie One Piece: Anfang Dezember 2009 wurde er in einer Erstauflage von 2,85 Millionen Exemplaren ausgeliefert, wofür der Shueisha-Verlag mit einer neunseitigen Zeitungsanzeige warb.[69] Im Februar 2012 sah die Rangliste der erfolgreichsten Manga-Serien in Japan (alle bei Shueisha im Shonen Jump erschienen) nach Verkaufszahlen der Sammelbände folgendermaßen aus:[70]

Zahlen aus dem Jahr 2005 für Serien, die nicht im Shueisha Verlag erschienen sind:[71]

Golgo 13 (gestartet 1968) und Kochikame (gestartet 1977) gehören zugleich auch zu den am längsten ununterbrochen laufenden Manga-Serien und zu denen mit der größten Anzahl an Sammelbänden.

Im Medienverbund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Vermarktung von Manga findet oft im Zusammspiel mit Anime, Videospielen und weiteren Medien statt. Dabei kann eine erfolgreiche Mangaserie über die Adaptionen an Reichweite und damit an weiterer Popularität gewinnen oder sogar inhaltlich transformiert werden, um andere Teile des Medienverbunds zu unterstützen, die erfolgreicher waren. Auch erscheinen wiederum Manga als Adaptionen anderer Medien. Die Wechselwirkungen in der Vermarktungskette ermöglichen den Verlagen Risiken zu reduzieren, können jedoch auch Innovationen bremsen, da diese noch nicht am Markt erprobt sind, und zur Konformität drängen.[45]

Manga-Zeichner[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Phasen der Entstehung eines Bilds im Manga-Stil

Autoren von Manga werden Mangaka genannt. Schätzungen zufolge gibt es in Japan etwa 2.500 Mangaka. Von diesen können jedoch nur etwa 20 % von als professionelle Zeichner von ihrer Tätigkeit leben. Darüber hinaus gibt es eine große Zahl an Amateurzeichnern, die außerhalb der Verlage veröffentlichen.[45] Während bis in die 1960er Jahre fast ausschließlich Männer als Manga-Zeichner tätig waren, sind in dem Beruf heute auch viele Frauen tätig und ähnlich erfolgreich wie ihre männlichen Kollegen.[33] Der Weg in den Beruf geht häufig über Wettbewerbe und Einreichungen bei den Magazinen oder Künstler werden durch Dōjinshi – Fanpublikationen im Selbstverlag – bekannt genug, dass ein Verlag auf sie aufmerksam wird. Auch die Arbeit als Assistent bei etablierten Mangaka vermittelt Erfahrung und Übung, um danach eigene Serien zu schaffen.[46]

Die Arbeit der meisten Zeichner findet unter großem Zeit- und Erfolgsdruck statt, da die Magazine in festem, teils wöchentlichem Rhythmus erscheinen und für jede Ausgabe ein neues Kapitel fertiggestellt sein muss. Da über die Magazine schnell und viele Rückmeldungen der Leser den Verlag erreichen, kann dieser auch zeitnah über die Absetzung einer Serie entscheiden. So ist es üblich, dass 10 Wochen nach Start der Serie über die Fortführung entschieden wird. Die Künstler nehmen teils große persönliche und gesundheitliche Einschränkungen in Kauf. In der Regel beschäftigt ein Künstler daher mehrere Assistenten, die Hilfsarbeiten ausführen wie das Zeichnen von Hintergründen, das Tuschen der Zeichnungen oder den Einsatz von Rasterfolien.[45] Die Assistenten sind nicht immer angestellte Zeichner, sondern bisweilen auch Freunde oder Familienangehörige der Künstler.[46] Durch die geforderte Arbeitsgeschwindigkeit ist die Verwendung von Hilfsmitteln wie Rasterfolie zur Flächenfüllung oder vorgefertigter Hintergründe üblich. Die Aufteilung der Hauptarbeit in einen Zeichner und einen Szenaristen ist selten, kommt aber vor allem bei Serien für Jugendliche vor. Die Szenaristen erreichen dabei selten die gleiche Popularität wie die Zeichner.[45]

Internationale Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die internationale Verbreitung von Manga wurde durch den vorhergehenden Erfolg von Anime, japanischen Animationsfilmen, befördert. Auch dabei spielte, wie bei der Geschichte des Manga selbst, Osamu Tezuka eine bedeutende Rolle, da gerade die von ihm produzierten Verfilmungen seiner Manga-Serien im Ausland großen Erfolg hatten.[24] Die Verbreitung von Anime-Serien insbesondere in den 1990er Jahren führte schließlich dazu, dass die Stilmerkmale von Manga einem jungen Publikum vertraut wurden und sie dem Medium offener gegenüber standen.[58] Die vorhergehende Popularisierung von Anime hatte insbesondere in den 1990er Jahren jedoch auch den Nachteil, dass nach der selektive Wahrnehmung einiger pornografischer Anime als „der Anime“ das Vorurteil eines sexualisierten, potentiell gefährlichen Mediums auch auf Manga übertragen wurde. Das Vorurteil wurde dadurch begünstigt, dass die früh international erschienenen Werke für ein jüngeres Publikum nicht als japanisch bzw. als Anime wahrgenommen wurden.[34] Durch Synchronisation und – unter den gewählten lizenzierten Werken – kulturell neutralen Science-Fiction- und Fantasy-Inhalte blieb die japanische Herkunft verborgen. Dies trug auch zum leichten Erfolg von Anime bei, dagegen war die Leserichtung für Manga eine Hürde. Daher wurden die lizenzierten Ausgaben zunächst oft gespiegelt. Die spezifische Dominanz von Bildern gegenüber Text, archetypisch-symbolische Gestaltung der Figuren und der filmische Erzählstil dagegen machen das Medium Manga international leicht verständlich.[23] Jedoch ist international – im Gegensatz zur Situation in Japan selbst – fast nur der Story-Manga bekannt und verbreitet.[24]

Der Erfolg von Manga außerhalb Japans und insbesondere bei der Generation der 1980er- und 1990er Jahre wird gern mit seiner Andersartigkeit erklärt, die der Abgrenzung zu anderen Kulturprodukten und der Elterngeneration diene. Jedoch war dieser Generation der Stil von Manga gar nicht so fremd, da sie bereits über Animeserien damit vertraut wurden.[72][58] Die Ästhetik von Manga und Anime fand mit der internationalen Popularisierung der Medien auch über die Konsumenten der japanischen Werke hinaus Verbreitung, Akzeptanz und Gefallen, sodass sie auch in nicht-japanischen Produktionen aufgegriffen wurde. Dies reicht bis zur Verwendung in Werbung für erotische Angebote im nächtlichen Fernsehprogramm, was wiederum älteren Vorurteilen über das Medium Vorschub leistete.[34] Besonders in der Fanszene, aber auch darüber hinaus, entstand außerdem ein größeres Interesse an andere Aspekten der japanischen Kultur. In einigen Jugendkulturen entstand seit den 2000er Jahren eine Japan-Mode, sodass Japan hier größeren Einfluss als die früher Vorbild gebenden Vereinigten Staaten haben.[58] Manga wurde zusammen mit Anime zu einem kulturellen Botschafter Japans, in deren Kontext auch andere Aspekte der japanischen Kultur vermittelt werden sollen und die auch zum Gegenstand und Mittel japanischer Außenpolitik wurden.[23]

Manga haben Comics im Westen, die hier zuvor fast ausschließlich an männliche Leser gerichtet waren, für ein weibliches Publikum attraktiv gemacht und dem Medium so eine wesentlich größere Leserschaft erschlossen.[73][74] In Japan selbst ist dies nichts Ungewöhnliches, da dort spätestens seit den 1970er-Jahren auch gezielt Manga für Frauen produziert werden.

USA[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Japanische Comics wurden in den Vereinigten Staaten ab den 1970er Jahren zunächst nur einer kleinen Gruppe bekannt – Fans japanischer Animationsfilme oder Japan-stämmige. Der erste in den USA veröffentlichte Manga war Barfuß durch Hiroshima, der 1978 von einer in San Francisco und Tokio tätigen Fan-Übersetzergruppe privat verlegt, aber nach kurzer Zeit wieder eingestellt wurde. Größere Verbreitung fanden bald darauf zwei Kurzgeschichten von Shinobu Kaze: Seine zehnseitige Geschichte Violence Becomes Tranquility erschien im März 1980 im Comicmagazin Heavy Metal, und die sechsseitige Geschichte Heart And Steel im Februar 1982 im Magazin „epic“. 1982 folgte ein zweiter Versuch, Barfuß durch Hiroshima unter dem Titel I Saw It erneut herauszubringen und in dem von Art Spiegelman herausgegebenen Avantgarde-Magazin RAW wurden im Mai 1985 mehrere Kurzgeschichten von Zeichnern des japanischen Magazins Garo veröffentlicht. Ab Mai 1987 erschien bei First Comics die Manga-Serie Lone Wolf & Cub, deren erste Bände aufgrund des großen Verkaufserfolges bereits nach kurzer Zeit nachgedruckt werden mussten. Noch im gleichen Jahr brachte Eclipse Comics zusammen mit Viz die Manga-Serien Kamui, Mai the Psychic Girl und Area 88 als zweiwöchentlich erscheinende Comichefte heraus. Viz war als Ableger des japanischen Verlags Shogakukan gegründet worden und ist als Viz Media noch immer im Markt aktiv. Im Jahr 1988 folgte Marvel Comics mit der Veröffentlichung von Akira, das zu einem Wegbereiter der weltweiten Manga- und Anime-Verbreitung wurde. In der folgenden Zeit wurde Dark Horse zum größten Manga-Verlag in den USA neben Viz.[38]

Die ersten Manga in den USA waren zur Anpassung an die übrigen Comicpublikationen auf Albenformat vergrößert und auf westliche Leserichtung gespiegelt worden. In dieser Phase waren die meisten Manga-Figuren daher scheinbar Linkshänder, und japanische Schriftzeichen auf Schildern und Plakaten wurden seitenverkehrt abgedruckt.[75] Der Verkauf lief noch über Comicläden. Das änderte sich erst mit dem Erfolg von Sailor Moon ab 1997, der zudem zur Veröffentlichung weiterer Mangas für ein weibliches Publikum führte. Der Verlag Mixx Entertainment hatte daran, unter seinem neuen Namen Tokyopop, großen Anteil und wurde zu einem der größten Manga-Verlage der USA. 2004 kam Del Rey Manga hinzu, die eine Partnerschaft mit Kōdansha eingingen.[38] Als erster Manga-Band in original japanischer Leserichtung in den USA erschien zwar bereits 1989 Panorama of Hell bei Blast Books,[76] doch erst Tokyopop brachte ab 2002 Manga-Serien konsequent ungespiegelt heraus. Statt der Spiegelung finden jedoch immer wieder andere Anpassungen statt, wenn die Darstellungen nach amerikanischen Vorstellungen zu gewalthaltig oder zu stark sexualisiert sind. Dies hängt immer wieder auch damit zusammen, dass in den USA auf ein jüngeres Publikum abgezielt wird als in Japan.[36]

Im Jahr 2005 betrug der Umsatz des nordamerikanischen Manga-Marktes etwa 125 bis 145 Millionen Euro,[77] und unter den 100 meistverkauften Comicbänden in den USA waren 80 Manga-Bände.[78] Ende der 2000er Jahre jedoch gingen die Verkäufe in den USA wieder etwas zurück. Das wird als Konsolidierung eines überstrapazierten Marktes und Folge eines Überangebots angesehen – das Medium Manga selbst blieb beliebt und verschwand dadurch nicht.[43]

Europa[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als erster Manga in Europa erschien Bushido Muzanden von 1969 bis 1971 in Fortsetzungskapiteln in einem französischen Kampfsportmagazin. Ab 1978 erschien mit dem französischsprachigen Magazin Le Cri Qui Tue aus der Schweiz das erste europäische Manga-Magazin.[79] Der erste auf Spanisch veröffentlichte Manga war die Gekiga-Kurzgeschichte Good-Bye von Yoshihiro Tatsumi im Jahr 1980 in Ausgabe Nr. 5 der Underground-Comiczeitschrift „El Víbora“, die Zeitschrift veröffentlichte im Laufe der nächsten Jahre weitere Geschichten dieses Zeichners. Als erste Manga-Serie auf Spanisch erschien ab 1984 Candy Candy Corazón.

1990 begann Glénat mit der französischsprachigen Veröffentlichung von Akira. Der Manga-Anteil am französischen Comicmarkt stieg von 10 % im Jahr 2001[80] auf 22 % im Jahr 2006.[81] Der Manga-Markt in Großbritannien entwickelte sich später als in den meisten übrigen europäischen Ländern. Während im Jahr 2001 etwa 100.000 Manga-Bände mit einem Gesamtumsatz von umgerechnet 2 Millionen Euro verkauft wurden, waren es im Jahr 2005 knapp 600.000 Manga-Bände mit einem Gesamtumsatz von umgerechnet 7,6 Millionen Euro. Die meisten Manga in Großbritannien werden aus den USA eingeführt, der erste britische Manga-Verlag wurde im August 2005 gegründet.[82]

Ab 2000 nahm der künstlerische Einfluss des Manga auf die europäischen Zeichner zu. Frederic Boilet, der bereits mit japanischen Zeichnern gearbeitet hatte, proklamierte 2001 die Bewegung des Nouvelle Manga. Der Austausch mit den japanischen Künstlern sollte verstärkt werden, von den japanischen Erzähltechniken und der Vielfalt der Inhalte und Zielgruppen gelernt und die Unterschiede zwischen den nationalen Comic-Traditionen beseitigt werden. Viele französische Künstler ließen seitdem Manga-Stilmittel in ihre Arbeiten einfließen.[83]

Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Deutsches Manga-Fanart (2008)

Der Begriff „Manga“ als Name für die Werke Hokusais wurde in der deutschsprachigen Kunstliteratur bereits seit Ende des 19. Jahrhunderts verwendet, meist in der heute veralteten Schreibweise „Mangwa“. Die erste gegenwärtig bekannte, zugleich negativ gefärbte Verwendung des Wortes ‚Manga‘ in deutschsprachigen Medien als Kennzeichnung japanischer Comics findet sich in einer Sonderbeilage der Zeitschrift stern vom Juni 1977: „(…) Höchste Auflagen haben die „Mangas“, Strip-Magazine mit Sadismen, bei deren Anblick vermutlich gar der alte Marquis de Sade noch Neues hätte lernen können“.[84] Die ersten Manga-Veröffentlichungen in Deutschland, zuerst 1982 Barfuß durch Hiroshima – Eine Bildergeschichte gegen den Krieg von Keiji Nakazawa bei Rowohlt Verlag, hatten dann auch wenig bis keinen Erfolg, obwohl sie in Leserichtung, Veröffentlichungsform und teils auch Farbe an westliche Lesegewohnheiten angepasst waren. So wurde Akira 1991 zwar gespiegelt und koloriert in Alben veröffentlicht, wurde aber nicht mehr als ein Achtungserfolg.[57]

Der Durchbruch für Manga in Deutschland kam Ende 1996 mit der ungespiegelten Serie Dragonball des Carlsen-Verlags. Die Veröffentlichung in originaler Leserichtung war vom Lizenzgeber vorgegeben worden, erwies sich aber als vorteilhaft und wurde zum Standard für Manga-Veröffentlichungen in Deutschland: Die japanische Leserichtung betont Authentizität, grenzt zum restlichen Comic-Angebot ab und senkt die Kosten für die Verlage, die dies in Form geringerer Preise an den Leser weitergeben.[72] Den meisten Bänden ist seitdem auf der letzten bzw. der nach westlicher Leserichtung ersten Seite eine kurze Anleitung zum Lesen von rechts nach links beigeheftet.[43] Mittlerweile erscheinen allein bei den größten deutschen Manga-Verlagen Carlsen Manga, Egmont Manga, Tokyopop, Planet Manga und Kazé jährlich über 800 Manga-Bände.

Manga werden in Deutschland fast ausschließlich in Form von Taschenbüchern (meist im japanischen Tankōbon-Format) veröffentlicht. Der Versuch, auch monatlich erscheinende Manga-Magazine nach japanischem Vorbild in Deutschland zu etablieren, war scheiterte Anfang des 21. Jahrhunderts nach einigen Jahren:[85] Die Magazine Manga Power und Manga Twister wurden wegen unzureichender Verkaufszahlen und Banzai! wegen Lizenzproblemen wieder eingestellt. Das Magazin Daisuki hielt sich noch bis Mai 2012.

Die Entwicklung des Manga-Booms in Deutschland lässt sich zum Beispiel an den Umsatzzahlen des Carlsen-Verlags ablesen: Während der Verlag 1995 Manga für knapp 400.000 Euro verkaufte, lag sein Manga-Umsatz im Jahr 2000 bei über vier Millionen Euro und 2002 bei über 16 Millionen Euro.[86] Im Jahr 2005 lag der Manga-Bruttoumsatz in Deutschland bei 70 Millionen Euro. Mit einem Zuwachs von 6,9 % war der Manga-Sektor 2005 der am stärksten wachsende Bereich des deutschen Buchmarktes, dessen Gesamtwachstum bei weniger als 1 % lag. Im Jahr 2005 war Egmont Manga und Anime (EMA) mit einem Jahresumsatz von 15 Millionen Euro Marktführer,[87] im Jahr 2006 lag laut GfK-Angaben Carlsen Comics mit einem Marktanteil von 41 % knapp vor EMA (38 %).[88] Dabei lief der Vertrieb ab den 2000er Jahren nicht nur über den Fach- und Zeitschriftenhandel, sondern auch über die meisten Buchläden. Das Angebot wird oft in der Nähe von Jugendbüchern platziert und der Erfolg verhalf auch anderen speziell japanischen Erzählformen wie Light Novel nach Deutschland. Die positive Entwicklung des Marktes hält auch über das Jahr 2010 hin an.[43] Die Veröffentlichungen geschehen zwar fast immer ungespiegelt, jedoch manchmal auf andere Weise verändert oder es wird bereits verändertes Material aus den USA übernommen, um anderen Vorstellungen über die Darstellbarkeit von Sex und Gewalt entgegen zu kommen oder Kritik vorzubeugen. So werden meist auch Swastika, die in Ostasien ein verbreitetes Glückssymbol sind, weil sie in Deutschland mit dem Nationalsozialismus assoziiert werden.[36]

Nachdem der Comicmarkt in Deutschland seit den 1980er Jahren rückläufige Verkäufe bei stetig steigenden Preisen verzeichnete, wurde dieser Trend durch den Erfolg von Manga in den 1990er Jahren gebrochen. Die günstige Veröffentlichungsform und die neuen Inhalte sprachen nun wieder ein breiteres, jüngeres und erstmals weiblicheres Publikum an. Seit der Jahrtausendwende haben Manga auf etablierten deutschen Literaturveranstaltungen wie der Frankfurter Buchmesse und der Leipziger Buchmesse eigene Messebereiche. Das Segment wurde – in Verbindung mit Cosplay – zu einem der Publikumsmagneten der Messen und bringt ihnen viele junge Besucher.[57] Auch deutsche Auszeichnungen berücksichtigen diese Entwicklung. So gibt es die Kategorien „Manga/Manhwa international“ und „Manga-Eigenpublikation (national)“ beim Sondermann-Preises der Frankfurter Buchmesse. Außerdem etablierten sich Manga-Zeichenwettbewerbe, die vom Manga inspirierte deutsche Künstler suchen, wie etwa „Manga-Talente“ auf der Buchmesse Leipzig oder „Manga-Magie“ von den Bahnhofsbuchhandlungen Ludwig. Seit Anfang der 2000er etablierten sich so auch einige deutsche Künstler, die aus der Manga-Fanszene stammen und Manga-typische Stile, Erzählstrategien, Themen und Genres in ihren Werken aufgreifen.[58]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Portal: Comic – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Comic

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Osamu Tezuka (Vorwort), Frederik L. Schodt: Manga! Manga! The World of Japanese Comics. Kodansha America, 1983, ISBN 0-87011-752-1 (englisch)
  • Jacqueline Berndt: Phänomen Manga. Quintessenz Verlag, 1995, ISBN 3-86124-289-3
  • Frederik L. Schodt: Dreamland Japan: Writings on Modern Manga. Diane Pub Co., 1996, ISBN 0-7567-5168-3 (englisch)
  • Sharon Kinsella: Adult Manga: Culture and Power in Contemporary Japanese Society. University of Hawaii Press, 2000, ISBN 0-8248-2318-4 (englisch)
  • Masanao Amano, Julius Wiedemann (Hrsg.): Manga Design. Taschen Verlag, 2004, ISBN 3-8228-2591-3
  • Stephan Köhn: Traditionen visuellen Erzählens in Japan. Harrassowitz Verlag, 2005, ISBN 3-447-05213-9
  • Paul Gravett: Manga – Sechzig Jahre japanische Comics. Egmont Manga & Anime, 2006, ISBN 3-7704-6549-0
  • Adam L. Kern: Manga from the Floating World: Comicbook Culture and Kibyoshi of Edo Japan. Harvard University Press, 2007, ISBN 0-674-02266-1 (englisch)
  • Miriam Brunner: Manga – Faszination der Bilder: Darstellungsmittel und Motive. Wilhelm Fink, München 2009, ISBN 978-3-7705-4879-8

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Manga – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Manga – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Deutsches Filminstitut – DIF / Deutsches Filmmuseum & Museum für angewandte Kunst (Hrsg.): ga-netchû! Das Manga Anime Syndrom. Henschel Verlag, 2008. ISBN 978-3-89487-607-4. S. 267.
  2. Paul Gravett: Manga – Sechzig Jahre japanische Comics. Egmont Manga & Anime, 2006. S. 8.
  3. a b Toni Johnson-Woods: Introduction. In: Toni Johnson-Woods (Hrsg.): Manga – An Anthology of Global and Cultural Perspectives. Continuum Publishing, New York 2010, ISBN 978-0-8264-2938-4, S. 1 f.
  4. a b c d Miriam Brunner: Manga. Wilhelm Fink, Paderborn 2010, ISBN 978-3-7705-4832-3, S. 11 f.
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Dieser Artikel wurde am 19. August 2005 in dieser Version in die Liste der lesenswerten Artikel aufgenommen.