Mangan (Schiff)

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Mangan
Die Mangan in Hamburg
Die Mangan in Hamburg
Schiffsdaten
Flagge LiberiaLiberia Liberia
andere Schiffsnamen
  • DOAL Mangan
  • Suntempest
  • Barber Mangan
Schiffstyp Stückgutfrachter
Rufzeichen D5UY
Heimathafen Monrovia
Eigner Monsoon Current Shipping Corp., Monrovia
Reederei Komrowski Befrachtungskontor KG, Hamburg
Bauwerft Flender-Werft AG, Lübeck
Baunummer 176
Indienststellung 29. April 1969
Verbleib 1998 abgewrackt
Schiffsmaße und Besatzung
Länge
168,50 m (Lüa)
160,00 m (Lpp)
Breite 22,86 m
Seitenhöhe 12,4 m
Tiefgang max. 9,03 m
Vermessung 11.383 BRT/ ab 1991 11.229 BRZ
Maschinenanlage
Maschine 1 × MAN K6Z 78/155 E
Maschinen-
leistungVorlage:Infobox Schiff/Wartung/Leistungsformat
7.723 kW (10.500 PS)
Höchst-
geschwindigkeit
18 kn (33 km/h)
Propeller 1 × Festpropeller
Transportkapazitäten
Tragfähigkeit 15.528 tdw
Rauminhalt 23.603 m³
Kühlraum 498[1]
Sonstiges
Klassifizierungen

Germanischer Lloyd GL + 100 A % E Strength f. Heavy Cargo + MC H + KAZ

Registrier-
nummern

IMO-Nr. 6906701

Die Mangan war ein 1969 von der Flender-Werft in Lübeck abgelieferter Stückgutfrachter, der von dem in Hamburg ansässigen Komrowski Befrachtungskontor in Auftrag gegeben wurde. Das Schwesterschiff Merian mit weitgehend gleichen Daten wurde 1968 von der Flender-Werft an die gleiche Reederei abgeliefert. Das Schiffsleben der Mangan währte 29 Jahre. Das Besondere war, dass sie in dieser Zeit ununterbrochen von Komrowski betrieben wurde.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Mangan mit der Baunummer 576 wurde am 29. April 1969 an die Reederei übergeben. Das Schiff war ein schneller Linienfrachter und war für die Vercharterung an Linienreedereien vorgesehen. Es wurde in verschiedenen Fahrtgebieten in der weltweiten Stückgutfahrt eingesetzt und begann 1970 mit einer zweijährigen Zeitcharter für Barber Lines. Die Barber Lines hatte 1969 einen Liniendienst von Fernost in die USA eröffnet und die Mangan fuhr unter den Namen Barber Mangan.

Ab 1972 hieß sie wieder Mangan und wechselte in die Trampfahrt, die von Beschäftigungen in der Linienfahrt unterbrochen wurde. Ab 1989 fuhr sie als Suntempest zwei Jahre für eine kanadische Linienreederei von Kanada über die Karibik im Liniendienst zur Nordküste von Südamerika und zurück. Nach Ablauf der Charter hieß sie wieder Mangan. Zu dieser Zeit trat ein Übereinkommen zur Schiffsvermessung (Vermessung in BRZ statt BRT) in Kraft, das weltweit verbindlich wurde. Die Mangan wurde neu vermessen und war nun mit 11.229 BRZ statt 11.383 BRT vermessen.

Ab Juni 1995 wurde sie an die Deutsche Ost-Afrika-Linie verchartert und fuhr als DOAL Mangan wieder in Zeitcharter. Ende 1997 lief die Klassenperiode ab und die Mangan wurde 1998 für $ 785.000 an die Jai Bharat Steel Company (Indien) verkauft. Am 17. Februar 1998 erreichte sie mit 29 Jahren den Strand von Alang, wo sie abgewrackt wurde.

In diesen 29 Jahren Fahrtzeit für die Reederei Komrowski hatte sie etwa die halbe Zeit auf See verbracht, „umrundete“ etwa 94 mal die Erde und verbrauchte dabei 200.000 t Treibstoff.

Schiffsbeschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Brückenhaus befand sich im achteren Bereich des Schiffes. Das Schiff hatte fünf Laderäume mit einer Kapazität von 23.603 m³.[2] Die Laderäume wurden auf dem Wetterdeck mit MacGregor-Lukendeckeln geschlossen. Neben den fünf für Schwergut geeigneten Laderäumen mit Zwischendecks hatte das Schiff als Universalfrachter einige kleine Kühlräume mit einer Kapazität von rund 500 m³ und sogenannte Süßöltanks. Das Schiff war mit zwei kombinierten Anker- und automatischen Mooringwinden ausgerüstet, die über ein Getriebe außerdem einen Spillkopf antreiben konnten.

Für den Notfall war das Schiff mit zwei Motorrettungsbooten für 40 Personen ausgestattet.

Technische Daten und Ausstattung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Antrieb des Festpropellers mit vier Flügeln erfolgte durch einen mit Schweröl betriebenen, umsteuerbaren, langsamlaufenden Zweitaktmotor vom Typ MAN K6Z 78/155 E mit 7.723 kW Leistung bei 122 U/min, der dem Schiff eine Geschwindigkeit von 18 kn verlieh. Zur Stromerzeugung waren zwei Dieselgeneratoren mit 350 kW Leistung und ein Dieselgenerator mit 180 kW Leistung installiert. Das elektrische Bordnetz arbeitete mit der Nennspannung von 440 V und der Nennfrequenz von 60 Hz.

Als Ruderanlage war eine elektrohydraulische Drehflügelrudermaschine eingebaut. Sie wurde von der Brücke über eine Weg- oder Zeitsteuerung bedient. Außerdem war eine Selbststeuereinrichtung vorhanden. Die Ruderlage wurde auf der Brücke in jeder Brückennock, im Brückenpult und an der Brückendecke angezeigt.

Für den Ladungsumschlag stand konventionelles Ladegeschirr bestehend aus 18 Ladebäumen mit Kapazitäten von 5 bzw. 10 t, zwei Schwergutladebäume mit 32 t Kapazität und ein Schwergutladebaum mit 50 t Kapazität zur Verfügung, die von elektrischen Winden (14 Ladewinden 49/29,5 kN, vier Ladewinden 78,5/29,5 kN sowie 18 Topwinden 21,5 kN) betätigt wurden.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Die Deutsche Handelsflotte 1994, Seehafenverlag Erik Blumenfeld, Hamburg, S. 372.
  2. Die Deutsche Handelsflotte 1994, Seehafenverlag Erik Blumenfeld, Hamburg, S. 372.