Mangfalltalbahn

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Holzkirchen–Rosenheim
Strecke der Mangfalltalbahn
Streckennummer: 5622
Kursbuchstrecke (DB): 958
Streckenlänge: 37,0 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Stromsystem: 15 kV 16,7 Hz ~
Höchstgeschwindigkeit: 120 km/h
Zugsicherungssysteme: PZB 90
Strecke – geradeaus
von München Hbf (S-Bahn S3)
   
0,0 Holzkirchen Endstation S3 682 m
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach rechts
nach Lenggries und nach Schliersee
   
6,6 Kreuzstraße Endstation S7 622 m
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach links
nach München-Giesing (S-Bahn München S7)
Bahnhof, Station
13,5 Westerham 557 m
   
Feldolling (geplant für 2018)
   
nach Vagen
Bahnhof, Station
20,8 Bruckmühl 510 m
Haltepunkt, Haltestelle
22,2 Heufeldmühle
Haltepunkt, Haltestelle
23,7 Hinrichssegen (seit 14. Dezember 2014)
Bahnhof, Station
24,8 Heufeld
   
nach Feilnbach
Bahnhof, Station
27,8 Bad Aibling
Haltepunkt, Haltestelle
28,6 Bad Aibling Kurpark (seit 4. September 2009)
Bahnhof, Station
33,0 Kolbermoor
   
34,7 Rosenheim-Aicherpark (geplant für 2018)
Abzweig – in Gegenrichtung: nach rechts
von München und von Mühldorf
Bahnhof, Station
37 Rosenheim 448 m
Brücke über Wasserlauf (groß)
Mangfall
Gleisdreieck – geradeaus, nach rechts, von rechts
nach Kufstein (Rosenheimer Kurve)
Strecke – geradeaus
nach Salzburg
Logo Mangfalltal-Bahn

Die Mangfalltalbahn (Kursbuchstrecke 958) ist eine durch das Mangfalltal verlaufende, eingleisige, elektrifizierte Bahnstrecke zwischen Holzkirchen und Rosenheim, die im Fahrplan ausschließlich vom Regionalverkehr bedient wird. Sie dient jedoch auch als Umleitungsstrecke im Fall von Störungen auf der Bahnstrecke München–Rosenheim.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bahnhof Kreuzstraße

Die Mangfalltalbahn ist Teil der ersten Schienenverbindung zwischen München und Rosenheim (und weiter nach Salzburg/Kufstein), der sogenannten Bayerischen Maximiliansbahn. Sie wurde vom bayerischen Staat erbaut und am 31. Oktober 1857 fertiggestellt. Die Strecke endete damals im Rosenheimer Vorort Am Roßacker. Erst am 13. November 1858 wurde dann der erste „richtige“ Bahnhof in Rosenheim samt Lokschuppen und Drehscheibe eingeweiht. Der damalige Lokschuppen besteht heute noch und wird unter dem Namen „Lokschuppen Rosenheim“ als Ausstellungsgebäude genutzt. Die Bahnstrecke wurde zu dieser Zeit vor allem genutzt, um Kohle aus dem Bergwerk in Hausham zum Salinensudhaus in Rosenheim zu transportieren.

Von Bad Aibling führte eine mittlerweile abgebaute elektrifizierte Lokalbahn nach Bad Feilnbach. Auch existierte eine kurze Stichstrecke von Westerham nach Vagen, die noch in den 1940er-Jahren für den Personenverkehr genutzt wurde. Später wurden die Gleise nur noch für die Anbindung der Leitzachwerke genutzt, bevor sie Ende der 1990er-Jahre demontiert wurden.

Der geplante zweigleisige Ausbau ist niemals realisiert worden, da 1871 die neu erbaute Direktverbindung München–Rosenheim über Grafing (heute Kursbuchstrecke 950/951) die Funktion der Hauptbahn übernahm. 1971 wurde die Strecke elektrifiziert, um eine Ausweichroute für die hochbelastete Strecke über Grafing vorhalten zu können. Man merkt der Strecke diesen Zweck auch an, weil die Ausweichgleise in den Bahnhöfen ungewöhnlich lang sind.

Haltepunkt Bad Aibling Kurpark mit Bahnübergang und Blocksignal bei Streckenkilometer 28,8 (Februar 2016)

Planungen für weitere Haltepunkte in Feldolling, Hinrichssegen und Rosenheim-Aicherpark begannen bereits 1995. Grundlage dafür war ein Kabinettsbeschluss der bayerischen Staatsregierung, der auf Betreiben des Landratsamts Rosenheim und einer dort beauftragten Studie zurückging. Noch im Jahr 2008 schrieb die Deutsche Bahn, dass konkrete Zeitpunkte für die Inbetriebnahmen der vorgesehenen Haltepunkte nicht genannt werden können. Lokalpolitiker erhoben damals schwere Vorwürfe gegen die Deutsche Bahn. Inzwischen wurden der Haltepunkt Bad Aibling Kurpark 2009 und der Haltepunkt Hinrichssegen am 14. Dezember 2014 in Betrieb genommen (die feierliche Einweihung erfolgte am 28. Juli 2015). Für die Haltepunkte Feldolling und Rosenheim-Aicherpark gibt es inzwischen eine Planung für 2018.

Seit dem 15. Dezember 2013 führt die Bayerische Oberlandbahn unter dem Namen Meridian den Verkehr im Auftrag der Bayerischen Eisenbahngesellschaft durch. Aufgrund von Zulassungsproblemen kamen die geplanten dreiteiligen Triebzüge Stadler Flirt 3 erst ab Ende Juni 2014 zum Einsatz, es sind aber auch sechsteilige Triebzüge unterwegs. Seitdem gibt es aus dem Mangfalltal einige Verbindungen, die ohne Umsteigen über Holzkirchen nach München führen (6 Zugpaare pro Tag).

Unfälle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf der Strecke zwischen Bad Aibling und Kolbermoor stießen am 28. Mai 1945 ein mit Soldaten besetzter Militärzug und ein Leerzug zusammen. Der Unfall, der sich in einem unübersichtlichen Waldstück ereignete, forderte fünf Menschenleben und 21 zum Teil schwer Verletzte. Mitursächlich war die Unterbrechung von Fernsprech- und Fernmeldeleitungen zwischen Bad Aibling und Kolbermoor am Ende des Zweiten Weltkrieges.

Am 9. Februar 2016 kam es rund 700 Meter weiter erneut zu einem Unfall. Bei dem Zusammenstoß zweier Züge starben 12 Menschen, etwa 80 Personen wurden verletzt.

Streckenführung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ausgangspunkt der Strecke befindet sich in Holzkirchen an der Strecke München–Holzkirchen, wo auch die Linie S 3 der Münchner S-Bahn endet. Der Bahnhof Kreuzstraße ist ebenfalls S-Bahn-Endstation, in diesem Fall der Linie S 7.

In Rosenheim trifft die Strecke auf die Hauptbahnen München–Rosenheim, Rosenheim-Salzburg und Rosenheim-Kufstein sowie auf die eingleisige, nicht elektrifizierte Hauptbahn nach Mühldorf.

Betrieb[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Betreiber der Strecke ist die DB Netz AG. Die Stationen werden von DB Station&Service betrieben.

Die Gesamtstrecke wurde bis zum Jahr 2000 von lokbespannten Wendezügen befahren, danach wurden von DB Regio Elektrotriebzüge der Baureihe 425 eingesetzt. Seit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2013 wird die Strecke im Rahmen des E-Netzes Rosenheim von der Bayerischen Oberlandbahn unter der Marke Meridian bedient. Auf dieser Strecke kommen vorwiegend drei- oder sechsteilige Stadler Flirt-Triebzüge zum Einsatz.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Mangfalltalbahn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]