Maniac Mansion

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Maniac Mansion
Maniac Mansion Logo.png
Studio Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Lucasfilm Games
Publisher Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Lucasfilm Games
DeutschlandDeutschland Softgold
JapanJapan Jaleco
Erstveröffent-
lichung
1987
Plattform Amiga, Apple II, Atari ST, C64, NES, PC (MS-DOS) und viele weitere mit ScummVM
Genre Adventure
Spielmodus Einzelspieler
Steuerung Tastatur, Maus oder Joystick
Medium unterschiedlich, min. 1 5,25″-DD-Diskette
Sprache Deutsch
Altersfreigabe
USK ab 12 freigegeben
PEGI ab 12 Jahren empfohlen

Maniac Mansion ist ein 1987 erschienenes Point-and-Click-Adventure der Firma Lucasfilm Games (heute LucasArts), das von Ron Gilbert und Gary Winnick entwickelt wurde. Mit seinem damals innovativen Bedienkonzept gilt Maniac Mansion als wichtiger Meilenstein des Genres. Die inhaltliche Fortsetzung von Maniac Mansion erfolgte 1993 mit dem Spiel Day of the Tentacle.

Inhalt und Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sandy, die Freundin von Dave, einem der Spielhelden, ist von Dr. Fred entführt worden, der sie für wissenschaftliche Experimente missbrauchen will. Da der Doktor und seine Familie unter dem Einfluss der Strahlung eines Meteors stehen, haben sie merkwürdige Angewohnheiten und Verhaltensweisen entwickelt – und so gestaltet sich die Rettung schwierig.

Der Spieler übernimmt abwechselnd die Rollen von Dave und zwei im Vorspann frei wählbaren Freunden, die in das Haus eindringen, um Sandy zu retten. Abhängig von der Zusammenstellung des Teams ergeben sich dabei verschiedene Ansätze zur Lösung. Die drei vom Spieler gesteuerten Charaktere müssen dabei zusammenarbeiten, um Sandy zu befreien und Dr. Fred zu stoppen.

Charaktere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am Anfang entscheidet der Spieler aus einer Auswahl von sechs Charakteren, welche beiden davon Dave in das Haus begleiten. Die zur Verfügung stehenden Charaktere sind Syd, Michael, Wendy, Bernard, Razor und Jeff. Syd und Razor sind Musiker, die im Verlauf des Spiels mit Hilfe eines Klaviers zur erfolgreichen Rettung von Sandy beitragen können. Michael ist Fotograf, Wendy möchte Schriftstellerin werden, und Bernard ist Präsident eines Physik-Klubs. Auch diese drei können mit ihren Fertigkeiten zur Rettung beisteuern. Allein Jeff, der „normalerweise am Strand rumhängt und auch auf den Namen ‚Surfer Dude‘ hört“, kann zwar wie Bernard das Telefon reparieren, hat aber keine besonderen Fähigkeiten zur Lösung des Spiels.

Portierungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Spiel erschien 1987 ursprünglich für den Commodore 64. Darauf folgten Portierungen für den Apple II und das Betriebssystem MS-DOS mit EGA-Grafik. Später erschienen technisch verbesserte Versionen für Amiga, Atari ST und eine erneuerte „Enhanced Version“ für MS-DOS. 1990 folgte eine Portierung für die Spielkonsole NES, die sowohl grafisch als auch von der Bedienung her angepasst wurde. Diese Version wurde auf Verlangen des Herstellers Nintendo zensiert: Gewaltdarstellungen, sexuelle Anspielungen und Schimpfwörter wurden entfernt.[1] Dies betraf auch die deutsche Version, die allerdings sprachlich weniger stark verfremdet wurde.[2]

Dem 1993 erschienen Folgetitel Day of the Tentacle lag Maniac Mansion als Easter Egg in der „Enhanced Version“ bei, konnte jedoch nur innerhalb des Spiels gestartet werden, indem der Spieler dort einen Computer benutzte. Ein Programmierfehler führte hier allerdings dazu, dass Maniac Mansion nicht mit allen Charakteren gelöst werden konnte. Wird Day of the Tentacle mit ScummVM ausgeführt, tritt der Fehler nicht auf, da die Programmierer ihn korrigiert haben.

Technik und Steuerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Technisch basiert der Titel auf der ersten Version von LucasArts’ SCUMM-Sprache.[3] Der Bildschirm ist dreigeteilt, in einen Bereich für Aktionsverben, ein darunter angeordnetes, aus Worten bestehendes Inventar der Spielfigur und den Spielbildschirm, der den größten Teil des oberen Bildes einnimmt.

Lucasfilm Games erschuf mit Maniac Mansion zwar nicht das erste mausgesteuerte Point-and-Click-Adventure (wie oft irrtümlich angenommen wird), verhalf jedoch mit seinem neuen, intuitiven Bedienkonzept dem Point-and-Click-Adventure endgültig zum Durchbruch.

Entwickler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In diesem Spiel wurden die Grundlagen für viele Running Gags der nachfolgenden Spiele gelegt. Legendär ist in Spielerkreisen das fehlende Kettensägenbenzin, das in Zak McKracken und Monkey Island 2: LeChuck’s Revenge aufgegriffen wird. Auch Chuck die Pflanze hatte in diesem Spiel ihr Debüt.

Insgesamt gibt es, abhängig von der Wahl der Figuren, vier mögliche Lösungswege:

  1. Die Weltraumpolizei benachrichtigen.
  2. Einen Plattenvertrag abschließen.
  3. Den Sohn Ed als Freund gewinnen.
  4. Einen Buchvertrag abschließen.

Im Spiel ist auch ein kleiner Bezug auf das damals noch von LucasArts entwickelte Spiel Rescue on Fractalus enthalten. Beim Blick durch das Teleskop im Haus erscheint auf einem anderen Planeten ein grüner Fractulaner.

Maniac Mansion hat von allen LucasArts-Adventures die größte Zahl an roten Heringen, was zum Teil auch daran liegt, dass verschiedene Gegenstände erst mit anderen, nicht eingesetzten Teammitgliedern sinnvoll nutzbar werden.

Maniac Mansion diente als loser Hintergrund zur gleichnamigen Fernsehserie, die zwischen 1990 und 1993 in Kanada und den USA ausgestrahlt wurde. Eine deutsche Ausstrahlung unter dem Titel Das Tollhaus erfolgte 1991/92 auf Tele 5 und 1995 auf Kabel1.[4]

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bewertungen in Spielezeitschriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auszeichnungen von Spielezeitschriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Sehr sanft geht es in diesem Spiel (beinahe hätte ich Film gesagt) ja nicht zu, aber es soll ja eine filmgleiche Atmosphäre herrschen, was mit den oben genannten Einspielungen unterstrichen wird. Außerdem ist diese Idee ja dermaßen originell! MANIAC MANSION dürfte eines der besten Programme dieses Jahres (wenn nicht dieses Jahrzehnts) sein.“

Manfred Kleimann: Aktueller Software Markt[6]

„Das ist Software, die zeigt, was fähige Programmierer können: komplex, benutzerfreundlich und höchst unterhaltsam. […] Zur Grafik ist vielleicht zu sagen, daß sie technisch den Commodore nicht ausnutzt (kein Soft-Scrolling, wenig Farben). Die witzigen Zeichnungen trösten darüber locker hinweg.“

Boris Schneider: Happy Computer[7]

Das Fachmagazin Adventure Gamers ordnete Maniac Mansion 2011 in seiner Liste Top 100 All-Time Adventure Games auf Platz 72 ein.[8]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fernsehserie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Unterschiede zwischen der C64- und der zensierten NES-Version. In: Schnittberichte.com.
  2. Unterschiede zwischen der deutschen und US-amerikanischen NES-Fassung bei Schnittberichte.com
  3. Edge-Redaktion: The Making Of: Maniac Mansion (englisch) In: Edge-Magazin. Future, plc. 6. August 2010. Archiviert vom Original am 29. November 2013. Abgerufen am 1. November 2011.
  4. Das Tollhaus (Maniac Mansion) bei Wunschliste.de
  5. Max Magenauer: Maniac Mansion. In: Amiga Joker. kultboy.de. 1. Februar 1990. Abgerufen am 1. November 2011.
  6. Manfred Kleimann: Verrückte Zeiten. In: Aktueller Software Markt, Ausgabe November 1987. 1. November 1987, abgerufen am 3. Oktober 2013.
  7. Boris Schneider: Maniac Mansion. In: Happy Computer, Sonderheft 21. Abgerufen am 3. Oktober 2013.
  8. Top 100 All-Time Adventure Games. In: AdventureGamers.com. Abgerufen am 18. April 2016.