Mannheimer Stadthaus

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Das Mannheimer Stadthaus ist ein moderner Bau im Quadrat N1 mit der für diese Stadt typischen Mannheimer Symmetrie (Gebäude mit so genannter Mittelturmfassade).

Geschichte[Bearbeiten]

altes Kaufhaus am Paradeplatz

Das heutige Stadthaus steht an dem Standort des ehemaligen „Alten Kaufhauses“ am Paradeplatz. Das „Alte Kaufhaus“ war ein barocker Prachtbau, der ebenfalls diese Mittelturmfassade aufwies und im Zweiten Weltkrieg teilweise zerstört wurde.

Drei Architektenwettbewerbe[Bearbeiten]

Das Stadthaus wurde von den Architekten Carlfried Mutschler, Joachim Langner, Christine Maurer und Ludwig Schwöbel geplant. Bis es aber so weit kam, wurden drei Wettbewerbe durchgeführt:

  1. Den ersten Wettbewerb im Jahr 1960 gewann Roland Ostertag aus Leonberg. Ostertag schlug ein 14-stöckiges Hochhaus von 60 Metern Höhe mit vorgelagerten flachen Kuben vor. Als Ergebnis des Wettbewerbs wurden Turm und Reste der barocken Substanz abgebrochen. Doch 1967 führten Finanzierungsschwierigkeiten zur Einstellung der Bauarbeiten. Der Entwurf von Ostertag wurde später in Kaiserslautern als Rathaus realisiert.
  2. Den zweiten Wettbewerb im Jahr 1978 gewann das Kölner Architektenehepaar Jan und Maria Matyas. Geplant war eine Blockbebauung mit einem trichterförmigen Einschnitt in der Längsachse an der Stelle, an der früher der Turm stand. Doch auch dieser Entwurf wurde nicht realisiert.
  3. Den dritten Wettbewerb im Jahr 1986 gewann der Mannheimer Architekt Carlfried Mutschler. Mutschler, der sich auch schon an den vorhergegangenen Wettbewerben beteiligt hatte, entwarf einen postmodernen Bau, der Bezug auf den barocken Vorgängerbau nimmt.

Bürgerentscheid[Bearbeiten]

Unüberhörbarer Protest seitens der Mannheimer Bürger führte im November 1986 zu einem Bürgerentscheid, der mit 83 Prozent eindeutig zugunsten eines Wiederaufbaus nach historischen Plänen und damit gegen Mutschlers Entwurf ausging. Da das erforderliche 30-Prozent-Quorum jedoch um 3,8 Prozentpunkte verpasst wurde, setzte sich Oberbürgermeister Widder über das Meinungsbild hinweg und gab der Realisierung des postmodernen Mutschlerbaus die Freigabe.

Errichtung[Bearbeiten]

Am 13. April 1991 wurde das Stadthaus eingeweiht.

Umbau[Bearbeiten]

Bis Mai 2008 wurde das Erdgeschoss mit einer Nutzfläche von 4.000 m² umgebaut und renoviert. Dabei wurde die Treppe im Zentrum entfernt und der Haupteingang erhielt ein großes Glasprisma, das für mehr Tageslicht im Innern sorgt. Die verwendeten Materialien sind ebenso wie die Energieversorgung ökologisch ausgerichtet.

Architektur[Bearbeiten]

Beherrschendes Motiv des Stadthauses ist der Mittelturm mit offener Stahlkonstruktion und gläsernem Fahrstuhlschacht, der zu einem Café im obersten Geschoss des Turmes führt.

Nutzung[Bearbeiten]

Aufgang zur Stadtbibliothek

Im Stadthaus ist die Stadtbibliothek untergebracht. Daneben befindet sich dort der Ratssaal des Mannheimer Gemeinderats sowie ein Bürgersaal, der für Veranstaltungen zur Verfügung steht.

Im gläsernen Turm des Stadthauses befindet sich seit 1994 das Turmcafe Cocktailbar Stars, das mit einem gläsernen Fahrstuhl über die Podiumsetage des Stadthauses zu erreichen ist.

Von 2008 bis 2010 befand sich im Erdgeschoss ein Bio-Center mit einem Bio-Supermarkt und den Bereichen Beauty & Health und Bio-Restaurant. Anstelle des Bio-Supermarkts eröffnete eine REWE-City-Filiale.

Vom 11. Mai 2013 bis 31. Mai 2014 hatte das Panoptikum Mannheim im 3. Obergeschoss seine Türen geöffnet. Auf über 1200 m² entstand Deutschlands größtes Wachsfigurenkabinett mit über 350 teils historischen Exponaten.

Literatur[Bearbeiten]

  • Monika Ryll: Kaufhaus, Rathaus, Stadthaus in Mannheim. Bauten im Widerspruch zwischen Obrigkeit und Bürgerschaft. Verlagsbüro v. Brandt, Mannheim 1991, ISBN 3926260130.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Stadthaus – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

49.4863194444448.4655972222222Koordinaten: 49° 29′ 11″ N, 8° 27′ 56″ O