Manternach

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Manternach
Wappen Karte
Wappen von Manternach Lage von Manternach im Großherzogtum Luxemburg
Basisdaten
Staat: Luxemburg
Koordinaten: 49° 42′ N, 6° 26′ OKoordinaten: 49° 42′ 28″ N, 6° 25′ 33″ O
Kanton: Grevenmacher
Einwohner: 2127 (1. Januar 2018)[1]
Fläche: 27,7 km²
Bevölkerungsdichte: 76,8 Einw./km²
Gemeindenummer: 00007006
Website: www.manternach.lu
Politik
Bürgermeister: Jean-Pierre Pol Hoffmann
Wahlsystem: Majorzwahl

Manternach ist eine Gemeinde im Großherzogtum Luxemburg und gehört zum Kanton Grevenmacher.

Zusammensetzung der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Manternach besteht aus den Ortschaften:

  • Berburg (Berbourg)
  • Lellig
  • Manternach
  • Münschecker

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Groëstaen“, Münschecker

Die Siedlungsgeschichte der Gemeinde kann bis zu den Zeiten der Kelten und Römer zurückverfolgt werden, was bezeugt wird durch den „Groëstaen“ und die keltischen Hügelgräber (tumuli).

Der Waldreichtum sowie das starke Gefälle der Syr ließen die Gemeinde in der Mitte des 18. Jahrhunderts zur Wiege der luxemburgischen Stahlindustrie werden.[2] 1755 gründete Baron J. Ph. D’Arnoult et de Soleuvre, Herr in Berburg, die nach seinem Besitz genannte Stahlhütte. 50 Jahre später baute J.L. Faber, der damalige Pächter der Berburger Hütte, weiter unterhalb ein Eisenspaltwerk. Schließlich wurde die Hüttenanlage von den Gebrüdern Metz (Mitbegründer der Arbed) übernommen und dann eingestellt, als im Süden Luxemburgs Minette neu entdeckt wurde. Das Eisenspaltwerk wurde an J. Lamort, Drucker und Papierhersteller aus Luxemburg, verkauft. Da in der Papierherstellung von Textillumpen auf Holz übergegangen wurde, lieferte eine unterhalb Manternach errichtete Holzschleifmühle den dazu erforderlichen Holzbrei. Mit Beginn des Ersten Weltkriegs kam das jähe Aus für die Papierfabrik. Nach dem Kriege eröffnete B. Neis aus Manternach eine Werkstatt für landwirtschaftliche Maschinen. Nachdem die elterliche Scheune zu klein geworden war, wurden am Ufer der Syr Werkshallen errichtet, wo von Sägen über Heubläser bis hin zu Dreschmaschinen eine breite Produktpalette hergestellt wurde.

Manternach, Bahnstation

In der Gegenwart beherbergt die Gemeinde verschiedene holz- und metallbearbeitende Unternehmen mittlerer Größe. Landwirtschaftliche Betriebe sind nach wie vor in größerer Zahl vertreten.

Brücke über die Syr

Der Bau der benachbarten Autobahnstrecke Trier-Luxemburg hat insbesondere in Münschecker zu einem Bevölkerungsanstieg geführt, was die Neubildung eines Wahlbezirks erforderlich machte.

Lellig hat bislang noch am ehesten seinen ländlichen Charakter bewahrt. Der ehemalige Friedhof wurde restauriert und ist damit ein Zeuge der kulturellen Vergangenheit.

In Manternach ist der Sitz der Gemeindeverwaltung. Hier wurde das Pfarrhaus restauriert.

Angesichts der starken Bevölkerungsentwicklung und der Aktivität der örtlichen Vereine wurde in Berbourg ein Centre scolaire et sportif errichtet.[3]

Als Empfangszentrum für die Naturschutzzone „Manternacher Fiels“ wurde in einem ehemaligen Bauernhof mitten in Manternach „A Wiewesch“ eingerichtet, wo Ausstellungsstücke zur natürlichen Umgebung und Geschichte der Gemeinde sowie touristische Informationen, etwa über Lehr- und Wanderwege, angeboten werden.

Die Gemeinde ist Mitglied in den Kommunalverbänden SIAEG, SICEC, SIDERE, SIGI, SYNECOSPORT und SYVICOL.[4]

Durch die Partnerschaft mit Saint-Désert in Burgund hat sich für die Gemeinde Manternach eine europäische Dimension eröffnet.[5]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. STATEC Luxembourg – Population par canton et commune 1821–2018 (franz.)
  2. Vun Eisen, Pabeier a Bléiser. Eng Wanderung duerch d‘Industriegeschicht zu Manternach. Prospekt zur Ausstellung am 14./15. Juni 2003, org. Kulturkomissioun vun der Gemeng Manternach.
  3. Histoire de la Commune de Manternach.
  4. Syvicol: Manternach (PDF; 38 kB)
  5. Commune : ST DESERT 71390.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Manternach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien