Mapa (Fernsehserie)

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Fernsehserie
OriginaltitelMaPa
MaPa (tv series).png
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch
Jahr 2020
Produktions-
unternehmen
Readymade Films
Länge 33 Minuten
Episoden 6 in 1 Staffel (Liste)
Genre Sad Comedy
Idee Alexander Lindh
Regie Jano Ben Chaabane
Drehbuch Alexander Lindh (Headautor)
Produktion Laura Bull
Musik Tim Schwerdter
Kamera Tobias Koppe
Erstveröffentlichung 16. April 2020 auf Joyn Plus+
Hauptdarsteller
Nebendarsteller

MaPa ist eine deutsche Sadcom des Video-on-Demand-Anbieters Joyn und des rbb nach einer Idee von Alexander Lindh mit Max Mauff in der Hauptrolle.[1] Die Serie handelt von dem Leben des alleinerziehenden Vaters Metin Müller, der für seine einjährige Tochter neben der Vater- auch die Mutterfunktion übernimmt.

Die Erstveröffentlichung fand am 16. April 2020 bei Joyns kostenpflichtigen Subscription-Video-on-Demand-Angebot Joyn Plus+ statt.[2] Ab April 2021 soll die Serie kostenlos in der ARD Mediathek abrufbar sein.

Am 27. Dezember 2020 veröffentlichte Alexander Lindh über Twitter die Information, dass Drehbücher für die zweite Staffel bereits konzipiert seien.[3] Jedoch habe Joyn sich gegen eine zweite Staffel entschieden, obwohl die erste Staffel gute Abrufzahlen und Rezeptionen erreicht habe.[3] Der Rundfunk Berlin-Brandenburg, das Medienboard Berlin-Brandenburg sowie Beta Film hätten, wie bereits bei der ersten Staffel, die Serie zur Hälfte mitfinanziert. Zwei Tage später bestätigte eine Joyn-Sprecherin die Absetzung der Serie, widersprach aber Lindh bezüglich der Abrufzahlen.[3] Die Serie habe nicht die erhofften Zuschauer gefunden. Diese Aussage wiederum widersprach die Äußerungen von Joyn’s Co-Geschäftsführerin Katja Hofem in einem Blickpunkt:Film-Interview im August 2020.[4] Laut Hofem sei die Serie ein Erfolg gewesen.

Inhalt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Serie handelt von Metin Müller, ein in Berlin lebender Drehbuchautor, und seinen Herausforderungen im Leben als alleinerziehender Vater einer einjährigen Tochter namens Lene. Seit dem unerwarteten Tod der Mutter von Lene und Freundin von Metin durch ein Hirnaneurysma muss Metin neben der Vaterrolle ebenfalls die Mutterrolle übernehmen. Sein neuer Status als alleinerziehender Vater verändert das Verhältnis zu seiner Familie, zu Freunden und Kollegen als auch zu seinem Bild von sich selbst.

In der Serie wird neben Metins Leben nach dem Tod von Emma die Zeit vor Lenes Geburt, in der sie glücklich miteinander leben, als auch der Lebensabschnitt nach der Geburt von Lene und vor Emmas Tod, in der beide Probleme haben ihre Elternrolle einzunehmen und oft streiten, thematisiert. Ferner sind in der vierten Folge Szenen aus Metins Kindheit zu sehen.

Besetzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Haupt- und Nebenbesetzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schauspieler, die eine wiederkehrende Haupt- und Nebenrolle spielen. Sortiert nach Folgenauftritt.

Rolle Darsteller/in Bemerkung Folgen
Metin Müller Max Mauff Partner von Emma, Vater von Lene, Sohn von Claudia 1–6
Emma Fux Lia von Blarer Partnerin von Metin, Mutter von Lene, stirbt an Hirnaneurysma 1–3, 5–6
Claudia Müller Lina Wendel Mutter von Metin, Großmutter von Lene 1–4, 6
Matha Rahemi Maryam Zaree Freundin von Metin, hatte eine sexuelle Beziehung mit Emma 1–3, 5–6[Anm. 1]
Tom Augustin Bastian Reiber Freund von Metin, Ehepartner von Mia 1–3, 5–6
Mia Augustin Christin Nichols Ehepartnerin von Tom 1, 3
Lene Ella Gaida / Anni Gaida Tochter von Metin und Emma, Enkelin von Claudia 1–6
Anmerkungen
  1. In Folge 6 nur Stimme

Gastauftritte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schauspieler, die in einer Folge oder in mehreren Folgen eine Gastrolle spielen.

Rolle Darsteller/in Folgen
Mutter auf dem Spielplatz Linda Marlen Runge 1
Mutter auf dem Spielplatz Nanda Ben Chaabane 1
Jugendlicher am Bahnhof Michelangelo Fortuzzi 1
Mitarbeiterin bei Ikea Sophie Hutter 1
Kunde bei Ikea Ole Eisfeld 1
Obdachloser Dustin John 1, 6
Nachbarin von Metin Birthe Wolter 2
Okay Arda Görkem 2, 6
Freund von Okay Mohamed Issa 2, 6
Polizistin Çiğdem Teke 2
Mutter von Okay Meral Perin 2
Standesbeamter und Trauerredner Matthias Bundschuh 3
Harry Nicki von Tempelhoff 4
Anna Amelie Kiefer 4
Kindergärtnerin Bia Katja Plodzistaya 4–5
Oma Helga (1994) Maria Mägdefrau 4
Claudia Müller (1994) Nathalie Thiede 4
Metin Müller (1994) Martin Glukowski 4
Drehbuchautorin Deniz Banafshe Hourmazdi 5
Drehbuchautorin Sophie Amélie Miloy 5
Drehbuchautor John Richard Kropf 5
Laurenz Björn Harras 5
Flughafensicherheitsmitarbeiter Tristan Seith 6
Flugbegleiterin Dela Dabulamanzi 6

Produktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Entstehungsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Idee zur Serie stammt von dem deutschen Drehbuchautor Alexander Lindh, der unter anderem bereits an den Serien Druck, Armans Geheimnis und Culpa – Niemand ist ohne Schuld mitgewirkt hat. In einem Interview gab er bekannt, dass die Idee während seines ersten Urlaubs mit seinem Kind und seiner Partnerin entstanden sei. Er stellte sich die Frage, wie seine Mutter es schaffte, ihn alleine zu erziehen, da er sich bereits mit Partnerin völlig überfordert fühle. Er möchte mit der Serie verdeutlichen, dass Väter „nicht weniger für ihr Kind verantwortlich sind.“[5]

Unter dem Arbeitstitel Mappa erhielt die Serie bzw. die Produktionsfirma Readymade Films Ende März 2018 für die Entwicklungsphase eine Förderung in Höhe von 20.000 Euro durch das Medienboard Berlin-Brandenburg.[6] Damals wurde angekündigt, dass Alexander Lindh und Sabine Steyer die Drehbücher zur Serie schreiben werden sowie Samira Radsi als Regisseurin die Serie realisieren sollte.[7] Im September 2019 erhielt sie schließlich eine Produktionsförderung in Höhe von 300.000 Euro erneut seitens des Medienboard Berlin-Brandenburg.[1] Ebenfalls wurde bekannt gemacht, dass die Streaming-Plattform Joyn sowie die Landesrundfunkanstalt rbb Auftraggeber der Serie sind.[1][8]

MaPa ist ein Kofferwort, bestehend aus den Wörtern Mama und Papa.

Vorproduktion und Dreharbeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Produziert wird die Sadcom von Laura Bull durch die deutsche Produktionsfirma Readymade Films unter der Leitung von Alexander Lindh und Jano Ben Chaabane[9] als Executive Producer.[10] Für Readymade Films ist die Serie die zweite Serienproduktion nach Culpa – Niemand ist ohne Schuld, an der Lindh und Ben Chaabane als Serienerfinder, Drehbuchautoren und Regisseur ebenfalls beteiligt waren. Zudem waren die Executive Producerin Lena Wickert für Joyn sowie die rbb-Redakteurin Kerstin Freels an der Produktion beteiligt. Für das Casting war Nina Haun zuständig.[10]

Die Dreharbeiten für die sechs Episoden fanden unter der Regie von Jano Ben Chaabane von Oktober bis Dezember 2019 in Berlin und Potsdam statt.[10] An den Drehbüchern waren Lindh als Head-Autor sowie Ben Chaabane, Bull, Daniel Hendler, Luisa Hardenberg und Donna Sharpe beteiligt. Während Sophie Klebba für das Kostümbild zuständig war, zeichnete Janina Kuhlmann für das Maskenbild verantwortlich.[10] Tobias Koppe fungierte als Kameramann.

Postproduktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Federführend für den Schnitt war Felix Rudek zuständig, Tim Schwerdter als Komponist für die Musik.

Statt eines Vorspanns, in der unter anderem das Logo der Serie gezeigt wird, werden innerhalb der ersten Minuten einer Folge unterschiedliche Firmenlogos gezeigt mit dem Serientitel als Firmennamen, beispielsweise als Umzugsunternehmen oder Reisebüro. Dabei ertönt die Titelmelodie. Es gibt nur in der ersten Folge Cast und Crew Credits gestaltet und animiert von Carmen Prinz.

Für den weltweiten Vertrieb ist das Unternehmen Beta Film zuständig.[11]

Veröffentlichung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Logos der beiden Serienauftraggeber Joyn und rbb Logos der beiden Serienauftraggeber Joyn und rbb
Logos der beiden Serienauftraggeber Joyn und rbb

Der erste Trailer mit Ausschnitten aus der Serie wurde am 8. April 2020 auf dem YouTube-Kanal der Streamingplattform Joyn veröffentlicht.[12]

Die Erstveröffentlichung aller sechs Folgen fand eine Woche später am 16. April 2020 bei Joyns kostenpflichtigen Subscription-Video-on-Demand-Angebot Joyn Plus+ statt.[2] Sie ist die zweite kostenpflichtige, eigenproduzierte Fernsehserie bei Joyn Plus+, nachdem im Dezember 2019 die Thriller-Serie Dignity veröffentlicht wurde.

Episodenliste[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nr.
(ges.)
Nr.
(St.)
Original­titel Regie Drehbuch
1 1 Die Klobürste Jano Ben Chaabane Alexander Lindh
2 2 Mama Jano Ben Chaabane Daniel Hendler
3 3 Trau(er) Jano Ben Chaabane Alexander Lindh
4 4 Altes Ego Jano Ben Chaabane Jano Ben Chaabane, Laura Bull
5 5 Was zählt ist jetzt Jano Ben Chaabane Luisa Hardenberg
6 6 Emma Jano Ben Chaabane Donna Sharpe
Am 16. April 2020 wurden alle Folgen auf Joyn Plus+ veröffentlicht.

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Serie wurde in den deutschen Medien überwiegend positiv rezipiert. Für den Kulturjournalisten Oliver Kaever ist sie eine außergewöhnliche und ausgezeichnete Serie, da die Darstellung des echten Lebens gelungen sei.[13] Jeder Satz und jedes Bild der Szenen fühlen sich den Wirklichkeiten entsprechend an. Die Sadcom rühre die Zuschauer zu Tränen; ferner, weil Trauer und Schmerz nicht wegdramaturgisiert werde.[13] Ebenfalls rezipiert die BR24-Kulturjournalistin Vanessa Schneider, dass die Serie wie die Realität schräg, tiefgründig und etwas anstrengend sei.[14] Alexander Lindh und die weiteren Drehbuchautoren bringen in die Serie eine seltene, lebensechte Mischung von Melancholie und Galgenhumor zusammen, die es bisher nur in britischen Serien gebe.[14] Daher sei die Serie sehenswert. Beim Online-Medienmagazin DWDL.de schrieb Kevin Hennings gleicherweise, dass die erste deutsche Sadcom ein regionaler Pionier sei, der außerordentlich gutes Fernsehen darstelle.[5] Sie erde den Zuschauer, der aufgrund der durch die COVID-19-Pandemie ausgelösten Isolation über den Zustand seines Lebens beschwert. Nach Sabine Winkler gibt es in der Serie sehr viele traurige und witzige Momente sowie romantisch komödische Szenen.[15] Gesellschaftskritik sei ebenfalls vorhanden.

Laut dem Medienkritiker Hans Hoff könne man die Geschichte zur Serie hoffnungslos naiv und seifig finden, aber man könne sich auch dem betörend-melancholischen Grundton ausliefern sowie in die Hauptfigur Metin einfühlen lassen.[16] Christian Lukas des Online-Medienmagazins Quotenmeter.de kritisiert die Serie negativ.[17] Die Serie sei ein eher durchwachsenes Vergnügen. Wer mit dem Herzen die Serie schaue, bleibe am Ende der Staffel enttäuscht zurück.[17]

Gemäß den Serienkritiker von Die Zeit und Zeit Online gehört MaPa zu den zehn besten Serien des Jahres 2020.[18] Die Redakteurin Carolin Ströbele ist der Meinung, dass die Serie zwar unkonventionell, dabei aber durchaus unterhaltsam sei. Vor allem aber sei sie eine anrührende wie realistische Schilderung von Trauer.[18]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Serie wurde für den Deutschen Fernsehpreis 2020 in der Kategorie Beste Drama-Serie nominiert.[19]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Uwe Mantel: "MaPa": Nächste Joyn-Serie in den Startlöchern. In: DWDL.de. 12. September 2019, abgerufen am 15. April 2020.
  2. a b MaPa – Episodenguide. In: Fernsehserien.de. Abgerufen am 15. April 2020.
  3. a b c Bernd Krannich: "MaPa": Joyn stellt Sadcom nach einer Staffel ein. In: TV Wunschliste. 29. Dezember 2020, abgerufen am 29. Dezember 2020.
  4. Alexander Krei: Serien-Aus und neue Chefs: Joyn drückt auf die Bremse. In: DWDL.de. 30. Dezember 2020, abgerufen am 30. Dezember 2020.
  5. a b Alexander Krei: "MaPa" auf Joyn: Ist der deutsche "Sadcom"-Versuch geglückt? In: DWDL.de. 16. April 2020, abgerufen am 18. April 2020.
  6. Das Medienboard fördert neue serielle TV- und Web-Formate: "Captain Berlin" und "Petronella Apfelmus" retten die Welt. In: medienboard.de. 28. März 2018, abgerufen am 18. April 2020.
  7. Medienboard Berlin-Brandenburg: Tätigkeitsbericht 2018. (PDF; 6,7 MB) In: medienboard.de. Abgerufen am 18. April 2020.
  8. Alexander Krei: rehstart für "MaPa": Joyn und RBB erfinden die "Sadcom". In: DWDL.de. 5. November 2019, abgerufen am 18. April 2020.
  9. Franziska Seyboldt: Regisseur über das Drehen mit Kindern: „Schreien, essen, schlafen“. In: Die Tageszeitung: taz. 20. Juni 2020, ISSN 0931-9085 (taz.de [abgerufen am 24. Juni 2020]).
  10. a b c d Mapa, TV-Serie, 2019-2020. In: Crew-united.com. Abgerufen am 18. April 2020.
  11. Products: MaPa. In: betafilm.com. Abgerufen am 18. April 2020 (englisch).
  12. YouTube-Video: MAPA - ein Joyn Original. In: YouTube.com. 8. April 2020, abgerufen am 18. April 2020.
  13. a b Oliver Kaever: Diese Filme und Serien lohnen sich. "MaPa", Joyn. In: Spiegel.de. 18. April 2020, abgerufen am 23. April 2020.
  14. a b Vanessa Schneider: Serie "MAPA": Plötzlich allein(erziehend). In: BR24.de. 15. April 2020, abgerufen am 23. April 2020.
  15. Sabine Winkler: Wie soll ein junger, alleinerziehender Vater das nur alles schaffen, Max Mauff? In: Welt.de. 17. April 2020, abgerufen am 23. April 2020.
  16. Hans Hoff: Leben ohne Weichzeichner. In: Sueddeutsche.de. 17. April 2020, abgerufen am 23. April 2020.
  17. a b Christian Lukas: «Mapa» – wenn die große Tragik nicht zu Tränen rührt. In: Quotenmeter.de. 26. April 2020, abgerufen am 23. April 2020.
  18. a b Daniel Gerhardt, Francesco Giammarco, Lili Hering, David Hugendick, Carolin Ströbele, Lars Weisbrod: Die besten TV-Serien 2020. In: Zeit Online. 27. Dezember 2020, abgerufen am 28. Dezember 2020.
  19. Uwe Mantel: Netflix und Joyn mischen öffentlich-rechtliche Dominanz auf. In: DWDL.de. 4. Juni 2020, abgerufen am 4. Juni 2020.