Maple Bank

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  Maple Bank GmbH
Staat DeutschlandDeutschland Deutschland
Sitz Frankfurt am Main
Rechtsform GmbH in Insolvenz
Gründung 1994
Website www.maplebank.com
Geschäftsdaten 2014[3]
Bilanzsumme 3,753 Milliarden Euro
Einlagen 1,985 Milliarden Euro
Kundenkredite 287 Millionen Euro
Mitarbeiter 220[1]
Geschäftsstellen 3[2]
Leitung
Aufsichtsrat Thomas R. Higgins (Vors.)
William K. H. Fung
Unternehmensleitung

Stefan Bungarten (CEO)
Walter Kraushaar
James Leach
Florian Wirsching[4]

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Die Maple Bank GmbH ist ein deutsches Kreditinstitut mit Sitz in Frankfurt am Main und einer Niederlassung im kanadischen Toronto und im niederländischen Den Haag.[2] Zuletzt wurden 220 Mitarbeiter an allen Standorten und Tochterunternehmen beschäftigt.[1] Die GmbH ist im Insolvenzverfahren.

Die Maple Bank steht im Verdacht, deutsche Steuerbehörden mit Aktiengeschäften um rund 450 Millionen Euro betrogen zu haben. Mit sogenannten Cum-Ex-Transaktionen wurden Wertpapiere zwischen verschiedenen Besitzern so häufig hin- und geschoben, dass der Staat die Kapitalertragssteuer mehrfach erstattete[5].

Mitgliedschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Maple Bank ist Mitglied des Bundesverbands deutscher Banken, Verbands der Auslandsbanken in Deutschland, Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken und weiterer Bankenvereinigungen.[6]

Ermittlungen wegen Steuerverkürzung und Insolvenz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Rahmen von Ermittlungen der deutschen Steuerbehörde wegen Steuerhinterziehung im Rahmen von Cum und Ex-Geschäften werden von der Maple Bank 450 Millionen Euro an Steuern gefordert. Das Eigenkapital der Bank betrug zum 30. September 2014 378 Millionen Euro, die Bilanz für 2015 ist noch nicht veröffentlicht. Die Anteilseigner der Maple Financial Group wollten ihre deutsche Tochter nur bedingt finanziell unterstützen.

Im Herbst 2015 durchsuchten fast 300 Staatsanwälte, Steuerfahnder und BKA-Ermittler die Frankfurter Dependance der Maple Bank.[5]

Die BaFin erließ am 6. Februar 2016 wegen drohender bilanzieller Überschuldung ein Veräußerungs- und Zahlungsverbot und ein Moratorium. Seitdem ist die Bank für den Kundenverkehr geschlossen.[7][8]

Am 11. Februar 2016 hat die BaFin den Entschädigungsfall für die Maple Bank festgestellt, da das Institut nicht mehr in der Lage war, sämtliche Kundeneinlagen zurückzuzahlen. Am selben Tag eröffnete das Amtsgericht Frankfurt das Insolvenzverfahren.[9] Bereits am 11. März 2016 war die Entschädigung nach Auszahlung von 2,6 Mrd. Euro an Einleger abgeschlossen.[10]

Im August 2019 einigte sich der Insolvenzverwalter der Maple Bank mit Freshfields Bruckhaus Deringer auf einen Schadensersatz von 50 Mio. Euro, den die Kanzlei aufgrund ihrer Cum-Ex-Rechtsberatung entrichten muss.[11]

Der frühere Chef der Bank, Wolfgang Schuck, sowie ein weiterer Ex-Geschäftsführer der Bank wurden im Dezember 2019 wegen Cum und Ex festgenommen. Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt hatte Haftbefehle wegen Fluchtgefahr erwirkt.[12]

Anleger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wie die Tagesschau am 22. April 2016 veröffentlichte, haben Bundesländer und Kommunen die Bank bis zu ihrer Abwicklung im Februar 2016 mit mehreren hundert Millionen Euro finanziert. Mecklenburg-Vorpommern hatte 59 Millionen Euro bei der Bank angelegt, Rheinland-Pfalz 55 Millionen Euro, Niedersachsen 50 Millionen Euro und Berlin 7,7 Millionen Euro. Die Rheinische Post berichtete, das Land Nordrhein-Westfalen habe 65 Millionen Euro bei der Maple Bank angelegt.

Viele deutsche Kommunen machten Geschäfte mit dem Geldinstitut. Die Stadt München hatte bei Maple rund 35,6 Millionen Euro, die Stadt Bonn 7,7 Millionen Euro angelegt.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Anlage zum Jahresabschluss der Maple Bank GmbH zum 30. September 2014. (PDF; 183 kB) Angaben zu den Niederlassungen und Tochterunternehmen. Maple Bank, abgerufen am 8. Februar 2016.
  2. a b Offices. Maple Financial Group, abgerufen am 9. Februar 2016 (englisch).
  3. Geschäftsbericht 2013/14. (PDF; 280 kB) Maple Bank, abgerufen am 8. Februar 2016.
  4. Imprint. (Nicht mehr online verfügbar.) Maple Bank, archiviert vom Original am 8. Februar 2016; abgerufen am 8. Februar 2016 (englisch).  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.maplebank.com
  5. a b tagesschau.de: Steuerzahler finanzierten Skandalbank. In: tagesschau.de. Abgerufen am 22. April 2016.
  6. Mitgliedschaften inklusive Filiale Toronto. (Nicht mehr online verfügbar.) Maple Bank, archiviert vom Original am 8. Februar 2016; abgerufen am 8. Februar 2016.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.maplebank.com
  7. bafin.de: BaFin ordnet Moratorium über die Maple Bank GmbH an (Memento des Originals vom 10. Februar 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.bafin.de ; Fragen und Antworten zur Maple Bank GmbH
  8. Klaus Ott: Keine Gnade bei dubiosen Aktiendeals. Fiskus fordert Hunderte Millionen Euro von Maple Bank zurück, die muss nun schließen. In: Süddeutsche Zeitung. 8. Februar 2016, S. 19.
  9. BaFin stellt Entschädigungsfall für Maple Bank GmbH fest
  10. Maple Bank-Entschädigungsfall abgeschlossen
  11. Cum-Ex-Skandal - Fast zwei Milliarden Euro gehen an die Gläubiger der Maple Bank, Handelsblatt, 29. August 2019, abgerufen 8. Dezember 2019
  12. FAZ, 13. Dezember 2019

Koordinaten: 50° 6′ 55,1″ N, 8° 39′ 46,8″ O