Maquis

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Maquis (französisch: le maquis, italienisch und korsisch: la macchia) bezeichnet ursprünglich den undurchdringlichen Buschwald (Macchie) in den Mittelmeerländern. Da sich im Maquis traditionell Banditen und Gesetzlose versteckt haben, wird der Begriff häufig als Synonym für Untergrundbewegung verwendet.

Frankreich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gruppenbild mit Offizieren der britischen SOE

Als Maquis (oder auch als Maquisards) werden insbesondere die französischen Partisanen der Résistance bezeichnet, die sich im Zweiten Weltkrieg in Wäldern und Bergen und anderen wenig bevölkerten Gebieten versteckten. Von dort aus bekämpften sie als erste die deutschen Besatzungstruppen in Frankreich.

Der Maquis hatte verstärkten Zulauf, als Franzosen im Rahmen des Service du travail obligatoire (STO) für den Arbeitsdienst in Deutschland verpflichtet werden sollten. Wer sich seiner Dienstpflicht entziehen wollte, „verschwand in die Natur“. Ein Problem, das dadurch verstärkt wurde, war der chronische Mangel an Waffen und Ausrüstung: Es war für die Alliierten sehr schwierig, die Untergrundkämpfer zu versorgen, teilweise fehlte dazu auch der politische Wille[1]. Viele Maquisards schlossen sich einer der Résistance-Gruppen an, manche blieben offenbar auch einfach nur im Untergrund, ohne sich dem militärischen Widerstand anzuschließen. Später war der Maquis eine von mehreren Gruppen der Résistance und spielte eine wichtige Rolle bei der Befreiung Frankreichs.

Nach der Befreiung Frankreichs wurde seine Rolle während der Besatzungszeit durch die Regierung von Charles de Gaulle zwiespältig behandelt. Einerseits war die Widerstandstätigkeit innerhalb Frankreichs die Begründung, warum man sich jetzt als eine Siegermacht fühlte, andererseits wollte de Gaulle die politischen Ansprüche der mehrheitlich eher linken, vielfach auch kommunistischen Maquisards neutralisieren. Der Maquis wurde so zu einem Mythos, der keine politischen Folgen hatte.

Spanien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als „Maquis“ werden auch die Widerstandsgruppen bezeichnet, die den Kampf gegen Francos Regime noch nach der Niederlage der Republik im Spanischen Bürgerkrieg im Untergrund fortsetzten.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Francois Marcot, Janine Ponty, Marcel Vigreux, Serge Wolikow: La Résistance et les Français. Lutte armée et maquis. Colloque international de Besançon 15–17 juin 1995 (= Annales littéraires de l’Université de Franche-Comté, Bd. 13). Herausgegeben von der Université de Franche-Comté, der Université de Bourgogne und dem Musée de la résistance et de la déportation de Besançon. Les Belles Lettres, Paris 1996, ISBN 2-251-60617-3.
  • François Marcot, Bruno Leroux, Christine Levisse-Touzé: Dictionnaire historique de la Résistance. Résistance intérieure et France libre (einschlägige Artikel). Robert Laffont, Paris 2006, ISBN 2-221-09997-4.
  • Harry R. Kedward: In Search of the Maquis. Rural Resistance in Southern France 1942–1944. Oxford University Press USA, New York 1994, ISBN 0-19-820578-3
  • Ian Wellsted: SAS with the Maquis. In Action with the French Resistance, June–September 1944. Greenhill, London 1994, ISBN 978-1-85367-186-9.
    • erweiterte und in den Karten geänderte Taschenbuch-Ausgabe: Greenhill, London / Stackpole, Mechanicsburg (Pennsylvania) 1997, ISBN 1-85367-285-8.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Vgl. Jean-Louis Crémieux-Brilhac: La France Libre. De l'appel du 18 juin à la libération, Bd. 2, Paris 2001, S. 1138 ff.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Maquis – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Maquis – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen