Maréchal de camp

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Epauletten eines Maréchal de camp der Kavallerie 1786. (Regiment mit goldenen Knöpfen - bei Regimentern mit silbernen Knöpfen waren die Epauletten silberfarben mit einem goldenen Stern.)

Maréchal de camp (plural: Maréchaux de camp) war ein im 15. Jahrhundert geschaffener Dienstrang in der französischen Armee des Ancien Régime, während der Restauration und der Julimonarchie. Er lag eine Stufe über dem „colonel“ (Oberst) und entsprach somit dem (allerdings erst später geschaffenen) général de brigade. Mit dem Ende der Monarchie wurde er zunächst abgeschafft und dann von Napoleon Bonaparte durch den „général de brigade“ ersetzt. Nach dem Ende des Empire wurde er wieder installiert und hatte dann noch Bestand bis zur Zweiten Republik 1848, als er wieder und diesmal endgültig zum „géneral de brigade“ wurde.

Die ursprüngliche Aufgabe des „maréchal de camp“ war es primär für die Unterkunft der Truppen auf den Feldzügen Sorge zu tragen, sowie beim Aufmarsch zu einer Schlacht die verschiedenen Truppenkörper in den vorgesehenen Bahnen zu halten, resp. für Ordnung auf den Anmarschwegen und dem Schlachtfeld zu sorgen. Dies wandelte sich jedoch im Laufe der Zeit mehr und mehr in ein Truppenkommando, bis er schließlich die Stellung des „Marschalls des (Schlacht)feldes“ verlor und dafür die Funktion eines Kommandeurs eines Kontingents innerhalb der Armee übernahm.

  • 1789 war der Titel an insgesamt 786 Offiziere vergeben
  • 1792 wurden weitere 12 Offiziere zum „maréchal de camp“ ernannt
  • 1793 wurde der „maréchal de camp“ durch „général de brigade“ ersetzt, gleichzeitig wurde mit dem général de division ein höherer Rang geschaffen.
  • 1815 wieder eingeführt bestand der Rang noch bis zum Ende des Königreichs im Jahre 1848 und wurde dann wieder durch den „général de brigade“ ersetzt.

Der maréchal de camp stand nicht im Zusammenhang mit dem maréchal général des camps et armées du roi oder dem maréchal de France.

Es war der höchste reguläre „Dienstgrad“ in der königlichen Armee, da es sich bei den militärisch klingenden Begriffen wie: „lieutenant-général“, capitaine général, colonel général oder maréchal de France um ehrenhalber verliehene Dienststellungen oder Dienstposten, jedoch um keinen militärischen Rang handelte.

Andere Länder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im deutschsprachigen Bereich wurde zeitweilig der Dienstgrad des Generalfeldwachtmeisters mit dem Maréchal de camp gleichgesetzt.[1]

Im habsburgischen Spanien entstand etwa gleichzeitig mit dem französischen Maréchal de camp der vergleichbare Rang des Maestre de campo, der sich ebenfalls vom spätmittelalterlichen königlichen Marschall herleitet. Dagegen stehen die im 19. Jahrhundert von diversen Ländern adaptierten Marschall-Titel wie Mariscal de Campo (Spanien) oder Marechal de Campo (Portugal) ebenso wie der deutsche Feldmarschall oder Generalfeldmarschall nicht mit dem frühneuzeitlichen Rang des Maréchal de camp in Verbindung, sondern waren durchweg Übernahmen oder Weiterentwicklungen des in napoleonischer Zeit modern gewordenen Ehrentitels Maréchal de France.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Service historique de la Défense (Hrsg.): Les grades dans l'armée française. Paris 2007.
  • Frank Moore Colby, Talcott Williams, Herbert Treadwell Wade: The New International Encyclopædia. Dodd, Mead & Co., New York 1922, S. 532.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. So bei Johann Christoph Adelung: General-Feldwachtmeister, der. In: ders.: Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, Band 2. Leipzig 1796, S. 561-562.