Mar Saba

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Mar Saba, das Sabas-Kloster, ist ein griechisch-orthodoxes Kloster in der Nähe von Betlehem, benannt nach seinem Gründer, dem hl. Sabas. Es wurde 483 gegründet. Derzeit bewohnen es nur noch zehn Mönche, im 7. Jahrhundert sollen es ca. 4000 gewesen sein. Im 8. Jahrhundert verbrachte hier der Kirchenvater Johannes von Damaskus seine letzten Lebensjahre.

Mar Saba (historische Photographie)

Das Kloster pflegte eine seinen Bedürfnissen angepasste Gestalt der Alt-Jerusalemer Liturgie, bis es Anfang des 2. Jahrtausends den Byzantinischen Ritus übernahm. In georgischer Übersetzung erhalten ist das in Mar Saba gebräuchliche spätantike Tropologion (Gesangbuch).[1]

Das liturgische Typikon des Klosters fand weiteste Verbreitung und wurde in mehrfach überarbeiteter Konstantinopler Form zur andauernden Leitlinie der Kirchen byzantinischer Tradition.[2]

Mravaltavi von 864.

Das Sabas-Kloster war im Mittelalter ein bedeutendes Zentrum georgischer Gelehrsamkeit und Literatur.[3] In Mar Saba ließ 864 der im Georgier-Kloster Chandsta (im Nordosten der heutigen Türkei) ausgebildete Mönch Makari Leteteli durch den Kalligraphen Ammonas das Mravaltavi (Homiliar) Cod. Sinait. iber. 32+57+33+89/N kopieren, das er später dem Sinaikloster stiftete.[4]

Im Kloster fand Morton Smith (1915–1991) im Jahr 1958 die fragmentarische Kopie eines dem Clemens von Alexandria zugeschriebenen Briefs. Dieser enthielt Zitate aus dem heute so genannten Geheimen Markus-Evangelium.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Albert Ehrhard: Das griechische Kloster Mâr-Saba in Palästina: seine Geschichte und seine literarischen Denkmäler. In: Römische Quartalschrift 7 (1893) S. 32–79
  • The Sabaite Heritage in the Orthodox Church from the Fifth Century to the Present. Ed. by Joseph Patrich. Peeters, Leuven 2001. ISBN 978-90-429-0976-2.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Mar Saba – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Charles Renoux: Hymnographie géorgienne ancienne et hymnaire de Saint-Sabas (Ve–VIIIe siècle). In: Irénikon ISSN 0021-0978 80 (2007) 36–69; ders.: L'Hymnaire de Saint-Sabas (ve – viiie siècles) (Patrologia Orientalis 50, 3; 53, 1). Brepols, Turnhout 20008/15. .
  2. Nicolas Egender: La formation et l'influence du Typikon liturgique de Saint-Sabas. In: The Sabaite Heritage a.a.O. 209-217.
  3. Wachtang Djobadze: Early Medieval Georgian Monasteries in Historic Tao, Klardjetʿi and Šavšetʿi. (Forschungen zur Kunstgeschichte und christlichen Archäologie 17) Franz Steiner, Stuttgart 1992, S. 36; für Übersetzungen aus dem Arabischen in das Georgische vgl.Tamar Pataridze: Christian Literature translated from Arabic into Georgian: A review. In: Annual of Medieval Studies at CEU 19 (2013) 47-65.
  4. Michel van Esbroeck: Les plus anciens homéliaires géorgiens. Institut Orientaliste, Louvain-la-Neuve 1975, 28f.

Koordinaten: 31° 42′ 18″ N, 35° 19′ 52″ O