Mara Carfagna

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Mara Carfagna, 2010

Maria Rosaria Carfagna (* 18. Dezember 1975 in Salerno), auch Mara genannt, ist eine italienische Politikerin des Popolo della Libertà und ehemaliges Showgirl. Sie wurde 2006 für die Partei Forza Italia in die Abgeordnetenkammer gewählt. In Silvio Berlusconis viertem Kabinett war sie von Mai 2008 bis November 2011 Ministerin für Gleichstellungsfragen.

Leben[Bearbeiten]

Maria Carfagna wurde 1975 in Salerno geboren. Ihr Vater war Leiter des Instituts Santa Caterina da Siena, ihre Mutter Lehrerin. Ihr Bruder ist Schönheitschirurg. Carfagna beschreibt ihre Familie als traditionell und konservativ. Nach eigenen Angaben wurde bei ihrer Erziehung besonderes Augenmerk auf Werte wie Arbeits- und Einsatzbereitschaft gelegt. Sie schloss das Realgymnasium (Liceo Scientifico) "Giovanni da Procida" in Salerno mit der Matura ab. 2001 machte sie ihren Master of Laws-Abschluss (mit Auszeichnung) an der rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität von Salerno mit einer Masterarbeit über Datenschutz und Medienrecht.[1] Am 25. Mai 2011 fand die Hochzeit zwischen ihr und dem römischen Bauunternehmer Marco Mezzaroma statt; mit Silvio Berlusconi als Trauzeugen.[2] Etwa ein Jahr später trennte sich das Paar wieder.[3]

Karriere als Showgirl und Model[Bearbeiten]

1997 nahm Carfagna am Miss Italien-Wettbewerb teil und erreichte den 6. Platz. Von 2000 bis 2006 trat sie als Showgirl in der Sendung La Domenica del Villaggio von Davide Mengacci auf, 2006 co-moderierte sie die Sendung Piazza Grande mit Giancarlo Magalli. Mara Carfagna wird gelegentlich mit ihrem Spitznamen „Mara La Bella“ („Schöne Mara“) benannt. In der Vergangenheit posierte sie für Aktfotos in zahlreichen Magazinen (z. B. MAXIM).[4]

Politische Karriere[Bearbeiten]

Carfagna stieg 2004 in die Politik ein und wurde Koordinatorin für die Frauenbewegung der Partei Forza Italia (inzwischen PDL) in der Region Kampanien. Bei den Wahlen 2006 wurde sie als Kandidatin für Forza Italia in die Abgeordnetenkammer gewählt, und bei den Wahlen 2008 – als dritte Kandidatin der PDL im Bezirk "Campania 2" – wurde sie wiedergewählt. Als sie das erste Mal ins Parlament kam, kommentierte Berlusconi die Forza Italia würde das Gesetz Primae noctis praktizieren; das Recht eines feudalen Grundherren auf die erste Nacht mit der noch jungfräulichen Braut.[5] Am 8. Mai 2008 wurde sie zur Ministerin für Gleichberechtigung (ohne Geschäftsbereich) in der Regierung Berlusconi. Ihre Ernennung wurde international weitläufig thematisiert, hinsichtlich ihrer speziellen Vergangenheit.

Am 20. November 2010 kündigte Carfagna ihren Rücktritt als Ministerin und von allen weiteren politischen Ämtern zum 15. Dezember 2010 an. Als Gründe nannte sie vor allem den Konflikt mit Parteigrößen ihrer Heimatregion Kampanien, insbesondere Nicola Cosentino, wegen der Müllbeseitigungsprobleme.[6] Nach einem Gespräch mit Berlusconi nahm sie allerdings am 25. November ihren Rücktritt zurück und kündigte gleichzeitig die Heirat mit ihrem Lebensgefährten Marco Mezzaroma an.[7]

Kontroversen[Bearbeiten]

Im Januar 2007 geriet sie in eine Kontroverse um Silvio Berlusconi, der bei der Verleihung des Fernsehpreises Telegatto ihr gegenüber bemerkte, dass er, wenn er nicht schon verheiratet wäre, sie sofort ehelichen würde.[5] Diese Bemerkung bewegte seine Ehefrau Veronica Lario zu einem Brief an die Tageszeitung La Repubblica, in dem sie eine öffentliche Entschuldigung verlangte; Berlusconi folgte dieser Aufforderung prompt. Carfagna selbst bezeichnete Berlusconis Kommentar als „galant und harmlos“, und sagte, sie würde Larios Reaktion nicht ganz verstehen.

Am 5. Juli 2008 berichtete die argentinische Zeitung Clarín über Telefonaufzeichnungen einer genehmigten Überwachung für eine Anti-Korruptions-Untersuchung. Der Reporter Julio Algañaraz schrieb, dass Carfagna und Silvio Berlusconi einen Telefondialog mit expliziten Anspielungen auf Oralsex hatten.[8] Die Abhörprotokolle selbst wurden nicht veröffentlicht.[9]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Mara Carfagna – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Webpräsenz (ital.)
  2. Berlusconi Trauzeuge bei Hochzeit der "schönsten Ministerin der Welt", Südtirol Online vom 26. Mai 2011
  3. Mara Carfagna: „Si, con Marco Mezzaroma è finita. Quanto ho sofferto“, vom 14. März 2013
  4. Glenn O'Brien's Style (a web log)
  5. a b Did he really say that? Some classic Berlusconi moments The Guardian, vom 1. Mai 2009
  6. Carfagna: Rücktritt als Ministerin und als Parlamentarierin. Abgerufen am 23. November 2010.
  7. Mara Carfagna: Rücktritt vom Rücktritt – "Frieden geschlossen". Abgerufen am 25. November 2010.
  8. Sexgate a la italiana: el escándalo salpica a Berlusconi y una ministra, Clarín vom 5. Juli 2008
  9. Üble Gerüchte über betagten Latinlover, taz.de vom 7. Juli 2008