Marburger Burschenschaft Rheinfranken

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Die Marburger Burschenschaft Rheinfranken ist eine pflichtschlagende Studentenverbindung in der hessischen Universitätsstadt Marburg. Sie wurde 1880 als „Akademischer Verein für Studierende der neueren Philologie zu Marburg“ gegründet und erhielt 1925 mit der Aufnahme in die Deutsche Burschenschaft ihren heutigen Namen.

Allgemeines

Die Marburger Burschenschaft Rheinfranken ist eine pflichtschlagende Studentenverbindung. Ihre Mitglieder müssen mindestens zwei gültige bzw. ziehende Schlägerpartien gefochten haben. Der Wahlspruch der Burschenschaft lautet „Vaterland – Freundschaft – Ehre“. Im Jahre 2009 bestand sie aus 195 Mitgliedern sowie dem Freundeskreis, wobei sich die Mitglieder zum einen in die Aktivitas (Studierende vor Ort) und zum anderen in den Altherrenverband aufteilen. Im Freundeskreis kommen Mäzene, Förderer und Wegbegleiter zusammen.

In die Burschenschaft aufgenommen werden nur männliche deutsche Studenten, die den Wehrdienst nicht verweigert haben.

Geschichte

Gründungsphase

Zeit-, Namens- und Geschichtstafel der heutigen Marburger Burschenschaft Rheinfranken

Die Marburger Rheinfranken gehen auf den 1878 gegründeten „Philologisch-Historischen Verein“ zurück. Daraus ging am 13. Mai 1880[1] der „Akademische Verein für Studierende der neueren Philologie zu Marburg“, hervor, aus dem die heutige Marburger Burschenschaft Rheinfranken entstand. Zu den Gründungsmitgliedern zählten einige Schüler des Marburger Professors für romanische Philologie Edmund Max Stengel. Zweck des Vereins war die Hebung des wissenschaftlichen Interesses und der Pflege der Geselligkeit unter den Studierenden der neueren Philologie. Zu den Aktivitäten gehörten Vortragsabende und die Studentenkneipe. Wenige Monate nach seiner Gründung wurde der Verein Mitglied im Cartellverband neuphilologischer Vereine an deutschen Hochschulen, dem späteren Weimarer Kartellverband.[2]

Zirkel der „Societas Philologorum Recentium“

1881 nahm der Verein die heutigen Farben mit Wappen und Zirkel an. Die Farben schwarz-silber-blau lehnen sich an die Amtstracht der damaligen Professoren der Fakultät an, welche schwarze Talare mit blauen Aufschlägen und silbernen Knöpfen trugen. Der Zirkel zeigt die in sich verschlungenen Buchstaben S–P–R, die als Abkürzung für die lateinische Vereinsbezeichnung „Societas Philologorum Recentium“ stehen. Der Verein war zunächst nichtschlagend. Im Jahre 1890 wurde er in „Akademisch-Neuphilologischer Verein“ umbenannt. Nach und nach entwickelten sich korporative Tendenzen, so bis zur Jahrhundertwende die Einteilung in Füxe, aktive und inaktive Burschen und Alte Herren. Seit dem Jahr 1890 war das Tragen von Bier- und Weinzipfeln in den Vereinsfarben gestattet. Ab 1896 wurde es zur Pflicht. Der Verein wurde nun politischer. Seit 1893 bestand die Pflicht, Schlägerkurse zu besuchen. Ab 1910 wurden Säbelkurse obligatorisch. Der Verein folgte dem damals üblichen Prinzip unbedingter Satisfaktion. Der Säbel wurde als studentische Ehrenwaffe anerkannt.

Zusehends wurden Germanisten, Historiker und Altphilologen in den Verein aufgenommen, weshalb 1908 der Name in „Akademisch-Philologischer Verein“ geändert wurde. Bis 1908 gastierte der Verein im Turnergarten, später dienten die Marburger Stadtsäle als neues Verkehrslokal. 1913 wurde ein eigenes Grundstück im heutigen Kaffweg erworben.

Weimarer Republik

1920 gab sich der Verein den Namen „Wissenschaftliche Verbindung Rheinfranken“. Im darauffolgenden Jahr nahm Rheinfranken den erfolglosen „Philologisch-Historischen Vereins“ auf, der sich 1910 in „Wissenschaftliche Verbindung Hercynia“ umbenannt hatte und wie Rheinfranken Mitglied im Göttinger Kartell war, und änderte am 1. Januar 1922 ihren Namen in „Verbindung Rheinfranken“.

Die Marburger Studenten und ihre Zusammenschlüsse erlebten in den 1920er Jahren eine verstärkte Politisierung. Viele von ihnen beteiligten sich auch an bewaffnet ausgetragenen Konflikten. In Marburg existierte mit zwölf Kompanien und etwa 1.800 Mitgliedern, davon etwa die Hälfte ehemalige Weltkriegsoffiziere, das Studentenkorps Marburg (StuKoMa). Von der Reichswehr ausgerüstet, verfügte es über zahlreiche illegale Waffenlager.[3] 1920 wurden die Marburger Studenteneinheiten im Auftrag des SPD-Ministers Gustav Noske im Gefolge des Kapp-Putsches in Thüringen zur Niederschlagung der dortigen Arbeiterwehren eingesetzt. Am 25. März 1920 hatten dort Korpsangehörige fünfzehn als angebliche „Rädelsführer“ festgenommene, unbewaffnete Arbeiter aus dem Dorf Thal „auf der Flucht“ erschossen. Andere Gefangene waren schwer misshandelt worden. Die Tötung der fünfzehn („Morde von Mechterstädt“) und die Misshandlungen wie auch die anschließenden drei Prozesse – einer vor dem Reichsgericht, die alle mit Freisprüchen endeten, lösten reichsweit große Empörung aus.[4] Auch als Streikbrecher im Braunkohletagewerk bei Höhn auf dem Westerwald wurden die Studenten eingesetzt. Nach der von den Alliierten geforderten Entwaffnung und Auflösung der militärischen Ersatzorganisationen bestand das StuKoMa noch jahrelang illegal als Teil der „Organisation Escherich“ (Orgesch), einer rechtsextremistischen paramilitärischen Organisation, weiter. Es bildete dessen Kerntruppe für Westdeutschland. Von Marburg aus förderte es die Bildung paramilitärischer Formationen im Umland.[5] Die Burschenschaft Rheinfranken stellt sich heute in öffentlicher Erklärung bewusst in diese Tradition.[6]

Damit entsprachen die Marburger schlagenden Studenten dem allgemeinen Bild: die Mehrheit der Verbindungsstudenten hing dem völkischen, antisemitischen Nationalismus an, verachtete die demokratische Republik und pflegte den Kult der „Volksgemeinschaft“. Wiewohl es Differenzen zu explizit nationalsozialistischen Studenten gab, überwogen doch die politisch-weltanschaulichen Gemeinsamkeiten.[7]

Die Vereinsmitglieder, die sich untereinander Bundesbruder nannten (und bis heute nennen), reichten 1924 ein Aufnahmegesuch bei der Deutschen Burschenschaft ein. Das wurde auf dem Burschentag in Danzig zunächst abgelehnt.

Mit dem Erwerb eines Baugrundstücks in der Lutherstraße 1925 durch den Altherrenverband begann der Bau eines Verbindungshauses. Auf dem Burschentag in Eisenach am 31. Mai 1925 wurden die Rheinfranken als vorerst probendes Mitglied in die Deutsche Burschenschaft aufgenommen. Der Verein änderte nun seinen Namen in „Marburger Burschenschaft Rheinfranken“. 1927 wurde die Burschenschaft als ordentliches Mitglied in die Deutschen Burschenschaft aufgenommen.

1927 konnte auch das „Rheinfrankenhaus“ bezogen werden. Mit der ansteigenden Zahl von Studenten infolge der Weltwirtschaftskrise wuchs die Burschenschaft. In dieser Zeit wurden durchschnittlich 40 bis 50 Mitglieder pro Semester bzw. pro Trimester aufgenommen.

Nationalsozialismus

Die Burschenschaft Rheinfranken wurde am 6. November 1935 zeitgleich mit sechs weiteren örtlichen Verbindungen auf dem Marburger Marktplatz im Rahmen einer öffentlichen Feierstunde in je eine Kameradschaft des NSDStB überführt.[8] Der Altherrenverband bestand unter dem Namen „Kameradschaft Ritter von Schönerer“ weiter.[9]

Mit Ausbruch des Zweiten Weltkrieges im Jahre 1939 kam das vorläufige Ende des Bundes. Zahlreiche Mitglieder, die noch das sogenannte „Notexamen“ in Marburg absolvieren konnten, mussten an die Front. Im Jahre 1942 wurde der Studienbetrieb eingestellt.

Nach dem Ende des Nationalsozialismus

Die Alliierten verboten die studentischen Korporationen als NS-nahe Vereinigungen. Wie die meisten Korporationshäuser wurde auch das Rheinfrankenhaus von der US-amerikanischen Militärregierung beschlagnahmt. Aus dem Verbindungshaus wurde eine Apotheke mit Arzneimittellager. Trotz Verbots traf man sich heimlich in Kellerräumen der Apotheke.

Mit Zustimmung der Besatzungsbehörden hatte man im Wintersemester 1947/48 den „Studentischen Wanderclub Marburg“ gegründet, dem die ehemaligen Alten Herren der „Marburger Burschenschaft Rheinfranken“ wieder beitraten. 1948 fand das erste Nachkriegsstiftungsfest statt. Bald konnte der Altherrenverband zunächst unter dem Namen „Verband ehemaliger Rheinfranken“, später unter dem Namen „Studentenverein Rheinfranken“ neu gegründet werden. Die Rechtsnachfolge wurde festgestellt und es begann ein jahrelanger Rechtsstreit um die Rückgabe des Rheinfrankenhauses, welches mittlerweile vom Land Hessen verwaltet wurde. Die vollständige Rückgabe erfolgt 1953.

Die Neugründung der „Marburger Burschenschaft Rheinfranken“ geschah zeitgleich mit der des Dachverbands Deutsche Burschenschaft. Am 16. und 17. Juni 1950 fand in Marburg der erste Burschentag nach dem Nationalsozialismus statt. 1950 fusionierten die Burschenschaft Hercynia Marburg und die Rheinfranken. Hercynia Marburg war 1929 entstanden und aus der Clausthaler Burschenschaft Allemania (Gründung am 20. April 1922) und der Burschenschaft Sigambria (Gründung am 6. November 1889) hervorgegangen. Seit 1952 durften die Mitglieder der Rheinfranken wieder in Couleur in der Öffentlichkeit auftreten. Im selben Jahr wurde die Bestimmungsmensur wieder eingeführt, und die Rheinfranken traten dem Marburger Waffenring bei.

Jüngste Zeit

Mit dem Aufkommen neuer sozialer Bewegungen in den 1960er/70er Jahren veränderten sich die Meinungsverhältnisse und die politischen Kräfteverhältnisse in den westdeutschen Studentenschaften grundlegend. Burschenschaftliche Zusammenschlüsse wurden wie generell rechtsorientierte studentische Vereinigungen marginalisiert. In ihrer ehemaligen Hochburg Marburg bestimmten nun Sozialistischer Hochschulbund (SHB) und MSB Spartakus die Atmosphäre in der Studentenschaft und die Politik des Allgemeinen Studentenausschusses. Die Rheinfranken traten in der Folgezeit dem während des Burschentags in Landau 1969 gegründeten „Neuen Landauer Kreis“ bei, aus dem sich später der „Marburger Ring“ entwickelte.

In den 1980er Jahren stiegen die Mitgliederzahlen wieder an. Das Fechten und die Pflichtmensur wurden wieder eingeführt.

Rheinfranken-Mitglieder gehörten zu den Gründern der Marburger Sektion des Republikanischen Hochschulverbandes (RHV).[10] Mitglied von RHV und Republikanern war der Rheinfranke Björn Clemens, der zeitweise stellvertretender Vorsitzender der Partei war.[11]

Im Verbandsjahr 2000/01 übernahm Rheinfranken den Vorsitz der Deutschen Burschenschaft.

Zum heutigen politischen Selbstverständnis

Anleitung: Neutraler Standpunkt Die Neutralität ja ist umstritten. Eine Begründung steht auf der Diskussionsseite im Abschnitt „Theoriefindung (2)“. Weitere Informationen erhältst du hier.

Die Burschenschaft Rheinfranken versteht sich als eine politische Verbindung, d. h. ein politisches Engagement wird von den Mitgliedern erwartet. Dem soll die Maxime („Wahlspruch“) „Ehre! – Freiheit! – Vaterland!“ Ausdruck geben. Damit verbinde sich ein „aktiver Patriotismus“.[12] Darunter verstehe man das Bemühen um die „freie Entfaltung des deutschen Volkstums“. „Deutsches Volkstum“ hat einen völkischen, am ius sanguinis („Blutsrecht“) orientierten Inhalt.[13] Demnach werde das „deutsche Vaterland“ nicht durch „staatliche und politische Grenzen“ definiert. Vielmehr schließe es Territorien außerhalb der Bundesrepublik Deutschland wie Südtirol, Österreich oder Siebenbürgen (Rumänien) ein, in denen grenzüberschreitend Angehörige eines nationalen Kollektivs lebten, das als Großverwandtschaftsverband und als „Gemeinschaft“ imaginiert wird.[13] Sie alle seien gemeinsamer, nämlich als „deutsch“ angesehener biologisch-genealogischer Abstammung (Filiation).[14] Diese an die Metapher vom gemeinsamen Blut gebundene Vorstellung einer Zusammengehörigkeit über staatliche Grenzen hinweg wird auch durch das explizite Festhalten am Singen der ersten beiden Strophen des Deutschlandlieds unterstrichen.[15]

Die Rheinfranken machen sich auch heute noch die in den 1980er/90er Jahren formulierten Positionen der Deutschen Burschenschaft zu „Deutschtum“ und „Volksgemeinschaft“ zu eigen.

  • Unter „Volk“ versteht man eine „Gemeinschaft“, die vor „Entfremdung“ durch innere Kritiker und vor allem durch „Überfremdung“ durch Einwanderer zu schützen sei. Dies gilt nicht für Zuwanderer, die „durch gleiches geschichtliches Schicksal, gleiche Kultur, verwandtes Brauchtum und gleiche Sprache“ der Volksgemeinschaft zu subsumieren seien (wie Wolga- oder Namibiadeutsche). Sie seien „Volksdeutsche“.
  • Es sei der Gefahr zu begegnen, dass die Bundesrepublik Deutschland ihre Eigenschaft als deutscher Staat verliere.
  • Daher dürfe das Abstammungsprinzip als Voraussetzung für die Vergabe der deutschen Staatsbürgerschaft nicht aufgegeben werden.

Ihr Geschichtsverständnis („Geschichtsbewusstsein“) macht sie in ihren öffentlichen Aussagen an zwei Punkten fest:

  • Sie lehnt es ab, im 8. Mai 1945 einen „Tag der Befreiung“ zu sehen. Der „Tag der Kapitulation“ sei „ein Tag der Besinnung, des Gedenkens und der Trauer.“
  • Sie lehnt die Rehabilitierung von Wehrmachtsangehörigen, die sich dem Einsatz im Angriffskrieg verweigerten („Deserteure und Wehrkraftzersetzer“), und eine Wiedergutmachung für sie und ihre Familien ab.[16]

Die politische Betätigung ihrer Mitglieder findet zum einen im Rahmen der Deutschen Burschenschaft statt. Als wissenschaftliche Vorträge und politische Diskussionsrunden werden zudem im Rheinfrankenhaus jedes Semester sogenannte „Burschenschaftliche Vortragsabende“ veranstaltet.

Umstrittene Vortragsabende

Dazu wurden zahlreiche bekannte politische und ideologische Repräsentanten des Rechtsextremismus oder aus dem vorgelagerten Übergangsfeld eingeladen wie Dietrich Gerwin (1994), Dirk Bavendamm (2007), Rigolf Hennig (2000), Paul Latussek (zeitweise BfB, 2004), Manfred Rouhs (Pro Deutschland), Franz Schönhuber (2001), Franz Uhle-Wettler,[17] Horst Mahler (1999), Martin Hohmann (ehemals CDU, 2000) [18], Volkmar Weiss, Lutz Weinzinger (FPÖ), Andreas Mölzer (FPÖ, 2005), Martin Graf (FPÖ, 2008), Barbara Rosenkranz (FPÖ, 2010), sowie die neurechten Publizisten Karlheinz Weißmann und Manuel Ochsenreiter[19].

Einen Höhepunkt in der öffentlichen Wahrnehmung stellte der Auftritt von Dietrich Gerwin dar. Er behauptete eine Kriegserklärung des Weltjudentums an Deutschland und empfahl mehrfach dem Publikum die Schrift „Auschwitz-Mythos“ des Holocaust-Leugners Wilhelm Stäglich.[20]

Weiterhin gab es gelegentlich Vorträge aus dem konservativen Teil der CDU (Wolfgang Bosbach, 2007, Erika Steinbach, 2003), einmal auch des Vorsitzenden des Zentralrats der Juden in Deutschland Ignatz Bubis (1998). Während die Reden bekannterer Teilnehmer wie Horst Mahler, Franz Schönhuber oder Barbara Rosenkranz in der Regel im Inhalt auf der Website der Burschenschaft dokumentiert sind, besteht der Beitrag zu Bubis nur aus einigen Standfotos. In einer Erklärung zu ihren Referenten teilte die Burschenschaft im Jahre 2000 mit, dazu „zählten in der Vergangenheit auch unbescholtene Bürger und Persönlichkeiten wie bspw. Ignatz Bubis.“[21]

Weitere Beiträge

Die Burschenschaft verteilte 1993 ein Flugblatt anlässlich des 70. Todestages des wegen Bombenanschlägen und anderer Sabotageakte von einem französischen Militärgericht zum Tode verurteilten und 1923 hingerichteten Freikorpsangehörigen Albert Leo Schlageter, der 1922 einer NSDAP-Tarnorganisation[22] beigetreten war und zu einem „nationalsozialistischen Säulenheiligen“ avancierte. Der „frühe Nationalsozialist“ (Hans Mommsen) war „der Märtyrer im Ruhrkampf“ des „vaterländischen Lagers“ (DNVP, NSDAP, Stahlhelm u. a.).[23] In dem Flugblatt erklärten die Rheinfranken, in Schlageter ein „Vorbild der deutschen Jugend“ zu sehen. Er stehe „im Zeichen der Aufopferung für sein Vaterland, die Volksgemeinschaft, für Werte die längst vergessen scheinen“.[24]

Auch an öffentlichen Kundgebungen beteiligte sich die Burschenschaft, so gegen die Wehrmachtsausstellung.[25]

Der NPD-Funktionär und Burschenschafter Jürgen W. Gansel empfahl vor solchem Hintergrund Studenten, soweit es um Burschenschaften gehe, sich in Marburg bei den Rheinfranken zu organisieren. Dazu verwies ein Sprecher der Burschenschaft und Mitglied der CDU auf das generell politische Selbstverständnis von Burschenschaften. Im Fall der Rheinfranken sei es überparteilich, aber doch „wohl mit dem Begriff ‚deutschnational‘ am besten beschrieben.“[26]

Bekannte Mitglieder

Mitgliederverzeichnis:

  • Willy Nolte (Hrsg.): Burschenschafter-Stammrolle. Verzeichnis der Mitglieder der Deutschen Burschenschaft nach dem Stande vom Sommer-Semester 1934. Berlin 1934. S. 1075–1076.

Literatur

  • AHV Marburger Burschenschaft Rheinfranken e.V. (Hg.): Von der Societas Philologorum Recentium zur Marburger Burschenschaft Rheinfranken – 125 Jahre: 1880–2005, 2005
  • AHV Marburger Burschenschaft Rheinfranken e.V. (Hg.): Zur Geschichte der Marburger Burschenschaft Rheinfranken 1880–1930, 1932
  • AHV Marburger Burschenschaft Rheinfranken e.V. (Hg.): Mitglieder-Verzeichnis der Marburger Burschenschaft Rheinfranken, 1926/1934
  • AHV Marburger Burschenschaft Rheinfranken e.V. (Hg.): Kneipordnung der Marburger Burschenschaft Rheinfranken, 1925
  • AHV Marburger Burschenschaft Rheinfranken e.V. (Hg.): Rheinfranken-Zeitung, 1922–1958/ab 1958 ff.
  • Leopold Bahlsen: Beitrag zur Geschichte der Marburger Burschenschaft Rheinfranken, in: AHV Marburger Burschenschaft Rheinfranken e.V. (Hg.): ??
  • Hermann Bredtmann: Beitrag zur Geschichte der Marburger Burschenschaft Rheinfranken, in: AHV Marburger Burschenschaft Rheinfranken e.V. (Hg.): ??
  • Egmont Poppe: Geschichte Zur, der Marburger Burschenschaft Rheinfranken, in: AHV Marburger Burschenschaft Rheinfranken e.V. (Hg.)

Weblinks

Einzelnachweise

  1. E. H. Eberhard: Handbuch des studentischen Verbindungswesens. Leipzig, 1924/25, S. 94.
  2. Paulgerhard Gladen: Die deutschsprachigen Korporationsverbände. 4. aktualisierte und erweiterte Auflage. WJK-Verlag, Hilden 2014, ISBN 978-3-933892-28-7. S. 306.
  3. Zur Orgesch und den Marburger Zeitfreiwilligen: Fricke, Dieter u.a., Lexikon der Parteiengeschichte, Bd. 3, Köln 1985, S. 549ff.
  4. Krüger, Peter/Anne C. Nagel, Mechterstädt – 25. März 1920. Skandal und Krise in der Frühphase der Weimarer Republik, Münster 1997.
  5. Krüger, Peter/Anne C. Nagel, Mechterstädt – 25. März 1920. Skandal und Krise in der Frühphase der Weimarer Republik, Münster 1997, S. 81f.
  6. Siehe die HP der Burschenschaft: [1]. Die Darstellung (die zahlreiche Irrtümer enthält) nennt als stützende Fachliteratur allein eine Arbeit des US-amerikanischen Historikers Weingartner von 1975, der „allerdings entscheidende Dokumente übersah“, so: Krüger, Peter/Anne C. Nagel, Mechterstädt – 25. März 1920. Skandal und Krise in der Frühphase der Weimarer Republik, Münster 1997, S. 46.
  7. Hans Ulrich Wehler, Deutsche Gesellschaftsgeschichte. Vom Beginn des Ersten Weltkriegs bis zur Gründung der beiden deutschen Staten, München 2008, 1., durchges. Aufl., S. 468.
  8. Anne Christine Nagel: Die Philipps-Universität Marburg im Nationalsozialismus: Dokumente zu ihrer Geschichte. Franz Steiner Verlag, 2000. S. 281
  9. Siehe: [2].
  10. [3]; Günther Mauser, „Ich gehöre außer der Burschenschaft Libertas keiner politischen Organisation an“, in: [4].
  11. Zu diesem siehe: Gabriele Nandlinger, „Ehre, Freiheit, Vaterland!“. Burschenschaften als Refugium für intellektuelle Rechtsextremisten: [5].
  12. Siehe: [6].
  13. a b Siehe: Wolfgang Wippermann, Das Blutrecht der Blutsnation. Zur Ideologie- und Politikgeschichte des ius sanguinis in Deutschland, Berlin 1999, S. 10–48, 127–147.
  14. http://www.rheinfranken.de/portrait/Burschenschaft.htm; „Das deutsche Vaterland wird in diesem Sinne nicht nur von staatlichen und politischen Grenzen ausgemacht, sondern ... ist die friedliche Verbindung aller Teile des deutschen Volkes entweder in einem gemeinsamen Staat oder in einer anderen Form.“, auf: http://www.rheinfranken.de/index3.php?kategorie=archiv&link=Textedokumente.htm.
  15. „Wenn wir Burschenschafter gerade diese erste Strophe singen, halten wir damit die Erinnerung an die noch in den deutschen Ostgebieten heute lebenden deutschen Landsleute wach.“ und „Von der Maas bis an die Memel. Von der Etsch bis an den Belt – Diese Zeilen stehen für den geographischen Umfang Deutschlands und vor allem für die Einheit Deutschlands.“ [7].
  16. Alle Angaben nach: [8].
  17. Rudolf Augstein bereits 1998: „(publizierte) nach seiner Pensionierung in Zeitschriften, die als extrem rechtslastig eingestuft werden“. Laut Augstein trug Uhle-Wettler vor Burschenschaftern in Dresden vor, der Überfall auf die UdSSR sei ein „Präventivkrieg“ gewesen. („chauvinistischer Unfug“), in: [9].
  18. „... bedient[e] ... antisemitische Ressentiments und appelliert[e] an das Nationalbewusstsein: Die Deutschen dürften sich nicht als Tätervolk kasteien.“, siehe: Cziesche, Dominik/Wassermann, Andreas/Wiegrefe, Klaus, CDU. Der ganz rechte Weg, in: Der Spiegel, 2003, Nr. 45, 3. November 2003, S. 40.
  19. Rheinfranken machen Rückzieher. Oberhessische Presse, 2. Mai 2012
  20. Siehe: Gessenharter, Wolfgang/Pfeiffer, Thomas (Hrsg.), Die Neue Rechte – eine Gefahr für die Demokratie?, Wiesbaden 2004, S. 124.
  21. http://www.rheinfranken.de/archiv/pressearchiv/Flugblatt_marktfruehschoppen.htm
  22. Thomas Friedrich, Die missbrauchte Hauptstadt: Hitler und Berlin, Propyläen 2007, S. 82
  23. Harald Lönnecker, Die Versammlung der „besseren Nationalsozialisten“? Der Völkische Waffenring (VWR) zwischen Antisemitismus und korporativem Elitarismus, Frankfurt/M. 2003, in: [10] (PDF; 267 kB); Hellmuth Auerbach, Regionale Wurzeln und Differenzen der NSDAP, in: Horst Möller/Andreas Wirsching/Walter Ziegler, Nationalsozialismus in der Region (= Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte, Sondernummer), München 1996, S. 65–86, hier: S. 76.
  24. Nach: Dietrich Heither: Verbündete Männer/Köln 2000, S. 365.
  25. Gesamtbeurteilungen aus distanzierter Perspektive: a) Ehre, Freiheit, Vaterland! – Bundeszentrale für Politische Bildung; b) Kleine Anfrage der Abgeordneten Ulla Jelpke und der Gruppe der PDS;(Neu-)Gründung des „Republikanischen Hochschulverbands“, die Burschenschaft „Normannia-Leipzig zu Marburg“ und die Zeitschrift „Junge Freiheit“…; c) Gessenharter, Wolfgang/Pfeiffer, Thomas, Die Neue Rechte – eine Gefahr für die Demokratie? VS Verlag ISBN 978-3-8100-4162-3 S.123ff.; d) Stenografischer Bericht (PDF; 441 kB) der 75. Sitzung des Innenausschusses des Hessischen Landtages 23. Mai 2007, 14.04 bis 16.15 Uhr, Redebeitrag Alexandra Kurth, S.4ff.
  26. Stenografischer Bericht (PDF; 441 kB) der 75. Sitzung des Innenausschusses des Hessischen Landtages 23. Mai 2007, Redebeitrag der Politikwissenschaftlerin Alexandra Kurth, S.4 ff.
  27. Zwischen Esoterik und Wissenschaft - die Kreise des „völkischen Germanenkundlers“ Wilhelm Teudt, von Harald Lönnecker, PDF abgerufen am 27. Oktober 2010