Marcel Bigeard

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Marcel Bigeard 1996 vor einem Foto von sich aus der Zeit von Điện Biên Phủ

Marcel Bigeard (* 14. Februar 1916 in Toul, Meurthe-et-Moselle, Frankreich; † 18. Juni 2010 ebenda) war ein französischer Offizier, der im Zweiten Weltkrieg, im Indochina- und im Algerienkrieg eingesetzt war.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Marcel Bigeard war der Sohn eines armen Eisenbahnarbeiters aus Toul.[1] Er verpflichtete sich nach einer Arbeit als Bankangestellter zur Armee. Während des Zweiten Weltkriegs wurde er während des Westfeldzugs gefangen genommen. Er floh aus der Gefangenschaft und schloss sich den Freifranzosen an. Bigeard war während des Indochinakriegs Bataillonskommandeur der Fallschirmtruppen. Bigeard nahm unter anderem an den Schlachten um Nghia Lo und Dien Bien Phu teil. In Letzterer geriet er nach der Kapitulation in Gefangenschaft der Viet Minh.[2] Für sein Verhalten während der Schlacht wurde er zum Oberstleutnant befördert.[3]

Während des Algerienkrieges ließ Bigeard als Untergebener des Generals Jacques Massu Folterungen und summarische Erschießungen durchführen. Bei sogenannten Todesflügen wurden Algerier aus Flugzeugen ins Mittelmeer geworfen, meist mit Gewichten beschwert. Der französische Geheimdienst nannte die Ermordeten zynisch "Crevettes Bigeard" (Bigeards Garnelen). Nach - schwer überprüfbaren - Angaben eines involvierten französischen Offiziers wurden 4000 Algerier auf diese Art ermordet.[4] Die französische Regierung beschloss eine Amnestie für das Vorgehen in Algerien, so dass Bigeard und die anderen verantwortlichen Militärs nicht zur Rechenschaft gezogen wurden. [5]

1976 beendete er seine Karriere als Général de corps d'armée. 1975 trat er einen einjährigen Dienst als Staatssekretär im Verteidigungsministerium an. 1978 wurde Abgeordneter in der Nationalversammlung für das Département Meurthe-et-Moselle. Er war bis 1988 in der Nationalversammlung.[2]

General Bigeard war der am höchsten dekorierte Militär Frankreichs. Er wurde unter anderem mit dem Grand-croix de la Légion d’honneur und der Médaille de la Résistance ausgezeichnet.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Frederick Logevall: Embers of War - The Fall of an Empire and the Making of America's Vietnam, New York 2013, S. 237
  2. a b Jacques Dalloz : Dictionnaire de la Guerre d'Indochine 1945 - 1954, Paris, 2006, S. 35
  3. Horne, Alistair (1977), A Savage War of Peace: Algeria 1954–1962, Seite 167. New York Review Books (published 2006), ISBN 978-1-59017-218-6;
  4. Zeugenaussage von Paul Teitgen im Film von Yves Boisset, Que reste-t-il de la bataille d'Alger?
  5. Des guerres d’Indochine et d’Algérie aux dictatures d’Amérique latine, Interview mit Marie-Monique Robin von der Ligue des droits de l'homme (LDH, Human Rights League), 10. Januar 2007

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]