Marcel Huber

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Marcel Huber auf dem CSU-Parteitag 2015

Marcel Huber (* 10. Januar 1958 in Mühldorf a. Inn) ist ein deutscher Politiker (CSU) und seit 2003 Mitglied des Bayerischen Landtags. Seit Oktober 2007 gehört er der Bayerischen Staatsregierung an, zunächst als Staatssekretär im Umwelt- und ab 2008 im Kultusministerium. Im März 2011 wurde Huber Leiter der Bayerischen Staatskanzlei und am 4. November 2011 als Nachfolger von Markus Söder Bayerischer Staatsminister für Umwelt und Gesundheit. Am 10. Oktober 2013 wurde er Bayerischer Staatsminister für Umwelt und Verbraucherschutz. Am 5. September 2014 übernahm er abermals die Leitung der Bayerischen Staatskanzlei und wurde Bayerischer Staatsminister für Bundesangelegenheiten und Sonderaufgaben.

Ausbildung und Beruf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Huber wurde als Sohn des Verwaltungsbeamten Rudolf Huber und der Lehrerin Marianne Huber, geboren und wuchs in Ampfing auf. Nach dem Besuch der Grundschule wechselte er auf das Ruperti-Gymnasium Mühldorf a.Inn, das er 1976, als Schüler einer Springerklasse ein Jahr früher als normal, mit dem Abitur abschloss. Im Anschluss nahm er an der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) in München ein Studium der Veterinärmedizin auf.

Nach dem Staatsexamen in Tiermedizin 1981 ging Huber für ein Jahr in die freie Praxis. In den Jahren 1982/84 arbeitete er als Assistent von Professor Horst Kräußlich am Lehrstuhl für Tierzucht der LMU München und promovierte dort 1983 mit Untersuchungen über Klauenparameter an Jungbullen in den bayerischen Eigenleistungsprüfungsanstalten zum Dr. med. vet. Seit 1984 ist er angestellter Tierarzt beim Tiergesundheitsdienst Bayern e.V. (TGD). 1988 wurde er Fachtierarzt für Schweine und fungiert seit 1997 als Leiter der Abteilung Schweinegesundheitsdienst im TGD.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Marcel Huber im Straßenwahlkampf, 2011
Marcel Huber, 2012

Im Mai 2003 übernahm Huber den Vorsitz des CSU-Kreisverbandes Mühldorf a. Inn. Bei der Landtagswahl 2003 errang er als Direktkandidat im Stimmkreis 121 (Mühldorf am Inn) 71,4 Prozent der Stimmen und zog erstmals in den Bayerischen Landtag ein.[1] Dort gehörte er den Ausschüssen für Fragen des öffentlichen Dienstes und für Umwelt und Verbraucherschutz. Zudem war er Mitglied des Untersuchungsausschusses Wildfleisch und Verbraucherschutz.

Im Oktober 2007 berief ihn der neu gewählte Bayerische Ministerpräsident Günther Beckstein als Staatssekretär im Staatsministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz in sein Kabinett.

Bei der Landtagswahl 2008 erreichte Huber mit 54,1 % das landesweit beste Erststimmenergebnis.[2] Nachdem seine als sicher geglaubte Berufung zum Landwirtschaftsminister am Widerstand mehrerer CSU-Bezirksverbände gegen die Berufung zu vieler oberbayerischer Minister scheiterte, gehörte Huber als Staatssekretär im Kultusministerium dem Kabinett Seehofer I an.[3] Bei der Landtagswahl 2013 wurde er mit 63,1 % wiedergewählt.

Nach der Ernennung Siegfried Schneiders zum Präsidenten der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien übernahm Huber am 17. März 2011 die Leitung der Bayerischen Staatskanzlei.[4] Damit war er auch Vorstandsvorsitzender des MedienCampus Bayern, des Dachverbands für die Medienaus- und -Fortbildung. Von 4. November 2011 bis 10. Oktober 2013 war Huber Bayerischer Staatsminister für Umwelt und Gesundheit. Zum 10. Oktober 2013 wurden aus dem Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit zwei eigenständige Staatsministerien gebildet, das Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz sowie das Staatsministerium für Gesundheit und Pflege. Marcel Huber ist seither Bayerischer Staatsminister für Umwelt und Verbraucherschutz.

Der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer übertrug am 3. September 2014 Huber die Ämter 'Leiter der Staatskanzlei' und 'Staatsminister für Bundesangelegenheiten und Sonderaufgaben'. Die Ernennung erfolgt zum 5. September 2014. Huber folgt damit Christine Haderthauer, die am 1. September im Zuge der Modellauto-Affäre zurückgetreten war.[5][6] Er übernahm auch Haderthauers Stelle im Rundfunkrat des Bayerischen Rundfunks.

Bis zum 10. Oktober 2014 war er als Mitglied der Landesregierung auch Ordentliches Kommissionsmitglied in der Kommission Lagerung hoch radioaktiver Abfallstoffe (Endlagerkommission) gemäß § 3 Standortauswahlgesetz.[7]

Asylrecht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei einer Kabinettssitzung der Bayerischen Staatsregierung im Oktober 2014 forderte Huber vom Bund eine „nationale Kraftanstrengung“ zur Bewältigung des Zustroms an Asylbewerbern.[8] Nach einem Hungerstreik von Asylbewerbern in München im November 2014 warf Huber diesen Undankbarkeit vor und lehnte deren Forderung nach sofortiger Anerkennung mit Hinweis auf rechtliche Verfahren als „indiskutabel“ ab.[9]

Im Januar 2015 übte Huber in einem Interview mit der Passauer Neuen Presse deutliche Kritik an der Dauer der laufenden Asylverfahren, die zu hohen Kosten bei den Ländern führten. Bei Menschen, die „offensichtlich keinen Asylgrund“ hätten, müsse das Verfahren „in 14 Tagen erledigt sein“.[10] Den starken Anstieg von Asylbewerbern aus dem Kosovo bezeichnete Huber im Februar 2015 als „organisierten Missbrauch des Asylrechts“, der die deutschen Behörden überfordere und staatsgefährdend sei.[11]

Ehe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Initiative der SPD zur gleichgeschlechtlichen Ehe lehnte Huber im Juni 2015 ab. Huber beschrieb die Ehe als Keimzelle der Gesellschaft. Zwar habe sich die Welt gewandelt und andere Lebensformen seien Teil der Gesellschaft, aber eine Eheschließung zwischen Mann und Frau habe eine „andere Dimension“, bekräftigte Huber.[12]

Sonstiges Engagement[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit Ende 2009[13] ist Marcel Huber Vorsitzender des Katholischen Männervereins Tuntenhausen.[14][15][16]

Marcel Huber ist langjähriges Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Ampfing[17] und war bis 2009 deren Kommandant.[14]In seiner Freizeit baut er Krippen,[18] in der Adventszeit kümmert er sich auch um die Krippe in der Ampfinger Kirche.[14] Mit Basstuba und Kontrabass beteiligt er sich bei der Ampfinger Bläsergruppe bei festlichen Anlässen.[14][19]

Seit 2013[20] amtiert Huber als Präsident des Musikbundes von Ober- und Niederbayern.[21] Für den 113. Offizierlehrgang der Offizierschule der Luftwaffe fungiert er als Mentor.[22]

Anfang 2017 wurde Huber als Ehrenmitglied der katholischen Studentenverbindung KDStV Aenania München im CV aufgenommen. [23]

Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Huber ist seit 1982 verheiratet und hat drei Kinder, darunter Tobias M. Huber.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Marcel Huber – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Landtagswahl 2003 in Bayern. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung. 2003. Abgerufen am 7. März 2015.
  2. Wahl zum Bayerischen Landtag am 28. September 2008. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung. 2008. Abgerufen am 7. März 2015.
  3. Bayern-Kabinett komplett. Süddeutsche Zeitung. 11. Mai 2010. Abgerufen am 7. März 2015.
  4. "Wir wollen keinen Krach". Süddeutsche Zeitung. 18. April 2011. Abgerufen am 7. März 2015.
  5. Haderthauer-Nachfolger: Umweltminister Huber soll bayerische Staatskanzlei leiten. Spiegel Online. 3. September 2014. Abgerufen am 7. März 2015.
  6. Eine gute Wahl und ein Risiko. Süddeutsche Zeitung. 4. September 2014. Abgerufen am 7. März 2015.
  7. Abschlussbericht der Kommission Lagerung hoch radioaktiver Abfallstoffe. Bundestag. 5. Juli 2016. Abgerufen am 31. Januar 2017.
  8. Bericht aus der Kabinettssitzung vom 07.10.2014. Bayerische Staatsregierung. 7. Oktober 2014. Abgerufen am 1. September 2015.
  9. Staatsregierung spricht von "Spektakel". Süddeutsche Zeitung. 25. November 2014. Abgerufen am 1. September 2015.
  10. Marcel Huber im PNP-Interview: "Asylrecht wird ausgenutzt". Passauer Neue Presse. 21. Januar 2015. Abgerufen am 1. September 2015.
  11. Bundesländer schlagen Alarm: Flüchtlingswelle kommt aus dem Kosovo. n-tv. 11. Februar 2015. Abgerufen am 1. September 2015.
  12. Bayern kämpft gegen die "Ehe für alle". Augsburger Allgemeine. 11. Juni 2015. Abgerufen am 1. September 2015.
  13. Der Neue in Tuntenhausen. Zeitungsausschnitt der Pressewoche auf der Website des Katholischen Männervereins Tuntenhausen, 19. Dezember 2009, abgerufen am 25. Januar 2016.
  14. a b c d Kontrabass, Feuerwehr und Tuntenhausen. Süddeutsche Zeitung, 2. März 2011, abgerufen am 25. Januar 2016.
  15. Gegen Sex, Bikinis und die Pille. Süddeutsche Zeitung, 26. Oktober 2010, abgerufen am 25. Januar 2016.
  16. Vorstandschaft. Katholischer Männerverein Tuntenhausen, abgerufen am 25. Januar 2016.
  17. Jahreshauptversammlung 2013. Freiwillige Feuerwehr Ampfing, 2013, abgerufen am 25. Januar 2016.
  18. http://www.abendzeitung-muenchen.de/inhalt.minister-und-ihre-hobbys-marcel-huber-csu-minister-mit-herz-fuer-krippen.2fa1b9f5-03f2-419f-a406-c9084a5da595.html. Abendzeitung, 9. Oktober 2012, abgerufen am 25. Januar 2016.
  19. Staatskanzlei-Chef Dr. Marcel Huber und Weihbischof Dr. Haßlberger bei Einweihung. Wochenblatt Verlagsgruppe, 22. September 2014, abgerufen am 25. Januar 2016.
  20. Dr. Marcel Huber. Staatsminister Dr. Marcel Huber, MdL. Abgerufen am 31. Januar 2017.
  21. Vorstand. Musikbund von Ober- und Niederbayern, abgerufen am 25. Januar 2016.
  22. Staatsminister Marcel Huber zu Besuch bei der OSLw. In: www.luftwaffe.de. Abgerufen am 19. August 2016.
  23. 166. Gründungsfest K.D.St.V. Aenania. In: www.aenania.de. 13. Februar 2017, abgerufen am 15. Februar 2017.