Marcel Schäfer

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Marcel Schäfer
Marcel Schäfer.jpg
Marcel Schäfer beim Training (2007)
Personalia
Geburtstag 7. Juni 1984
Geburtsort AschaffenburgDeutschland
Größe 184 cm
Position Abwehr
Junioren
Jahre Station
1990–1996 SV Eintracht Straßbessenbach
1996–1999 Viktoria Aschaffenburg
1999–2003 TSV 1860 München
Herren
Jahre Station Spiele (Tore)1
2003–2007 TSV 1860 München 91 0(3)
2007–2017 VfL Wolfsburg 256 (13)
2017–2018 Tampa Bay Rowdies 45 0(7)
Nationalmannschaft
Jahre Auswahl Spiele (Tore)2
2005 Team 2006 1 0(0)
2008–2010 Deutschland 8 0(0)
1 Angegeben sind nur Ligaspiele.
Stand: Karriereende

2 Stand: Karriereende

Marcel Schäfer (* 7. Juni 1984 in Aschaffenburg) ist ein ehemaliger deutscher Fußballspieler und heutiger Funktionär. Seit dem 1. Juli 2018 ist er Sportdirektor des VfL Wolfsburg.

Karriere als Spieler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Verein[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vereine in der Jugend[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Alter von sechs Jahren begann Schäfer beim SV Eintracht Straßbessenbach mit dem Fußballspielen und wechselte mit zwölf Jahren zu Viktoria Aschaffenburg.[1]

TSV 1860 München[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ernst Tanner, der damalige Jugendkoordinator des TSV 1860 München, sprach ihn 1999 auf einem Länderturnier in Duisburg auf einen Wechsel zum 1860 München an. Schäfer entschied sich für einen Wechsel und gegen Eintracht Frankfurt, das ebenfalls Interesse gezeigt hatte. Er wechselte 1999 mit 15 Jahren zum TSV 1860 München.[2] Sein damaliger Amateurcoach und späterer Profitrainer Reiner Maurer schulte ihn vom Mittelfeldspieler zum Verteidiger um. Als 17-Jährigem drohte Schäfer wegen eines Kreuzbandrisses das Karriereende. Zur Saison 2003/04 rückte der Außenverteidiger erstmals in den Profikader auf. Am 11. Spieltag kam er zu seinem Debüt in der Bundesliga. Er wurde im Spiel gegen den VfL Bochum in der 89. Minute für Markus Weissenberger eingewechselt. Es blieb der einzige Ligaeinsatz für Schäfer in dieser Saison. In den Folgejahren etablierte sich der Offensivverteidiger und wurde zum Stammspieler. In der Hinrunde der Saison 2006/07 war er der einzige Profi des TSV, der in jedem Spiel auf dem Platz stand.

VfL Wolfsburg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem dreimal in Folge der Wiederaufstieg verpasst worden war, wechselte Schäfer im Juli 2007 wieder in die Bundesliga zum VfL Wolfsburg. Dort markierte er in seinem ersten Jahr sechs Treffer in 29 Spielen. Sein erstes Bundesligator erzielte er am 4. November 2007 beim 3:5 gegen den VfL Bochum. Am 18. Mai 2009 wurde er in Barsinghausen zu „Niedersachsens Fußballer des Jahres“ gewählt.[3] Am Ende seines zweiten Jahres beim VfL wurde die Mannschaft erstmals Deutscher Meister. Neben Andrea Barzagli und Christian Gentner war Schäfer der einzige Akteur, der alle Saisonspiele bestritten hatte. Insgesamt verpasste er nur 22 Minuten Spielzeit. Auch in den folgenden beiden Spielzeiten blieb Schäfer der konstanteste Stammspieler der Wölfe und verpasste in dieser Zeit nur zwei Ligaspiele. Von Januar bis August 2011 war er als Nachfolger von Edin Džeko, der den Verein verlassen hatte, Mannschaftskapitän des VfL Wolfsburg. Ihm folgte Christian Träsch nach.

Sein Vertrag lief bis 2017.[4]

Tampa Bay Rowdies[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schäfer (Nr. 4) bei den Tampa Bay Rowdies (2017)

Anfang März 2017 wechselte Schäfer in die zweitklassige US-amerikanische United Soccer League zu den Tampa Bay Rowdies.[5] Geplant war, dass Schäfer 2019 zum VfL Wolfsburg zurückkehren würde, um dort im Management zu arbeiten.[6] Parallel zum Fußball absolvierte Schäfer Praktika im Management der umliegenden Profi-Franchises Tampa Bay Buccaneers, Tampa Bay Lightning und Tampa Bay Rays. Schäfer bezeichnete die Zeit in Florida als „Lebenstraum“ und „Bildungsreise“.[7]

In der Saison 2017 erzielte Schäfer in 32 Spielen sieben Treffer. Nachdem er in der Saison 2018 zu dreizehn Einsätzen gekommen war, beendete er im Juni 2018 seine Karriere, um als Sportdirektor zum VfL Wolfsburg zurückzukehren.[8]

In der Nationalmannschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 13. November 2008 wurde er erstmals von Bundestrainer Joachim Löw in die deutsche Nationalmannschaft für das Freundschaftsspiel gegen England berufen. In dem Spiel am 19. November 2008 gab er bei der 1:2-Niederlage sein Debüt, Schäfer kam ab der 77. Minute zum Einsatz. Sein erstes Länderspiel von Beginn an absolvierte er am 29. Mai 2009 gegen China. Es folgten sechs weitere Länderspieleinsätze bis August 2010; für die Fußball-Weltmeisterschaft 2010 wurde er nicht berücksichtigt.

Karriere als Funktionär[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1. Juli 2018 ist Schäfer unter dem Geschäftsführer Sport Jörg Schmadtke Sportdirektor des VfL Wolfsburg.[8]

Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Privates[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2007 absolvierte er einen 18-monatigen Fernlehrgang im Bereich Sportmanagement. Anschließend belegte er einen Fernlehrgang in der Fachrichtung Sportmarketing.

Schäfer ist ledig und hat zwei Söhne und eine Tochter. Sein Vater Markus Schäfer absolvierte von 1985 bis 1989 für Viktoria Aschaffenburg 80 Spiele in der 2. Bundesliga.

Soziales Engagement[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Marcel Schäfer hat sich für die Jugendkampagne iCHANCE – Besser lesen, besser schreiben! des Bundesverbandes Alphabetisierung und Grundbildung engagiert. Er machte darauf aufmerksam, dass mehr als sieben Millionen Erwachsene nicht richtig lesen und schreiben können.[9][10]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Marcel Schäfer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Interview (Memento vom 11. Dezember 2015 im Internet Archive), www.schaefi.de.tl
  2. Marcel Schäfer lobt die Löwen-Ausbildung (Memento vom 13. Juni 2010 im Internet Archive), www.jungloewen.de vom 30. September 2005
  3. Vfl "Fußballer des Jahres": Weghorst steht zur Wahl
  4. VfL Wolfsburg verlängert mit Schäfer bis 2017, transfermarkt.de
  5. Tampa Bay Rowdies Sign VfL Wolfsburg Legend Marcel Schäfer rowdiessoccer.com, abgerufen am 2. März 2017
  6. Hinweis in: Westfalenpost vom 2. März 2017, Sport 2
  7. Tampa-Profi Schäfer: „Ok, dass ich hier finanzielles Minusgeschäft einging“, transfermarkt.de, 18. März 2018, abgerufen am 13. Juni 2018.
  8. a b Vorzeitige Rückkehr, vfl-wolfsburg.de, 13. Juni 2018, abgerufen am 13. Juni 2018.
  9. www.iCHANCE.de. Abgerufen am 12. Dezember 2013.
  10. YouTube: Marcel Schäfer (VfL Wolfsburg) zum Lesen und Schreiben. Abgerufen am 12. Dezember 2013.