Marcel Schmelzer

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Marcel Schmelzer
Marcel Schmelzer 2014 crop.jpg
Marcel Schmelzer (2014)
Personalia
Geburtstag 22. Januar 1988
Geburtsort MagdeburgDDR
Größe 181 cm
Position linke Außenverteidigung
Junioren
Jahre Station
1996–2002 SV Fortuna Magdeburg
2002–2005 1. FC Magdeburg
2005–2007 Borussia Dortmund
Herren
Jahre Station Spiele (Tore)1
2005–2009 Borussia Dortmund II 38 (0)
2008– Borussia Dortmund 258 (3)
Nationalmannschaft
Jahre Auswahl Spiele (Tore)2
2009–2010 Deutschland U21 11 (0)
2010–2014 Deutschland 16 (0)
1 Angegeben sind nur Ligaspiele.
Stand: Saisonende 2019/20

2 Stand: 5. März 2014

Marcel Schmelzer (2011)
Jenny und Marcel Schmelzer bei der Premiere des Films Volltreffer, September 2016

Marcel „Schmelle“ Schmelzer (* 22. Januar 1988 in Magdeburg, DDR) ist ein deutscher Fußballspieler. Er spielt für Borussia Dortmund in der Bundesliga, hauptsächlich auf der Position des linken Außenverteidigers. Außerdem wurde er 2009 U21-Europameister und war zwischen 2010 und 2014 A-Nationalspieler. Darüber hinaus absolvierte er unter allen aktiven BVB-Spielern die meisten Ligapartien.

Sportliche Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jugend in Magdeburg und Dortmund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schmelzer war von Dezember 1996 bis Juni 2002 bei SV Fortuna Magdeburg angemeldet und wechselte dann zum 1. FC Magdeburg.[1] 2005 wechselte der linke Flügelstürmer in die A-Jugend von Borussia Dortmund, bei der er schließlich aufgrund eines personellen Notstands zum Außenverteidiger umfunktioniert wurde. Er kam in 45 Einsätzen zu zwei Toren für den BVB in der A-Jugend-Bundesliga der Staffel West. Zwei Jahre später rückte er in den Kader der zweiten Mannschaft in der Regionalliga Nord auf, für die er bereits 2005 sein erstes Spiel in der Oberliga Westfalen bestritten hatte.

Profi in Dortmund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach 26 Spielen in der Regionalliga wurde Schmelzer im Sommer 2008 vom neuen BVB-Trainer Jürgen Klopp in den Kader der Bundesligamannschaft des BVB berufen. Dort gab er sein Pflichtspieldebüt am 9. August 2008 im DFB-Pokal bei Rot-Weiss Essen (3:1). Sein erstes Bundesligaspiel absolvierte der Verteidiger sieben Tage später bei Bayer 04 Leverkusen (3:2). In der Saison 2009/10 konnte er Dedê von der Linksverteidigerposition verdrängen und wurde Stammspieler. Im Februar 2011 verlängerte Schmelzer seinen Vertrag vorzeitig bis zum 30. Juni 2014 und wurde mit der Mannschaft Deutscher Meister sowie Pokalsieger. Im 79. Bundesligaspiel für den BVB erzielte er am 22. Oktober 2011 (10. Spieltag) beim 5:0-Heimsieg über den 1. FC Köln mit dem zwischenzeitlichen 2:0 sein erstes Bundesligator und wurde mit dem BVB im Frühjahr 2012 zum zweiten Mal Meister. Am 24. Oktober 2012 erzielte der Abwehrspieler sein erstes Europapokaltor, als er gegen Real Madrid im Champions-League-Gruppenspiel den 2:1-Siegtreffer markierte. Mit der Mannschaft gelangte er bis ins Endspiel, wo man aber dem Ligakonkurrenten FC Bayern unterlag. In den folgenden zwei Jahren fiel Schmelzer immer wieder verletzungsbedingt aus, behielt aber seinen Stammplatz und gewann mit der Mannschaft zweimal in Folge den DFL-Supercup.

Nach Mats Hummels’ Wechsel war der Verteidiger unter den Cheftrainer Thomas Tuchel, Peter Bosz und Peter Stöger von August 2016 bis Mai 2018 als Nachfolger Kapitän seiner Mannschaft[2][3] und kam innerhalb dieses Zeitraums auf 66 wettbewerbsübergreifende Pflichtspieleinsätze, in denen ihm zwei Tore und fünf Assists gelangen. Zwischenzeitlich wurde Schmelzers Vertrag bis Juni 2021 verlängert.[4] Im Frühjahr 2017 folgte der zweite Pokalsieg mit Dortmund, als vierter Kapitän der Borussia durfte er den Pokal entgegennehmen. Nach seinem Rücktritt vom Spielführeramt wurde Schmelzer von Marco Reus beerbt und verlor unter dem neuen Cheftrainer Lucien Favre nach einer Hüftverletzung seinen Stammplatz an den Neuzugang Achraf Hakimi. In der Folge wurden ihm nach Hakimis Wechsel auf die rechte Seite Abdou Diallo, Manuel Akanji und der offensiver agierende Raphaël Guerreiro vorgezogen. Dies veranlasste ihn in der Sommerpause zur Vereinssuche, seitens des BVB erhielt der mit Abstand dienstälteste Spieler jedoch keine Freigabe.[5]

Im Heimspiel gegen Fortuna Düsseldorf (3:2) am 11. Mai 2019 absolvierte Schmelzer sein 250. Bundesligaspiel und gewann im August mit Dortmund gegen Bayern München zum dritten Mal den nationalen Supercup.[6] Im weiteren Saisonverlauf war der Magdeburger häufiger verletzt und kam auf lediglich acht Kurzeinsätze. Am 29. Spieltag konnte er nach fast sieben Jahren wieder ein Tor erzielen und bereitete parallel dazu noch ein weiteres vor. Im Anschluss an die Saison, die Schmelzer mit dem BVB erneut als Vizemeister abschloss, musste er sich einer Knieoperation unterziehen.[7]

Nationalmannschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 31. März 2009 debütierte Schmelzer in einem Freundschaftsspiel der U21-Nationalmannschaft als offensiver Mittelfeldspieler. Sein erstes Pflichtspiel absolvierte er bei der Europameisterschaft in Schweden unter Bundestrainer Horst Hrubesch; beim 4:0-Finalsieg über England am 29. Juni 2009 wurde er kurz vor Spielende eingewechselt.

Am 17. November 2010 bestritt Schmelzer sein erstes A-Länderspiel. Im Freundschaftsspiel gegen Schweden in Göteborg (0:0), bei dem auch seine Dortmunder Mannschaftskameraden Mats Hummels und Kevin Großkreutz mitwirkten, spielte er über die volle Spielzeit auf der linken Abwehrseite.

Bei der Fußball-Europameisterschaft 2012 wurde er nicht eingesetzt. Bei der Qualifikation zur WM 2014 setzte Trainer Löw Philipp Lahm auf die rechte Abwehrseite, Schmelzer auf die linke. Nachdem er im Spiel gegen die Färöer verletzt gefehlt hatte, spielte Schmelzer von Beginn an gegen Österreich und Irland.[8] Nach einer schwachen Leistung gegen Österreich wurde er im Vorfeld des folgenden Spiels gegen Irland von Bundestrainer Joachim Löw mit den Worten „Er hat gegen Österreich kein gutes Spiel gemacht. Viele Alternativen gibt es jetzt aber auch nicht, also müssen wir mit Marcel Schmelzer die nächsten zwei, drei, vier, fünf Monate weiterarbeiten“ kritisiert und zur Notlösung erklärt.[9]

Am 8. Mai 2014 wurde er für den vorläufigen Kader zur Weltmeisterschaft 2014 nominiert[10], am 2. Juni 2014 aber aus dem endgültigen Kader gestrichen.[11]

Titel & Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verein[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nationalmannschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Privates[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schmelzer war Schüler des Magdeburger Sportgymnasiums. Dort machte er das Fachabitur mit Schwerpunkt Betriebswirtschaftslehre.[13]

Am 16. Mai 2013 heiratete er seine Freundin Jenny.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Marcel Schmelzer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Vom Spät- zum Senkrechtstarter, www.reviersport.de vom 7. Oktober 2010
  2. Sebastian Weßling: BVB-Trainer Tuchel macht Schmelzer zum neuen Kapitän | WAZ.de. In: www.derwesten.de. Abgerufen am 28. August 2016.
  3. Schmelzer tritt als Kapitän beim BVB zurück. In: spiegel.de. Abgerufen am 23. Mai 2018.
  4. Dortmund verlängert mit Schmelzer bis 2021, wa.de, abgerufen am 1. Juni 2020
  5. Einig mit neuem Klub: BVB verweigerte Schmelzer die Freigabe, fussballtransfers.com, abgerufen am 28. Juni 2020
  6. Dortmund gewinnt Supercup gegen Bayern München, spiegel.de, abgerufen am 3. August 2019
  7. Marcel Schmelzer fällt für längere Zeit aus, bvb.de, abgerufen am 16. Juli 2020
  8. Schmelzer: Problemzone links
  9. Schmelzer für Löw nur Notlösung. In: Spiegel Online. Spiegel-Verlag Rudolf Augstein GmbH & Co. KG, 11. Oktober 2012, abgerufen am 2. Juni 2020.
  10. Löw nominiert 30 Spieler für erweiterten WM-Kader (Memento vom 9. Mai 2014 im Internet Archive) dfb.de, abgerufen am 8. Mai 2014
  11. WM-Kader steht: Löw streicht Mustafi, Schmelzer und Volland. Meldung. DFB, 2. Juni 2014, archiviert vom Original am 14. August 2014; abgerufen am 3. Juni 2014.
  12. Posse um Supercup
  13. Hinweis in: echt-Das Stadionmagazin, Heft 39 vom 30. März 2012, S. 25