Marcello Mastroianni

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Marcello Mastroianni (1993)

Marcello Mastroianni (* 28. September 1924 in Fontana Liri; † 19. Dezember 1996 in Paris, Frankreich) war ein italienischer Filmschauspieler. Zu Beginn seiner Karriere stellte er zumeist lebenslustige junge Männer und Liebhaber dar. Später verkörperte er den Archetyp des krisengeschüttelten Mannes im mittleren Alter sowie das künstlerische „Alter Ego“ seines Lieblingsregisseurs Federico Fellini, in dessen Filmen er mehrfach die Hauptrolle spielte.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Marcello Mastroianni wurde im Städtchen Fontana Liri in der Nähe von Neapel geboren und wuchs in Rom und Turin auf. Sein Vater Urbano Mastroianni arbeitete als Zimmermann. Mastroiannis Mutter Ida Irroles stammte aus der gutbürgerlichen jüdischen Familie von Moissej und Malka Idelson. Idas Eltern emigrierten aus Russland, sie selbst wuchs in Hamburg bei fremden Leuten auf, kam später nach Italien und heiratete dort. Erst in den 1980er Jahren erfuhr Marcello Mastroianni von seinen jüdischen Wurzeln.[1]

Mastroianni war ein Neffe des Bildhauers Umberto Mastroianni (1910–1998). Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurde er von der Wehrmacht interniert, konnte aber fliehen. Ab 1945 arbeitete er für ein Filmunternehmen und nahm Schauspielunterricht. 1948 debütierte er in dem Film I miserabili („Die Elenden“) nach dem gleichnamigen Roman von Victor Hugo.

Internationale Bekanntheit erlangte er mit dem Film Das süße Leben aus dem Jahr 1960, in dem er unter Fellinis Regie an der Seite von Anita Ekberg die männliche Hauptrolle spielte. Für diese bekam er einen Preis von der italienischen Vereinigung der Filmjournalisten Sindacato Nazionale Giornalisti Cinematografici Italiani.

Mastroianni 1990

Mastroianni war von 1948 bis zu seinem Tod mit der Schauspielerin Flora Carabella verheiratet, mit der er eine Tochter hatte. Seiner Beziehung mit Catherine Deneuve entstammt die Tochter Chiara Mastroianni. Zwei Jahre nach seinem Tod wurde der Marcello-Mastroianni-Preis ins Leben gerufen, mit dem alljährlich auf dem Filmfestival von Venedig der beste Nachwuchsdarsteller geehrt wird.

Marcello Mastroianni erlag im Alter von 72 Jahren in Paris einer Krebserkrankung.[2] Er wurde auf dem Cimitero Campo Verano, dem größten Friedhof Roms, beerdigt.[3]

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Marcello Mastroiannis Hand- und Schuhabdrücke vom 8. Februar 1965 im Chinese Theatre am Hollywood Boulevard, Los Angeles.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Tazio Secchiaroli und Giovanna Bertelli: Marcello Mastroianni. Collection Rolf Heyne, München 2006, ISBN 3-89910-313-0.

Dokumentarfilm[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Marcello Mastroianni – Italiener par excellence. (OT: Marcello Mastroianni, l'Italien idéal.) Dokumentarfilm, Frankreich, 2015, 52:50 Min., Buch und Regie: Emmanuelle Nobécourt, Produktion: arte France, Program 33, Avrotos, Erstsendung: 25. Mai 2015 bei arte, Inhaltsangabe von arte.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Marcello Mastroianni – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Juri Bezeljansky: Marcello Mastroianni: Sohn einer jüdischen Mutter, Vater einer jüdischen Tochter./ Marcello Mastroianni: Figlio di una madre ebrea, padre di una figlia ebrea. Jüdische Rundschau, 9. September 2019
  2. Gestorben - Marcello Mastroianni. In: Der Spiegel, 23. Dezember 1996.
  3. knerger.de: Das Grab von Marcello Mastroianni