Marchastel (Lozère)

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Marchastel
Marchastel (Frankreich)
Marchastel
Region Languedoc-Roussillon
Département Lozère
Arrondissement Mende
Kanton Nasbinals
Koordinaten 44° 39′ N, 3° 6′ OKoordinaten: 44° 39′ N, 3° 6′ O
Höhe 1.139–1.304 m
Fläche 34,87 km²
Einwohner 66 (1. Jan. 2013)
Bevölkerungsdichte 2 Einw./km²
Postleitzahl 48260
INSEE-Code
Website Marchastel

Marchastel (Aubrac) im Winter

Marchastel ist ein Ort und eine südfranzösische Gemeinde mit 66 Einwohnern (Stand 1. Januar 2013) im Département Lozère in der Region Languedoc-Roussillon.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Marchastel auf einer Karte von 1733

Marchastel liegt im äußersten Westen des Département Lozère nahe der Grenze zum Département Aveyron am Fuß eines längst erloschenen Vulkans auf der Aubrac-Hochebene in einer Höhe von ca. 1200 m ü. d. M. Der Fluss Bès bildet die nordwestliche Gemeindegrenze. Zur Gemeinde gehört auch der etwa 2 km nördlich des Kernortes liegende Weiler (hameau) Rieutort sowie einige Einzelgehöfte. Im Süden des Gemeindegebiet befinden sich die teilweise von sumpfigem Gelände umgebenen Bergseen Lac de Saint-Andéol und Lac de Born.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1800 1851 1901 1954 1999 2013
Einwohner 297 427 248 133 73 66

Wegen der abgelegenen Lage des Ortes und als Folge des Verlusts von Arbeitsplätzen durch die Mechanisierung der Landwirtschaft ging die Einwohnerzahl von Marchastel seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts kontinuierlich bis auf die Tiefststände der letzten Jahrzehnte zurück.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Früher lebten die Bewohner als Selbstversorger von der Schaf- und Rinderzucht bzw. von Milchprodukten und von den Erträgen kleiner windgeschützter Gerstenfelder und Gärten. Im 19. Jahrhundert nahm die Bedeutung der Zucht von Aubrac-Rindern, die ganzjährig draußen gehalten werden können, mehr und mehr zu. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts ist der Tourismus in Form der Vermietung von Ferienwohnungen (gîtes) als Einnahmequelle hinzugekommen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits in der Antike führte eine Militärstraße der Römer hier entlang; sie verband die Städte Tolosa (Toulouse) und Lugdunum (Lyon). Auf dem Pic de la Tour sind noch die Fundamente einer mittelalterlichen Burg (château) der Baronie von Peyre zu sehen. Auch der in Le Puy beginnende Teil des Jakobswegs (Via Podiensis) führte hier entlang.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Steinbrücke über den Fluss Bès
  • Die karge, nahezu baumlose und menschenleere Landschaft des Aubrac ist äußerst eindrucksvoll und kann auf Wanderungen erkundet werden.
  • Einige Häuser des Ortes und die im Jahr 1903 erbaute Église Saint-Andéol sind ganz oder teilweise aus Vulkangestein erbaut. Die Dächer bestehen meist aus Schieferplatten (schistes) und Steinschindeln (lauzes).
  • Am Ortsrand stehen ein Backhaus und ein Klauenstand (travail).
  • Etwa 1,5 km nordwestlich des Ortes führt eine dreibogige Steinbrücke über den Fluss Bès.
  • Am Lac de Saint-Andéol befand sich bereits in vorrömischer Zeit ein bedeutender Kultplatz.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]