Marchegger Ostbahn

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Wien Stadlau–Bratislava hl.st.
2016 016 mit Zug von Bratislava im alten Bahnhof Siebenbrunn-Leopoldsdorf
2016 016 mit Zug von Bratislava im alten Bahnhof Siebenbrunn-Leopoldsdorf
Streckennummer (ÖBB):117 01
Kursbuchstrecke (ÖBB):910
Kursbuchstrecke (ZSSK):100
Streckenlänge:54 km
Spurweite:1435 mm (Normalspur)
Stromsystem:Wien Stadlau–Wien Aspern Nord, Bhf Marchegg:
15 kV 16,7 Hz
Devínska Nová Ves–Bratislava:
25 kV, 50 Hz ~
Maximale Neigung:
Minimaler Radius:360 m
Höchstgeschwindigkeit:120 km/h
Zweigleisigkeit:Stadlau Frachtenbahnhof
– Wien Aspern Nord S-Bahn/U2
Strecke – geradeaus
Laaer Ostbahn von Wien Hauptbahnhof
   
0,000 Wien Stadlau Frachtenbahnhof
   
0,725 Wien Erzherzog-Karl-Straße 161 m ü. A.
   
Laaer Ostbahn nach Laa an der Thaya
Haltepunkt, Haltestelle
1,872 Wien Hirschstetten 161 m ü. A.
   
2,236 Anschlussbahn (Awanst) DZH
   
3,100 Wien Hausfeldstraße (bis 30. September 2018) 160 m ü. A.
   
3,259 Ende ETCS L2
Haltepunkt, Haltestelle
4,467 Wien Aspern Nord (seit 1. Oktober 2018) 159 m ü. A.
   
4,887 Anschlussbahn (Awanst) Opel Austria
   
nach Breitenlee Verschiebebahnhof
Kilometer-Wechsel
7,050 HOA/FOA/SOA-Anlage
   
Landesgrenze Wien / Niederösterreich
Bahnhof, Station
10,326 Raasdorf 156 m ü. A.
Haltepunkt, Haltestelle
14,604 Glinzendorf 153 m ü. A.
   
Rußbach
   
von Engelhartstetten
Bahnhof, Station
19,487 Siebenbrunn-Leopoldsdorf 152 m ü. A.
   
Anschluss Zuckerfabrik Agrana
Haltepunkt, Haltestelle
22,676 Untersiebenbrunn 150 m ü. A.
   
Stempfelbach
Bahnhof, Station
27,120 Schönfeld-Lassee 155 m ü. A.
Kilometer-Wechsel
30,760 HOA/FOA/SOA-Anlage
Haltepunkt, Haltestelle
32,453 Breitensee NÖ 149 m ü. A.
   
Marchfeldbahn von Gänserndorf
Bahnhof, Station
35,606 Marchegg 149 m ü. A.
   
37,910 Marchviadukt (Staatsgrenze Österreich-Slowakei)
Strecke – geradeaus
(geplante Systemtrennstelle 15 kV / 25 kV)
   
von Skalica/Břeclav
Bahnhof, Station
41,530 Devínska Nová Ves 161 m n.m.
   
Potok Mláka
   
Devínska Nová Ves zastávka
Haltepunkt, Haltestelle
49,210 Bratislava-Lamač 207 m n.m.
Haltepunkt, Haltestelle
51,179 Železná studienka 197 m n.m.
Tunnel
53,098 Tunnel Lamač
Bahnhof, Station
54,364 Bratislava hl.st. 180 m n.m.
   
nach Žilina, nach Budapest und nach Hegyeshalom
zweigleisige Strecke in Betrieb
zweigleisige Strecke in Bau
zweigleisige Strecke in Planung

Koordinaten: 48° 13′ N, 16° 27′ O Die Marchegger Ostbahn, auch Ostbahn (östliche Linie), ist eine Hauptbahn in Österreich und der Slowakei. Die Strecke von Wien nach Marchegg wurde von der k.k. priv. österreichisch-ungarische Staatseisenbahn-Gesellschaft errichtet und im Jahr 1870 eröffnet. Über sie verlief jahrzehntelang die Hauptverbindung Wien–Bratislava (damals offiziell Pozsony oder Pressburg)–Budapest; auch der Orient-Express benützte daher diese Strecke, die damals zweigleisig war.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der erste Teil der Strecke von Marchegg nach Bratislava wurde bereits 1848 durch die Ungarische Zentralbahn als Teil der in Bau befindlichen Verbindung Wien–Budapest in Betrieb genommen. Der erste Zug von Wien nach Pressburg fuhr am 10. August und wurde von der Lokomotive Bihár gezogen. Nach dem Konkurs der Ungarischen Zentralbahn wurde die Strecke von der k.k. Südöstlichen Staatsbahn betrieben, die 1850 die durchgehende Strecke bis Budapest fertigstellte. Bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 63 km/h dauerte die Fahrt Wien–Budapest 6 Stunden und 10 Minuten.[1]

Mit dem Fahrplanwechsel am 9. Dezember 2012 und der damit verbundenen Teileröffnung des Wiener Hauptbahnhofes verkehren die Züge der Marchegger Ostbahn nun ab bzw. bis Wien Hauptbahnhof.

Ausbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bahn soll nach der Erklärung zur Hochleistungsstrecke zweigleisig ausgebaut und elektrifiziert werden. Außerdem soll dann eine Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h für Fernverkehrszüge möglich sein.[2] Seit August 2014 liegt der Genehmigungsbescheid vor.[3][4] Die Elektrifizierung zwischen Marchegg und der Staatsgrenze ist im Rahmenplan der ÖBB-Infrastruktur AG 2014–2019 ab 2019 geplant.[5]

Am 28. September 2016 erfolgte unter Beisein des österreichischen Infrastrukturministers Jörg Leichtfried, des slowakischen Infrastrukturministers Viktor Stromček, Wiens Stadträtin Renate Brauner, Niederösterreichs Landesrat Karl Wilfing und ÖBB-Chef Andreas Matthä der Spatenstich zum Ausbau der Strecke Stadlau – Marchegg – Staatsgrenze. In einer ersten Ausbauphase erfolgt bis zum Jahr 2023 die Elektrifizierung von Stadlau bis Devínska Nová Ves und ein selektiv zweigleisiger Ausbau. Dazu wird der Abschnitt auf Wiener Gemeindegebiet, der Abschnitt Siebenbrunn-Leopoldsdorf – Schönfeld-Lassee und der Abschnitt von Marchegg bis zum Marchviadukt zweigleisig ausgebaut. Nach dem Ausbau soll sich die Fahrzeit zwischen Wien und Bratislava auf 40 Minuten verkürzen. Der weitere zweigleisige Ausbau in Österreich und der Slowakei sollte zunächst in einer zweiten Ausbauphase bedarfsgerecht bei entsprechender Entwicklung der Verkehrsnachfrage erfolgen.[6][7] Er ist im Rahmenplan 2021-2026 der ÖBB enthalten[8] und soll bis zum Jahr 2025 abgeschlossen sein[9].

Die Bauarbeiten begannen 2017 im Wiener Stadtgebiet, wo bis zum Fahrplanwechsel im Dezember 2018 die Strecke zwischen der S-Bahn-Station Wien Erzherzog-Karl-Straße und dem Umsteigeknoten Wien Aspern Nord (U2, S80) zweigleisig ausgebaut und zwischen Wien Hausfeldstraße und Wien Aspern Nord elektrifiziert wurde. Am 30. November 2018 wurde das Wiener Teilstück feierlich eröffnet.[10][11] Ende März 2020 wurde der Umbau des Bahnhofs Raasdorf abgeschlossen.[12]

Mit voraussichtlichen Fertigstellung der Elektrifizierung der Strecke von Wien Aspern Nord nach Marchegg im Jahr 2023 sind keine Änderungen im Regionalverkehr vorgesehen. Die stündlichen REX8-Züge nach Bratislava und der zweistündliche R81 nach Marchegg mit werktäglichen Verdichtern zum Stundentakt am Morgen und Nachmittag sollen weiterhin wie vor der Elektrifizierung verkehren.[13]

Streckenverlauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sie zweigt nach dem Bahnhof Wien Stadlau von der von Wien Hauptbahnhof kommenden Laaer Ostbahn ab und führt durch das Marchfeld nach Marchegg, wo sie mit der Lokalbahn Gänserndorf–Marchegg zusammentrifft. Der Marchegger Ast verläuft wie mit dem Lineal gezogen schnurgerade durch das Marchfeld und weist den längsten völlig geraden Schienenweg (etwa 30 km Länge) Österreichs auf. An der Bahnlinie liegen viele Getreidespeicher und Ladeplätze für Feldfrüchte. Im Bahnhof Siebenbrunn-Leopoldsdorf mündet die Anschlussbahn zur Zuckerfabrik der Firma AGRANA.

Von Wien Stadlau bis Wien Aspern Nord ist die Strecke elektrifiziert und zweigleisig ausgebaut. Mit 10. Jänner 2012 wurde die Strecke zur Hochleistungsstrecke erklärt.[14]

Nach dem Grenzbahnhof Marchegg überquert die Bahn die March, welche die Grenze zur Slowakei bildet und gelangt auf eine Niederterrasse des weiten Marchtales. Im Bahnhof Devínska Nová Ves (Theben Neudorf) mündet die zweigleisige elektrifizierte Bahnstrecke Devínska Nová Ves–Skalica na Slovensku in die Marchegger Ostbahn, welche ab hier ebenfalls zweigleisig und elektrifiziert ist. Die Linie wendet sich am Nordfuß des Devínska Kobyla / Thebener Kogels streng ostwärts, um im kleinen Becken von Dúbravka (Bratislava) wieder südwärts und am Flankenfuß des Südzipfels der Kleinen Karpaten zum Hauptbahnhof Preßburg / Bratislava hl.st. zu gelangen.

Zweigbahnen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Marchegger Ostbahn hatte eine Zweigbahn mit zwei Ästen. 1909 wurden die Strecken der Niederösterreichischen Landesbahnen von Siebenbrunn nach Engelhartstetten und, von dieser abzweigend, von Breitstetten nach Orth an der Donau eröffnet. 1937 wurde der Personenverkehr auf der Strecke Breitstetten–Orth eingestellt. Die Strecke Siebenbrunn-Leopoldsdorf–Engelhartstetten wurde noch bis 2003 planmäßig von Personenzügen befahren. Im Dezember 2013 wurden die zuletzt wegen Unbefahrbarkeit gesperrten Gleisanlagen schließlich abgetragen.

Zwischen 1916/1917 und 1926 gab es zum Verschiebebahnhof Breitenlee zwei noch heute sichtbare Anschlüsse in Höhe Cassinonestraße.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Eisenbahnmuseum Bratislava (Memento vom 30. November 2011 im Internet Archive)
  2. https://www.noen.at/gaenserndorf/raasdorf-bahnstrecke-wien-bratislava-vor-ausbau-im-noe-abschnitt-bahn-niederoesterreich-oebb-spatenstich-112249850
  3. ÖBB-Strecke 117 Stadlau – Staatsgrenze nächst Marchegg – Ausbau und Elektrifizierung, Bescheid des BMVIT: UVP und teilkonzentriertes Genehmigungsverfahren, abgerufen am 27. November 2015
  4. BMVIT: Rahmenplan 2011–2016 ÖBB-Infrastruktur AG – Eisenbahninfrastruktur (PDF; 829 kB) (Memento vom 10. Februar 2015 im Internet Archive)
  5. BMVIT: Rahmenplan der ÖBB-Infrastruktur AG 2014–2019 und ASFINAG 2015–2020 (PDF), abgerufen am 10. April 2015
  6. ÖBB: Startschuss: Streckenausbau Wien – Bratislava, abgerufen am 29. September 2016
  7. Wien–Bratislava in 40 Minuten. In: bmvit INFOTHEK. (bmvit.gv.at [abgerufen am 10. Juli 2017]).
  8. Rahmenplan 2021-2026 der ÖBB
  9. "Marchegger Ostbahn schon 2025 zweigleisig"
  10. Wien-Bratislava-Ausbau: Wiener Teilstück fertig auf ORF-Wien vom 30. November 2018, abgerufen am 1. Dezember 2018
  11. Wien - Bratislava zweigleisiger Ausbau - Teileröffnung auf hirschstetten.info vom 30. November 2018, abgerufen am 1. Dezember 2018
  12. Streckenausbau Wien – Bratislava: Raasdorf als erster Bahnhof im niederösterreichischen Abschnitt fertiggestelltPresseinformation der ÖBB vom 21. April 2020
  13. Österreich-Wien: Öffentlicher Schienentransport/öffentliche Schienenbeförderung, 2018/S 233-533558, Vorinformation für öffentliche Dienstleistungsaufträge, Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie, 4. Dezember 2018
  14. Erklärung zur Hochleistungsstrecke (PDF; 49 kB)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Marchegger Ostbahn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien